Mehrfachbewerbung Stipendien politischer Stiftungen?

... und die Fragen, die sich davor und dabei ergeben.
Neue Fragen bitte hierher.

Nomen Nescio
Beiträge: 1253
Registriert: 31.05.2018, 17:29
Status: Dr. No
Hat sich bedankt: 3 Mal
Danksagung erhalten: 21 Mal

Re: Mehrfachbewerbung Stipendien politischer Stiftungen?

Beitrag von Nomen Nescio » 27.09.2018, 17:00

Ich bin erst durch @cai's Beitrag drauf aufmerksam geworden, das posting lief bei mir wohl unter DL;DR. Bis Striptease habe ich wohl gelesen, bei den Schuhen war ich spätestens wohl raus. ;)
spirograph hat geschrieben:
26.09.2018, 10:51
Ja, die sog. "obligatorischen Angaben"....im ÖD habe ich gelernt: "nicht jeder muss zu jeder zeit vollständig durch mich informiert werden", genauso wie ich nicht vollständig zu jeder Zeit durch andere informiert werde, sondern nur soweit es anderen nützt; dh. nicht, dass ich lüge, man kann auch Felder frei lassen, bisschen glattziehen das Ganze. Immer so bockehrlich sein, in der Annahme, dasses alle anderen auch sind, sich das auszahlt iwie....idk. Ich habe nunmehr so nen Erfahrungsschatz, dass ich das mehr als zweifelhaft finde. Einfach mal was riskieren. Bisschen pokern.
Netter Vorschlag, andere zu Glücksspielen aufzufordern, mit Geld, das sie nicht haben. Nach meiner Einschätzung würde sich niemand den Stress aufbürden, wegen einer vorsätzlichen Falschangabe eine Anzeige wegen versuchten Betrugs anzuzetteln, wo es dann um ein paar Sozialstunden ginge, sofern das Konstrukt während der Prüfungsphase zusammenbricht. Wenn allerdings, wie auch immer und wie wahrscheinlich auch immer, die Falschangaben nach Bewilligung jemandem auffallen, steht Rückzahlung im Raum. Ob Ratenzahlung gewährt würde, hinge wohl vom good will der betrogenen Stiftung ab. Bei Zahlungsunfähigkeit könnte dort auch jemand auf den Gedanken kommen, doch die Rechtsabteilung hinzu zu ziehen. Und das alles wegen der Aussicht auf "die paar Kröten", wie so abschätzig formuliert wurde?

BTW Pflichtfelder in Formularen auszulassen, ist nicht das Einfachste.
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Nomen Nescio für den Beitrag:
Cybarb
Trollschutzerklärung: Ich halte mich aus threads mit erhöhtem Trollpotential heraus. Im Fehlerfall möge der Troll bitte "NEIN, ich bin nicht einverstanden." drücken.

LLama
Beiträge: 37
Registriert: 21.10.2016, 18:19
Hat sich bedankt: 1 Mal
Danksagung erhalten: 5 Mal

Re: Mehrfachbewerbung Stipendien politischer Stiftungen?

Beitrag von LLama » 27.09.2018, 19:40

ja, Moment mal, Stipendienbewerbungen - gibt ja auch Stipendien von der (eigenen) Uni. Da kann man auch mal klopfen gehen. So Promotionskollegs diverser Fachrichtungen.
Jo, gibt es. Der Thread heißt aber "Mehrfachbewerbung Stipendien politischer Stiftungen". Eigentlich ziemlich eindeutig definiert und darauf antwortest Du weiter oben nunmal mit Angaben, die bei der Bewerbung nach Einschätzung ehemaliger Stips gefährlich sind, offenbar ohne, dass du selbst mal Teil einer solchen Stiftung warst. Warum du weiter darauf bestehst, ist mir ein Rätsel.

Warum du das jetzt zu einer Grundsatzdiskussion darüber machst, ob Stipendien generell besser sind als Jobs im ÖD, die nunmal auch nicht auf der Straße stehen, weiß ich auch nicht. Die/der TE wird schon wissen, warum er/sie danach fragt.

Übrigens: Ich war bei einer solchen Stiftung. Kein Dresscode, zwei feste Termine im Jahr, immer Unterstützung, wenn ich was gebraucht habe. Jederzeit die Möglichkeit, sich beraten zu lassen. Woran das lag? Vielleicht ja daran, dass ich eben meine Bewerbungen nicht einfach rausgehauen habe, sondern mich bei einer Stiftung beworben habe, die zu mir passt.
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor LLama für den Beitrag (Insgesamt 3):
daherrdoggdaCybarbNomen Nescio
I wanna be a Schwa. It's never stressed.

LLama
Beiträge: 37
Registriert: 21.10.2016, 18:19
Hat sich bedankt: 1 Mal
Danksagung erhalten: 5 Mal

Re: Mehrfachbewerbung Stipendien politischer Stiftungen?

