Thema vorgegeben?

... und die Fragen, die sich davor und dabei ergeben.
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caipirinha11085
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Re: Thema vorgegeben?

Beitrag von caipirinha11085 »

@Wierus: Ich kann nur für meinen Fachbereich sprechen und gerade nicht für deinen Fachbereich oder gar die von dir genannten Felder der Medizin, Mathematik, oder theoretische Physik. In meinem Fachbereich gibt es durchaus Themengebiete, die recht eindeutig nicht praxisrelevant sind und das wird sich in den nächsten fünf Jahren nicht ändern. Die Vermutung liegt aber nahe, dass sich derartige Themengebiete auch in anderen Disziplinen finden.
jmu1988 hat geschrieben: 27.05.2021, 19:05
caipirinha11085 hat geschrieben: 27.05.2021, 08:29 Gibt es denn innerhalb des Projekts passende Themen, die dich mehr interessieren, als das vorgeschlagene Thema? So ja, schlage das dem Betreuer/der Betreuerin einmal vor.
........
Bei dir scheint es ja eher umgekehrt zu sein. Die Frage "was kann ich mit dem Thema später machen?" ist mE aber nicht zu unterschätzen. Ich arbeite inzwischen sogar im Bereich meines Promotionsthemas und ziehe ab und zu meine (rechtlich bereits wieder überholte) Diss heraus, um etwas nachzuschlagen. Das ist auch ganz nett. ;-)
Noch ist kein Thema innerhalb des Projekts fest. Nur das Projekt an sich ist mehr oder weniger umrissen. Ich kann mir dann erst ein Thema suchen, wenn ich ganz gena weiß, welche Themen ich überhaupt angehen kann. Da ich Journalistin bin und das Projekt damit auch zu tun hat, könnte ich mir gut vorstellen damit etwas zu machen.
Das Projekt startet erst nächstes Jahr, daher ist vieles noch etwas unklar.
Die ungefähre Richtung scheint aber ja schon vorgegeben. Daher wäre für mich die Frage, ob du innerhalb des Projekts die Flexibilität haben wirst, ein eigenes, zum Projekt passendes Thema vorzuschlagen und zu bearbeiten, oder ob dir das ganze Thema vorgegeben wird (und du musst dich dann innerhalb des Themas austoben).

Jedenfalls drücke ich dir die Daumen. :)

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Eva
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Re: Thema vorgegeben?

Beitrag von Eva »

jmu1988 hat geschrieben: 24.05.2021, 20:41 Meine Fragen wären also: Ist man auf ewig an sein Promotionsthema gebunden oder kann man später auch ganz neue Felder erforschen? Das wäre wichtig, ganz egal welches Promotionsthema ich angehe.
Was haltet ihr von vorgegebenen Themen? Habt ihr das selbst gemacht? Stimmt es, dass es nicht ungewöhnlich ist, dass Themen vorgegeben werden?
Ich habe zu einem Thema extern promoviert, das von außen an mich herangetragen wurde. Konkret wollte ein Verband einen Teil der eigenen Verbandsgeschichte im Rahmen einer geschichtswissenschaftlichen Promotion erforschen lassen. Als man mir das angeboten hat (incl. Betreuer und Spesenübernahme), wusste ich zwar schon, dass ich promovieren will, ein konkretes, d.h. bereits ausgearbeitetes Thema hatte ich zu dem Zeitpunkt aber noch nicht, bloß vage Ideen. Ich bin mit dieser Entscheidung nicht schlecht gefahren, denn das Thema wurde mit der näheren Beschäftigung für mich immer interessanter, und es ist schon so, wie andere vor mir schrieben: Auch wenn das Thema grundlegend vorgegeben ist, kann man bei der Bearbeitung eigene Schwerpunkte setzen. Da ich anschließend nicht in der Wissenschaft geblieben bin (und das auch nicht vorhatte), war die Frage des Gebunden-Seins an dieses Thema für mich nicht so relevant. Ich habe bis heute Kontakt zu dem Verband und bekomme immer mal kleinere Anfragen von dort, für Vorträge o.ä., aber das läuft mehr im Hobby-Bereich, nicht hauptberuflich.

Was eine mögliche wissenschaftliche Laufbahn angeht, ist es doch ohnehin so, dass man sich in Deutschland mit einer Habil ohnehin noch mindestens ein weiteres Forschungsfeld erarbeiten muss, um inhaltlich breiter aufgestellt zu sein, so dass das Thema der Dissertation nicht das einzige Spezialgebiet bliebe, das man vorzuweisen hätte. So war es zumindest vor 10+ Jahren, ist das noch so? Ich bin, was das Universitäre angeht, nicht mehr so auf dem Laufenden.
Wierus
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Re: Thema vorgegeben?

