Wissenschaftliche Stellensuche und Promotion bei hässlichem Lebenslauf?

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uczenik
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Re: Wissenschaftliche Stellensuche und Promotion bei hässlichem Lebenslauf?

Beitrag von uczenik »

Grounded hat geschrieben: 03.06.2020, 17:25 Solche Stellen bzw. die überbordende Mitarbeit können eine Promotion ebenfalls verlängern.
Yah, kenn' das von meiner Freundin. 10 von 40 Wochenstunden sind offiziell für ihre Diss. gedacht. Sie macht etwa 45 Stunden ihre Arbeit, und die 10 Stunden für die Diss kann sie sich "für die Vorlesungsfreie Zeit aufheben" (also irgendwie die Zeit, in der sie ihre Überstunden wieder abbaut und ihren Urlaub nimmt).
Ein anderer Punkt scheint mir zu sein, dass manche Profs (ungeschriebene) universitäre Spielregeln sehr ernstnehmen. Eine Betreuung ohne Exposé, Literaturliste oder zumindest eine Fragestellung anzufragen, stellt für manche Lehrende ein absolutes No Go dar. Deshalb rate ich dir: Wenn du dich für die Promotion entscheidest und die Betreuungsperson dich nicht kennt, dann schreib dieses Mal ein Exposé, bevor du dich vorstellst.
Hm,... ich werd's beherzigen bzw. versuchen, vorher herauszufinden, wie das der Prof. sieht. Würdest du bei einer Stelle, die eine Forschungsskizze verlangt eher empfehlen, (m)eine mehr oder weniger konkrete Skizze zu nehmen, auch wenn sie nicht zur Stelle passt, oder hältst du es für klüer die die jeweilige Stelle, auf die ich mich bewerbe eine extra Forschungsskizze zu schreiben, die dann halt selbstverständlich nicht so gut ausgerbeitet ist, aber besser zur Stelle passen könnte?
Oder wäre es eine sinnvolle Vorgehensweise - wenn ich eh mehrere Forschungsinteressen habe - zwei oder drei Themen einmal so weit zu verfolgen, dass ich vorläufige Ideen zusammenschreiben kann, und je nach Stelle kann ich dann eine von den dreien für meine Bewerbung nutzen (die, die am besten passt)?

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Grounded
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Re: Wissenschaftliche Stellensuche und Promotion bei hässlichem Lebenslauf?

Beitrag von Grounded »

uczenik hat geschrieben: 03.06.2020, 18:16 Würdest du bei einer Stelle, die eine Forschungsskizze verlangt eher empfehlen, (m)eine mehr oder weniger konkrete Skizze zu nehmen, auch wenn sie nicht zur Stelle passt, oder hältst du es für klüer die die jeweilige Stelle, auf die ich mich bewerbe eine extra Forschungsskizze zu schreiben, die dann halt selbstverständlich nicht so gut ausgerbeitet ist, aber besser zur Stelle passen könnte?
Oder wäre es eine sinnvolle Vorgehensweise - wenn ich eh mehrere Forschungsinteressen habe - zwei oder drei Themen einmal so weit zu verfolgen, dass ich vorläufige Ideen zusammenschreiben kann, und je nach Stelle kann ich dann eine von den dreien für meine Bewerbung nutzen (die, die am besten passt)?
Ich würde empfehlen, dir zu überlegen, mit welchem Thema du dich sechs Jahre oder mehr auseinandersetzen willst und kannst, ohne die Flinte ins Korn zu werfen. Ein Thema allein vor dem Hintergrund äußerer Anreize zu entwickeln - das mag dir evtl. eine Stelle einbringen, kann dich aber auch entnervt aufgeben lassen, weil deine Motivation nicht tragfähig ist.
Wenn du dein Exposé unbedingt an die Bewerbung für eine Stelle knüpfen willst, wirst du dich zuvor sowieso auf einen Gegenstand, ein bestimmtes Feld o. ä. festlegen und dir Wissen dazu anlesen. Ein Exposé kann man nicht aus dem Stand heraus schreiben, dazu braucht es Monate. Aus meiner Sicht ist die dritte Strategie zwar vielversprechender als die anderen beiden, aber auch sehr zeit- und arbeitsaufwendig. Die erste Strategie halte ich nicht für sonderlich aussichtsreich, aber das kommt auf die Bewerber*innenlage und die Projektleitenden an.
mantor
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Re: Wissenschaftliche Stellensuche und Promotion bei hässlichem Lebenslauf?

