Prädoc - (hypothetische) Entscheidungen

... und die Fragen, die sich davor und dabei ergeben.
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uczenik
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Re: Prädoc - (hypothetische) Entscheidungen

Beitrag von uczenik » 02.08.2020, 20:49

Cybarb hat geschrieben:
02.08.2020, 19:34
Anders gesagt: Ja, es ist möglich, über Forschung ein Leben zu finanzieren, aber eben nur, wenn man eine überdurchschnittliche wissenschaftliche Karriere einschlägt.
Ja, das is' in etwas das, was ich befürchte. *seufz*

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Paulchen
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Re: Prädoc - (hypothetische) Entscheidungen

Beitrag von Paulchen » 10.08.2020, 06:39

Wierus hat geschrieben:
02.08.2020, 04:13
uczenik hat geschrieben:
01.08.2020, 13:15
lässt sich meiner einer Stelle an einer Kaff-Uni eine "solide" wissenschaftliche Karriere aufbauen?
Natürlich nicht! Promotionen an deutschen Universitäten sind generell nicht dazu gedacht, wissenschaftliche Karrieren aufzubauen.

Entweder du gehst nach Harvard, Oxford, Princeton etc.pp., oder du versauerst dein Leben lang an einer deutschen "Kaff-Uni".

So schaut's aus und nicht anders!
Sorry, aber das ist Blödsinn: als wenn jeder, der in Deutschland in der Wissenschaft eine erfolgreiche Karriere hingelegt hat, vorher an den genannten Universitäten war. Da würde mich mal interessieren, wie du diese Behauptung belegen kannst. In meinem Fachbereich z.B. hat die Mehrheit aller ProfessorInnen eher an der Kaff-Universität (was immer das sein mag) promoviert, dann an einer anderen Kaff-Uni habilitiert und sitzt jetzt auf einen Lehrstuhl an einer weiteren Kaff-Uni.
Und man versauert da dann auch nicht, sondern leistet ganz normale Arbeit, die auch international anerkannt ist. Ich weiß auch nicht, ob z.B. Bonn oder Göttingen schon zu den Kaff-Unis zählen.

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Re: Prädoc - (hypothetische) Entscheidungen

Beitrag von Wierus » 10.08.2020, 13:22

Wer eine Promotion an einer deutschen Universität abgeschlossen hat, der kann im weltweiten Maßstab konkurrieren, angelsächsische sogenannte "Eliteuniversitäten" hin oder her.

Was also hier bei uns eine "Kaff-Uni" sein soll, ist mir noch nicht ganz schlüssig. Und wer dennoch unbedingt auch im deutschsprachigen Raum zur absoluten akademischen "Elite" zählen will, der geht halt an die LMU, nach Zürich oder -sofern Mediziner- nach Heidelberg (und letzteres ist immerhin ein echtes Kaff).

Naja, ich muss wohl in Zukunft öfter mit Smileys arbeiten, um Ironie deutlich genug zu kennzeichnen...

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Re: Prädoc - (hypothetische) Entscheidungen

Beitrag von Nomen Nescio » 10.08.2020, 14:16

Wierus hat geschrieben:
10.08.2020, 13:22
Was also hier bei uns eine "Kaff-Uni" sein soll, ist mir noch nicht ganz schlüssig. Und wer dennoch unbedingt auch im deutschsprachigen Raum zur absoluten akademischen "Elite" zählen will, der geht halt an die LMU, nach Zürich oder -sofern Mediziner- nach Heidelberg (und letzteres ist immerhin ein echtes Kaff).
... oder im Fall Mathe durchaus ins Kaff aller Käffer, Bonn. ;) In einzelnen Fächern gibt es bei den "Kaff-Unis" durchaus Peaks in den Definitiv_Nicht-Kaff-Bereich, nur um den Beitrag zuvor aufzunehmen. Zum perfekten akad. Lebenslauf reicht es aber wahrscheinlich nicht, die ideale Kombination für B.Sc.-Uni, M.Sc.-Uni, Diss-Uni und Habil-Uni vorweisen zu können. Wenn dann die Kita nicht passend war, war's das, und selbst "Kaff" wird eine Illusion bleiben.
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Re: Prädoc - (hypothetische) Entscheidungen

Beitrag von Paulchen » 10.08.2020, 23:20

Wierus hat geschrieben:
10.08.2020, 13:22

Naja, ich muss wohl in Zukunft öfter mit Smileys arbeiten, um Ironie deutlich genug zu kennzeichnen...
Und ich dachte, dass mir das immer nur passiert. Dann nehme ich meinen Einwand zurück, da wir wohl einer Meinung sind. Was nun aber eine Kaff-Uni ist, wüsste ich schon gerne.

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Re: Prädoc - (hypothetische) Entscheidungen

Beitrag von flip » 11.08.2020, 14:49

Wierus hat geschrieben:
02.08.2020, 04:13
uczenik hat geschrieben:
01.08.2020, 13:15
lässt sich meiner einer Stelle an einer Kaff-Uni eine "solide" wissenschaftliche Karriere aufbauen?
Natürlich nicht! Promotionen an deutschen Universitäten sind generell nicht dazu gedacht, wissenschaftliche Karrieren aufzubauen.

Entweder du gehst nach Harvard, Oxford, Princeton etc.pp., oder du versauerst dein Leben lang an einer deutschen "Kaff-Uni".

