Potentielle Betreuer anschreiben

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Potentielle Betreuer anschreiben

Beitrag von Ingenieur » 09.01.2019, 22:27

Ich möchte "unbezahlt", d.h. ohne die in meinem MINT-Fachbereich übliche parallel laufende 50%-Stelle, promovieren und habe mir schon potentielle Betreuer herausgesucht, die jedoch alle keine Stellen (auch keine unbezahlten) ausgeschrieben haben. Mein Problem ist, dass mir nicht ganz klar ist, wie man einen möglichen Betreuer anschreiben sollte. Meine Bachelor- und Master-Betreuer hatte ich damals ganz formlos per Mail angeschrieben, sinngemäß etwa "Ich studiere Fach X und möchte mich im Bereich Y spezialisieren. Ich würde gerne bei Ihnen meine Arbeit schreiben" + Höflichkeitsfloskeln. Bei einem, der eine feste Sprechstunde hatte, war ich auch einfach zur entsprechenden Zeit dort und habe persönlich gefragt.

Bei einer ausgeschriebenen Stelle ist die Sache, denke ich, klar, dass man sich darauf "ganz normal" bewirbt, wie man sich auch auf einen Job bewerben würde, d.h. Lebenslauf und Motivationsschreiben. Bei vielen solcher Stellen steht auch oft noch explizit dabei, dass man mindestens zwei "letters of reference/recommendation" benötigt.

Wie sieht das in solchen Fällen aus, wo z.B.unverbindlich auf der Webeite der Arbeitsgruppe steht
1. "Bei Interesse an einer Bachelor-/Master-/Doktor-Arbeit, schreiben Sie mir bitte eine E-Mail"
2. "Wir haben folgende Themen für Arbeiten zu vergeben: Thema A (Bachelor), Thema B (Master), Thema C (Promotion), Thema D (Promotion)"
oder auch einfach
3. kein Wort zu möglichen Arbeiten?

Wird da eine "vollwertige Bewerbung" mit Referenzschreiben erwartet oder eher eine Anfrage, dass man Interesse an einer Promotion hat ggf. mit ein paar Worten zur Motivation, zum Lebenslauf und Themen, die einen interessieren (in Fall 2 auch z.B. das konkrete Thema C)?
Von den potentiellen Betreuern hat auch keiner eine feste Sprechstunde, so dass ich dort persönlich vorbeikommen könnte, sondern nur "nach Vereinbarung per Mail".

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Re: Potentielle Betreuer anschreiben

Beitrag von kal-el » 12.01.2019, 18:01

Schreiben,
was Du von ihm willst? Und wann er Zeit für die Sprechstunde hat?

für den Professor ist das viel unspektakulärer als für Dich.

https://www.uni-kassel.de/fb07/fileadmi ... Knigge.pdf

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Re: Potentielle Betreuer anschreiben

Beitrag von BieneSumSum » 12.01.2019, 21:15

Ich würde Dir dasselbe empfehlen wie kal-el, also den Prof. per mail anschreiben, Dein Vorhaben kurz schildern und ihn fragen:

1) Ob Du ihm Deine Bewerbung zusenden darfst oder
2) Ob Du in einem weiteren persönlichen oder telefonischen Gespräch mit ihm detaillierter über Dein Anliegen sprechen kannst

Wenn er Interesse an Dir hat, wird er eins von beiden in Betracht ziehen.
Ich habe auf genau diesem Wege meinen Doktorvater gefunden, also kann die Vorgehensweise gar nicht so verkehrt sein.
Bei mir hat es sogar gleich beim allerersten Versuch geklappt: Der erste Prof den ich angeschrieben habe, hat sich auch dazu bereiterklärt mich zu betreuen.

Die vollständigen Bewerbungsunterlagen würde ich bei der ersten Anfrage noch nicht mitschicken. Viele Profs sind ja auch gar nicht bereit, externe Doktoranden zu betreuen, da würdest Du Dir nur umsonst viel Mühe machen.

Viel Erfolg!

