Promotion nur bei Aussicht auf Professur

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Wierus
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Re: Promotion nur bei Aussicht auf Professur

Beitrag von Wierus »

FantasticBoy321 hat geschrieben: 21.11.2022, 20:27Nebenberufliche Habilitation: An manchen Universitäten ist es möglich, neben der Promotion zeitgleich eine Habilitation aufzubauen.
Meintest du nicht "Juniorprofessur" statt "Promotion"? Im übrigen soll sich eine Habilitation vom Thema her deutlich von der Promotion unterscheiden.

Ansonsten würde es mich brennend interessieren, an welcher Uni man sich schon während der Promotion mit einer Habilitation befassen darf (geschweige denn überhaupt die Zeit dazu findet).

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Grounded
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Re: Promotion nur bei Aussicht auf Professur

Beitrag von Grounded »

johndoe hat geschrieben: 21.11.2022, 22:47 Dennoch wird nicht jeder genommen, nur weil er die Mindestvoraussetzungen erfüllt. Und dennoch gibt es nicht unbegrenzt passende Stellen. Insofern kann man dem Post zustimmen: es ist nicht determinierbar.
Papierturms posting liest sich für mich dennoch eher wie annekdotische Evidenz.
flip
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Re: Promotion nur bei Aussicht auf Professur

Beitrag von flip »

FantasticBoy321 hat geschrieben: 21.11.2022, 20:27
Ich gebe dir drei goldene Regeln, mit der du zu 99% von jeder FH mit Handkuss genommen wirst.
- TOP Publikationen: Wenn du während deiner Promotion mindestens 3 A++ Journal Publikationen als Erstautor aufweist (z.B. im Nature, Science), wirst du an der Uni extrem auffallen (auch pushed man sein H-Index damit deutlich). Einpaar meiner Kommilitonen haben in Physik im Science veröffentlicht, das hat sich im Professorenkolleg rumgesprochen und man baut sich ein Netzwerk auf. Eine FH nimmt solche Leute mit Kusshand auf.
- Nebenberufliche Habilitation: An manchen Universitäten ist es möglich, neben der Promotion zeitgleich eine Habilitation aufzubauen. Für die FH ist eine Habil nicht notwendig, aber zeigt trotzdem, dass man leistungsstark ist und in seinem Fachgebiet tiefe, akademische Kenntnisse aufweist.
- Summa cum laude Promotion: Ist wahrscheinlich von den drei Punkten die einfachste zu erfüllende Leistung. Viele FHs fordern nur eine Prädikatspromotion, aber die Konkurrenz ist stark, deshalb lieber ein "summa cum laude".

Erfüllst du alle drei Kriterien, hast du zu 99% eine FH Professur sicher.

Mit drei(!) A++ Publikationen während des Diss als Erstautor gehöre ich zu vielleicht 0.1% der Promotionsabsolventen und kann mir direkt ne W3 Uni-Professur aussuchen.

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Re: Promotion nur bei Aussicht auf Professur

Beitrag von Papierturm »

Grounded hat geschrieben: 22.11.2022, 07:12
johndoe hat geschrieben: 21.11.2022, 22:47 Dennoch wird nicht jeder genommen, nur weil er die Mindestvoraussetzungen erfüllt. Und dennoch gibt es nicht unbegrenzt passende Stellen. Insofern kann man dem Post zustimmen: es ist nicht determinierbar.
Papierturms posting liest sich für mich dennoch eher wie annekdotische Evidenz.
Ich würde nicht einmal von Evidenz sprechen :shock: .

Es ist nur meine Beobachtung. Die beruht auf meinen Erfahrungen in Berufungskommissionen; und aus meinem Umfeld.

Ich weiß nicht, wie viele es schaffen; wie die Quote ist zwischen tatsächlichen Stellen und Bewerbern. Das dürfte sich auch zwischen den Fachbereichen unterscheiden.

