Meine Zukunftspläne - brauche Input

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flip
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Re: Meine Zukunftspläne - brauche Input

Beitrag von flip » 19.05.2018, 10:39

Aha, mal als Tipp für die zukünftigen Bewerbergespräche: Vergiss deine Versteifung auf Regularien und Zahlen oder wissenschaftliches Interesse an irgendwas quantifizieren zu wollen (Noten, Kursnamen, CPs,...), sondern lese dir die Abschlussarbeiten durch und lade die Person zu einem Gespräch ein. Du bist schließlich Junior-Prof. Dann kannst du dir ein Bild über die tatsächliche Qualifikation eines Bewerbers machen. Und nicht, dadurch dass er/sie den prototypischen Philo-Schein für den Tellerrand gemacht hat.

Du hast aber recht, jemand, der sich dafür interessiert, ist sicherlich ein guter Kandidat für eine Diss. Aber es gibt genügend Gründe, warum ein Bewerber keine Vorlesungen darin belegt. Der profanste ist vermutlich, dass es gar keine Fakultät dafür gibt. :D Wie an einer meiner alten Unis.

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Re: Meine Zukunftspläne - brauche Input

Beitrag von Green Goddess » 19.05.2018, 11:30

flip hat geschrieben:Aha, mal als Tipp für die zukünftigen Bewerbergespräche: Vergiss deine Versteifung auf Regularien und Zahlen oder wissenschaftliches Interesse an irgendwas quantifizieren zu wollen (Noten, Kursnamen, CPs,...) ...
Ich bin weit davon entfernt, zu glauben, ich hätte für meine Sparte den Stein der Weisen des Rekruitings gefunden, auch schicke ich die "120" nicht sofort mit "Tut uns leid, wurde nichts draus, ..." zurück. Es ist lediglich so, dass die Unterlagen im Stapel nach unten rutschen und erst wieder geöffnet werden, wenn ich unter den "120+X" BewerberInnen niemanden gefunden habe.
flip hat geschrieben:... sondern lese dir die Abschlussarbeiten durch und lade die Person zu einem Gespräch ein. ...

Wir reden bisher über eine recht überschaubare Anzahl an Bewerbungen (ca 15 insgesamt), aber eine würdigende Durchsicht einer Abschlussarbeit kostet mich ca 1 Arbeitstag, ein Gespräch inkl Vor- und Nachbereitung schlägt mit sehr tief angesetztem 1/2 Tag, inkl Formalkram rund 1 Tag zu Buche. Bei 15 Bewerbungen wäre ich somit rund anderthalb Monate allein damit ausgelastet gewesen. NO GO! ;) Die optimalen KandidatInnen zu finden ist IMHO eine Fiktion, im Zweifel haben sich gerade die nicht bei mir beworben. ;) Optima sind nice to have, aber in der Realität muss man/frau sich bei den Pareto-Maxima (Sonderfall des TNSTAAFL-Theorems "There's No Such Thing As A Free Lunch") einrichten. ;)

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Re: Meine Zukunftspläne - brauche Input

Beitrag von neutralName » 19.05.2018, 15:33

Hallo zusammen,

vielen Dank eure Antworten.
Neben der interessanten Diskussion über das Doktorandenauswahlverfahren habe ich zu den Plänen herausgelesen, dass:
  • der Master knapp geplant ist
  • die Promotion etwas lang geplant ist
  • und anderes, dass sich besser mit Quotes schreiben lässt
Mit dem Bachelor erlange ich 210 CP. Der Master an der FH ist auf 90 CP ausgelegt, also drei Semester.
In einem Jahr geht das natürlich nicht. Aber in der Regelstudienzeit möchte ich das schon abschliessen.
Der Master an den Unis meiner Wahl liegt bei 120 CP + 1-2 Semester zur Anforderungserfüllung im Vorfeld.

Mir war überhaupt nicht bewusst, dass die CP außer der >= 300 Promotionsregel eine Rolle spielen könnten.
Ich hatte die Bewertungssituation bei der Suche nach einem DV bisher so eingeschätzt:
Art des Kontakts (intern/extern/über gemeinsame Kontakte) > Thema der Promotion > Zensuren
Mit dem Alter variabel positioniert, abhängig vom DV.

Ich habe in meinem Bachelor ein paar Zusatzmodule aus eigenem Interesse belegt. Ich wollte sie eigentlich nicht mit drin haben, weil sie alle unter meinem Schnitt liegen (1.7, 2.0, 2.0). Aber ich könnte mir damit zusätzlich 12 CP anerkennen lassen, wenn das was bringt.
Meint ihr, dass macht Sinn?
Falls ja, auch dann, wenn ich damit von 1,6 auf 1,7 im Abschluss rutsche?
Sind alles Sprachen, also fachfremd. Aber keine Schnupperkurse, sondern fortgeschritten.

Zur Promotionsdauer. Einer der Profs meinte, das dauere mindestens 3 Jahre, realistischer wären 4-5. Deshalb habe ich mal 5 veranschlagt. Schneller wäre natürlich besser.
praktikum hat geschrieben:Das mit dem Vorplanen der Promotionsphase ist schön und gut, aber Du hast nicht einmal mit der Masterarbeit angefangen. [...]

