Externe Promotion BWL/Finance & Accounting nach Studium wie umsetzen? Notenkriterium neben der Promotionsordnung?

... und die Fragen, die sich davor und dabei ergeben.
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Externe Promotion BWL/Finance & Accounting nach Studium wie umsetzen? Notenkriterium neben der Promotionsordnung?

Beitrag von middelfranke » 10.03.2018, 16:45

Hallo liebe Akademiker,

ich studiere im Moment noch Finance & Accounting im Master (habe noch ca. 1 Jahr bis zum Abschluss). Seit Beginn meines Masterstudiums habe ich den Wunsch in einem meiner gewünschten Fachbereiche (Steuerrecht oder Controlling) zu promovieren.
Ich denke, dass es hier vielen ähnlich ging und nicht genau wussten in welchem konkreten Fachbereich ihres Studiums (v.a. bei BWL) sie letztendlich, wenn es möglich ist, promovieren zu wollen. Anhand welchen Kriterien habt ihr dies dann für euch entschieden?

Ich habe bereits mit zwei Professoren aus den o.g. Fächern gesprochen, denen eher die Noten aus Seminararbeiten/Abschlussarbeiten wichtiger als die Notenzusammensetzung des kompletten Studiengangs sind.

Ich denke, dass sich mein Schnitt so bei 2,0 - 2,2 einpendeln wird, je nach Fächerwahl. Ich weiß, dass man letztendlich nur einen Doktorvater finden muss, wenn man die Voraussetzungen der Promotionsordnung erfüllt, aber wie schätzt ihr meine Chancen ein? Man liest im Netz und auch hier im Forum oftmals von Spitzennoten, die man hierfür braucht, um überhaupt angenommen zu werden bzw. um eine Promotion auch durchziehen zu können.

Jedoch möchte ich nicht nur aufgrund besser erreichbaren Noten andere Fächer als meine gewünschten im Rahmen meines Studiengangs belegen.

Die Stellen für wissenschaftliche Mitarbeiter sind an beiden Lehrstühlen wohl für weitere Jahre voll besetzt, da es auch eher eine kleinere Uni ist, sodass wohl nur noch eine externe Promotion in Frage käme.

Vielleicht sind hier Leute dabei, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben oder Tipps für mich hätten. Dafür wäre ich sehr dankbar. Ich möchte mich nur frühstmöglich damit beschäftigen, da sich das Studium dem Ende neigt.

Liebe Grüße

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flip
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Re: Externe Promotion BWL/Finance & Accounting nach Studium wie umsetzen? Notenkriterium neben der Promotionsordnung?

Beitrag von flip » 12.03.2018, 14:42

Ich habe bereits mit zwei Professoren aus den o.g. Fächern gesprochen, denen eher die Noten aus Seminararbeiten/Abschlussarbeiten wichtiger als die Notenzusammensetzung des kompletten Studiengangs sind.

Ich denke, dass sich mein Schnitt so bei 2,0 - 2,2 einpendeln wird, je nach Fächerwahl. Ich weiß, dass man letztendlich nur einen Doktorvater finden muss, wenn man die Voraussetzungen der Promotionsordnung erfüllt, aber wie schätzt ihr meine Chancen ein?
Einen Satz vorher schreibst du selbst, dass die Gesamtnote irrelevant ist. Also, was lernen wir daraus? ;)

In der Regel hat man interesse einem einem bestimmten Gebiet. Dir fehlt das allerdings komplett, wenn ich das richtig lese. Stattdessen willst du "nur" grob eine Dissertation schreiben. Weil...?

Vollkornpizza
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Re: Externe Promotion BWL/Finance & Accounting nach Studium wie umsetzen? Notenkriterium neben der Promotionsordnung?

Beitrag von Vollkornpizza » 12.03.2018, 23:40

Also ich denke du bist zzt. noch in der sehr guten Situation, dass du ja in der Uni bist und entsprechend bei den Profs, die die Seminare unterrichten, die dich interessieren jederzeit in die Sprechstunde gehen kannst. Das solltest du in deinem Fall einfach tun. Vor allem, wenn du in irgendeinem Fach sehr gute Noten hast, werden dir die Profs schon von sich aus schon anbieten, bei ihnen zu promovieren.

Anders als Flip verstehe ich deinen Beitrag so, dass du dich insb. für Controlling und Steuerrecht interessierst.

