Problem mit Doktorvater

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Sapientia
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Problem mit Doktorvater

Beitrag von Sapientia » 27.01.2018, 16:28

Ein liebes Hallo von meiner Seite aus! Ich freue mich in diesem Forum sein zu dürfen, auch wenn es MIR persönlich eigentlich nicht gestattet ist ;) Da ich mich für meinen Mann angemeldet habe, der dabei ist zu promovieren. Ich wende mich an dieses Forum, da ich sehr bezweifel, dass er sich hier selber Hilfe suchen wird. Daher hoffe ich verzweifelt auf Rückmeldung von euch bei einem großen Problem, mit welchem wir uns konfrontiert sehen. Schon jetzt entschuldigt die Länge meines Beitrages. :oops:

Kurz zu meinem Mann: Er ist Ende 20, so wie viele sicherlich von euch. Es geht um das Fach der Wirtschaft. Er bekam vor etwa 2 Jahren die Stelle als wiss. Mitarbeiter und konnte an dem Lehrstuhl auch seine Promotion beginnen. Er hat zuvor schon viel an der Uni als Tutor gearbeitet und hatte stets gute Noten. Er ist fleißig, engagiert, strukturiert, perfektionistisch und neugierig. Also alles was "Mann" so als Doktor braucht. Mit dem 2. Paper ist er fast fertig (wäre er eigtl schon früher, aber dazu kommen wir gleich). Die Beziehung zum Prof und ihm war zu Beginn recht gut, bis er ein paar wenige Male, Aussagen des D.-Vaters zu widersprechen begann (was ja eigtl auch gut ist bei der wissenschaftlichen Arbeit?! Immer nur Ja und Amen zu allem zu sagen, bringt die Wissenschaft doch nicht weiter?!). Natürlich blieb er stets freundlich und immer bereit auch die eigene Meinung zu ändern. Leider hat der Prof das wohl in den falschen Hals bekommen und seitdem wird mein Mann von ihm auf subtile Weise rausgeekelt. Zumindest ist dies der einzige Zusammenhang den wir sehen, aber es kann natürlich auch was anderes sein.

Wichtig zu wissen: In den ganzen Jahren (ca. 15) hat bei dem Prof bisher nur eine einzige Person ihren Doktor geschafft und das auch erst nach 5 oder mehr Jahren! Weil er es den Leuten unnötig schwer macht. Zum Beispiel hat die Kollegin von meinem Mann bereits ihr 5. oder 6. Paper (eigtl reichen 3), wofür sie international viel Lob erhält. Dennoch behauptet der DV es sei noch nicht gut genug. Fast alle Doktoranden haben vorzeitig bei ihm abgebrochen oder wurden vom Prof rausgeekelt. Oft möchte er, dass Sachen geändert werden. Sobald die Sachen so geändert wurden, wie er es will, fragt er, warum zur Hölle das geändert wurde. Er widerspricht sich und das nicht nur bei meinem Mann. Es ist also nicht das erste Mal, dass ein Doktorand Probleme mit ihm hat. Bisher schien da aber keiner wirklich was gegen unternommen zu haben (man kann sich ja denken wieso).

Soweit so gut. Paar persönliche Probleme mit dem DV müssen ja nicht gleich alles ruinieren. Tja, nun ist es so, dass die Stelle meines Mannes befristet ist auf 3 Jahre. Und nun hatte er das Gespräch mit dem DV, dass er den Vertrag nicht verlängern wollen würde. Begründung: Fehlanzeige!
Es heißt, mein Mann wäre zwar methodisch dazu in der Lage, aber es würde ihm die wissenschaftliche Kreativität fehlen? Was zur Hölle? Er ist fast fertig und mein Mann liebt seine Arbeit wirklich. Ihm macht das Forschen viel Spaß und er ist sehr neugierig - und ja: auch kreativ. Es ist sein Traum! Mein Mann hat versucht nachzuhaken, aber so eine wirkliche Begründung kommt nicht. Auch als er fragte, ob man an der Meinung noch was ändern könnte durch eine noch bessere Arbeit, ist er überhaupt nicht darauf eingegangen. Der DV hat meinen Mann kaum aussprechen lassen. Mein Mann sagt, er hätte das Gefühl, dass der DV einfach keinen Bock mehr auf ihn hat - aus welchen Gründen auch immer, denn so wirklich nennt er keine. Der DV muss übrigens in spätestens (!) 3 Jahren in Rente gehen. Mein Mann ließ sogar mal einen anderen Prof. (gleiches Fachgebiet) über seine Arbeit schauen, der sie für sehr gut und sogar auch innovativ gehalten hat.

Es kamen inzwischen 2 neue wiss. Mitarbeiter hinzu, die überaus glücklich sind, dass mein Mann dort arbeitet, denn sie bestätigen immer wieder, dass sie ohne die Hilfe meines Mannes nicht so gut in die Arbeit gefunden hätten und durch gute Tipps schneller als gedacht mit ihrer Arbeit voran kommen. Mein Mann beantwortet sehr oft Fragen "der Neuen" und es macht ihm auch großen Spaß zu helfen. Die beiden Kollegen sind sogar so nett und dankbar, dass sie vorhaben, beim Prof. ein gutes Wort über meinen Mann zu lassen. Die Frage ist natürlich, wann ist dafür der richtige Augenblick und kann es wirklich helfen?

