Doktorvater Medizin "hat kein Interesse mehr" - Neuen suchen?!

... und die Fragen, die sich davor und dabei ergeben.
Neue Fragen bitte hierher.

Nomen Nescio
Beiträge: 1173
Registriert: 31.05.2018, 17:29
Status: Dr. No
Hat sich bedankt: 3 Mal
Danksagung erhalten: 21 Mal

Re: Doktorvater Medizin "hat kein Interesse mehr" - Neuen suchen?!

Beitrag von Nomen Nescio » 10.10.2018, 15:35

flip hat geschrieben:
10.10.2018, 12:46
Ich denke halt aus Sicht eines Professors. Dann habe ich vielleicht irgendwann einfach keinen Bock mehr, die Studienarbeiten von Anfang 20-jährgen als Promotion durchzuwinken ("Ende des Studums, vor drei Jahren 'begonnen'"). Würde die Arbeit dem Niveau entsprechen, dass ich erwarten würde, dann wäre es kein Problem. Sehe ich aber nach mehreren Korrekturen immer noch Handlungsbedarf, dann ist der Wechsel ein sehr einfaches Mittel, mich der Sache zu entledigen. Also Promovend sehe ich das natürlich nicht, weil ich gar nicht die Überblick über meine Fähigkeiten habe.
Dann denke ich auch mal aus der hypothetischen Prof.Sicht. Als promotionswürdig durchzuwinken, was in anderen Fachbereichen unter Studienarbeiten, bestenfalls Bachelorthesis liefe, geht mit den Jahren gegen meinen wissenschaftlichen Anspruch. Nun kommt auch noch der/die @TE daher, stiehlt mir die wertvolle Freizeit! Wie löse ich das am einfachsten? OH, natürlich, ich wechsle an eine andere Uni und in einem Aufwasch auch gleich meinen Forschungsschwerpunkt, flip wird es verstehen!
Denk doch bitte an die Zwerchfelle der Leser, bevor du auf "Absenden" drückst!
flip hat geschrieben:
10.10.2018, 12:46
Der/die TO macht ja keinen Hehl daraus, dass es nur um den Titel geht (Stichwort Promotionsvermittler), ein weiteres Indiz, dass hier nur halbherzig gearbeitet wird/wurde. Und was spricht dagegen, einfach zu einem anderen Prof zu gehen und ihm de Sache zu schildern? Verstehe ich nicht.
Sry, ich habe nichts von "Promotionsvermittlung" gelesen, werde aber keine Mutmaßungen anstellen, wieso du dies dem TE zuordnest. Du wirst schon, wie so oft, höhere Einsicht haben.
flip hat geschrieben:
10.10.2018, 12:46
Unabhängig davon: Was ist hiermit:
https://docplayer.org/49856700-Doktoran ... anden.html
Ich bin in Prozedere der Meds nicht bewandert, schon gar nicht, wie geläufig dort Betreuungsvereinbarungen o.ä. sind. Ansonsten: s.o.
Trollschutzerklärung: Ich halte mich aus threads mit erhöhtem Trollpotential heraus. Im Fehlerfall möge der Troll bitte "NEIN, ich bin nicht einverstanden." drücken.

flip
Beiträge: 1071
Registriert: 02.11.2012, 02:50
Hat sich bedankt: 2 Mal
Danksagung erhalten: 26 Mal

Re: Doktorvater Medizin "hat kein Interesse mehr" - Neuen suchen?!

Beitrag von flip » 10.10.2018, 16:15

Nomen Nescio hat geschrieben:
10.10.2018, 15:35
flip hat geschrieben:
10.10.2018, 12:46
Der/die TO macht ja keinen Hehl daraus, dass es nur um den Titel geht (Stichwort Promotionsvermittler), ein weiteres Indiz, dass hier nur halbherzig gearbeitet wird/wurde. Und was spricht dagegen, einfach zu einem anderen Prof zu gehen und ihm de Sache zu schildern? Verstehe ich nicht.
Sry, ich habe nichts von "Promotionsvermittlung" gelesen, werde aber keine Mutmaßungen anstellen, wieso du dies dem TE zuordnest. Du wirst schon, wie so oft, höhere Einsicht haben.
Ich schlage vor, du liest erst einmal die Texte genau, bevor du andere Forsten ankeifst.
Dann denke ich auch mal aus der hypothetischen Prof.Sicht. Als promotionswürdig durchzuwinken, was in anderen Fachbereichen unter Studienarbeiten, bestenfalls Bachelorthesis liefe, geht mit den Jahren gegen meinen wissenschaftlichen Anspruch. Nun kommt auch noch der/die @TE daher, stiehlt mir die wertvolle Freizeit! Wie löse ich das am einfachsten? OH, natürlich, ich wechsle an eine andere Uni und in einem Aufwasch auch gleich meinen Forschungsschwerpunkt, flip wird es verstehen! Denk doch bitte an die Zwerchfelle der Leser, bevor du auf "Absenden" drückst!
Du denkst halt nicht wie ein Prof. Normalerweise habe ich als Prof relativ wenig Spielraum was die Betreuung angeht. Ich kann aber den Uniwechsel verwenden, um potentiellen Ballast loszuwerden. Genau das ist hier geschehen, auch wenn es nicht geplant war.
Nebenbei, wann immer es an unserer alten Fakultät zu einer vorzeitigen Beendigung des Promotionsverfahrens kam, war die Sache nicht einfach nur örtlicher Natur. Da steckt wesentlich mehr dahinter.
Klar, das hier ist Medizin und ein anderes Pflaster, da es bspw. kein Arbeitsverhältnis gibt. Aber das macht eben auch die Loslösung schwieriger.