Ich bin absolut keine BWLerin, aber eine Erfahrung aus meinem eigenen Leben geht so: Ich promoviere zzt. in dem Fach, in dem ich während des Masters die schlechteste Note hatte, aber das mir auch am besten gefallen hat. Der Grund ist, dass ich während des ganzen Moduls nicht für die Klausur gelernt habe, sondern so inspiriert war, dass ich stattdessen die ganze Zeit nur das Exposé für meine Diss geschrieben habe. Die verhältnismäßig schlechte Note war mir am Ende zwar sehr peinlich, aber ich habe der Dozentin (die leider keine Professorin war), meine Exposé gezeigt und sie fand es ziemlich gut. Das hat mich ermutigt, mich auf die Suche nach einem/r BetreuerIn an einer anderen Uni zu machen. Meine jetzige DM hat übrigens nie nach der Note, die ich in dem Modul hatte, gefragt. :-X

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Re: Externe Promotion BWL/Finance & Accounting nach Studium wie umsetzen? Notenkriterium neben der Promotionsordnung?

Beitrag von flip » 13.03.2018, 01:43

Ups, man streiche "komplett" oben. Aber in der Regel kommt das Interesse ja wenn man sich voll im Thema befindet. Also über Seminare und Abschlussarbeiten. Die Frage, warum man denn auf einem Gebiet promovieren will, sollte man aber schon beantworten können. Zumindest sich selbst ;)

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Re: Externe Promotion BWL/Finance & Accounting nach Studium wie umsetzen? Notenkriterium neben der Promotionsordnung?

Beitrag von middelfranke » 14.03.2018, 09:16

flip hat geschrieben:
Ich habe bereits mit zwei Professoren aus den o.g. Fächern gesprochen, denen eher die Noten aus Seminararbeiten/Abschlussarbeiten wichtiger als die Notenzusammensetzung des kompletten Studiengangs sind.

Ich denke, dass sich mein Schnitt so bei 2,0 - 2,2 einpendeln wird, je nach Fächerwahl. Ich weiß, dass man letztendlich nur einen Doktorvater finden muss, wenn man die Voraussetzungen der Promotionsordnung erfüllt, aber wie schätzt ihr meine Chancen ein?
Einen Satz vorher schreibst du selbst, dass die Gesamtnote irrelevant ist. Also, was lernen wir daraus? ;)

In der Regel hat man interesse einem einem bestimmten Gebiet. Dir fehlt das allerdings komplett, wenn ich das richtig lese. Stattdessen willst du "nur" grob eine Dissertation schreiben. Weil...?
Zunächst einmal vielen Dank für eure Antworten. Vom Fachgebiet her würde ich es schon wissen; habe auch in etwa eine Tendenz über welches Themengebiet, jedoch noch nicht all zu konkret natürlich. Ich meinte damit nicht "grob" eine Dissertation zu schreiben, sondern, dass ich mich nicht für ein Fachgebiet (Controlling vs. Steuerrecht) entscheiden kann.

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Re: Externe Promotion BWL/Finance & Accounting nach Studium wie umsetzen? Notenkriterium neben der Promotionsordnung?

Beitrag von middelfranke » 14.03.2018, 09:21

Vollkornpizza hat geschrieben:Also ich denke du bist zzt. noch in der sehr guten Situation, dass du ja in der Uni bist und entsprechend bei den Profs, die die Seminare unterrichten, die dich interessieren jederzeit in die Sprechstunde gehen kannst. Das solltest du in deinem Fall einfach tun. Vor allem, wenn du in irgendeinem Fach sehr gute Noten hast, werden dir die Profs schon von sich aus schon anbieten, bei ihnen zu promovieren.

Anders als Flip verstehe ich deinen Beitrag so, dass du dich insb. für Controlling und Steuerrecht interessierst.