Beitrag von LLama » 27.09.2018, 19:46

Ach, und noch was: Bei meinem Stipendium gab es (wie bei allen der politischen Stiftungen) 1450 Euro netto, in etwa das hatten die Doktoranden mit halber Stelle auch. Nur, dass ich eben Vollzeit promovieren konnte. Mehrere Semester habe ich zusätzlich zwei Lehrveranstaltungen (bezahlt natürlich). Lehrerfahrung ist also auch drin. Evtl. geht Krankenkasse ab, ich war teilweise über einen Lehrauftrag und dann über meinen mann versichert. Insgesamt war ich sehr viel freier als meine Mitdoktoranden (für meinen Geschmack zu frei, das ist bei vielen ein Problem).

Es gibt Vor- und Nachteile von Stipendien. Aber ehrlich, das meiste, was Du hier so anekdotenhaft erzählst, trifft auf die Stipendien der Begabtenförderwerke einfach nicht zu.
I wanna be a Schwa. It's never stressed.

Nomen Nescio
Beiträge: 1253
Registriert: 31.05.2018, 17:29
Status: Dr. No
Hat sich bedankt: 3 Mal
Danksagung erhalten: 21 Mal

Re: Mehrfachbewerbung Stipendien politischer Stiftungen?

Beitrag von Nomen Nescio » 27.09.2018, 23:02

LLama hat geschrieben:
27.09.2018, 19:40
Übrigens: Ich war bei einer solchen Stiftung. Kein Dresscode, zwei feste Termine im Jahr, immer Unterstützung, wenn ich was gebraucht habe. Jederzeit die Möglichkeit, sich beraten zu lassen. Woran das lag? Vielleicht ja daran, dass ich eben meine Bewerbungen nicht einfach rausgehauen habe, sondern mich bei einer Stiftung beworben habe, die zu mir passt.
Auch beim dritten Lesen konnte ich aus dem anekdotenhaft geschilderten Aufbrezeln der Freundin keine Kausalität zu Minderwertigkeit von Stipendien herstellen. Und ja, sich auf (politische) Stiftungen zu konzentrieren, zu denen man/frau nach bestem Wissen und Gewissen zu passen glaubt, erhöht die Chancen, bei dem/-n "Gesinnungsprüfungstreffen" und der Frage "Warum meinen sie, zu uns zu passen?" nicht in Strategiefindungsstarre zu fallen. ;) Ich war und bin noch bei HB, möglicherweise geht es dort, speziell wenn der Stipendiat (mittlerweile) seit ca 15 Jahren in der Gewerkschaft ist, etwas lockerer zu. Man duzt sich, und es hatte eher den Charme des "Können wir dir an irgendeiner Stelle noch helfen?" als den des "Legen sie Rechenschaft ab, wofür wir ihnen monatlich Geld überweisen!". ;) Natürlich habe ich mich auf eine "Großer Bruder an der Uni"-Liste setzen lassen, eine Art informelle Studienberatung für HB-Stipendiaten, auch halte ich bei entspr. workshops Referate über neue Technologie. Unentgeltlich, versteht sich. Nie käme mir in den Sinn, die 2-3 Wochen, die mich das brutto pro Doppelsemester kostet, als durch das Stipendium verursachte Minuszeit zu buchen.
Natürlich hätte jemand, der/die z.B. bei HB den AfD Mitgliedsausweis auf den Tisch legt und/oder Pegida flyer verteilt, schlechte Karten, aber mit kontroversen Meinungen oder Themen können die großen Stiftungen sehr wohl umgehen. Bei meinem Auswahlgespräch zur Diss-Förderung (Bereich Robotik) hat nicht jede(r) DGB-Vertreter*in im Raum gelächelt, aber die Diskussion war sehr sachlich. Am Ende meinte der IG Metaller aus dem Gremium: "Das Thema lässt sich weder ignorieren, noch aussitzen, und bei vernünftiger Betrachtung ist es mir pers. lieber, jemand von uns ist an der Forschung und Umsetzung beteiligt als niemand mit DGB Hintergrund.". Pragmatisch, logisch, gut! ;)
Trollschutzerklärung: Ich halte mich aus threads mit erhöhtem Trollpotential heraus. Im Fehlerfall möge der Troll bitte "NEIN, ich bin nicht einverstanden." drücken.

JFra
Beiträge: 5
Registriert: 24.04.2018, 22:42
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0

Re: Mehrfachbewerbung Stipendien politischer Stiftungen?

Beitrag von JFra » 04.10.2018, 14:16

Meine Erfahrung: ich habe mich parallel bei zwei Stiftungen beworben, die einander politisch nahe stehen. Ich habe bei beiden angegeben, dass ich mich auch bei der jeweils anderen Stiftung beworben habe und habe am Ende auch eine Zusage von einer der Stiftungen erhalten (Bei der zweiten bin ich vorzeitig von meiner Bewerbung zurückgetreten). Es zeigte sich in den Bewerbungsgesprächen bei beiden Stiftungen: es ist überhaupt kein Problem! Die Stiftungen sind sich darüber bewusst, dass eine Promotion oftmals von der Finanzierung abhängt. Deswegen mindert es deine Chancen auf ein Stipendium nicht (!!!), wenn du dich bei ein oder zwei weiteren (passenden) Stiftungen beworben hast.

