Gesprächsgutachten | Studienstiftung

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obscura
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Gesprächsgutachten | Studienstiftung

Beitrag von obscura » 29.04.2019, 01:37

Hallo zusammen!

Ich habe mich für ein Promotionsstipendium bei der Studienstiftung des deutschen Volkes beworben. Der Vorentscheid fiel positiv aus, mittlerweile steht nun auch der Termin fürs Gutachtergespräch. Jetzt frage ich mich natürlich, was mich dort wohl erwarten wird. :tomate:

In den "Hinweisen für die Begutachtung" auf der Website der Stiftung ist davon die Rede, dass im Gespräch nicht nur auf die "fachliche Qualifikation", sondern auch auf Persönlichkeit und Werdegang eingegangen wird. Was suggeriert, dass sich die Unterhaltung nicht nur um mein Diss-Projekt, sondern – vielleicht sogar schwerpunktmäßig – um meinen Lebenslauf und um mein Engagement usw. drehen dürfte?
Jedenfalls handelt es sich bei dem Gutachter um einen der von mir vorgeschlagenen Fachgutachter, was mir wiederum zu denken gibt, dass das Ganze doch auf ein "Fachgspräch" hinauslaufen könnte?

Hat hier schon jemand ein solches Auswahlgespräch durchlaufen und will vielleicht von seinen/ihren Erfahrungen berichten?

LG!

Leolina
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Re: Gesprächsgutachten | Studienstiftung

Beitrag von Leolina » 30.04.2019, 13:10

Hallo,

da kann ich Dir, glaube ich, weiterhelfen! Ich hatte mein Gesprächsgutachten im Juli 2017, und es hat dann auch geklappt mit meiner Promotionsförderung (Fach Psychologie) :D

Meinen Gutachter kannte ich im Vorfeld nur namentlich, da er in einem ähnlichen Bereich wie ich forscht - allerdings weit genug weg, um nicht irgendwie befangen zu sein. Im Vorfeld habe ich mir seine Homepage genau angesehen, und ein bisschen quergelesen, zu was er so forscht - falls dazu eine Frage kommt :wink:

Es ging tatsächlich zu relativ gleichen Teilen um Fachliches (er hat kritische Fragen zu meinem Exposé gestellt, um zu sehen, ob ich auf "Gegenwind" und mögliche Probleme, die sich ergeben könnten, vorbereitet bin), und um "Privates". Hier war sein Einstieg sehr ungewöhnlich - er forscht zu Motivation, und hat mich nach einem Highlight, und einem Tiefpunkt meines bisherigen Lebens gefragt, und wie ich damit umgegangen bin. Da war ich echt erst mal überrumpelt ;)

Ich glaube, damit wollte er mich zum einen "als Mensch" kennen lernen, und zum anderen sehen, wie ich mit Niederlagen (von denen es ja während der Promotionsphase einige gibt) umgehe. Danach kamen noch ein paar Fragen zu meinem Ehrenamt, zu meiner Motivation im Studium, aber insgesamt fühlte es sich wirklich eher wie ein Gespräch an - wir haben zum Beispiel auch viel über meine Oma gesprochen ;) Er wirkte ehrlich interessiert an mir und an meiner Forschung.

Wir sind dann relativ schnell auch zum Thema Wissenschaftsethik gekommen, und er hat mir hierzu dann direkt ein paar Bücher empfohlen, die ich auch in der Lehre verwenden kann - das fand ich total nett, weil ich mich wirklich als Kollegin "wahrgenommen" gefühlt habe, und nicht nur als kleinen Newbie, der begutachtet werden soll.

Das Gespräch war insgesamt sehr angenehm und nett, und ich bin statt der von der Studienstiftung veranschlagten 60 Minuten fast zwei Stunden bei ihm gewesen, weil er mir dann noch eine kleine Laborführung gegeben hat.

Insgesamt also mein Fazit:

Hab keine Angst vor dem Gespräch, und versuch, es als Chance zu sehen. Man hat ja auch nicht so oft die Gelegenheit, sich mit einem Experten zum eigenen Forschungsplan auszutauschen - und ich glaube, es kam sehr gut an, dass ich mir einige Aspekte, die er genannt hat, auch mitnotiert habe, und gesagt habe, dass ich mich hierzu noch verstärkt informieren werde. Ich hatte das Gefühl, dass mein Gutachter, neben dem Formellen, auch ein inhaltliches Interesse an meinem Thema und daran, dass ich eine gute Promotion mache, hatte, und sich ehrlich gefreut hat, dass ich seine Anregungen mitnehmen und berücksichtigen will.

Natürlich kann man auch Pech mit dem Gutachter haben, aber typischerweise sind das ja alles ehemalige Stiftis, die sich freuen, den Nachwuchs fördern zu können!

Wenn Du noch mehr Fragen hast, melde Dich gerne nochmal! Ich drück Dir auf jeden Fall die Daumen!

Viele Grüße,
Leolina :)
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Re: Gesprächsgutachten | Studienstiftung

Beitrag von obscura » 30.04.2019, 14:31

Liebe Leolina,

ganz, ganz herzlichen Dank für deine ausführliche Rückmeldung und dass du mir damit einen Einblick in dein damaliges Gutachtergespräch gewährt hast!
Ich nehme mir deine Ratschläge zu Herzen, besonders diesen hier:
Leolina hat geschrieben:
30.04.2019, 13:10
Hab keine Angst vor dem Gespräch, und versuch, es als Chance zu sehen. Man hat ja auch nicht so oft die Gelegenheit, sich mit einem Experten zum eigenen Forschungsplan auszutauschen
Das Expertenfeedback ist Goldwert – unabhängig vom Ausgang der Begutachtung.
Natürlich hoffe ich, dass es gut läuft und ich es in die Studienstiftung schaffe. Ich werde berichten!

Nochmals vielen Dank für deine Hilfe und auch fürs Daumendrücken. :heart:

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