Ich bin absolut keine BWLerin, aber eine Erfahrung aus meinem eigenen Leben geht so: Ich promoviere zzt. in dem Fach, in dem ich während des Masters die schlechteste Note hatte, aber das mir auch am besten gefallen hat. Der Grund ist, dass ich während des ganzen Moduls nicht für die Klausur gelernt habe, sondern so inspiriert war, dass ich stattdessen die ganze Zeit nur das Exposé für meine Diss geschrieben habe. Die verhältnismäßig schlechte Note war mir am Ende zwar sehr peinlich, aber ich habe der Dozentin (die leider keine Professorin war), meine Exposé gezeigt und sie fand es ziemlich gut. Das hat mich ermutigt, mich auf die Suche nach einem/r BetreuerIn an einer anderen Uni zu machen. Meine jetzige DM hat übrigens nie nach der Note, die ich in dem Modul hatte, gefragt. :-X
Genau deswegen möchte ich mich früh genug darum kümmern, auch wenn es jetzt bis zum Abschluss noch ein Jahr ist. Bei den Gesprächen mit den Professoren merke ich, dass sie recht offen für die Thematik sind, wobei sie dann doch zu erkennen lassen, dass es am Ende vom Schnitt her grob mind. eine 2,0 werden soll. Achte ich darauf, dann kann ich vermutlich die beiden o.g. Fächer nicht so vertiefen, da in den Fächern nicht unbedingt die besten Noten an unserer Uni vergeben werden.

Ich mache mir halt auch Gedanken, was dann wäre, wenn dann doch kein Prof. meiner Uni mehr Interesse hat mich zu betreuten und was ich dann machen soll?
In erster Linie möchte ich promovieren, um anschließend/irgendwann unbedingt mal in der Forschung zu arbeiten. Es geht also nicht unbedingt um den Titel für die Wirtschaft/Prestige o.ä.

Nochmals vielen Dank für eure Hilfe. Tut gut etwas von Menschen zu hören, die den Prozess ähnlich durchlaufen haben.

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Re: Externe Promotion BWL/Finance & Accounting nach Studium wie umsetzen? Notenkriterium neben der Promotionsordnung?

Beitrag von Vollkornpizza » 15.03.2018, 11:56

Ich glaube, du denkst zu viel nach. Deine Frage läuft ja im Prinzip darauf hinaus, ob du eines der beiden Fächer vernachlässigen solltest, um in einem eine sehr gute Note zu haben oder so. Ich denke aber, strategische Überlegungen dieser Art sind nicht nötig.

Wenn du zu diesem Zeitpunkt entsprechend Kontakt mit möglichen Professoren aufbaust, Ihnen von deinem Promotionswunsch erzählst und sie um Rat und Tipps bittest, machst du schon alles richtig.

Es ist mE auch nicht unüblich, sich für verschiedene Fächer und Themen zu interessieren, in/zu denen man sich eine Promotion vorstellen kann. Gerade eine gewisse Flexibilität bzgl. Themen ist eher nützlich.

Hinzu kommt ja auch noch, dass wenn es an deiner Uni eher schwierig ist, gute Noten zu bekommen, dies an anderen Unis in Deutschland ja auch bekannt sein wird. Ich kann in meinem Fach z.B. ziemlich gut einschätzen, von welcher Uni welche Note was bedeutet.

Darüber hianus möchte ich noch sagen (und das habe ich und andere in diesem Forum schon häufig geschrieben): Am Ende steht und fällt alles mit der Frage, ob ein/e ProfessorIn die annehmen möchte. Wenn ja, tun sie alles für dich, die Note ist dann auch egal. Wenn nicht, ist die Note halt ne beliebte Ausrede.

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Re: Externe Promotion BWL/Finance & Accounting nach Studium wie umsetzen? Notenkriterium neben der Promotionsordnung?

Beitrag von middelfranke » 15.03.2018, 16:04

Vollkornpizza hat geschrieben:Ich glaube, du denkst zu viel nach. Deine Frage läuft ja im Prinzip darauf hinaus, ob du eines der beiden Fächer vernachlässigen solltest, um in einem eine sehr gute Note zu haben oder so. Ich denke aber, strategische Überlegungen dieser Art sind nicht nötig.

Wenn du zu diesem Zeitpunkt entsprechend Kontakt mit möglichen Professoren aufbaust, Ihnen von deinem Promotionswunsch erzählst und sie um Rat und Tipps bittest, machst du schon alles richtig.

Es ist mE auch nicht unüblich, sich für verschiedene Fächer und Themen zu interessieren, in/zu denen man sich eine Promotion vorstellen kann. Gerade eine gewisse Flexibilität bzgl. Themen ist eher nützlich.

Hinzu kommt ja auch noch, dass wenn es an deiner Uni eher schwierig ist, gute Noten zu bekommen, dies an anderen Unis in Deutschland ja auch bekannt sein wird. Ich kann in meinem Fach z.B. ziemlich gut einschätzen, von welcher Uni welche Note was bedeutet.