Also, wenn ich nach vier Korrekturrunden, wo ich als Prof den Inhalt zur Gänze kenne und nur noch zwei Seiten Gutachten schreiben muss, dann die Reißleine ziehe, was sagt mir das dann...

Dell
Beiträge: 175
Registriert: 28.04.2015, 16:39
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 15 Mal

Re: Doktorvater Medizin "hat kein Interesse mehr" - Neuen suchen?!

Beitrag von Dell » 10.10.2018, 22:04

Nomen Nescio hat geschrieben:
10.10.2018, 10:40
@Dell Ich weiss sehr wohl, dass die Bandbreite an "wissenschaftlicher Tiefe" bei Mediziner-Promotionen von kaum einem anderen Fachbereich getoppt wird, vom Klassiker der studiumsbegleitend geschriebenen "Untersuchungen zum Bluttransport", deren Ergebnis, "Zeit ist kritischer Faktor" und "Unterbrechung der Kühlkette ist kritisch", keine(n) Einzelhandelskaufmann/-frau - Azubi in 1 Ausbildungjahr überraschen sollte, bis zu mehrjährigen Laborarbeiten, die durchaus "allgemeinen Güteanforderungen" entsprechen. Insofern schliesse ich mich deinem "Einmal ist genug" (als Korrekturrundenzahl) ^^ nur halbherzig an.
Entschuldigung, aber wieso greifst du hier so klischeehaft Medizin Dissertationen an? Andere Fächer, andere Sitten; der tatsächliche Wert für die Gesellschaft lässt sich nicht an der Seitenzahl festmache und auch offensichtliche und als allgemein akzeptierte "Annahmen" gehören sich wissenschaftlich untersucht (vielleicht gerade diese!).

Unabhängig davon habe ich es in den Medizin- und Naturwissenschaften bisher nicht gesehen, dass so viele Korrekturen über einen so langen Zeitraum stattfanden. Vor allem bei "dicken" Dissertationen wäre das eine Zumutung für den Prof. Das Ding wird geschrieben, der Prof geht drüber, der Doktorand arbeitet die Anmerkungen, die ihm sinnvoll erscheine ein und das Ding wird abgegeben. Vielleicht noch maximal eine weitere Korrekturrunde, falls eine größere konzeptionelle Änderung gewünscht war.
Aber 3 Korrekturen über fast 1 Jahr? Da hätte ich auch keine Lust mehr und würde den Doktoranden innerlich aufgeben.

daherrdoggda
Beiträge: 230
Registriert: 16.08.2015, 21:28
Status: rer nat
Hat sich bedankt: 21 Mal
Danksagung erhalten: 16 Mal

Re: Doktorvater Medizin "hat kein Interesse mehr" - Neuen suchen?!

Beitrag von daherrdoggda » 10.10.2018, 23:24

Dell hat geschrieben:
10.10.2018, 22:04
Nomen Nescio hat geschrieben:
10.10.2018, 10:40
@Dell Ich weiss sehr wohl, dass die Bandbreite an "wissenschaftlicher Tiefe" bei Mediziner-Promotionen von kaum einem anderen Fachbereich getoppt wird, vom Klassiker der studiumsbegleitend geschriebenen "Untersuchungen zum Bluttransport", deren Ergebnis, "Zeit ist kritischer Faktor" und "Unterbrechung der Kühlkette ist kritisch", keine(n) Einzelhandelskaufmann/-frau - Azubi in 1 Ausbildungjahr überraschen sollte, bis zu mehrjährigen Laborarbeiten, die durchaus "allgemeinen Güteanforderungen" entsprechen. Insofern schliesse ich mich deinem "Einmal ist genug" (als Korrekturrundenzahl) ^^ nur halbherzig an.
Entschuldigung, aber wieso greifst du hier so klischeehaft Medizin Dissertationen an? Andere Fächer, andere Sitten; der tatsächliche Wert für die Gesellschaft lässt sich nicht an der Seitenzahl festmache und auch offensichtliche und als allgemein akzeptierte "Annahmen" gehören sich wissenschaftlich untersucht (vielleicht gerade diese!).
https://www.sueddeutsche.de/bildung/qua ... 673150!amp

https://www.zeit.de/2011/35/Doktorarbei ... ettansicht

caipirinha11085
Beiträge: 258
Registriert: 29.03.2016, 16:19
Hat sich bedankt: 3 Mal
Danksagung erhalten: 21 Mal

Re: Doktorvater Medizin "hat kein Interesse mehr" - Neuen suchen?!

