schlechte Note nach Aufmunterung zur Abgabe

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schlechte Note nach Aufmunterung zur Abgabe

Beitrag von indubio » 23.07.2012, 17:18

Hallo und Gruß ans Forum,

eine allgemeine Frage: Habe schon mehrfach im Bekanntenkreis erlebt, daß Gutachter zur Abgabe ermuntern und allenfalls noch kleinere Anmerkungen zur Vorabfassung der Arbeit haben - und nach der Abgabe setzt es eine schlechte Note, mit der man nicht gerechnet hat.

Wie kommt sowas? Welchen Sinn hat es, die Arbeit einem Gutachter vor der eigentlichen Abgabe zur Überprüfung zu geben, wenn man hinterher so böse überrascht wird?

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algol
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Re: schlechte Note nach Aufmunterung zur Abgabe

Beitrag von algol » 23.07.2012, 17:35

tja, warum gibt es Menschen, die unfair sind?
Das liegt ja da vor. Ein Prof suggeriert, alles sei o.k. und würgt eins rein. Keine Ahnung, was bei dem dann immer so abgeht.

Ich denke, jeder kennt seinen Prof und muss einschätzen, für wie vertrauenswürdig er/ sie ist.

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Re: schlechte Note nach Aufmunterung zur Abgabe

Beitrag von DoneXY » 23.07.2012, 18:06

Ich würde vermuten, dass die Auffoderung ohen Detailkenntnisse erfolgt ist. Also: Aufbau der Arbeit wirkt schlüssig, Literaturrezeption angemessen und ggf. wird das Forschungsdesign als methodisch einwandfrei angesehen.

Zur Benotung wurde die Arbeit jedoch 'Detail verliebt' gelesen und entsprechend fielen nun zum ersten Mal einige (vermeintliche) Makel auf.

Ich kann mir auch vorstellen, dass manchmal Tagesform oder Erdstrahlen eine Rolle spielen.

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Re: schlechte Note nach Aufmunterung zur Abgabe

Beitrag von Wierus » 23.07.2012, 21:49

Es gibt ganz viele verschiedene Dinge, die dahinter stecken können...

Neben dem bereits gesagten könnte es noch x verschiedene Gründe geben:
- der Prof. wolle endlich mal eine schlechtere Note vergeben um bei Kollegen nicht als Weichspülprüfer zu gelten
- der Prof. hat auf rasche Abgabe gedrängt um das Schlimmste zu verhindern
- der Prof. ist erbost darüber, dass seine wichtigsten Schriften nicht zitiert oder sein Lieblingsparadigma mißachtet wurde
- der Prof. hat ganz vergessen worum es denn nun wirklich ging und beim Korrigieren den Geschmack am Thema verloren
etc.pp.

Ich würde mich aber wegen einer schlechten Note nicht so arg beschweren und es dann doch lieber wie damals mit den Seminarscheinen sehen: bestanden ist bestanden. :wink:

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Re: schlechte Note nach Aufmunterung zur Abgabe

Beitrag von indubio » 23.07.2012, 22:04

Vielen Dank für Eure Überlegungen :-)

Für den einen mir bekannten Fall könnte es tatsächlich an der Detailprüfung erst nach Abgabe gelegen haben und bei den beiden anderen Fällen ... nun ja, nennen wir es gekränktes Gutachter-Ego. Es ist frustrierend mitzuerleben, wie sehr es manchmal auf den (irrationalen) Faktor Mensch ankommt.

Thales
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Re: schlechte Note nach Aufmunterung zur Abgabe

Beitrag von Thales » 23.07.2012, 22:05

Hallo,

so bitter wie sowas ist, können auch noch andere Gründe zu sowas führen. Das kann von hier wahrscheinlich keiner Beurteilen, da wir alle nicht wissen, wie es zu der "Aufmunterung zur Abgabe" gekommen ist. Wurde gefragt: "Kann ich abgeben?" Dann kann die Antwort sein: "Ja, (naja durchfallen werden sie nicht.)" oder "Oh ja, nun geben sie endlich ab. Das wird auf jeden Fall super." Wobei der Satz in Klammern bei erster Möglichkeit nicht unbedingt ausgesprochen wird.
Dann ist die Auffassung von "Schlechte Note" durchaus unterschiedlich.
Und zum dritten, mein DV hat die Arbeit vor der Abgabe zwar gelesen, sieht die Diss aber grundsätzlich als Prüfungsarbeit des Doktoranden und schreitet nur ein, wenn ein Durchfallen möglich erscheint. D.h. ein "sie können dann jetzt einreichen" lässt noch keine Rückschlüsse auf die Note zu.

Viele Gründe können zu einem solchen Verhalten führen, nicht immer ist Bösartigkeit von Professoren der Grund.

LG Thales

Frodo
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Re: schlechte Note nach Aufmunterung zur Abgabe

Beitrag von Frodo » 24.07.2012, 07:44

Ich möchte hier für niemanden Partei ergreifen, aber wenn ich höre, "dass jemand etwas so in der Art erlebt hat", dann stellt sich mir immer unmittelbar die Frage, wie die anderen involvierten Personen die Geschichte erzählen würden. Es äussern sich hier alle über mögliche Gründe, weshalb ein Betreuer eine "schlechte" Note vergibt, nachdem er den Doktoranden zur Abgabe ermuntert hat. Ist dabei das Empfinden einer schlechten Note nicht arg subjektiv? Hat ein Doktorand in der Regel nicht weniger Erfahrung, was die Bewertung einer Diss angeht als ein Professor? Und wie von Thales bereits erwähnt, gibt es mehrere Möglichkeiten, wie eine "Aufmunterung zur Abgabe" geäussert werden kann, doch impliziert dies unmittelbar eine "gute" Note? In meinen Augen keineswegs...

Grüsse,
Frodo

DoneXY
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Re: schlechte Note nach Aufmunterung zur Abgabe

Beitrag von DoneXY » 24.07.2012, 10:55

Thales hat geschrieben:Wurde gefragt: "Kann ich abgeben?" Dann kann die Antwort sein: "Ja, (naja durchfallen werden sie nicht.)"
Sowas Ähnliches hatte ich gestern noch gedacht. Der eine oder andere DV kommt vielleicht (begründet oder nicht) zur Überzeugung, der Doktorand sei in der Wissenschaft nicht richtig aufgehoben und mehr als ein 'laude' oder 'bene' ist eh nicht drin.

Außerdem sind ProfessorInnen oft sehr karriereorientiert und haben eventuell die Auffassung länger als X Jahre sollte man sich mit einer Promotion nicht aufhalten.

Daishima
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Re: schlechte Note nach Aufmunterung zur Abgabe

Beitrag von Daishima » 25.07.2012, 10:32

Hatte gerade diesen Fall bei einem Kommilitonen. Er wurde vom Prof. zur Abgabe "ermuntert" und danach gab es nur 'laude'. Nach einer Weile Hadern mit der Situation sah er aber ein, dass die Benotung wohl wirklich der abgegebenen Leistung entsprach. Eventuell hatte der Prof. ganz richtig erkannt, dass es ohne gewaltige Umarbeitungen und großem Zeitaufwand keine bessere Note geben würde. Die "Schuld" an einer unerwarteten Benotung, vor allem wenn eine bis dato gut Zusammenarbeit stattfand, immer dem Gutachter zuzuschreiben, finde ich aber auch menschlich. Aber eventuell nicht unbedingt objektiv.

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