Darüber hianus möchte ich noch sagen (und das habe ich und andere in diesem Forum schon häufig geschrieben): Am Ende steht und fällt alles mit der Frage, ob ein/e ProfessorIn die annehmen möchte. Wenn ja, tun sie alles für dich, die Note ist dann auch egal. Wenn nicht, ist die Note halt ne beliebte Ausrede.

Das stimmt, ich mache mir eigentlich jetzt schon recht viele Gedanken :D

So ist es mit den Noten. Klar, könnte ich ein paar Fächer in Wahlpflichtbereichen belegen, in denen es bessere Noten gibt, jedoch nicht mit meinem Interesse übereinstimmen.

Wie sieht es nur aus, falls man an seiner heimischen Uni nicht von einem Prof. angenommen wird und jetzt auch nicht den 1,0 Schnitt für irgendwelche geförderten Promotionsprogramme besitzt? Gestaltet es sich als sehr schwierig extern einen Doktorvater zu finden bzw. wie geht man dann vor? Man wird das klar nicht pauschal beantworten könnten, aber sind die Chancen dann fast gleich 0?

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Re: Externe Promotion BWL/Finance & Accounting nach Studium wie umsetzen? Notenkriterium neben der Promotionsordnung?

Beitrag von itsme » 15.03.2018, 17:04

middelfranke hat geschrieben:Gestaltet es sich als sehr schwierig extern einen Doktorvater zu finden bzw. wie geht man dann vor? Man wird das klar nicht pauschal beantworten könnten, aber sind die Chancen dann fast gleich 0?
Es kann sich schwierig gestalten (halt genauso wie die Suche nach einem gut passenden Arbeitsplatz), aber es ist ein Prozess, den man aktiv mitgestalten kann, vor allem, wenn mwn wie in deinem Fall noch im Master ist. Du kannst jetzt schon den Grundstein legen, z.B. durch den Besuch von Konferenzen. Kleine Veröffentlichungen, z.B. mit ähnlich gesinnten Kommilitonen. Und natürlich die Thesis: ambitioniertes Thema, sorgfältige Bearbeitung, hohe Relevanz. Ich wurde bei meinem Vorstellungsgespräch damals fast ausschließlich nach den Ergebnissen (nicht Note, sondern inhaltlich) meiner Abschlussarbeit befragt.

middelfranke
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Re: Externe Promotion BWL/Finance & Accounting nach Studium wie umsetzen? Notenkriterium neben der Promotionsordnung?

Beitrag von middelfranke » 15.03.2018, 18:46

itsme hat geschrieben:
middelfranke hat geschrieben:Gestaltet es sich als sehr schwierig extern einen Doktorvater zu finden bzw. wie geht man dann vor? Man wird das klar nicht pauschal beantworten könnten, aber sind die Chancen dann fast gleich 0?
Es kann sich schwierig gestalten (halt genauso wie die Suche nach einem gut passenden Arbeitsplatz), aber es ist ein Prozess, den man aktiv mitgestalten kann, vor allem, wenn mwn wie in deinem Fall noch im Master ist. Du kannst jetzt schon den Grundstein legen, z.B. durch den Besuch von Konferenzen. Kleine Veröffentlichungen, z.B. mit ähnlich gesinnten Kommilitonen. Und natürlich die Thesis: ambitioniertes Thema, sorgfältige Bearbeitung, hohe Relevanz. Ich wurde bei meinem Vorstellungsgespräch damals fast ausschließlich nach den Ergebnissen (nicht Note, sondern inhaltlich) meiner Abschlussarbeit befragt.

Bliebe somit nur noch die Möglichkeit andere Universitäten/Profs. anzuschreiben, ob sie mich betreuen würden? Als wissenschaftlicher Mitarbeiter ist das wahrscheinlich kaum möglich, wenn die Profs. eher Leute bevorzugen, die sie kennen. Das ist auch kein Problem, da ich nich unbedingt wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl sein muss. Klar, wäre das super v.a. im Hinblick auf eine mögliche Zukunft in der Forschung, aber die Möglichkeit haben eben nicht viele, wenn die Stellen besetzt sind.

Ich denke auch, dass viel an der Thesis und evtl. deren Benotung liegen wird.

Meinst du das Vorstellungsgespräch bei einem Arbeitgeber (freie Wirtschaft) oder das bei einem möglichen Doktorvater?

Vielen Dank

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