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Re: Potentielle Betreuer anschreiben

Beitrag von Ingenieur » 14.01.2019, 09:22

Danke für eure Antworten!
BieneSumSum hat geschrieben:
12.01.2019, 21:15
Ich würde Dir dasselbe empfehlen wie kal-el, also den Prof. per mail anschreiben, Dein Vorhaben kurz schildern und ihn fragen:
1) Ob Du ihm Deine Bewerbung zusenden darfst oder
2) Ob Du in einem weiteren persönlichen oder telefonischen Gespräch mit ihm detaillierter über Dein Anliegen sprechen kannst

Wenn er Interesse an Dir hat, wird er eins von beiden in Betracht ziehen.
Vielen Dank, das gibt mir einen einen sehr guten Anhaltspunkt, so werde ich es machen.
BieneSumSum hat geschrieben:
12.01.2019, 21:15
Die vollständigen Bewerbungsunterlagen würde ich bei der ersten Anfrage noch nicht mitschicken. Viele Profs sind ja auch gar nicht bereit, externe Doktoranden zu betreuen, da würdest Du Dir nur umsonst viel Mühe machen.
Genau das befürchte ich auch, wahrscheinlich werde ich da wirklich mehrere anschreiben müssen, bis sich einer findet.

Wie üblich ist es eigentlich, einen Professor mit „Sehr geehrter Herr Professor X“ anzuschreiben oder ist das wie vieles fachabhängig?
Ich habe das bisher noch nie gemacht (auch Privatdozenten habe ich nie mit Dr. angeschrieben/angesprochen) und habe auch nie beobachten können, dass andere das so machen. Der Link von kal-el hat mich diesbezüglich aber nochmal zum Nachdenken gebracht, bei so einer Anfrage sollte ja möglichst alles korrekt sein.

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Re: Potentielle Betreuer anschreiben

Beitrag von kal-el » 14.01.2019, 19:16

Wie üblich ist es eigentlich, einen Professor mit „Sehr geehrter Herr Professor X“ anzuschreiben oder ist das wie vieles fachabhängig?
1. üblich. 2. nicht fach-, sondern personen- und statusabhängig

Die Uni folgt dem Knigge, dieser wird auch in dem link widergespiegelt.
Der Professor / Dr. wird so angeschrieben von dem, der kein Professor / Dr. ist, bis er sagt:
lass stecken. Das macht er, indem er ohne Titel unterschreibt.
Also schreibt man "Sehr geehrter Herr Professor (immer ausschreiben) Müller"oder
"Sehr geehrter Herr Dr. Müller".
Wenn die antworten mit "Lieber",
schreibt man "Lieber Herr Professor ...." oder "Lieber Herr Dr. Müller". Unterschreibt Herr Müller aber nur mit "Michael Müller",
schreibt man "Lieber Herr Müller" bei beiden.
"Professor / Professorin" schreibt man immer aus. "Doktor" wird zu "Dr. / Dr.in". Wenn man als Frau promoviert, kann man sich aussuchen, wie der Titel verliehen wird, ob in männlicher oder weiblicher Form. Da immer so geführt werden muss, wie verliehen wurde, muss das "Doktorin" von der Trägerin dann auch überall so angegeben werden - und logischerweise wird sie dann so auch angeschrieben.

Tatsächlich habe ich das alles ehrlich gesagt so schon von meinen Eltern gelernt - beide haben nicht studiert....
Viele lassen den Titel weg, weil sie dessen Träger unterstellen, sich für was Besseres zu halten. Das wollen sie nicht unterstützen. Aber tatsächlich werden die Titel m.M.nach erst dann was Besonderes, wenn man sie mit Absicht weglässt. Der Titel gehört nun mal zur Anrede wie "Herr" oder "Frau"....

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Re: Potentielle Betreuer anschreiben

Beitrag von Dell » 14.01.2019, 22:29

Ein (kurzer) CV.pdf sollte bei der ersten Email direkt dabei sein.
Keine Textwand. Bullet Points sind hier oft hilfreich.

mantor
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Re: Potentielle Betreuer anschreiben

Beitrag von mantor » 14.01.2019, 23:27

kal-el hat geschrieben:
14.01.2019, 19:16
Wie üblich ist es eigentlich, einen Professor mit „Sehr geehrter Herr Professor X“ anzuschreiben oder ist das wie vieles fachabhängig?
1. üblich. 2. nicht fach-, sondern personen- und statusabhängig

Der Professor / Dr. wird so angeschrieben von dem, der kein Professor / Dr. ist, bis er sagt:
lass stecken. Das macht er, indem er ohne Titel unterschreibt.
Es gibt also Menschen, die Ihre Mails mit "Prof. Dr. Max Mustermann" unterschreiben? Das habe ich noch nie gesehen. Ich kenne es eher so, dass unter dem Namen dann die Signatur mit "Prof. Dr." steht und die "Unterschrift" ohne Grad erfolgt, wie wenn man mit der Hand unterschreibt. Also ungefähr so:

Mit freundlichen Grüßen
Ihr
Max Mustermann

Prof. Dr. Max Mustermann
Universität XY
Seminar für Muster
12345 Musterstadt

Aus so einer Unterschrift würde ich dann nicht ableiten, dass man den "Professor" weglassen kann.

