Bewerbungen - Formalia

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Penthesilea
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Bewerbungen - Formalia

Beitrag von Penthesilea » 23.08.2018, 13:28

Hallo,

ich bin derzeit (immer noch) in der Bewerbungsphase für Stellen, Stipendien etc.

Weil diese mir bisher aber nur Absagen ins Haus brachten, bin ich mir im Aufbau meiner Bewerbungen sehr unsicher geworden, gerade was Formalia und Design angeht.
Im allgemeinen wird ja immer ein einheitliches Format und Design verlangt. Aber gilt das nur für Anschreiben und Lebenslauf oder für die ganze Bewerbung? (Ist es z.B. schon ein großer Fehler, wenn - anders als Anschreiben + Lebenslauf - mein Expose einen 1,5 Zeilenabstand (statt 1,0 Zeilen) Zeilen) beträgt und in ihm die Designelemente in der Kopfzeile (mit Name + Adresse, wie bei Anschreiben + Lebenslauf) fehlen? Oder kommt es auch umgekehrt ungünstig, wenn um des einheitliches Design willen auf jeder der Seiten mein Name + Adresse stehen?)

Wie gesagt, ich frage einzig aus Unsicherheit und weil ich die kommenden Bewerbungen eben noch besser als möglich gestalten will/muss.
Wie sind da eure Erfahrungen?

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Cybarb
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Re: Bewerbungen - Formalia

Beitrag von Cybarb » 23.08.2018, 13:48

Hallo,

was folgt, ist nur meine persönliche Meinung.

Ich fände es zwar wünschenswert, wenn alle Elemente einer Bewerbung einheitlich gestaltet wären, aber ein Muss wäre das für mich keineswegs. Ein Anschreiben ist nun mal eine andere Textgattung als ein Lebenslauf, was sich auch auf die Struktur und Formatierung auswirkt. Oberstes Gebot ist die Lesbarkeit, das Design hat sich ihr unterzuordnen.
Nur wenn jemand verschiedene Schriftarten verwenden würde, wäre das für mich ein Anlass, an seiner Sorgfalt zu zweifeln, denn einen guten Grund für die Verwendung verschiedener Schriftarten kann ich mir nicht vorstellen. Aber verglichen mit anderen Schnitzern wären das dennoch Peanuts.

Verschiedene Zeilenabstände können natürlich den Eindruck erwecken, dass jemand zu bestimmten Sachverhalten mehr zu sagen hatte als zu anderen, aber den Text künstlich länger und somit fundierter erscheinen lassen will. Wenn im Exposé ein anderer Abstand gewählt wird als im Anschreiben, könnte es zumindest einen solche Anfangsverdacht geben. Aber sobald jemand das Exposé aufmerksam liest, wird er merken, ob sich der Verdacht erhärtet, oder ihn andernfalls verwerfen.

Die genannten Designelemente in die Kopfzeile des Exposé einfügen: kann man machen (zwecks einfacher Zuordenbarkeit), wäre mir als Leser aber komplett egal.

Kurz gesagt: Wenn die Inhalte stimmen, muss der Kandidat sich schon grobe Schnitzer im Design leisten (Schlampigkeit, Quasi-Täuschungsversuche etc.), damit ich ihn nicht einlade.

Gruß
Cyb

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Re: Bewerbungen - Formalia

Beitrag von flip » 23.08.2018, 13:48

"Oh, Sie haben aber ein interessantes Exposé zu Ihrem potenziellen Thema geschrieben. Und im Ausland waren Sie auch schon und haben die ein oder andere Konferenz besucht und sogar vorgetragen. Und erst die Noten, durchweg sehr gut. Aber das mit dem Schreibbild geht gar nicht. Wenn Sie glauben, dass Sie mit einem 1,5er Zeilenabstand in der Wissenschaft etwas reißen können, dann ist das der falsche Ort für Sie. -> Ablehnung".

