Angst vor Disputation

... und die Fragen, die sich davor und dabei ergeben.
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flip
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Re: Angst vor Disputation

Beitrag von flip » 24.06.2019, 18:01

Kannst du einmal genau erläutern, was genau das Problem ist?
Du bist doch mit "cum laude" und "rite" benotet?


Ich kann dir auf jeden Fall prophezeien, dass du die nächsten 50 Jahre unglücklich sein wirst, wenn du es jetzt nicht versuchst.

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Re: Angst vor Disputation

Beitrag von Phia123 » 25.06.2019, 08:03

Da du den ersten Termin abgesagt hast, bist du in der Pflicht dich nun bei deinem DV zu melden.
Hast du die Möglichkeit dir 2 Wochen frei zu nehmen? Die Vorbereitung der Dispu in Vollzeit ist nicht soooo aufwändig. Ich habe 2-3 Wochen gebraucht.
Ich hatte außerdem die Möglichkeit den Vortrag vorab meinem DV vorzutragen und er hat mit Fragen zum Thema dann auch die Dispu simuliert. In der Dispu selbst war ich erstaunlich entspannt. Ein paar Atemtechniken helfen auch immer.
Melde dich bei deinem DV! Frag ihn doch, ob es nicht auch möglich wäre, dass du deinen Vortrag probehalber vorab hältst. Erkläre ihm, dass du dir Sorgen machst.
Meiner Erfahrung nach sind die Noten bei mündlichen Prüfungen immer besser als bei Schriftlichen. Es kann nachgehakt werden, wenn ein Punkt unklar geblieben ist. Wenn man eine Frage nicht verstanden hat, kann man nachfragen.
Du schaffst es sicher!
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Re: Angst vor Disputation

Beitrag von teilchenphysik196 » 25.06.2019, 11:37

Hallo Krissy,

wie war das mit dem Krone richten und weiter geht's? Wenn ich das so lese - Du bist eine sehr erfolgreiche, berufserfahrene, tolle, taffe, coole, famose Frau. Und nun kommen irgendwelche Hansel aus der Uni daher und verhageln Dir die Stimmung mit ihren Gutachten. Nicht nur das! Sie schaffen es, dass Du Dich klein und idiotisch fühlst, so klein, dass Du gar nicht mehr antreten willst zu Deiner Prüfung. Jetzt gib Dir einen Ruck und vereinbare einen Termin für die Disputation. So schlimm ist das nicht! Da sitzen zwei bis drei dieser Elfenbeinturmbewohner und stellen komische Fragen. Mehr passiert da nicht. Ich bin in ähnlicher Lage wie Du - berufstätig und nicht ganz erfolglos. Ich hab mir einfach gesagt - Ihr Hansel, was wollt Ihr von mir. Die eigentliche Leistung ist schon erbracht. Und nach der Note fragt doch eh niemand mehr - aber Du schleppst diese zwei netten Buchstaben heim. Die machen sich so super auf der Prinzessinnenkrone! Ich kann Dir sagen. Und noch eine Anekdote zu Gutachten - meine Zweitgutachterin hat meine Diss um eine halbe Note abgewertet, weil ich an unbedeutender Stelle wenige Zeilen eines Texts zitiert habe, den sie für unglaubwürdig hielt. Es ging um eine Beschreibung einer Kantine einer Wissenschaftsinstitution. Ich fragte in der Nachbesprechung, wann denn die Gutachterin zum letzten Mal an dieser Institution gewesen sei und selbst beobachtet hatte, wie es in der Kantine zugeht. Wie sich herausstellte, war die Gutachterin noch nie vor Ort. Aber ins Gutachten schreiben "was Autor X über die Kantine der Institution schreibt, ist falsch." Lächerlich. Unberücksichtigt blieb im Gutachten dagegen, dass ich für die am aufwändigsten zu prüfende These meiner Diss eine eigene Methode entwickelt hatte.

So, genug geredet - wann rufst Du den Prof an? :D

Liebe Grüße, Kopf hoch und berichte mal!