Nur nebenbei: Auch an den Unis selbst wird das total unterschiedlich gehandhabt. An der Uni, an der ich promoviert habe, wurden alle Prof. und Dr. intern immer nur mit "Herr" und "Frau" angeschrieben (von der Verwaltung, den Prüfungsämtern, etc.). An meiner aktuellen Uni werden alle akademischen Grade immer mit aufgeführt.

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Re: Potentielle Betreuer anschreiben

Beitrag von Nomen Nescio » 15.01.2019, 14:43

kal-el hat geschrieben:
14.01.2019, 19:16
Wie üblich ist es eigentlich, einen Professor mit „Sehr geehrter Herr Professor X“ anzuschreiben oder ist das wie vieles fachabhängig?
1. üblich. 2. nicht fach-, sondern personen- und statusabhängig
1. üblich. 2. weder fach-, noch personen- oder statusabhängig! Im Falle des OP geht es um einen Erstkontakt, dann geht es nicht um irgendwelches "*-abhängig", sondern um höfliche Korrektheit. In der Tat würde ich bei Erstkontakten „Sehr geehrter Herr Professor Dr. X“ schreiben, ohne dies zur Grundlage eines email-Gesetzwerkes machen zu wollen.
kal-el hat geschrieben:
14.01.2019, 19:16
Die Uni folgt dem Knigge, dieser wird auch in dem link widergespiegelt.
Ich bin mir keineswegs sicher, dass meine Uni/mein FB dem email-Knigge der Uni Kassel verpflichtet ist.
kal-el hat geschrieben:
14.01.2019, 19:16
Der Professor / Dr. wird so angeschrieben von dem, der kein Professor / Dr. ist, bis er sagt:
lass stecken. Das macht er, indem er ohne Titel unterschreibt.
Das ist aus meiner Sicht eine unzulässige Interpretation. Mein Chef "unterschreibt" per Makro, ähnlich wie von @mantor angeführt, dienstlich mit sig, (halb-)privat ohne sig.
kal-el hat geschrieben:
14.01.2019, 19:16
"Professor / Professorin" schreibt man immer aus. "Doktor" wird zu "Dr. / Dr.in". Wenn man als Frau promoviert, kann man sich aussuchen, wie der Titel verliehen wird, ob in männlicher oder weiblicher Form. Da immer so geführt werden muss, wie verliehen wurde, muss das "Doktorin" von der Trägerin dann auch überall so angegeben werden - und logischerweise wird sie dann so auch angeschrieben.
Eine in unsere AG fremdelnde Prof. hat nach eigener Kaffeerundenaussage auf Dr*in optiert, an ihrer Bürotür steht "Prof. Dr. Y", in ihrem Perso höchstwahrscheinlich (sofern eingetragen) ebenfalls "DR" ohne ".in". Soviel zur Führungspflicht, die Logik folgt in kleinen Schritten. ;)
kal-el hat geschrieben:
14.01.2019, 19:16
Tatsächlich habe ich das alles ehrlich gesagt so schon von meinen Eltern gelernt - beide haben nicht studiert....
Viele lassen den Titel weg, weil sie dessen Träger unterstellen, sich für was Besseres zu halten. Das wollen sie nicht unterstützen. Aber tatsächlich werden die Titel m.M.nach erst dann was Besonderes, wenn man sie mit Absicht weglässt. Der Titel gehört nun mal zur Anrede wie "Herr" oder "Frau"....
Tatsächlich habe ich _nicht_ von meinen Eltern gelernt, emails zu schreiben - zu 50% Studierte ... . Spekulationen/Unterstellungen, warum wer einen Titel, der kein Titel ist, weglässt, helfen wohl niemandem weiter. ;)
Trollschutzerklärung: Ich halte mich aus threads mit erhöhtem Trollpotential heraus. Im Fehlerfall möge der Troll bitte "NEIN, ich bin nicht einverstanden." drücken.

kal-el
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Re: Potentielle Betreuer anschreiben

Beitrag von kal-el » 15.01.2019, 19:33

..
ich glaube, man muss unterscheiden, ob schriftliche Anrede, im direkten Kontakt oder interne Führung.
Intern werden bei uns auch alle mit "Herr" und "Frau" geführt,
aber er ist ja ein Student von außen - deswegen ist das mit dem Titel doch schon angesagt...... Wenn es den betreffenden stört, wird er es sagen.

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