In der Zeit kann sich bei all Deinen Varianten aber noch einiges ändern. [...]
Green Goddess hat geschrieben:Ich möchte dies noch etwas strikter formuliert sehen: "..., du hast noch nicht einmal deine BA geschrieben. Sei's drum!
Ihr habt vollkommen recht. Bis dahin kann sich einiges ändern, auch intrinsisch.
Allerdings halte ich im Moment ja schon eine Stellschraube, die darüber entscheidet, wie gut ich für eine eventuelle Promotion später positioniert bin, wenn es denn dann doch relevant werden sollte.
Ich weiß, ihr wollt mich darauf aufmerksam machen, dass sich bezüglich der Pläne vieles ändern oder auch schief gehen kann. Das ist wichtig.
Mir ist aber bewusst, dass meine Pläne im Moment nicht mehr als fiktive Szenarien sind.
gundi1986 hat geschrieben:du hast ja bereits sehr genaue Vorstellungen davon, wie deine berufiche Zukunft aussehen könnte. Bei derlei langen Zeiträumen kann jedoch einiges Unvorhergesehenes dazwischen funken. Und ob man es wirklich zur FH-Professur schaft ist auch nicht sicher.

Eigentlich befindest du dich aber in einer recht komfortablen Position. Warum gehst du also nicht den sicheren Weg? Master an deiner FH und wenn es mit der anschließenden Promotion klappt, umso besser.[...]
Dein gesamter Beitrag spricht mir aus der Seele. Ich habe nur etwas Angst mit dieser Variante zu anhängig von den Profs zu werden.
Sodass ich am Ende ohne ihr Wohlwollen auf einem wissenschaftlichen Abstellgleis liege.
Aber im Prinzip hast du recht und vielleicht sollten die von dir genannten Punkte schon für eine Entscheidung ausreichen.
Denn ich kann mir ja eben auch eine wirtschaftliche Karriere vorstellen. Und wenn es mit der Promotion nicht klappt, ist Master eben Master. Der Unterschied FH / Uni ist da glaube ich nicht ganz so groß wie im wissenschaftlichen Feld. In dem Fall wäre der zügigere Master besser.
Green Goddess hat geschrieben:[...]Deinen Plan bis zu FH-Professur lasse ich bewusst unkommentiert. ;)[...]
Das fasse ich als ein "vergiss es" auf. Es würde mir sehr helfen, wenn du das etwas ausführen könntest.

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Re: Meine Zukunftspläne - brauche Input

Beitrag von Vollkornpizza » 20.05.2018, 08:39

Mach den Master an der FH. Es spricht so vieles dafür.

Über alles, was danach kommst, zerbrichst du dir im Hier und Jetzt nur unnötig den Kopf. Das Leben ist nur sehr bedingt planbar. Es ist meine Erfahrung (wobei mein Leben kürzer ist als deins), dass es am besten ist, wenn man immer das macht, was für einen imminent sinnvoll ist. Obwohl ich mein Promotionsthema schon im 2./3. Bachelor-Semester erdacht habe, habe ich einen Master in einem ganz anderen Bereich gemacht (in dem ich jetzt auch arbeite, aber eben nicht promoviere), weil ich diesen Master machen wollte. Als ich ihn abgeschlossen habe, habe ich mich auf die Suche nach einem/r DV/DM gemacht. Das war natürlich mühsam und hat lange gedauert, weil ich ja auf die Profs meines Masters wg. meines Themenwunsches nicht zurückgreifen konnte. Und ich habe auch einmal eine Absage bekommen wg. angeblich zu weniger CPs. Aber das ist egal, denn mit dem Prof wäre es eh nichts geworden. Die DM, die ich jetzt habe ist hingegen, die dei beste die man sich wünschen kann :heart: .

Ob du dir die zusätzlichen 12 CP anerkennen lassen solltest, kann ich aus der Ferne nur schwer beantworten. Hat der Masterstudiengang an der FH einen NC? Wenn ja, wo lag der so (wenn bei 1,6-1,7 vielleicht lieber auf die CP verzichten...) ? Wenn nein, kommt es darauf wohl kaum an.

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Re: Meine Zukunftspläne - brauche Input

Beitrag von Dell » 20.05.2018, 13:52

Lieber Themenersteller,
obwohl ich generell zu Uni raten würde, bin ich mir bei dir etwas unsicher wegen dem Alter. Du hast einfach nicht mehr die Zeit ein neues Netzwerk aufzubauen und viele Extracurriculars anzupacken und gleichzeitig mit den möglicherweise anspruchsvolleren Uni-Master schrittzuhalten.
Im ersten Schritt würde ich in Richtung "employability" anstatt Promotion planen.

GreenGoddess hat auch schon angeschnitten wie wichtig Studium+ "X" ist. Bei unserer letzten Doktorandenstelle haben es über 100 Bewerbung durch die Personalabteilung zu uns geschafft. Sehr viele hatten zusätzliche Forschungsaufenthalte (auch im Ausland), Ehrenämter, tolle Praktika, zum Teil Publikationen. Die Qualität der heutigen Bewerber ist sehr beeindruckend und man muss sich vor Augen halten, dass der Lebenslauf bei Promotionsbeginn nicht auf "0" gesetzt wird und einem Leistungen und Herausstellungsmerkmale zu Beginn der Karriere weiterhin bevorteilen.

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Re: Meine Zukunftspläne - brauche Input

Beitrag von Green Goddess » 20.05.2018, 18:31

neutralName hat geschrieben:
Green Goddess hat geschrieben:[...]Deinen Plan bis zu FH-Professur lasse ich bewusst unkommentiert. ;)[...]
Das fasse ich als ein "vergiss es" auf. Es würde mir sehr helfen, wenn du das etwas ausführen könntest.
Das bezog sich rein auf :
neutralName hat geschrieben:...Master (1-2 J) -> Promotion (~ 5 J) -> Praxis (3-5 J) -> FH Professur (Alter: 42-44)...
Wie bereits geschireben, steckst du derzeit in der Bachellor-Arbeit. Ich halte es für sinnfreie Spekulation, jetzt über deine Aussichten für 2028/2030 zu spekulieren; rein in diesem Zusammenhang bitte ich, mein "Unkommentieren" zu verstehen.

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