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Re: Angst vor Disputation

Beitrag von Nomen Nescio » 25.06.2019, 12:10

Moin, Krissy!
Noten sind Glücksache! Sagt jemand, der mit summa raus kam. Sagt jemand, der weiss, dass ein Teil der Note der Tatsache geschuldet/gedankt war, dass die Diss über ein Drittmittelprojekt lief und niemand dem Sponsor den Eindruck vermitteln wollte "Zu mehr hat dein Geld nicht gereicht."
Mein Rat ist der, nicht zurückzublicken, sondern nach vorn! Niemanden interessiert, ob du die Diss neben deinem Job oder auf einer vollen Stelle an der Uni geschrieben hast. Niemanden interessiert, ob du die jüngste SA im BL, in gesamten Bundesgebiet oder wo auch immer warst. Niemanden interessiert, ob die Betreuung deiner Diss gut oder nicht erwähnenswert war. Oh, fast vergessen: Niemanden wird die Zensur interessieren! Auch alle Arbeit die du in den letzten Jahren in die Diss gesteckt hast, interessiert niemanden! Sei du nicht die Einzige, die sich deswegen verrückt macht. Du kannst nichts mehr daran ändern!
BTW hast du den 1. Termin abgesagt, also kümmere dich um einen neuen Termin. Schieb dies nicht auf deinen DV. Du bist akzeptabel vorzensiert, also geh in die Disp, lass dich zur Not vorführen, und hol dir die verfluchten 2 Buchstaben und den Punkt fürs Türschild!
Oder vergiss die Aktion, aber dann sei so ehrlich zu dir und schieb nichts auf damalige Betreuung und/oder unpassenden Zweitgutachter, den Job oder was auch immer. Wenn du kneifen willst, dann kneif! Nur solltest du dir eingestehen, dass es Kneifen ist und keine Verschwörung böser Mächte, der du zum Opfer gefallen bist.
3 Jahre Diss plus 2 Jahre Warten wegzuwerfen wegen 45 min Disputation, klingt zumindest unverhältnismässig, oder? Also hol dir den Termin, zieh das durch und gut ist. ;)
Zum Schluss möchte ich noch meinen "Niemand"-Kanon aufgriefen: Niemanden wird interessieren, wie du du die Disp gekommen bist! ;)
Wo ist denn die Datei mit den Sinnsprüchen? *such*wühl*stöber AH, hier: "Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft hat bereits verloren!"
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Re: Angst vor Disputation

Beitrag von caipirinha11085 » 25.06.2019, 12:20

Deine Kollegen wussten keinen so rechten Rat? Ich kann mir fast nicht vorstellen, dass die beide gesagt haben "och du, kurz vor dem Ziel abbrechen und nicht hingehen hat auch seine Vorteile!"

Mein Rat (und ich bin überrascht, dass deine Kollegen das scheinbar nicht ähnlich sehen): Ruf deinen DV an oder schreib ihm eine Mail. Nimm dir eine Woche frei, lies deine Diss noch einmal durch, mach einen schönen Vortrag und hol dir den Doktorgrad.

Und nur nebenbei: Ich kenne überhaupt keine Juristen, die ihre Disputation nicht neben einem Beschäftigungsverhältnis oder Ref durchgezogen haben. Was immer dir von wem-auch-immer als erstrebenswerteren Weg geschildert wurde, du solltest dich davon nicht verunsichern lassen. Ich persönlich hätte jedenfalls nicht meinen Berufsstart weiter als nötig nach hinten verschieben wollen und du offenbar auch nicht.

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Re: Angst vor Disputation

Beitrag von Jamilyn » 11.09.2019, 14:44

Hei du, liest du hier noch mit? Wie ging's weiter bei dir und deiner Arbeit?

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Re: Angst vor Disputation

Beitrag von Evenever224 » 12.09.2019, 16:01

Naja ich trage alles andere als gerne vor, aber bei mir gibt es quasi in jedem Modul 2 Präsentationen zu halten und die Masterthesis natürlich ist auch zu verteidigen. Man gewöhnt sich dran. Seltsamerweise fühle ich mich beim Vortragen auf englisch sicherer.

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