Einreichung ohne Betreuer

... und die Fragen, die sich davor und dabei ergeben.
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Kapitaen
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Einreichung ohne Betreuer

Beitrag von Kapitaen »

Gudde Moien zusammen,

eine Frage: Hat jemand aus der Gruppe hier Erfahrung oder Information über Beispiele, bei denen der Doktorand ohne Betreuer, bzw. Betreuungsverhältnis eingereicht hat.
Vor über einem Jahr habe ich nach xxx-maliger Zuarbeit (jede Menge sehr zeit- und Kosten aufwändiger Recherchen) den potenziellen Betreuer-DV-Interessenten per e-mail nach einem schriftlichen Betreuungsverhältnis gefragt. Daraufhin bekam ich zur Antwort "...ich hätte falsche Vorstellungen und...ich beende hiermit die Zusammenarbeit". Inzwischen habe ich meine sehr Recherche aufwändige Arbeit fast fertig (rd. 600 tsd. Zeichen plus > 100 tsd. Zeichen Anhänge, die aber das "Herzstück" sind).
Nächste Frage: Würdet Ihr ohne Betreuungsvereinbarung einreichen oder es nochmals beim Prof. versuchen, ein schriftliches Betreuungsverhältnis zu bekommen? Da wäre ich an Eurer Meinung interessiert.
Einreichen werde ich nach jahrelanger Arbeit so oder so, ob mit oder ohne Betreuungsverhältnis.
Aber wenn eines besteht, ist das Risiko der Kritik und negativen Beurteilung geringer.
Dritte Frage: Habt Ihr besondere Ideen, wie ich den Prof., der ja an meinen Zuarbeitungen und Informationen sehr lange sehr interessiert gewesen war, am besten ansprechen und überzeuge? Per e-mail, per Telefon, gar um persönliches Gespräch bitten?
Dankeschön für Eure Antwort im voraus.
Heinrich
daherrdoggda
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Re: Einreichung ohne Betreuer

Beitrag von daherrdoggda »

Gab es keine Vereinbarungen bei der Annahme an der Fakultaet? Keine TAC meetings?
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Re: Einreichung ohne Betreuer

Beitrag von Wierus »

Kannst du nicht eventuell das Gespräch mit einem Vetrauensdozenten oder dem Dekan suchen?

Wenn deine Uni es nicht vorsieht, dass Dissertationen auch ohne Angabe von Betreuern und Gutachtern eingereicht werden, dann wird es vermutlich schwierig. Dazu kommt, dass man ja meist eine aktuelle Promotionsbescheinigung und die unterschriebene Einwilligung des Gutachters zum offiziellen Einreichen benötigt.

An deiner Stelle würde ich all das zunächst abklären, bevor du noch mehr Kraft in das Vorhaben investierst. Am Ende wäre es vielleicht besser, dich erst einmal nach einem Ersatzbetreuer umzusehen.
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Re: Einreichung ohne Betreuer

Beitrag von Kapitaen »

Hai,
erst mal Danke für Deine Antwort.
Meine Strategie ist, ihm ein e-mail zu schicken...,daß meine Arbeit demnächst fertig ist und ich gerne
mit einem Betreuungsverhältnis einreichen würde, und daß ich ihm die Arbeit ja "informell" vorher geben könnte,
um seine Änderungen und Wünsche noch einzuarbeiten.
Geht er drauf ein, o.k.,
geht er nicht drauf ein, dann beantrage ich die Zulassung und reiche ich auch ein.
Dann bin ich halt mal auf die "Wunderkiste"-Antwort gespannt, Zulassung ja oder nein.
Wenn nein, dann veröffentliche ich auch sowieso.
"Ersatzbetreuer" gibt es leider keinen, weil das Thema sehr speziell ist.
H


t einmal nach einem Ersatzbetreuer umzusehen.
[/quote]
Wierus
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Re: Einreichung ohne Betreuer

Beitrag von Wierus »

Kapitaen hat geschrieben:
27.06.2020, 11:01
Meine Strategie ist, ihm ein e-mail zu schicken...,daß meine Arbeit demnächst fertig ist und ich gerne
mit einem Betreuungsverhältnis einreichen würde, und daß ich ihm die Arbeit ja "informell" vorher geben könnte,
um seine Änderungen und Wünsche noch einzuarbeiten.
Ja, das klingt vernünftig. Viel Erfolg!
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Re: Einreichung ohne Betreuer

Beitrag von teilchenphysik196 »

