Qual der Wahl zwischen 2 Doktorvätern + 2 Themen

... und die Fragen, die sich davor und dabei ergeben.
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Grounded
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Re: Qual der Wahl zwischen 2 Doktorvätern + 2 Themen

Beitrag von Grounded » 06.02.2019, 16:26

Rotbaeckchen hat geschrieben:
05.02.2019, 22:03
c) andere Möglichkeit - habt ihr noch eine Idee? Meine Überlegung ist gerade: Wenn ich keiner anderen Tätigkeit nachgehe, und tatkräftig am Exposé arbeite, dieses so früh wie möglich fertig habe und mich bewerben ist, ist es ggf. besser, als neben einer 50%-Stelle mit der Promotion zu beginnen. Wie seht ihr das? Wieviel "fachfremde Arbeit" neben der Anfangsphase ist machbar?
Wie sieht es denn an deiner Uni mit Brückenstipendien aus? Ich kenne mehrere Menschen, die solche Stipendien von einer Uni erhalten haben und auf diesem Weg ihre Exposéphase finanziert haben.

LG, Grounded
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Rotbaeckchen
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Re: Qual der Wahl zwischen 2 Doktorvätern + 2 Themen

Beitrag von Rotbaeckchen » 06.02.2019, 20:40

Danke für die Antworten!

Meine Frage spitzt sich nun konkret zu:

Möglichkeit 1: Entweder einen gewissen Stundensatz am GY unterrichten und daneben mit der Diss beginnen, das Exposé schreiben und mich auf ein Stipendium bewerben. Ja, ich habe Erfahrung im Unterrichten - aber keine jahrelange, d.h. Unterrichtsvorbereitung nimmt schon Zeit ein. Bin noch Anfängerin, kann als Beamtin aber jederzeit dorthin zurück, dh. alternativlose Abhängigkeit besteht bei mir nicht.

Möglichkeit 2: Mit der Diss beginnen und Exposé schreiben OHNE weiteren Verdienst. Würde bedeuten: Zunächst finanzielle Einbuße, aber vom Gehalt meines Mannes können wir zwei eine zeitlang auch so leben. Ich sag mal so: Er hat es mir so angeboten - es ist eher mein Problem, kein eigenes Geld mit in den Topf zu werfen. Bin ich mit dem Exposé schneller fertig, wenn ich mich voll drauf konzentriere?

Ich habe meine Abschlussarbeit im Themenbereich der Diss geschrieben, würde dieses also ausbauen.

LG :-)

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Re: Qual der Wahl zwischen 2 Doktorvätern + 2 Themen

Beitrag von Rotbaeckchen » 06.02.2019, 20:55

Grounded hat geschrieben:
06.02.2019, 16:26
Rotbaeckchen hat geschrieben:
05.02.2019, 22:03
c) andere Möglichkeit - habt ihr noch eine Idee? Meine Überlegung ist gerade: Wenn ich keiner anderen Tätigkeit nachgehe, und tatkräftig am Exposé arbeite, dieses so früh wie möglich fertig habe und mich bewerben ist, ist es ggf. besser, als neben einer 50%-Stelle mit der Promotion zu beginnen. Wie seht ihr das? Wieviel "fachfremde Arbeit" neben der Anfangsphase ist machbar?
Wie sieht es denn an deiner Uni mit Brückenstipendien aus? Ich kenne mehrere Menschen, die solche Stipendien von einer Uni erhalten haben und auf diesem Weg ihre Exposéphase finanziert haben.

LG, Grounded
Bisher habe ich auf der Homepage nichts dazu gefunden, habe die Uni aber angeschrieben...

Wierus
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Re: Qual der Wahl zwischen 2 Doktorvätern + 2 Themen

Beitrag von Wierus » 06.02.2019, 20:57

Rotbaeckchen hat geschrieben:
06.02.2019, 20:40
Entweder einen gewissen Stundensatz am GY unterrichten und daneben mit der Diss beginnen, das Exposé schreiben und mich auf ein Stipendium bewerben.
Lass doch das Stipendium, was hast du denn davon? Das funktioniert sowieso wie eine Lotterie mit nur 10% Gewinnchance und hat eine maximale Laufzeit von drei Jahren. Ich will dich nicht erschrecken, aber das entspricht dem nur selten erreichten Minimum der Laufzeit einer Promotion; übrigens nicht nur in Geistes- und Sozialwissenschaften.
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Re: Qual der Wahl zwischen 2 Doktorvätern + 2 Themen

Beitrag von Rotbaeckchen » 06.02.2019, 21:05

hmm... ich wurde bereits im Studium von einer großen Stiftung gefördert und würde es dort wiederversuchen. Aber klar, keine Garantie...