Beitrag von Wierus »

caipirinha11085 hat geschrieben: 28.05.2021, 07:37 @Wierus: Ich kann nur für meinen Fachbereich sprechen und gerade nicht für deinen Fachbereich oder gar die von dir genannten Felder der Medizin, Mathematik, oder theoretische Physik. In meinem Fachbereich gibt es durchaus Themengebiete, die recht eindeutig nicht praxisrelevant sind und das wird sich in den nächsten fünf Jahren nicht ändern. Die Vermutung liegt aber nahe, dass sich derartige Themengebiete auch in anderen Disziplinen finden.
Ich habe Studienfächer und Forschungsfelder benannt, wo die möglichst rasche Umsetz- bzw. Verwertbarkeit von Forschungergebnissen eine gewisse Rolle für die Motivation hinter universitären Abschlussarbeiten spielen kann.

Würdest du mir also - mit Blick auf deinen eigenen Forschungsbereich - nicht darin zustimmen, dass sich innerhalb von vier bis acht Jahren sehr viel 'bewegen' kann zu einem Thema und eine ganze Forschungsrichtung schlagartig an (karriermäßiger, auch ökonomischer) Relevanz verlieren kann?

Wenn ja, was macht man dann, wenn sich die Hauptmotivation hinter einer weit fortgeschrittenen Dissertation in so einem Fall aus konkreten Verwertungsabsichten speist?

[Ich rolle das hier nur deshalb so auf, weil es im Zusammenhang mit der Frage des TE durchaus wichtig ist. Nichts für Ungut.]
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Re: Thema vorgegeben?

Beitrag von johndoe »

Wierus hat geschrieben: 28.05.2021, 14:55 Würdest du mir also - mit Blick auf deinen eigenen Forschungsbereich - nicht darin zustimmen, dass sich innerhalb von vier bis acht Jahren sehr viel 'bewegen' kann zu einem Thema und eine ganze Forschungsrichtung schlagartig an (karriermäßiger, auch ökonomischer) Relevanz verlieren kann?

Wenn ja, was macht man dann, wenn sich die Hauptmotivation hinter einer weit fortgeschrittenen Dissertation in so einem Fall aus konkreten Verwertungsabsichten speist?
Ich antworte mal stellvertretend.

Das Risiko gibt's ja immer bei mehrjährigen Dissertationen. Da kann sich ja der Wind im Fachbereich schon währenddessen drehen. Von den Forschungsergebnissen mal abgesehen, die natürlich irgendwann überholt sein können, finde ich gerade den Literature Review Teil nachhaltig spannend. Da gehts mir wie einem der Vorposter hier: ich schlage öfter mal in meiner eigenen Diss nach zu aktuellen Themen aus dem Job. Das ist schon ein cooles Gefühl.
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Re: Thema vorgegeben?

Beitrag von caipirinha11085 »

Wierus hat geschrieben: 28.05.2021, 14:55
caipirinha11085 hat geschrieben: 28.05.2021, 07:37 @Wierus: Ich kann nur für meinen Fachbereich sprechen und gerade nicht für deinen Fachbereich oder gar die von dir genannten Felder der Medizin, Mathematik, oder theoretische Physik. In meinem Fachbereich gibt es durchaus Themengebiete, die recht eindeutig nicht praxisrelevant sind und das wird sich in den nächsten fünf Jahren nicht ändern. Die Vermutung liegt aber nahe, dass sich derartige Themengebiete auch in anderen Disziplinen finden.
Ich habe Studienfächer und Forschungsfelder benannt, wo die möglichst rasche Umsetz- bzw. Verwertbarkeit von Forschungergebnissen eine gewisse Rolle für die Motivation hinter universitären Abschlussarbeiten spielen kann.

Würdest du mir also - mit Blick auf deinen eigenen Forschungsbereich - nicht darin zustimmen, dass sich innerhalb von vier bis acht Jahren sehr viel 'bewegen' kann zu einem Thema und eine ganze Forschungsrichtung schlagartig an (karriermäßiger, auch ökonomischer) Relevanz verlieren kann?

Wenn ja, was macht man dann, wenn sich die Hauptmotivation hinter einer weit fortgeschrittenen Dissertation in so einem Fall aus konkreten Verwertungsabsichten speist?

[Ich rolle das hier nur deshalb so auf, weil es im Zusammenhang mit der Frage des TE durchaus wichtig ist. Nichts für Ungut.]
Noch mal, für mir fachfremde Gebiete kann ich nicht sprechen. In meinem Gebiet ist es jedenfalls so, dass sich durchaus gewisse Prognosen treffen lassen, insbesondere gibt es durchaus Themen, die sehr theoretisch sind und im späteren Arbeitsalltag sehr wahrscheinlich keine Rolle mehr spielen werden. Ich traue TE durchaus zu, diese Überlegungen und die notwendigen Schlüsse daraus für das eigene Fachgebiet selbst anzustellen, sodass aus meiner Sicht das Thema nicht weiter breitgetreten werden muss.
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