Probleme eine Betreuung für eine externe Promotion zu bekommen

... und die Fragen, die sich davor und dabei ergeben.
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thilo38
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Re: Probleme eine Betreuung für eine externe Promotion zu bekommen

Beitrag von thilo38 »

Lieber Newhaven,
ich habe meinen Doktorvater (als Externer) auch per “Kaltakquise” gefunden, vorher hatte ich keinen Kontakt zu ihm. Ich bin dabei so vorgegangen wie Du. Wenn ich es recht lese, hast du bislang sechs Professor:innen angeschrieben. Ich würde thematisch nicht zu eng selektieren, denn du kannst nie wissen, ob sich ein Prof. nicht mehr für dein Thema interessiert als es seine/ihre Publikationsliste/die Lehrstuhlseite vermuten lässt (so war es bei mir). Ich wünsche Dir viel Erfolg!
LG Thilo

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PM31415
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Re: Probleme eine Betreuung für eine externe Promotion zu bekommen

Beitrag von PM31415 »

thilo38 hat geschrieben: 13.12.2020, 03:19 Lieber Newhaven,
ich habe meinen Doktorvater (als Externer) auch per “Kaltakquise” gefunden, vorher hatte ich keinen Kontakt zu ihm. Ich bin dabei so vorgegangen wie Du. Wenn ich es recht lese, hast du bislang sechs Professor:innen angeschrieben. Ich würde thematisch nicht zu eng selektieren, denn du kannst nie wissen, ob sich ein Prof. nicht mehr für dein Thema interessiert als es seine/ihre Publikationsliste/die Lehrstuhlseite vermuten lässt (so war es bei mir). Ich wünsche Dir viel Erfolg!
LG Thilo
Hier kann ich mich nur anschließen. Da ich den Master im Ausland gemacht habe, hatte ich keine Kontakte an deutsche Unis. Nach fertigstellung meines Exposés habe ich mich bei 5 Profs, bei denen es thematisch viele Übereinstimmungen gab, per Kaltaquise beworben und die immer gleiche Absage bekommen: "Thema grundsätzlich interessant, aber keine Kapazität" . Danach habe ich angefangen weiter zu streuen und mir ging es genau wie von Thilo beschrieben: laut Publikationsliste zwar nicht ganz passend, aber manche Profs waren interessiert ihr Forschungsfeld zu erweitern. Am Ende hatte ich 25 Bewerbungen, vier Gespräche und eine Zusage.

Darüber hinaus war meine Erfahrung, dass die Prioriäten der Prof sehr stark variieren. Für den einen ist ausschließlich der Notenschitt + Uni relevant, der andere schaut nur auf das Exposè. Daher kann ich dir nur raten: Bleib dran!

Viele Grüße
Patrick
drado
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Re: Probleme eine Betreuung für eine externe Promotion zu bekommen

Beitrag von drado »

Hallo,
ich würde dir auch raten mehr in die Breite zu gehen, themenverwandte Lehrstühle recherchieren und mehr Bewerbungen verschicken. Ich kann mich nicht mehr erinnern, wie viele Professoren ich angeschrieben hatte, aber es waren deutlichst mehr als 6 und hat sich über Monate gezogen. Für mich gefühlt war das in der gesamten Promotion die größte Hürde. Überwiegend bekam ich Absagen wie: betreue grundsätzlich keine Externen, keine Kapazität aber versuchen Sie es mal bei Hr. X, Thema interessant aber passt grad nicht so perfekt in mein Forschungsgebiet, sprechen Sie mich übernächstes Jahr wieder an etc. Und bei einem hat es dann eben gepasst! Ein gut ausgearbeitetes Expose und ein CV kommen gut an.
Viel Glück!
Vollkornpizza
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Re: Probleme eine Betreuung für eine externe Promotion zu bekommen

Beitrag von Vollkornpizza »

Hallo zusammen,

ich weiß zwar nicht, wie man die ineinander verschachtelten Zitate nocheinmal zitiert, aber ich habe auch noch eine Erfahrung beizutragen. Auch ich habe meine DM per "Kaltaquise" gefunden. Ich war beim Thema nicht flexibel (es musste genau dieses eine Thema sein, sonst hätte es mich gar nicht interessiert zu promovieren). Das Thema war aber in Deutschland nahezu unerforscht und deshalb lag es nicht direkt auf der Hand, wen man da am besten anspricht. Bei mir war es auch so, dass ich Bachelor und Master im Ausland gemacht habe (in zwei verschiedenen Ländern), sich mein Thema aber auf eine Situation in Deutschland bezog.