Grounded
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Re: Qual der Wahl zwischen 2 Doktorvätern + 2 Themen

Beitrag von Grounded » 06.02.2019, 23:37

Wierus hat geschrieben:
06.02.2019, 20:57
Lass doch das Stipendium, was hast du denn davon? Das funktioniert sowieso wie eine Lotterie mit nur 10% Gewinnchance und hat eine maximale Laufzeit von drei Jahren.
Ganz so lotteriemäßig funktioniert die Verteilung der Stipendien nicht, zumindest bei den Begabtenförderungswerken muss man gesellschaftliches Engagement und überdurchschnittliche Leistungen mitbringen: https://www.bmbf.de/de/die-begabtenfoer ... e-884.html
Da entscheidet also nicht das Glück, ob jemand ein Stipendium erhält. Und da die TE von der Seite offenbar schon gefördert worden ist - oder was ist mit "große Stiftung" gemeint? - hat sie dort auch gute Chancen, in die Promo-Förderung zu gelangen.
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Re: Qual der Wahl zwischen 2 Doktorvätern + 2 Themen

Beitrag von Rotbaeckchen » 07.02.2019, 00:18

Ja richtig, eines der Begabtenförderungswerke. Engagement und überdurchschnittliche Leistungen vorhanden... soweit man das von sich selbst sagen kann.

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Re: Qual der Wahl zwischen 2 Doktorvätern + 2 Themen

Beitrag von Eva » 07.02.2019, 10:08

Rotbaeckchen hat geschrieben:
06.02.2019, 20:40
Bin ich mit dem Exposé schneller fertig, wenn ich mich voll drauf konzentriere?
Nach meiner Erfahrung ist das vor allem Typsache. Ich hatte während der Diss beide Situationen - Vollzeit promovieren und promovieren neben einer halben Stelle. Für mich persönlich war letzteres besser, weil ich so mehr Abwechslung hatte, mich mit der Diss nicht so festgebissen habe, meine Stimmung nicht so völlig vom Fortschritt in der Diss abhing (Erfolgserlebnisse an anderer Stelle, Kontakt zu Menschen etc.). Andere mögen besser voran kommen, wenn sie sich voll auf eine Sache konzentrieren können. Wie hast du das bisher erlebt?

Zur Frage der Finanzierung und den Rahmenbedingungen für die Diss kommt es mE sehr darauf an, mit welchem Ziel du promovierst. Wenn ich es richtig verstanden habe, hast du schon ein Lehramts-Referendariat gemacht und könntest dort sofort mit Verbeamtung einsteigen. Promovierst du also mehr für dich (völlig ok!), oder um später an die Uni zu gehen? Oder möchtest du danach eine andere berufliche Richtung einschlagen? Je nach Ziel gibt es jeweils unterschiedlich ideale Rahmenbedingungen.
- Brauchst du den Titel für dein berufliches Weiterkommen nicht (und bist du der Typ, der sich gern auf eine Sache konzentriert, s.o.), weil der nächste Schritt schon klar ist bzw. der Weg geebnet ist (in deinem Fall wohl: Lehrerin an einer Schule), wäre das Stipendium ideal, weil es dir erlaubt, dich in dieser Zeit völlig auf die Diss zu konzentrieren. Ist die dann fertig, schlägst du den ohnehin geplanten Weg ein.
- Willst du eine wissenschaftliche Laufbahn einschlagen, solltest du zusehen, schon während der Diss an der Uni Fuß zu fassen, mit einer Stelle, mit dem Sammeln von Lehrerfahrung, mit Netzwerken. Dann wäre ein Stipendium eher nachteilig, weil es dich außen vor lässt.
- Dritte Möglichkeit: Du willst nach der Diss nicht an die Schule und auch nicht an die Uni. Dann solltest du JETZT zusehen, in den neuen Bereich reinzukommen, am besten mit einer halben Stelle oder als freie Mitarbeiterin. Wenn du dagegen jetzt mit Stipendium promovierst und dich erst danach als Frau Dr. in einem Bereich bewirbst, in dem dir jegliche Erfahrung fehlt und dich auch keiner kennt, könnte der Einstieg schwierig werden (formal überqualifiziert und gleichzeitig ohne Berufserfahrung - ganz fatal).