So schaut's aus und nicht anders!
Nochmal nen "So schaut's aus hinterher geschoben, dann muss es ja stimmen, wa? ;)
Ich wäre vorsichtig mit solchen Behauptungen, denn 1. ist die Situation an den amerikanischen Universitäten ähnlich schlecht (->ein Hauen und Stechen) und 2. muss man nicht vom Unvermögen der eigenen Uni/des eigenen Lehrstuhls auf alle anderen schließen.
Eine erfolgreiche wissenschaftliche Karriere war schon immer primär von der Stelle und dem Zugang zum Netzwerk abhängig und nicht vom Namen der Uni oder gar von den eigenen Fähigkeiten(!). Einzige Ausnahme bilden technische Fächer, die eine gewisse Ausstattung der Fakultät für die Promotion voraussetzen. Dadurch das wir in den letzten 20 Jahren einen immer größeren Wasserkopf an gutem Wissenschaftlern aufgebaut haben, wird die Uni selber immer unwichtiger. Denn die Leute wechseln ja zwecks Mangel auf eine Stelle "in der zweiten Reihe", was dazu führt, dass akademische Standards sich angleichen. Ich bin damals jedenfalls an meiner kleinen Uni mit Vollausstattung bis zur Habil ziemlich gut gefahren, während auf den Konferenzen zig Leute auf Stipendien im Graduiertendurchlauferhitzer ihr Leid geklagt haben. Aber hey, top Name auf der Urkunde.

War übrigens im Studium auch schon so.

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Re: Prädoc - (hypothetische) Entscheidungen

Beitrag von Wierus » 11.08.2020, 22:18

flip hat geschrieben:
11.08.2020, 14:49
Wierus hat geschrieben:
02.08.2020, 04:13
uczenik hat geschrieben:
01.08.2020, 13:15
lässt sich meiner einer Stelle an einer Kaff-Uni eine "solide" wissenschaftliche Karriere aufbauen?
Natürlich nicht! Promotionen an deutschen Universitäten sind generell nicht dazu gedacht, wissenschaftliche Karrieren aufzubauen.

Entweder du gehst nach Harvard, Oxford, Princeton etc.pp., oder du versauerst dein Leben lang an einer deutschen "Kaff-Uni".

So schaut's aus und nicht anders!
Nochmal nen "So schaut's aus hinterher geschoben, dann muss es ja stimmen, wa? ;)
Siehe oben:
Wierus hat geschrieben:
10.08.2020, 13:22
ich muss wohl in Zukunft öfter mit Smileys arbeiten, um Ironie deutlich genug zu kennzeichnen...
:mrgreen:

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Re: Prädoc - (hypothetische) Entscheidungen

Beitrag von uczenik » 12.08.2020, 16:38

Wierus hat geschrieben:
10.08.2020, 13:22
Naja, ich muss wohl in Zukunft öfter mit Smileys arbeiten, um Ironie deutlich genug zu kennzeichnen...
Ehm,... ja. Also ich bin eigentlich wirklich gut mit Ironie, aber diesmal kam's wirklich nicht rüber (und so ging's offenbar nicht nur mir).

"Kaff"-Uni = Deutsche Stand mit weniger als ... sagen wir mal 500 000 Einwohner. In diesem Fall sind's um die 60 000 herum. V.a. geht's aber mehr darum, dass ich in meinem Fach noch nie von der Uni gehört hab'. Also kenn' keine Publikation von der Uni und hab' von keinem der Mitarbeiter dort je gehört. Heißt nicht, dass die nicht trotzdem wichtig ist - after all hab' ich einfach nur ein Masterstudium hinter mir.

Ich brauch' eben keine "Elite-Laufbahn", sondern mag halt einfach nur Forschung machen. Wenn ich einer derer bin, deren Publikationen bestensfalls aus Mitleid von ihren akademischen Freunden und in einer Proseminararbeit eines Zweisemesters dann ... okay, gut, das wäre schon ein bisschen traurig. Aber ich brauch' halt einfach kein Rockstar sein.

Hat sich aber eh erübrigent: Kaff hat mir 'ne Absage erteilt und das Vorstellungsgespräch in Berlin lief nicht so gut, was mich extrem ärgert, weil ich deutlich bessere Chancen hatte, als ich dachte und die Stelle deutlich besser war als ich dachte. Ich habe mich da vor einer gefühlten Exigkeit beworben und dachte, es wäre eine Projektstelle - dabei war es eine Dissertationsstelle, und thematisch habe ich mir auch nichts mehr überlegt (weil ich auch dachte, dass das durch die Stelle vorgegeben ist). Zwischen dem Prof. und mir hat's eigentlich echt gut gefunkt, wir haben viele gemeinsame Bekannte (z.B. den Betreuer meienr Masterarbeit oder den Prof. für den ich im Witner ein Seminar am meienr Heimatuni übernehme) und ich bin mir sicher, dass er mich fachlich für kompetent genug gehalten hat.
Aber sowie's um die Stelle konkret ging, hab' ich ziemlich klar den Eindruck vermittelt, dass ich keine Ahnung hab', worauf ich mich da überhaupt bewerbe und keinen Finger gerührt hab', um mir auch nur irgendwas über überlegen, was diese Stelle inhaltlich betrifft. Super geile Stelle bei einem Prof., mit dem die Chemie stimmt, und dann versaut, weil ich mir keine Mühe gegeben hab'. :oops:

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Re: Prädoc - (hypothetische) Entscheidungen

Beitrag von Wierus » 12.08.2020, 21:47

uczenik hat geschrieben:
12.08.2020, 16:38
Ich brauch' eben keine "Elite-Laufbahn", sondern mag halt einfach nur Forschung machen. Wenn ich einer derer bin, deren Publikationen bestensfalls aus Mitleid von ihren akademischen Freunden und in einer Proseminararbeit eines Zweisemesters dann ... okay, gut, das wäre schon ein bisschen traurig. Aber ich brauch' halt einfach kein Rockstar sein.
Was für Gedanken manch einen auf der Suche nach einer Promotionsmöglichkeit umtreiben... wirklich erstaunlich!

[keine Ironie]

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