Ich bin so vorgegangen, dass ich Profs immer nur einzeln angeschrieben habe und mein Thema in einem Absatz beschrieben habe, aber kein Exposé mitgesendet habe, weil ich Angst vor Ideenklau hatte. Viele haben abgesagt, wenn jemand nicht angesagt hat, habe ich nach 4 Wochen geschrieben, dass ich das als Absage werte und jemand anderen anschreiben werde. Insgesamt hat dieser Prozess 1,5 Jahre gedauert. Ich habe es auch im Ausland versucht (an zwei Unis in UK habe ich mich sogar jeweils zwei Mal beworben, bei dem Zeitraum ist es ja auch möglich). Letztendlich bin ich aber froh, dass es an einem Lehrstuhl in Deutschalnd geklappt hat. Ich hatte Profs an dieser Uni zunächst nicht angeschrieben, weil sie für mein Fach keinen besonders guten Ruf hat. Aber eine Freundin hat mich ermutigt, indem sie gesagt hat, dass bei der Promotion weniger der Ruf der Uni eine Rolle spielt, als die Reputation der/des Profs. Das kann ich nur bestätigen. Der Name meiner DM hat mir im Laufe der Promotion Tür und Tor geöffnet, obwohl ich vorher noch nie etwas von ihr gehört hatte.

Zur Frage, was sind incentives für Profs, dich als externen zu nehmen: Ich wage zu behaupten, es ist eine Mischung aus altruismus/akademischem Geist und der Möglichkeit, durch deine paper an zusätzliche Publikationen auf einem neuen Forschungsfeld zu kommen. Ich weiß nicht, ob es in deinem Fach möglich und oder üblich ist, aber wenn du kumulativ promovieren kannst, würde ich es anklingen lassen. Kumulativ würde ich auch unabhängig vom "Akquiseproblem" immer empfehlen.

Viele Grüße und Frohe Weihnachten
VP
Zitationswolke
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Re: Probleme eine Betreuung für eine externe Promotion zu bekommen

Beitrag von Zitationswolke »

Ich würde dich auch ermutigen, die Suche breiter und ggf. auch etwas forscher anzugehen. Die meisten Profs haben viel zu tun und eine Anfrage zu einer externen Promotion hat da vermutlich nicht die höchste Prio.

Daher: Nachhaken und weitere Personen anfragen, am besten persönlich. Im Prinzip spielt dir Corona ein bisschen in die Hände, da niemand persönliche Sprechstunden abhält. D.h. Du musst nicht quer durch die Republik für schlimmstenfalls eine Absage/nicht hilfreiche Aussage reisen, sondern kannst einfach in die Videosprechstunde der ProfessorInnen gehen/per E-Mail anfragen, ob dies möglich ist. Oder einfach mal in den Sprechzeiten anrufen.

Ich würde im Zweifel immer die persönliche Kommunikation bzw. ein Gespräch wählen, da man durch Nachfragen in kurzer Zeit viele Infos und Hinweise bekommen kann (vs. einzeilige Absage via E-Mail, ggf. auch stark zeitlich verzögert). Auch wenn ihr nur 5-10 Minuten sprecht, wirst Du einen guten Eindruck, vll. auch zwischen den Zeilen, bekommen und im Idealfall viele Auskünfte über die Passgenauigkeit, Möglichkeiten usw. einholen können. Fachlich tiefe Gespräche auf Grundlage des Exposé kann man dann im Fall der Fälle immer noch später führen. Ich würde es als eine Art Sondierung des Feldes begreifen. Und falls es aus irgendwelchen Gründen bei der jeweiligen Person nicht klappt, immer nach einer persönlichen Einschätzung und Empfehlungen im Feld/Personen/anderen bekannten Möglichkeiten fragen. Profs sind auch nur Menschen und wenn klar wird, dass du passioniert bist, dich schon in das Thema eingearbeitet hast, ein Expose existiert usw., warum sollte man dir einen guten Hinweis und Hilfe verwehren. Die Aussagen muss man dann vll. nicht 100% glauben bzw. kritisch reflektieren (vll. schickt dich jemand zur missliebigen Konkurrenz oder sowas), aber jeglicher Input für zielgerichtetere Akquise hilft dir an dieser Stelle.

Wenn Du über die Passgenauigkeit deines Themas gehen willst, würde ich auch einfach mal AutorInnen von relevanten Papern anschreiben: Zugang über das Paper, Du hast es gelesen, interessierst dich total für die Forschung am Thema, willst dazu extern promovieren usw. und fragst dich, ob sie dir vll. helfen können, eine kurze Einschätzung zum Forschungsfeld / Forschungsprojekten beizusteuern. Im Gespräch kannst Du dann auch konkret nach weiteren möglichen Ansprechpartnern fragen. Im Normalfall wäre das eher etwas für den Smalltalk auf einer Konferenz, aber die gibt es ja nun auch nicht derzeit. Falls es virtuelle Konferenzen in deinem Gebiet gibt, kannst Du die natürlich ebenso nutzen.

Und auch wenn es bei deiner MA-Betreuerin thematisch nicht passt, kannst Du dort vielleicht auch einfach mal bei gleichem Vorgehen wie oben um eine Einschätzung fragen (sofern ihr Euch damals gut verstanden habt, Sie nett und hilfebereich ist, es ein positives Betreuungsverhältnis war usw). Das Vitamin-B der Profs sollte man nicht unterschätzen. Du kannst auch andere Profs fragen bei denen Du studiert hast. Wer weiß, welche Türen sich öffnen.