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Re: Qual der Wahl zwischen 2 Doktorvätern + 2 Themen

Beitrag von spirograph » 07.02.2019, 12:12

Hi Rotbacke,

na, wie Du bist Beamtin? Also Lehrerin!? Dann ist das doch klar: Nebending anner Schule, dazu Diss; ggf. abordnen lassen; oder halbe/volle Stelle, nebenbei Diss (ggf. Lehrauftrag an Uni anbahnen). Was ich als Rückschritt ansehen würde, ist fürn n tausi Stipendium - Du als Lehrkraft! Gerade heute! Mangel!- nun den ganzen Tag Diss schreiben im Kämmerchen. Du hast so viele skillz, die Du mit Unterricht und/oder Lehre anwenden kannst - dazu additiv Diss mit ggf. Lehrauftrag - super. Ggf. hat deine Diss n Didaktikthema? Da broochste Verzahnung zur Praxis.

Ich würde an deiner Stelle nie auf die Idee kommen, nu a Stipendium an Land ziehen zu müssen. Du bist vollends aufgebildet für ein Anwendungsfeld, gehe deiner Ausbildung nach, übe deine Profession aus. In der Fusion mit Diss dann eben Teilzeit. Du hast viele Optionen, lass die Stipendien den Homies, die nicht so viele Gangarten vor sich haben.

Und es ist die Frage, wohin Du willst. Nur Diss/Promotion, heija, dann mach das 5,6 Jahre nebenbei zu einer anderen Tätigkeit. Das muss nich immer pointiert kommen in 3 Jahren fullspeed. Vielleicht gehst Du nach 2,3 Jahren Diss machen an die Uni für ne halbe/volle Stelle. Aber jetzt nu Stipendium alles stehen u liegen lassen, um ggf. so eine Finanzierung zu bekommen, ich weiß nicht. Bzw. Stelle aufgeben, um ein Expose zu schreiben, um iwie son Stipendium zu bekommen (unsafe, trotz Voraussetzungen wie Ehrenamt und Bums)...lass das die Leude machen, die frisch ausm Studium kommen, die das mehr brauchen als Du. Ich würde weiterhin meinen Rechten u Pflichten als Beamtin nachkommen, ggf. in Teilzeit/Abordnung, dazu als Privatvergnügen Diss. Auf halber Strecke dann an Uni wechseln. Slow was anbahnen. Das Beste u Meiste u Vielfältigste aus beiden Welten mitnehmen: Schule, Uni mit Diss. Aber: immer in Anstellung!

Viel Erfolg!

spiro
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Re: Qual der Wahl zwischen 2 Doktorvätern + 2 Themen

Beitrag von muhkuh » 14.02.2019, 17:55

Hallo,

mir ging es mal ähnlich ....
Ich habe mich für B entschieden, allerdings hat sich das Thema um 120 Grad geändert...


Für A spricht.
Thema gefällt dir mehr,
Thema ist KONKRET (ist verdammt wichtig..)
Du kennst die Arbeitsweise des Profs bereits durch deine hiwi Stelle

für B spricht
Finanzierung

Letztlich hängt es von dir selbst ab, wie viel Zeit und Kraft du in die Diss stecken möchtest und welcher Typ du bist.

Ich arbeite Vollzeit an meiner Diss, also muss derzeit wenig anderes neben meiner Anstellung machen( bitte beachtet, vollzeit arbeiten, heißt nicht gleich vollzeit geld erhalten ;))
Da ich Dinge, wenn ich sie machen meist 110%ig mache, würde ich es nicht auf die Reihe kriegen nebenbei noch zu arbeiten... aber nicht jeder tickt so...

Kannst du dennn von B und A Infos einholen, wie bei beiden die Betreuung ist? Das macht ja auch nochmal viel aus.... Ne 20h Stelle bringt dir auch nichts, wenn du 4jahre an der Diss verzweifelst;))
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Rotbaeckchen

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