Hilfe, Rat...

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hueseyin079
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Hilfe, Rat...

Beitrag von hueseyin079 »

Hallo,
ich bin leider aktuell in einem kompletten Tiefpunkt angekommen. Meine Betreuung läuft vollständig über E-Mail ab. Also eine richtige Betreuung ist es eigentlich nicht. In der Kommunikation höre ich den Unterton: Ja machen sie mal. Ich fühle mich mit dem Thema nicht ernst genommen, obwohl dies ein Vorschlag der Betreuung war.
Zu meinem Eckdaten:
Ich habe letztes Jahr extern eine Promotion an einer staatlichen Uni begonnen. Bis jetzt lief es auch ganz gut. Meine berufliche Tätigkeit ruht aktuell.
Dadurch konnte ich Kapazitäten finden und Theorie und Forschungsüberblick umfangreich deskribieren. Jetzt wollte ich weiterschreiben, aber die besagte Betreuung setzt mir bis Mai die Pistole auf die Brust und fordert von mir, dass ich mit dem Teil fertig werde. Wenn nicht will sie das Verhältnis beenden. Ich bin vollständig baff. Nach 130-150 Seiten die ich schon habe und hunderten Stunden stehe ich vor einem Trümmerhaufen.

Nicht die Androhung bereitet mir sorgen. Ich denke das kriege ich irgend wie hin (Ich habe mir einen Promocoach genommen (mal schauen). Aber die Bemerkung in der letzten Mail, dass mein Beitrag in einem Koll. nicht auf Niveau eines Masterabsolventen wäre und deshalb ...
Ich habe so eine Vorstellung noch nie durchgeführt und wurde trotzdem bereits nach 6 Monaten darauf gedrängt. Jetzt wird es mir negativ ausgelegt. Was kann ich tun? Was würdet ihr tun? Die Beziehung auch wenn ich wissenschaftlich alles mit viel Hilfe optimiere scheint nicht wirklich die beste zu sein.

Dnke.

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FerdiFuchs
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Re: Hilfe, Rat...

Beitrag von FerdiFuchs »

Rückfragen dazu:

Enthält das Feedback der Betreuerin aussagekräftige Hinweise dazu, was genau sie verbessert sehen will, oder ist es eher vage?

Hast du sie mal nach einem Meeting gefragt (zur Not auch per Zoom) und wenn ja, wie hat sie reagiert?
hueseyin079
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Re: Hilfe, Rat...

Beitrag von hueseyin079 »

Hallo und danke für deine Rückmeldung,
die Betreung hat in der Mail formuliert, dass Eine aus dem Stand der Forschung abgeleitete Problemstellung und zu schließende Forschungslücke deutlich werden müssen und das Untersuchungsdesign unter Kenntnis von Methodenliteratur klar und schlüssig hinsichtlich des zu erzielenden Erkenntnisfortschritts dargelegt werden soll.

So wäre mein Vorgehen gewesen:
Ich war ja so weit, dass ich den Forschungsstand erschlossen habe. Daraus konnte ich erkennen, dass die Studienlage zu dem Themenfeld umfangreich sind, aber zu dem Forschungsgegenstand den ich gewählt habe (will ich hier nicht öffentlich nennen, um keine Rückschlüsse auf meine Person ...), ein geringes Wissen zu dem Themenfeld vorliegt. Also wolle ich durch Forschungsfragen eine qualitative Analyse durchführen.

So der Plan. Nur bin ich gerade in so ein Loch voller Selbstzweifel gefallen, dass ich gerade doof bin und an dem ganzen System meiner Arbeit zweifle.
Ich will die Betreuung erst einmal in Ruhe lassen, bis etwas Zeit vergangen ist und ich den Turn around geschafft habe.

Ich weiss nicht was so ein Coach bringen soll. Dieser sagte mir, ich solle doch noch mal die Studienlage durchschauen. Dies habe ich aber getan. Die Studienlage wurde bis in die Antike gesichtet (methaphorisch). Ich muss daraus jetzt den Turn around hinbekommen.

BG und Dnke nochmal!
FerdiFuchs
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Re: Hilfe, Rat...

Beitrag von FerdiFuchs »

Danke erstmal für die Antwort!
Und in der Tat, das genaue Thema / Forschungsgegenstand der Arbeit solltest du hier nicht veröffentlichen. Auf dem Level, auf dem du es jetzt beschrieben hast, kann man gut nachvollziehen in welche Richtung das Problem geht.

Ich lese da raus, dass es sich um ein Verständigungsproblem handeln könnte: Du hast ein Thema herausgearbeitet, zu dem nur ein geringes Wissen vorliegt. Trotzdem hast du das Feedback erhalten, dass Problemstellung bzgl. Forschungslücke nicht deutlich genug sind - das passt nicht zusammen.
Aus meiner Perspektive als Betreuer kenne ich das Problem, dass die Forschungslücke manchmal nicht klar genug aus einem Text hervorgeht, sei es aufgrund einer ungünstigen Strukturierung des Textes oder dadurch, dass bestimmte Annahmen nicht explizit aufgeschrieben werden. Das bedeutet keineswegs dass mit der generellen Herangehensweise etwas nicht stimmt - manchmal genügt eine kleine Veränderung des Textes (z.B. ein prägnanter, besonders hervorgehobener Absatz) schon um das Problem zu beheben. Aber das ist jetzt nur meine Mutmaßung.

Mein klarer Vorschlag wäre, dass du ein Gespräch mit der Betreuerin suchen solltest (in Person oder zur Not auch virtuell), um der Sache auf den Grund zu gehen. Das hier ist eine Sache zwischen dir und der Betreuerin, und nicht notwendigerweise ein Problem deiner generellen Arbeitsweise. Daher wird der Coach dir da nicht viel helfen können.
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