Lehrauftrag Gehalt?

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teilchenphysik196
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Re: Lehrauftrag Gehalt?

Beitrag von teilchenphysik196 » 23.05.2019, 16:14

Hallo Djelan,

nein, es waren keine wissenschaftlichen Bewerbungen, für die ich meine Lehrerfahrung eingebracht habe, sondern in der Industrie. Die Lehrtätigkeit war allerdings sehr praxisbezogen und passte 100% zu meiner beruflichen Tätigkeit. Arbeitgeber interpretierten Lehrtätigkeit immer als Nachweis besonderer Fachkompetenz.

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flip
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Re: Lehrauftrag Gehalt?

Beitrag von flip » 24.05.2019, 15:17

Mir wurden damals 65€ (45) mit (ohne) Promotion angeboten. Private FH mit vielen Standorten in (großen) deutschen Städten.

Sebastian
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Re: Lehrauftrag Gehalt?

Beitrag von Sebastian » 28.05.2019, 20:18

Ich hatte mal aufgeschnappt, dass sich die Stundensätze bei vielen öffentlich-rechtlichen Einrichtungen (keine Universitäten, aber Fachhochschulen und kommunale Bildungsträger) am Stundensatz für Mehrarbeitsvergütungen des höheren Dienstes (für NRW z B hier) orientieren, aber im Unterrichtsbereich gern mal auf 45 Minuten heruntergerechnet werden.
Ich habe es eine Zeitlang gemacht, aber Aufwand und Ertrag standen so fürchterlich außer Verhältnis, dass ich es drangegeben habe. Ich erinnere mich noch lebhaft an einen Juli, in dem ich für ein paar Euro unter Zeitdruck an meinen Urlaubstagen auch noch irgendwelche Klausur-Korrekturen bei brütender Hitze im Dachboden-Arbeitszimmer erledigen musste und habe mir geschworen, mich nie wieder derart unter Wert zu verkaufen.

Sebastian

P.S.: Inzwischen bekomme ich immer mal wieder Angebote, auf irgendwelchen privatwirtschaftlichen Fortbildungsveranstaltungen als Referent aufzutreten (sozusagen mein Hauptfach für Menschen, die damit beruflich im Nebenfach zu tun haben). Dort könnte ich 800 EUR für einen einstündigen Vortrag bekommen, den ich mir inhaltlich in zwei, drei Stunden aus dem Ärmel schütteln könnte - ich glaube, der private Fortbildungssektor ist wirtschaftlich viel attraktiver...

teilchenphysik196
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Re: Lehrauftrag Gehalt?

Beitrag von teilchenphysik196 » 19.06.2019, 17:45

Mir ging es wie Sebastian. ich habe das Handtuch geworfen, als in einer Versammlung der Lehrbeauftragten der Rektor lobte, wie wenig wir doch kosten würden - "danke, dass Sie auf diese Weise unseren Lehrbetrieb aufrecht erhalten." Ich kenne im übrigen auch den Fall, dass eine Uni einem Lehrbeauftragten gar nichts gezahlt hat. Dieser war Rentner, eventuell dachte man, mit dem kann es machen …

Henry8425
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Re: Lehrauftrag Gehalt?

Beitrag von Henry8425 » 20.06.2019, 13:58

Ich hab das 3 Semester lange gemacht, für 25,-€ die SWS (die 25,- gelten übrigens bei uns für jede Qualifikationsstufe, sprich Dipl., Dr. und Habil.).
Es ist eine gute Erfahrung, die man während der Promotionszeit mal machen sollte. Aber letztendlich stehen Aufwand und Vergütung in keinem Verhältnis (zumal, wenn man nicht vor Ort wohnt). Und am Ende jedes Semesters beim Prof. anzuklopfen und zu betteln, ob man im nächsten Semester wieder das Seminar halten dürfe, das sonst keiner machen will, war auch nicht wirklich das Gelbe vom Ei. Ich bin der Meinung, man sollte wissenschaftlichem Nachwuchs selbstverständlich Raum bieten, in dem man sich entwickeln kann.

P.S.: Wenn ein habilitierter Dozent genauso viel für ne SWS bekommt wie ein "nur" diplomierter, dann sagt das schon sehr viel über unser Wissenschaftssystem aus.

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