Mein Anliegen ist nur darauf hinzuweisen, dass es hier keine Garantien gibt - und man am Ende zu seinem Lebensweg sagen können sollte "war gut so". Und das, egal, wie das Unterfangen ausgeht.
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Re: Promotion nur bei Aussicht auf Professur

Beitrag von johndoe »

Ich denke, der Thread ist wörtlich genommen einfach unlogisch. Promotion nur bei Aussicht auf Professur? Da sind notwendig und hinreichende Bedingung vertauscht. Mit Promotion Aussicht auf Professur? Ja, das ist mit bestimmter (sogar berechenbarer) Wahrscheinlichkeit beantwortbar.
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Re: Promotion nur bei Aussicht auf Professur

Beitrag von Grounded »

Dann will ich auch ein paar vollkommen anekdotische Fallberichte aus meinem reichhaltigen Erfahrungsschatz und aus Hörensagen beisteuern 😊

Ich bin dem Bereich tätig, in den die TE vermutlich möchte („Soziales“). Dort wird mir immer wieder gesagt: Es ist keine Frage ob, sondern wann es klappt - insofern man mobil ist. Das deckt sich auch mit meinen Beobachtungen und mit Berichten von mit bekannten Berufenen. Was nicht heißt, dass qualifizierte Promovierte immer gleich nach dem ersten oder zweiten Vorsingen berufen werden. Von einer Person weiß ich, dass sie zwölf Mal vorgesungen hat, bis es endlich klappte. :shock:
Ich habe jetzt Nr. 6 hinter mir, bereite mich auf Nr. 7 vor und warte auf weitere Einladungen.

Aktuell gehen viele Professor*innen in den Ruhestand und einige Professuren werden neu geschaffen. Ich weiß allerdings nicht, wie die Situation in drei bis sechs Jahren aussehen wird, weil offenbar gerade viele Menschen mit dem Ziel FH-Professur promovieren.
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Re: Promotion nur bei Aussicht auf Professur

Beitrag von Wierus »

johndoe hat geschrieben: 22.11.2022, 15:05 Ich denke, der Thread ist wörtlich genommen einfach unlogisch. Promotion nur bei Aussicht auf Professur? Da sind notwendig und hinreichende Bedingung vertauscht. Mit Promotion Aussicht auf Professur? Ja, das ist mit bestimmter (sogar berechenbarer) Wahrscheinlichkeit beantwortbar.
Ja, da stimme ich zu.

Nur mit dem Ziel zu promovieren, später ordentlicher Professor zu werden, ist ungefähr genauso sinnvoll, wie Jura allein mit dem Ziel zu studieren, später einmal das Richteramt zu bekleiden.

Man beschwört damit nur völlig unnötig eine herbe Enttäuschung... :roll:
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Re: Promotion nur bei Aussicht auf Professur

Beitrag von donkeydoeshisphd »

Ich habe damals auch promoviert, um die Möglichkeit zu haben, FH Prof zu werden, was glücklicherweise dann auch geklappt hat.

Aber: Das schöne am Weg Diss + freie Wirtschaft und dann Professur oder nicht ist ja, dass man per se einen Plan B hat, wenns mit der Berufung nicht klappt. Wenns bei mir nicht geklappt hätte: Ich wäre letztendlich auch in der Industrie glücklich geworden,mir war als Doktorand aber auch noch gar nicht klar, wie vielfältig die Job-Möglichkeiten ausserhalb der Hochschule sind. Die Unternehmen legen sich Dank Fachkräftemangelauch immer mehr ins Zeug, Hochqualifizierte zu gewinnen und zu halten.

Die Möglichkeit haben Habilitanden auf dem Weg zur Uniprofessur zumindest nicht ohne Weiteres, da mit Anfang 40 ein Einstieg in die freie Wirtschaft steinig ist, während der FH-Prof-Anwärter im gleichen Alter nach der Diss schon 7-9 Jahre Berufserfahrung gesammekt, Gehaltssprünge hinter sich und "seinen Platz" in der freien Wirtschaft gefunden hat.
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Re: Promotion nur bei Aussicht auf Professur

Beitrag von Jucy23 »

Dass es im Bereich „Soziales“ nur die Frage sei, wann man berufen wird und nicht ob, habe ich so noch nie gehört und würde mich auch nicht trauen, das so zu formulieren.
Die Stellen werden immer spezifischer ausgeschrieben und gleichzeitig konkurriert man mit Kolleg*innen aus den Bezugswissenschaften; durch die Förderprogramme gibt es insgesamt auch mehr Konkurrenz.
An Stelle der Threaderstellerin würde ich wohl versuchen, nicht „einfach so“ zu promovieren, sondern selbst in so ein Förderprogramm reinzukommen. Das böte auch die Chance, für sich selbst zu klären, ob das angestrebte Ziel tatsächlich so attraktiv und passend ist.
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