Mache ich bei meinen Bewerbern immer so. :D
Formalia sind immer so zu wählen, dass sie nicht weiter auffallen. Also nicht ablenken. Niemand wird dich deswegen allein ablehnen. Aber es kann die Spize des Eisberges sein. Deine Odyssee aus dem anderen Thread verschweigst du hier ja (clevererweise). Vermutlich liegt dort eher der Hund begraben.
Zuletzt geändert von flip am 23.08.2018, 14:06, insgesamt 2-mal geändert.

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Re: Bewerbungen - Formalia

Beitrag von spirograph » 23.08.2018, 13:55

Hi,

nun, Einheitlichkeit als Einheit von all deinen Unterlagen könnte schon sein; ist sicher auch schnell herstellbar. Zeilenabstand, Schrift, Randformate, sowas. Eine gewisse Übersichtlichkeit - wie wenn man das Dokument ganz klein macht und kann die Schrift schon nicht mehr lesen, sieht aber, dass es sehr stimmig proportioniert ist. Wenn vorn, auf dem Titelblatt, deine Adresse draufsteht, langt das; das macht die Kopfzeile unnötig; sowas trägt eher auf, m.E. Eine Info an einer Stelle ankern; Wiederholungen gerade bei Orga-Sachen nicht zigfach. Ggf mit grafischen Elementen, wie Linien arbeiten; auch Tabellen, die man dann unsichtbar macht, helfen für gleichmäßige Strukturen.

Bei mir besteht das immer aus einem Titelblatt mit Foto von meiner Larve dazu Titel der Stelle, wo ich mich bewerbe (so mittig), unten steht da meine Adresse u Mail sowie Anlagenübersicht des Ganzen (also der ganzen Bewerbung), dann Anschreiben, Lebenslauf, Lehrveranstaltungsverzeichnis und Zeugnisscans/kopien.

Kiek mal im Netz nach, da gibt es gute Vorlagen, wo Du Betriebsspionage machen kannst. Sowas erstellt man einmal, dann trägt man Sachen/Neuerungen immer nach; hat das aufn Desktop liegen und bei jeder sich bietenden Gelegenheit wirdn pdf fertsch gemacht, was raus geht.

Gibt aber auch Agenturen, die das einmal machen und Dir son template erstellen, was Du immer wieder vervollständigst.

interamt.de; bund.de und der ZEIT/Stellenmarkt, hsozkult könnten - ich sage das ja hier im Forum oft! - deine Sprungbretter sein. Dort sind besonders alle Stellen des ÖD täglich neu ausgeschrieben. :-)

Aber Du wirst bestimmt hier weitere Hinweise bekommen. So Bewerbungen sind ja das Schlüsselelement, alle machen´s, aber keiner spricht da mal offen drüber. Ich habe selbst auch - bis auf ganze private Ausnahmen - höchst selten Bewerbungen von anderen gesehen. Ich weiß vom Lehrstuhl, wo ich bin, dass das Sekretariat dann so Übersichten/Synopsen von jedem Bewerbenden erstellt, die gehen in die Personalabteilung, Chef, Personalrat und Gleichstellungsbüro. Gucken alle druff. Aber letztlich entscheidet nur der Chef. Der Rest wird glattgezogen.