Beitrag von mantor »

Ich räume jetzt einmal alle Skepsis beiseite, die ich, wie viele andere hier, gegenüber dem Projekt Promotion in Deinem Fall habe.

Du hast nach praktischen Tipps für die Bewerbung gefragt. Dazu gab es schon Hinweise, ich füge noch zwei hinzu:

1. Ein Exposé mit Literaturverzeichnis, aus dem ein Projekt ersichtlich wird, ist in den meisten Fällen Voraussetzung. Keine schnelle Idee, sondern ein Projekt. Das heißt nicht, dass alles schon fertig sein muss, aber aus dem Exposé und dem vielleicht folgenden Gespräch muss klar werden, dass Du die Sache durchdacht hast.

2. Du musst in Deinem Anschreiben Dein "Problem" thematisieren. Mal aus Sicht eines Betreuers gesprochen: Du willst unbedingt auf eine Projektstelle. Gelder für Projekte fließen für einen bestimmten Zeitraum, bis dahin müssen Projekte beendet sein. Ich wäre als Projektleiter sehr vorsichtig, jemanden einzustellen, der sich bisher offensichtlich schwer getan hat, Dinge zügig zu einem Ende zu bringen. Es mag ja sein, dass Du Diskussionen magst, aber bei einem Projekt muss am Ende der Laufzeit was abgeliefert werden, will Dein Chef oder Deine Chefin es sich nicht mit dem Geldgeber verderben. Deshalb ist es wichtig, dass Du im Anschreiben kurz und präzise erläuterst, wo die Probleme lagen. Was Du hier berichtet hast (Interesse schnell verloren, etc.) eignet sich dafür nicht, der Hinweis, dass Du eingebunden in ein Team besser und zielstrebiger arbeitest, hingegen schon.

3. Aus dem bei Punkt 2 Geschriebenen folgt: Ich sehe nicht, dass Deine Chancen auf eine Projektstelle größer sind als auf eine reguläre Mitarbeiterstelle. Das Gegenteil ist m.E. eher der Fall.

4. Doofer Punkt, muss aber genannt werden: Falls Du Dich schriftlich bewirbst, lass' jemanden drüber schauen. Klar, das hier ist nur ein Forum und man kann schreiben, wie man will. Aber Deine Beiträge sind durchsetzt mit orthographischen und grammatikalischen Fehlern, das kann einem schon beim Anschreiben das Genick brechen.
uczenik
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Re: Wissenschaftliche Stellensuche und Promotion bei hässlichem Lebenslauf?

Beitrag von uczenik »

mantor hat geschrieben: 03.06.2020, 19:39Was Du hier berichtet hast (Interesse schnell verloren, etc.) eignet sich dafür nicht, der Hinweis, dass Du eingebunden in ein Team besser und zielstrebiger arbeitest, hingegen schon.
Cooles Framing, zu sagen unter welchen Bedingungen ich deutlich besser arbeite. Danke dir. :)
uczenik
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Re: Wissenschaftliche Stellensuche und Promotion bei hässlichem Lebenslauf?

Beitrag von uczenik »

Hat jetzt keinen großen Wert, aber ich muss einfach mal jubeln. Es ist nichts Besonderes, aber ich habe immerhin einen Lehrauftrag an meiner Heimatuni bekommen. :D Yey! Hat nichts mit einer wissenschaftlichen Stelle zu tun, aber immerhin ist es mal irgendwas auf der Uni.

Für die Stelle habe ich mich allerdings nicht beworben - ich wurde auf Empfehlung hin angeschrieben. Ich weiß schon, dass nicht selten Stellen ausgeschrieben werden, die inoffiziell schon vergeben sind, aber es ist ein kleinwenig frustrierend, dass die einzige Stelle, die man bekommt, eine ist, für die man sich gar nicht beworben hat. :roll: Jedenfalls bin ich jetzt einwenig zuversichtlicher; und eine der Absagen, war irgendwie so freundlich formuliert, dass ich mich zwar geärgert habe (die wäre echt schön gewesen - Assistenzstelle für 3-4 Jahre auf einer Schweizer Uni), aber die mich gleichzeitig irgendwie motiviert hat, dass es nicht vergeblich ist. Ich will ja noch dazu das Spezialgebiet wechseln, was es nochmal schwerer macht - da ist der Lehrauftrag super, weil er immerhin in dem Fach ist, in das ich wechseln will. :blume:
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