Wie über Doktorgrad entscheiden - Konsequenzen?

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Wie über Doktorgrad entscheiden - Konsequenzen?

Beitrag von df83 » 19.07.2012, 20:12

Hi,

Da ich jetzt registriert bin erst einmal ein großes Dankeschön: ich habe schon eine Menge hier lernen/erfahren können.

Nun aber zu meiner eigentlichen Frage: ich habe vor kurzem angefangen meine Dissertation zu schreiben und werde nun bald den Antrag dafür stellen. Dabei stellt sich für mich die Frage, welchen Doktorgrad ich wählen soll.

Ich habe ein naturwissenschaftliches Fach studiert und bin nun wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Fachdidaktik. Meine Dissertation befasst sich grob damit, ein bestimmtes didaktisches Thema auf mein Fach zu übertragen und empirisch zu verifizieren.
Nun hat mich mein Doktorvater darauf hingewiesen, dass ich darauf achten soll, mein eigentliches Fachgebiet nicht zu kurz kommen zu lassen. Die bisherigen Promovenden an unserem Lehrstuhl haben einen Dr. rer. nat. gemacht und das hat mein Doktorvater auch für mich so vorgesehen. Er hat auch schon einen Kollegen auserkoren, der wohl bereit wäre, mein Zweitgutachter zu werden.

Die Arbeit ist sehr interdisziplinär und enthält viele Themen aus der Bildungsforschung. Ich möchte möglichst vermeiden, zwanghaft fachwissenschaftliche Aspekte aus meinem eigentlichen Fach einzubauen, um den naturwissenschaftlichen Anteil hoch zu halten und damit dem Dr. rer. nat zu entsprechen.

Die Frage ist nun: welche Konsequenzen hat es für mich, wenn ich einen Dr. rer. nat. anmelde?
Die Promotionsordnung der Fakultät ermöglicht auch einen Dr. paed. Würde das dann zwangsläufig bedeuten, dass ich mir einen Zweitgutachter aus den Erziehungswissenschaften suchen müsste?

Vielen Dank für eure Hilfe.

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isigoing
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Re: Wie über Doktorgrad entscheiden - Konsequenzen?

Beitrag von isigoing » 19.07.2012, 21:31

Ich promoviere an einer Fakultät, wo sich zwischen phil und päd entschieden/gewählt wird. Ich selber habe beim Einreichen der Arbeit für ein phil plädiert, ausschlaggebend ist aber meiner Meinung nach die Sichtweise der Gutachter. Nachdem sie die Arbeit gelesen haben, haben sie im ersten Satz des Gutachten noch einmal gesagt, in welchem Bereich die Arbeit anzusiedeln sei.

Bei der Anmeldung der Arbeit musste ich aber nicht angeben, welchen Grad ich anstrebe, das ist m.E. auch gar nicht möglich und wenn, dann hast Du auf jeden Fall die Möglichkeit, dass im nachhinein(also bei Einreichen der Diss) zu ändern, denn es wäre ja unlogisch die sich möglicherweise (und meistens wahrscheinliche :wink: ) Änderung in Ausrichtung der Diss an dem zukünftigen Titel auszurichten.
Kommt Zeit, kommt Diss!!!

"Denn man kann nicht alles, alles kann man nicht und wenn sich was verändert, dann verändert es auch Dich..."

DoneXY
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Re: Wie über Doktorgrad entscheiden - Konsequenzen?

Beitrag von DoneXY » 20.07.2012, 09:56

In wie weit sich meine Erfahrung verallgemeinern lässt, kann ich nicht wissen, doch here it goes:

Ich habe interdisziplinär geforscht und mich fachlich - offenbar ähnlich wie Du - viel in einer anderen Disziplin bewegt und in dieser promoviert.

Der Erfolg: Trotz gut abgeschlossener Diss (= meine Arbeit hat Hand und Fuß) und der allseits hochgeschätzten Interdisziplinarität sitze ich zwischen den Stühlen. Das habe ich leider viel zu spät bemerkt.

Noch mal würde ich das so nicht machen. Ich würde Dir also abraten bzw. solltest Du zumind. parallel zur Diss Aspekte Deiner Arbeit in Fachzeitschriften Deines Faches publizieren.

MastaofDissasta
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Re: Wie über Doktorgrad entscheiden - Konsequenzen?

Beitrag von MastaofDissasta » 20.07.2012, 10:04

DoneXY hat geschrieben: Der Erfolg: Trotz gut abgeschlossener Diss (= meine Arbeit hat Hand und Fuß) und der allseits hochgeschätzten Interdisziplinarität sitze ich zwischen den Stühlen. Das habe ich leider viel zu spät bemerkt.
Geht mir ganz ähnlich (bis auf die gut abgeschlossene Diss, natürlich :D ). Bei uns am Fachbereich gibt es vier (!) zuständige Promotionsausschüsse und ich könnte drei davon in Anspruch nehmen. Ich hab mich dann für den entschieden, der am nächsten an meinem ursprünglichen Studium dran ist, weil ich durch die Inhalte meiner täglichen Arbeit und der Diss zeige, dass ich interdisziplinär arbeiten kann, aber der Grad ausdrücken soll, dass da ein solides theoretisches Fundament hintersteckt. Und ich würd' lügen, wenn ich behaupten würde, das Renommée wäre für alle drei Alternativen gleich hoch - hier (und das gilt jetzt nur für diesen FB und diese Uni) "zählen" die Grade mit dem "rer." drin etwas mehr als die anderen, das liegt aber vor allem an der Besetzung und der unterschiedlichen Anforderung der Ausschüsse. Die Promotionsordnungen unterscheiden sich doch sehr, z.B. lässt ein Ausschuss kumulative Promotionen zwar zu, stellt aber unerfüllbare Bedingungen, weil in diesem Bereich die Monographie einfach noch eine größere Rolle als in einem anderem Bereich.

df83
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Re: Wie über Doktorgrad entscheiden - Konsequenzen?

Beitrag von df83 » 21.07.2012, 12:49

Hi,

Danke für eure Antworten.

Interdisziplinäre Arbeiten sind in meinem Gebiet prinzipiell Standard. Daran ist erst einmal nichts auszusetzen.
Ich sehe meine Zukunft auch eher im Bereich der empirischen Forschung, die ich in meiner Arbeit durchführen werde, als in meinem Studienfach. Zudem hatte ich schon die Möglichkeit, das Thema und meinen Hintergrund mit einer "Koryphäe" dieses Gebietes durchzusprechen und bis auf ein paar kleine Kritikpunkte wurde mir dabei sehr der Rücken gestärkt. Thematisch bin ich also zuversichtlich.

Ich habe gestern kurz mit einem Verantwortlichen an unserer Fakultät formuliert. Er meinte, ich solle mir zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Gedanken machen und mit ruhigem Gewissen den dr. rer. nat. anmelden. Es hätte in der Vergangenheit schon Fälle gegeben, in denen später in Absprache mit den Gutachtern der Grad geändert wurde.
So werde ich es jetzt erst einmal machen und dann in zwei Jahren noch einmal schauen, wie der Stand ist.

df83
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Re: Wie über Doktorgrad entscheiden - Konsequenzen?

Beitrag von df83 » 21.07.2012, 12:51

[quote="df83"]Ich habe gestern kurz mit einem Verantwortlichen an unserer Fakultät formuliert.[/quote]

"Telefoniert" war natürlich gemeint, meine Rechtschreibkorrektur war mal wieder zu schlau. :wink:

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