Überhaupt, ich fabuliere mal an der Stelle, ist es so, dass je komplexer und in gewisser Weise detailreich (und auch mit bisschen so abstrusen Details, die gar nicht im ersten Zusammenhang mit der Stelle stehen!) die Stellenausschreibungen, hier insbesondere die Anforderungen und Voraussetzungen formuliert sind, desto eher - meine Erfahrung gibt mir Recht - ist so ne Stelle direkt für einen schon bekannten Bewerbenden geschrieben; z.B. "LfbA gesucht; Voraussetzungen: HSA in Pädagogik, Lehrerfahrung, Gremien- und Studienorgaerfahrung (soweit alles im Erwartbaren; aber dann) Erfahrungen in videographiebasierter Lern- und Unterrichtsforschung, Erfahrung und praktisch Expertise in museumspädagogischen Jugendeinrichtungen, Erfahrungen in Lehr- und Lernszenarien der beruflichen Weiterbildung, im besonderen von Schulabbrechern. Und das setzt sich fort in noch 5-10 detailreichen, zusammenhangslosen Unterpunkten - das ist schlichtweg jemanden auf den Leib geschneidert. Pffff. Auch solche Sachen wie Stellen nochmal ausschreiben oder Verlängerung d Bewerbungsfrist; oft wird die Einstellung sooo lange hinaus gezögert, wie möglich. Ich wurde einmal am Montag eingestellt, da unterzeichnete ich meinen Vertrag, dies war der erste Tag der Vorlesungszeit und ich musste ohne Vorlauf 6 SWS hinzaubern....die wollten sich den einen Monat Gehalt schlichtweg sparen. Nun höre ich das bestätigt, wenn es bei uns um Einstellungen geht. Real crazy. Letztes Jahr gab es bei uns den Fall, dass sich zwei Kandidaten bewarben, es aber heraus kam, dass die gesamte Lehre schon durch unser Team abgedeckt war; der Bedarf war da also doch nicht gegeben, schwupps wurde die Stelle nochmal ausgeschrieben, obwohl es zwei gute Bewerbungen waren! Leute, die man eigentlich sofort hätte binden müssen, aber es wird dann ganz kaltschnäuzig der Orga-Kram anders gelegt. Schon krass, das immer mitanzuhören. Da stecken ja Menschen dahinter....ich kanns manchmal nich fassen.

Wichtig ist ggf noch zusagen, dass dein Anschreiben (abzugrenzen von einem Moti-Schreiben) wichtig ist. Die Formulierungen und was Du ansprichst. Es geht da um deine Person, nicht um das konkrete Fachwissen oder fachwiss. Zusammenhänge, an sich. Wenn dann in Form von erwähnenswerten Zertifikaten, Erfahrungen und sowas. Einmal las ich so ein Anschreiben von einem Historiker, der darin, ja, fachwiss Zusammenhänge darlegte, um iwie plausibel zu machen, dass er das weiß und deswegen f die Stelle geeignet ist....mmmmh, da muss, denke ich/so mache ich das, durch Zertifikate/Abschlüsse, Erfahrungen und sowas aufgefangen werden bzw darüber verplausibilisiert werden. Just saying.

Ich hoffe, Du hast alsbald Erfolg!!!

Dir alles Gute,

spiro
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Re: Bewerbungen - Formalia

Beitrag von Penthesilea » 29.08.2018, 16:39

Moin, vielen Dank für eure vielen Tipps, die haben mir auf jeden Fall geholfen!
spirograph hat geschrieben:
23.08.2018, 13:55
interamt.de; bund.de und der ZEIT/Stellenmarkt, hsozkult könnten - ich sage das ja hier im Forum oft! - deine Sprungbretter sein. Dort sind besonders alle Stellen des ÖD täglich neu ausgeschrieben.
Bin da schon drin, ist eben nur das häufigste Programm: das Fach, welches ich studiert habe, findet sich da nicht... :(
Aber hilft ja nichts, einfach weitermachen :mrgreen:

lg Penthesilea

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Re: Bewerbungen - Formalia

Beitrag von spirograph » 29.08.2018, 18:31

Hi,

also just in case: ggf wäre ja ein Bundesfreiwilligendienst so in deinem Fachkorridor was für Dich. Die Altersgrenze ist da nach oben relativ offen.

https://www.bundesfreiwilligendienst.de ... ragen.html

Um, ja, ggf nicht zu lange in der Luft zu hängen, eine Perspektive zu haben und für die Zeit was im Lebenslauf, und neue Erfahrungen und Bereicherungen, plus bezahlt ist es auch noch.

Dir alles Gute, hoffentlich klappt´s bald. Solche Durststrecken haben VIELE durch. Auch wenn darüber nix groß erzählt wird. Auch Ärzte, Rechtsanwälte, Lehrkräfte kennen sowas. Nich verzagen. Armzug, Beinzug, Armzug, Beinzug!

spiro
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