Je nachdem, was deine Timeline ist, würde ich auch Schlagwortsuchen zu deinem Thema einrichten (Google Alerts, Google Scholar, bei den jeweiligen Journals) um die Entwicklungen im Forschungsfeld auf dem Schirm zu behalten. Vielleicht entsteht zu deinem Thema irgendwo eine Forschungsgruppe, es gibt eine Konferenz, jemand aus der Forschung publiziert etwas populärwissenschaftliches dazu o.ä.

Viel Erfolg!
dr_superman
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Re: Probleme eine Betreuung für eine externe Promotion zu bekommen

Beitrag von dr_superman »

Nomen Nescio hat geschrieben: 12.12.2020, 17:44
Wierus hat geschrieben: 12.12.2020, 17:15 ...hierzulande werden jedes Jahr zigtausende Schüler wegen einer Abweichung von 0,1 vom erwarteten Notenschnitt an einem Besuch des Gymnasiums gehindert, ...
Worauf beziehst du dich? Etwaige Schulempfehlungen zum Abschluß Kl 4 Grundschule sind seit ca. 10 Jahren in keinem BL mehr bindend. Regelungen aus dem letzten Jahrtausend führen hier nicht weiter, einerlei, welches Argument du stützen wolltest. Jährlich zigtausende Eltern anzuführen, die wg. der o.a. angeführten Zentelnotendurchschnittsdifferenz auf ihr Wahlrecht verzichten, solltest du mit Quellenangabe belegen!
also hier in Bayern gilt immer noch die Notenregelung, was die Eltern wollen,
spielt keine Rolle. Gymnasium bis 2,33, Mittelschule ab 3,0.
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Re: Probleme eine Betreuung für eine externe Promotion zu bekommen

Beitrag von Nomen Nescio »

Eine eigenwillig verkürzte Interpreation von:
Von der 4. Jahrgangsstufe Grundschule:
Die Grundschule spricht eine Empfehlung aus, welche Schulart für das Kind in seiner derzeitigen Lebensphase angebracht ist. Die Grundschule zieht dafür die Gesamtdurchschnittsnote aus den Fächern Deutsch, Mathematik und Heimat- und Sachunterricht der 4. Jahrgangsstufe heran. Für den Übertritt auf das Gymnasium ist eine Durchschnittsnote von mindestens 2,33 erforderlich. Das über ein Schuljahr gezeigte Lern- und Leistungsvermögen des Kindes ist daher für die Übertrittseignung maßgeblich. Durch einen erfolgreich absolvierten Probeunterricht an der aufnehmenden Schulart kann ebenfalls die Eignung festgestellt werden.

Probeunterricht
Mit einem erfolgreich absolvierten Probeunterricht an der gewünschten Schulart kann auch eine Eignungsfeststellung erfolgen. Dabei werden in einem dreitägigen Probeunterricht die schriftlichen Aufgaben in den Fächern Deutsch und Mathematik zentral gestellt. In beiden Fächern werden auch mündliche Noten gebildet. Bestanden hat, wer in dem einen Fach mindestens die Note 3 und in dem anderen Fach mindestens die Note 4 erreicht hat.

Eltern entscheiden
Die Eltern können sich für einen Übertritt ihres Kindes entscheiden, wenn im Probeunterricht in beiden Fächern jeweils die Note 4 erreicht wurde.
Quelle https://www.km.bayern.de/umzug ( Webauftritt von "Bay. Staatsministerium für Unterricht und Kultus"
Ich werde mich in diesem Rahmen nicht weiter zu dieser Sozialselektion äussern, da dies am Thread-Thema vorbeigeht. ;)
Trollschutzerklärung: Ich halte mich aus threads mit erhöhtem Trollpotential heraus. Im Fehlerfall möge der Troll bitte "NEIN, ich bin nicht einverstanden." drücken.
dr_superman
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Re: Probleme eine Betreuung für eine externe Promotion zu bekommen

Beitrag von dr_superman »

ja, wahres Wort....
wir haben einige Kinder hier durch den Prozess der hier liebevoll "Grundschulabitur" genannten, tatsächlich Selektion, begleiten dürfen- deswegen der an die gestellte Anspruch in Kurzform....
der "Probeunterricht" ist übrigens ein semantischer Fehlschluss,
tatsächlich muss das Kind drei Tage Prüfungen absolvieren - reife Leistung mit 9.....
Ma89
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Re: Probleme eine Betreuung für eine externe Promotion zu bekommen

Beitrag von Ma89 »

Ich würde vielleicht telefonisch den Kontakt suchen, denn am Telefon kannst du deine Arbeit viel besser erklären und bemerkst, ob der DV oder die DM auch passen würde. Falls der Professor oder die Professorin dir eine Absage am Telefon erteilt, könntest du direkt nachfragen, ob sie dir noch andere Professoren empfehlen könnten. Viele Universitäten haben ja auch eine Promotionsgeschäftsstelle, an die könntest du dich eventuell auch mal wenden. Viel Erfolg weiterhin bei der Suche nach einer DM oder einem DV ;-)
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