Beitrag von caipirinha11085 » 11.10.2018, 08:40

flip hat geschrieben:
10.10.2018, 16:15
Du denkst halt nicht wie ein Prof. Normalerweise habe ich als Prof relativ wenig Spielraum was die Betreuung angeht. Ich kann aber den Uniwechsel verwenden, um potentiellen Ballast loszuwerden. Genau das ist hier geschehen, auch wenn es nicht geplant war.
Nebenbei, wann immer es an unserer alten Fakultät zu einer vorzeitigen Beendigung des Promotionsverfahrens kam, (...)
Was ich mich bei dem Fall frage, ist, warum der Betreuerwechsel automatisch ein Ende des Promotionsverfahrens bedeutet bzw. warum die Promotionskommission sich offensichtlich nicht zuständig fühlt und den Doktoranden darauf verweisen kann, selbst zu suchen. Bei uns hat die Fakultät, nicht der Prof, die Annahme des Doktoranden erklärt und hatte einen dann gewissermaßen "an der Backe", egal, ob der Prof Uni wechselt oder nicht. Laut unserer PromO lag die Verantwortung, einen neuen Betreuer zu finden im Fall eines Wechsels ohnehin beim ursprünglichen Betreuer, aber wenn der das nicht gemacht hätte (eher: nicht gekonnt hätte), wäre es als nächstes an der Fakultät gewesen für Ersatz zu sorgen.

Vor diesem Hintergrund finde ich auch die Idee, die ganze Arbeit an eine andere Fakultät mitzunehmen, schwierig. Ich würde mich erst in der eigenen Fakultät umsehen.

flip
Beiträge: 1071
Registriert: 02.11.2012, 02:50
Hat sich bedankt: 2 Mal
Danksagung erhalten: 26 Mal

Re: Doktorvater Medizin "hat kein Interesse mehr" - Neuen suchen?!

Beitrag von flip » 11.10.2018, 13:20

Das liegt vermutlich an der Natur der Sache. Es geht doch um Medizin, wo die Studis nach vier, fünf Semestern anfagen zu "promovieren".
Was für ein Chaos würde ausbrechen, wenn der Betreuer auf einmal verantwortlich für das fortführen der Promotion wäre...

Was ich allerdings nicht verstehe ist, dass in der Medizin doch diese Promotionbetreuungsvereinbarungen mittlerweile standard sind. Eigentlich müsste diese hier greifen. Aber keine Ahnung, was da unterschrieben wurde.

kal-el
Beiträge: 57
Registriert: 08.07.2014, 19:03
Status: angefangen
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 1 Mal

Re: Doktorvater Medizin "hat kein Interesse mehr" - Neuen suchen?!

Beitrag von kal-el » 08.12.2018, 17:10

Also ich betreue nur Master- bzw. Zulassungsarbeiten aber eine Arbeit komplett ansehen und das dreimal?
Nein.
Was ist denn da bitte die Eigenleistung?
Nach so viel Betreuung kann man doch auch mal fertig werden.....3 Jahre !!!!
und er schreibt immer noch? Ich kenne das von meiner Promotionszeit, dass ich die Methode und die Forschungsfrage abgeklärt habe, aber dann war ich auf mich alleine gestellt bis zur Disputation.Formale Informationen habe ich aus Vorstellungen aus dem Promotionskolloquium gezogen, inhaltliche aus Büchern und meiner Studie.

Das hilft dem TE nun nicht und natürlich könnte ihn sein DV mit an die andere Uni nehmen;
da er das aber nicht möchte, muss sich der TE wohl oder übel jemanden neuen suchen, der entweder mitspielt oder was Neues möchte.

Vollkornpizza
Beiträge: 191
Registriert: 06.07.2013, 23:17
Status: Dr.
Hat sich bedankt: 5 Mal
Danksagung erhalten: 4 Mal

Re: Doktorvater Medizin "hat kein Interesse mehr" - Neuen suchen?!

Beitrag von Vollkornpizza » 10.12.2018, 01:02

Hi Saldier,

wenn die Arbeit quasi fertig und in einem guten Zustand ist, dann such dir einen neuen Doktorvater an der Uni, wo du sie erstellt hast. Das sollte kein Problem sein, denn wer freut sich nicht, eine Arbeit zu "betreuen" mit der man keine Arbeit mehr hat und direkt die Lorberen einstreichen kann.

Alles andere (Uniwechsel etc.) ist nicht sinnvoll. Wenn du an deiner alten Uni niemanden finden kannst, der sie betreuen möchte, müsstest du dir in der Tat um die Qualität deiner Arbeit Gedanken machen.

Viele Grüße
VP

Antworten
  • Vergleichbare Themen
    Antworten
    Zugriffe
    Letzter Beitrag