Veröffentlichung in einem Publikumsverlag

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wasserfee
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Veröffentlichung in einem Publikumsverlag

Beitrag von wasserfee » 14.08.2018, 08:39

Nachdem ich kürzlich meine Diss abgeschlossen und verteidigt habe, befinde ich mich nun auf Verlagssuche. Ich habe die begründete Hoffnung, bei einem Publikumsverlag unterzukommen. Nun stellt sich mir folgende Frage: Darf ich Kopien des Manuskripts gleichwohl als Pflichtexemplare an die Bibliotheken liefern? Oder haben Publikumsverlage etwas dagegen, so dass ich erst Exemplare des veröffentlichten Buchs als Pflichtexemplare abgeben darf?

Leider habe ich bisher niemanden gefunden, der mir mit der Frage weiterhelfen konnte, weil ich niemanden kenne, der seine Arbeit in einem Publikumsverlag veröffentlicht hat. Aber vielleicht hat ja jemand von Euch das getan und weiß eine Antwort?

Eva
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Re: Veröffentlichung in einem Publikumsverlag

Beitrag von Eva » 16.08.2018, 09:02

Ich verstehe dein Problem noch nicht ganz - worum geht es dir genau? Solange du deine Dissertation nicht veröffentlicht hast, fallen auch keine Pflichtexemplare für Bibliotheken an, denn archiviert werden nur publizierte Schriften, keine Manuskripte.

Vermute ich richtig, dass du die Arbeit zunächst auf anderem Weg veröffentlichen willst, um das universitäre Promotionsverfahren abzuschließen, dir aber die Möglichkeit offen halten willst, den Text dennoch zusätzlich in einem Publikumsverlag zu publizieren? Dann solltest du zunächst herausfinden, welche Wege der Veröffentlichung deine Promotionsordnung festschreibt, um das Prüfverfahren abschließen zu können. Als nächstes würde ich dir raten, in Frage kommende Verlage anzuschreiben und neben der Bitte, dein Manuskript für die Veröffentlichung zu prüfen, auch deren Bereitschaft abzufragen, was eine parallele oder vorherige Veröffentlichung auf anderem Weg angeht.

Oder meinst du die in Promotionsordnung oft eingeräumte Option, z.B. 100 Exemplare der Dissertation abzugeben, von denen dann auch einige als Pflichtexemplare an andere Universitätsbibliotheken wandern? Auch das würde ich ggf. mit den dich interessierenden Verlagen abklären.

wasserfee
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Re: Veröffentlichung in einem Publikumsverlag

Beitrag von wasserfee » 18.08.2018, 12:29

Vielen Dank für Deine Antwort! :blume: Ja, Du hast mich ganz richtig verstanden - und tatsächlich scheint der einzig gangbare Weg zu sein, bei den Verlagen, bei denen ich mein Manuskript einreiche, nachzufragen, ob ich Kopien der Arbeit parallel oder zuvor auch bei den hiesigen Bibliotheken als Pflichtexemplare abgeben darf (das wären bei uns so etwa eine handvoll Exemplare).

Die Promotionsordnung lässt offen, auf welchem Weg ich die Dissertation veröffentliche - ob "nur" durch Abgabe von Pflichtexemplaren bei den Bibliotheken oder durch Veröffentlichung bei einem Verlag. Bei uns sind kumulative Dissertationen üblich, eine Monografie hat vor mir noch niemand geschrieben, so dass mir nun nahegelegt wird, wie alle anderen mit ihren kumulativen Arbeiten auch doch einfach die Pflichtexemplare abzugeben - ob ich mir damit ggfs. die Publikation bei einem Verlag verunmögliche, hat hier keiner auf dem Schirm. Also, wie Du sagst: Ich muss wohl die Verlage fragen, ob die "Doppel-Veröffentlichung" möglich ist. (Wenn nicht, würde es letztlich lediglich bedeuten, dass ich den Dr.-Titel später tragen darf, was wirklich nicht so wichtig ist.)

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Re: Veröffentlichung in einem Publikumsverlag

Beitrag von caipirinha11085 » 19.08.2018, 20:05

Wie lange brauchen Verlage denn für eine Veröffentlichung in deinem Bereich? Meine Diss war nach Abgabe des druckfertigen Manuskripts in wenigen Wochen veröffentlicht. Der Verlag hat mir ein paar Exemplare für den Eigengebrauch geschickt und der Uni die nach geltender PromO nötigen Pflichtexemplare. So konnte ich guten Gewissens mit der Abgabe der Pflichtexemplare bis zur Veröffentlichung warten.
Ist das ein gangbarer Weg für dich?

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Re: Veröffentlichung in einem Publikumsverlag

Beitrag von wasserfee » 20.08.2018, 21:48

Für mich selbst wäre es nicht so tragisch, auch etwas länger zu warten. Ich stoße hier einfach auf völliges Unverständnis bzw. werde gedrängt, doch einfach das Manuskript "im Eigenverlag" zu veröffentlichen (d.h. kopieren, binden, als Pflichtexemplare zu den Bib. tragen). Die mich interessierenden Verlage brauchen bereits einige Wochen bis Monate nur für die Prüfung des Manuskripts. D.h. die ganze Sache dürfte sich ziemlich hinziehen ...

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Re: Veröffentlichung in einem Publikumsverlag

Beitrag von Nomen Nescio » 21.08.2018, 13:20

Warum willst du in einem "offenen" Verlag publizieren. Die angesehenen Wege in Medizin sind mir nicht geläufig. Bei uns (Informatik) wird mit steigender Tendenz einfach online veröffentlicht, auch aus dem Grund, dass damit das Risiko minimiert wird, zum Zeitpunkt der Drucklegung bereits Altpapier zu produzieren. Mittlerweile funktioniert auch digitale Verteilung, so dass man keine 5 USB Sticks mehr in der UB abgeben muss. :lol: Bei Juristen scheint mir die Wahl eines renommierten Verlags hingegen schon nahe an einem geldwerten Vorteil für den Berufseinstieg zu sein. Wo liegen Onkel bzw Tante Doktor diesbezüglich? ;)
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Re: Veröffentlichung in einem Publikumsverlag

Beitrag von mm42 » 21.08.2018, 16:22

wasserfee hat geschrieben:
20.08.2018, 21:48
Für mich selbst wäre es nicht so tragisch, auch etwas länger zu warten.
Evtl. schreibt die Promotionsordnung vor, dass die Publikation spätenstens x Monate nach der mündlichen Prüfung publiziert sein muss.

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