Wie sieht denn die Prüfungsordnung aus? Die und nichts anderes zählt. Ich würde da auf kein E-Mail setzen! An meiner Uni muss man einen Vertrag abschließen mit den Betreuern. Darin steht z.B. auch, wie lange die brauchen dürfen für die Korrektur. Wie soll ein Promotionsverfahren aussehen ohne Betreuer?? Wer übernimmt die Bewertung der Diss? Wer erteilt Druckreife? Mit wem sitzt Du in der Disputation? Promotion ohne Doktorvater/mutter. Also ich weiß nicht. Das klingt alles recht ulkig. Ich würde mich da formell absichern.
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Re: Einreichung ohne Betreuer

Beitrag von praktikum »

teilchenphysik196 hat geschrieben:
14.09.2020, 13:09
Wie sieht denn die Prüfungsordnung aus? Die und nichts anderes zählt. Ich würde da auf kein E-Mail setzen! An meiner Uni muss man einen Vertrag abschließen mit den Betreuern. Darin steht z.B. auch, wie lange die brauchen dürfen für die Korrektur. Wie soll ein Promotionsverfahren aussehen ohne Betreuer?? Wer übernimmt die Bewertung der Diss? Wer erteilt Druckreife? Mit wem sitzt Du in der Disputation? Promotion ohne Doktorvater/mutter. Also ich weiß nicht. Das klingt alles recht ulkig. Ich würde mich da formell absichern.

Ich gehe darauf ein, weil ich solche Fälle wie den des TE kenne. Aus unterschiedlichsten Umständen kann es sich ergeben, dass einzelne Menschen auf Verdacht promovieren. Sie haben keinen Doktorvater oder Betreuer. Dafür gibt es viele Gründen, z.B. fehlende Qualifikation, Alter, eingeschränkte soziale Fähigkeiten, Wahnvorstellungen, usw.. Manche Menschen sind einfach nur begrenzt kritikfähig und möchten ihr fertig geschriebenes Thema einfach verkaufen. Dann war beim Prozess aber kein Betreuer dabei und niemand kann das nachvollziehen, was u.a. zu Betrugsverdacht führen kann.
Ich sage hier übrigens nicht, dass jede unbetreute Forschungsarbeit in Richtung Promotion qualitativ schlecht sein muss. Nur ist es für Professoren sehr unattraktiv, sich auf solche Kandidaten "rückwirkend" einzulassen, weil da sehr wahrscheinlich ein Schiffsladung an Problemen hinterher kommt. :( So etwas kostet Zeit und daher wird schnell abgewimmelt.

Die entsprechenden Menschen ohne Betreuer nehmen das teilweise gar nicht als Problem wahr. Sie setzen sich z.B. in Seminare und fangen plötzlich an "ihr" Promotionsthema zu diskutieren. Das mag im Einzelfall nicht einmal direkt auffallen. Eventuell kommt es da sogar zu Gesprächen oder man erhält Tipps. Nur wird der entsprechende Lehrstuhl sehr zurückhaltend reagieren, wenn der Teilnehmer des Seminars plötzlich für seine (in seinen Augen) fertige Doktorarbeit den entsprechenden Prof als Doktorvater möchte.

Der hier beschriebene Weg über den Dekan passt übrigens nicht zu Promotionen, sondern der ist für Studierende der Fakultät gedacht. Es gibt Studenten, die ihre Scheine zusammen haben und keinen Betreuer für eine Bachelor oder Masterthesis finden. Der Weg über den Dekan dient dann quasi als Notmaßnahme, damit es am Schluss nicht daran scheitert, dass jemand Schwierigkeiten hat einen Betreuer zu finden.
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Re: Einreichung ohne Betreuer

Beitrag von donkeydoeshisphd »

Sieht die Promotionsordnung überhaupt vor, dass du ohne Betreuer/in einreichen kannst? In meinem Fall musste mein Doktorvater unterschreiben, dass ich überhaupt abgegeben durfte. Hinzu kam, dass ich die Arbeit anmelden musste, wozu ebenfalls seine Unterschrift erforderlich war. Das wäre also meine erste Idee: Promotionsordnung checken - was schreibt diese denn dazu?

Wenn du da alleine nicht weiterkommst, dann würde ich mit dem Prüfungsamt, alternativ: Graduate School, wenn es so etwas bei euch gibt, sprechen. Da gibt es doch normal jemanden, der für Promovierende zuständig ist und die Formalia kennt.

Ich vermute aber, es bleibt dir nichts anderes üblich, als bundesweit Profs "abzuklappern" und dich um eine Betreuung zu bewerben, was natürlich auch eine grundständige Überarbeitung der Diss bedeuten kann und recht wahrscheinlich auch wird, denn die Arbeit ist ja nicht abgestimmt bzgl. Fragestellung, Methodik etc.. Dein potentieller DV scheint ja bereits recht eindeutig abgelehnt zu haben, da würde ich keine Energie verschwenden.
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