DFG-Projekt: Prof wechselt Uni

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Dora
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DFG-Projekt: Prof wechselt Uni

Beitrag von Dora » 18.10.2018, 10:00

Mein Prof hat in den letzten Jahren mehrere DFG-Promotions-Projekte gelandet (bzw. wir haben die Anträge geschrieben und er hat sie eingereicht). Zur Zeit läuft noch ein Projekt mit 2 Doktoranden + 2 HiWis für 18 Monate und eines mit 1 Dok + 1 Hiwi für noch fast 3 Jahre. Jetzt geht Prof an eine andere Uni. Müssen die Doktoranden mitgehen (oder fernpromovieren, ohne Büro und ohne HiWi oder abbrechen)? Was ist mit den Hiwi-Stunden; die sind ja zwischen der Uni und den Studis abgeschlossen. Und die Studis können ja nicht mit an eine andere Uni gehen, jedenfalls nicht ohne erheblichen Aufwand.
Weiß hier jemand Bescheid?
Wäre dankbar um Rat!

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Jack24
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Re: DFG-Projekt: Prof wechselt Uni

Beitrag von Jack24 » 18.10.2018, 23:23

Zunächst mal werden Arbeitsverträge mit der Uni abgeschlossen. Die sollten also fristgerecht weiterlaufen bis zum dort vereinbarten Ende. Das gilt für Doktorandenstellen und HiWi gleichermaßen. Weiterhin kann es in Deutschland Jahre dauern, bis das Berufungsverfahren mit Ernennung und schließlich dann auch der Umzug abgeschlossen sind. Die Wiederbesetzung des Lehrstuhls an der alten Uni dauert dann auch wieder Jahre, und solange sind die Räume im Prinzip verfügbar. Dann sind alle daran interessiert, dass die DFG-Projekte ordnungsgemäß durchgeführt werden. Und schließlich sollte jeder Doktorvater eine akademisch-moralische Verpflichtung sehen, dass einmal begonnene Promotionsprojekte auch erfolgreich zu Ende geführt werden. Das ist außerdem im Interesse der eigenen Reputation. Aus all dem folgt, dass den Mitarbeitern Optionen angeboten werden, entweder mit umzuziehen, oder zu bleiben. Der Doktorvater kann als solcher auch an der alten Uni die begonnenen Promotionsverfahren meistens noch min. 3 Jahre nach Weggang offiziell betreuen. Da müsste man mal in der Promotionsordnung nachlesen.
DFG-Projekte können aber auch umziehen samt Geräten, Verbrauchs- und Personalmitteln. Nur kündigen kann man ohne weiteres niemandem, bloß wegen des Umzugs. Wir sind ja nicht in den USA. Das heißt, im Extremfall sind der Prof., die Geräte und die Gelder weg, nur der Doktorand ist noch da und wird aus dem DFG Projekt weiterhin an der alten Uni bezahlt, ohne Arbeitsmöglichkeiten. An so einer kaputten Situation kann keiner interessiert sein. Vernünftige Leute werden also für eine Übergangslösung sorgen. Ein Laborraum bleibt zur Verfügung der verbliebenen Doktoranden, ein Kollege steigt als Ko-Betreuer ein, so in der Richtung.

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