Hingegen schrumpfen deine Chancen auf Null, sollte sich herausstellen, dass du bei deinen Angaben nicht ehrlich gewesen bist. Überlege doch mal: wenn sie ein Stipendium vergeben, bedeutet das, dass sie eine ganze Menge Geld in dich investieren. D.h. sie müssen dir sehr viel Vertrauen entgegen bringen können. Wenn du dich von vornherein nicht als vertrauenswürdig erweist, ist es doch klar, dass sie deine Bewerbung ablehnen werden.

Viel Erfolg und beste Grüße!

Georgi
Neu hier
Beiträge: 1
Registriert: 24.01.2020, 18:33
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0

Re: Mehrfachbewerbung Stipendien politischer Stiftungen?

Beitrag von Georgi » 24.01.2020, 18:51

Hallo Leute,
ich habe eine Frage, die sich mir gerade bei der Suche nach einem Stipendium stellt. Was wäre, wenn ich quasi die selben Bewerbungstexte bei zwei Stiftungen einreichen würde? es geht um zwei Stiftungen, die sich politisch nahe stehen (Hans Böckler und Friedrich Ebert). Würdet ihr auch das Exposé anpassen, wenn ihr es schon mal für eine der beiden Stiftung verfasst habt.
Und was ist, wenn man sich im letzten Jahr schon einmal bei einer Stiftung beworben hat (damit eingeladen wurde zu einem Gutachtengespräch, dass man blöderweise für einen Job sausen lassen hat;))) - kann ich die eins zu eins gleichen Unterlagen erneut dort einreichen?

Danke für die Mühe!

Liebe Grüße
Georgi

Grounded
Beiträge: 157
Registriert: 10.06.2018, 19:49
Status: Im Endstadium
Hat sich bedankt: 3 Mal
Danksagung erhalten: 11 Mal

Re: Mehrfachbewerbung Stipendien politischer Stiftungen?

Beitrag von Grounded » 25.01.2020, 17:46

Hey Georgi,
Georgi hat geschrieben:
24.01.2020, 18:51
ich habe eine Frage, die sich mir gerade bei der Suche nach einem Stipendium stellt. Was wäre, wenn ich quasi die selben Bewerbungstexte bei zwei Stiftungen einreichen würde? es geht um zwei Stiftungen, die sich politisch nahe stehen (Hans Böckler und Friedrich Ebert). Würdet ihr auch das Exposé anpassen, wenn ihr es schon mal für eine der beiden Stiftung verfasst habt.
Ich empfehle, für jede Stiftung eine eigenes Motivatonsschreiben zu verfassen. Die beiden Stiftungen vertreten Werte, die nicht völlig identisch sind. Daher würde ich genau schauen, welche Werte die jeweilige Stiftung vertritt und mich in den Schreiben entsprechend positionieren.
Georgi hat geschrieben:
24.01.2020, 18:51
Und was ist, wenn man sich im letzten Jahr schon einmal bei einer Stiftung beworben hat (damit eingeladen wurde zu einem Gutachtengespräch, dass man blöderweise für einen Job sausen lassen hat;))) - kann ich die eins zu eins gleichen Unterlagen erneut dort einreichen?
Exakt dieselben Unterlagen einzureichen halte ich für keine gute Idee. Begründe doch einfach, warum du das Gutachtengespräch nicht wahrgenommen hast. Da du darüber hinaus deinen Lebenslauf und ggf. dein Exposee aktualisierst, reichst du nicht dieselben Unterlagen ein.

Viele Grüße
Grounded

Anira
Beiträge: 7
Registriert: 28.09.2019, 17:14
Status: Mitten drin
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0

Re: Mehrfachbewerbung Stipendien politischer Stiftungen?

Beitrag von Anira » 25.01.2020, 20:01

Ich würde nicht unbedingt begründen, warum du ein Gespräch abgesagt hast. Wahrscheinlich wird man sich gar nicht mehr an dich erinnern können, außer du wirst irgendwas diesbezüglich im Bogen gefragt.
Das Motivationsschreiben solltest du definitiv ein bisschen abändern und mehr auf die jeweilige Stiftung anpassen.
Das Exposé kannst du natürlich übernehmen, ggf. halt nochmal aktualisieren. Was willst du da auch nochmal das Rad neu erfinden?
Tendenziell solltest du deine Bewerbung bei der Böckler vielleicht früher einreichen um im Bogen angeben zu können, du hättest dich noch nirgendwo anders beworben. Ich habe schon ein paar mal gehört, dass die böckler da relativ streng sein soll. Die FES dagegen sieht es meistens recht locker, sofern die andere sowas passendes wie die Böckler ist.

Antworten
  • Vergleichbare Themen
    Antworten
    Zugriffe
    Letzter Beitrag