Selbst wenn mein Mann den DV "überzeugen" könnte, ihn doch noch zu behalten, bzw. ihn durch Druck von außen dazu bringen würde - so ist natürlich die Frage, ob er bei so einem DV überhaupt weiter machen will. Nachher rächt sich dieser Herr und lässt ihn beispielsweise durchfallen oder behauptet noch jahrelang (also zumindest weitere 3 Jahre) - und wie bei der Kollegin - dass die Arbeit noch nicht gut genug sei. Bei dieser Stelle zu bleiben scheint also derzeit eher unrealistisch. Was meint ihr?! Traurig daran ist halt, dass die Arbeitsbedingungen dort, trotz problematischen DV, sehr gut sind, weshalb viele eben trotzdem bleiben.
Ich habe gehört man kann den DV auch wechseln? Wie würde das aussehen?
Gibt es eine Möglichkeit oder ieine Stelle, an die man sich bei solch massiven Problemen mit dem DV wenden kann? Nicht unbedingt, um die Stelle beim gleichen DV zu behalten, sondern eher, um generell auf eine Problematik an dem Lehrstuhl aufmerksam zu machen, von der bisher niemand etwas wusste?! Kann ja nicht sein, dass sich der DV alles erlauben darf..

Habt ihr vielleicht irgendeine Idee, was wir jetzt machen können? Was würdet ihr an unserer/seiner Stelle tun?

Ich bedanke mich ganz herzlich für eure Hilfe! Mein Freund ist wirklich sehr traurig darüber und das ist ja auch alles keine völlig neue Situation für ihn. Obwohl mein Mann von allen Seiten gelobt wird, die Anerkennung vom DV bleibt ihm verwehrt und es geschieht sogar das Gegenteil. :-(

Ich wünsche euch allen ein wunderschönes Wochenende und nochmals herzlichen Dank für eure Zeit, Mühe und Aufmerksamkeit :heart:

Dell
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Re: Problem mit Doktorvater

Beitrag von Dell » 28.01.2018, 05:13

Wichtig zu wissen: In den ganzen Jahren (ca. 15) hat bei dem Prof bisher nur eine einzige Person ihren Doktor geschafft und das auch erst nach 5 oder mehr Jahren!
Bei diesem Track Record hätte man schon von vornherein keine Stelle bei besagtem Prof annehmen sollen. Da ist das Kind bereits in den Brunnen gefallen.
Die Stelle nicht zu verlängern ist das gute Recht des Profs. Dein Mann sollte sich schnellstmöglich nach anderen Optionen umsehen. Wenn man dann erstmal seine Möglichkeiten kennt könnte man ggf. das Gespräch mit dem DV suchen und über einen Abschluss der Promotion während der Vertragslaufzeit 'verhandeln'. Mit einer ggf. schlechten Note muss man dann halt leben können.
Ich würde auch den neuen Mitarbeitern nicht empfehlen sich da einzumischen. Im besten Fall bewirkt es nichts und im schlechtesten Fall haben sie damit ihr eigenes Promotionsvorhaben sabotiert.

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Re: Problem mit Doktorvater

Beitrag von caipirinha11085 » 28.01.2018, 12:25

Anstelle deines Mannes würde ich mich um eine neue WissMit-Stelle bemühen, ggf. auch in der freien Wirtschaft. Außerdem würde ich prüfen, ob ich meine bereits erbrachten Leistungen zu einem neuen DV mitnehmen kann und dann mein Promotionsvorhaben woanders fortsetzen, wenn er tatsächlich denkt, dass dein Prof sein Promotionsvorhaben sabotiert.

Nur eine kleine Randbemerkung:

Die Vorgaben, ab wann man eine Dissertation einreichen kann, sind in der Promotionsordnung geregelt und werden nicht selbstherrlich vom Prof festgesetzt. Dass jemand fünf oder sechs international anerkannte Paper veröffentlicht hat und trotzdem nie eingereicht haben soll, verstehe ich nicht. Gibt es an dieser Uni keine Zweitkorrektoren oder objektive Verfahren? Fällt keinem auf, dass ein Prof seit 15 Jahren keine abgeschlossenen Promotionen hat?
Natürlich reicht man im Normalfall seine Dissertation nicht beim Prüfungsamt ein, wenn der DV diese im Vorfeld als "mangelhaft" bewertet. Andererseits würde ich als Promotionsstudent mir dann nicht einfach "so what" denken und die Promotion abbrechen, wenn ich objektiv alle Voraussetzungen der Promotionsordnung erfüllt habe. Dass das Promotionsstudenten ohne Murren über 15 Jahre hinweg getan haben, klingt nach einem recht extremen Fall.
Zuletzt geändert von caipirinha11085 am 28.01.2018, 12:34, insgesamt 1-mal geändert.

Traudel
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Re: Problem mit Doktorvater

Beitrag von Traudel » 28.01.2018, 12:30

Liebe Sapientia,

Du fragst nach Anlaufstellen und Lösungswegen. Gerne möchte ich versuchen, Dir ein paar hilfreiche Optionen zu nennen (kein Anspruch auf Vollständigkeit ... ich wette, mir fallen gleich weitere Möglichkeiten ein, wenn ich wieder offline bin :lol: ).

1). An der Uni selbst:
Je nach Größe und Ausrichtung der Uni findet Ihr Ombudspersonen und/oder Antidiskriminierungsbeauftragte (zentral oder an der Fakultät), die für vertrauliche Gespräche zur Verfügung stehen und bei Bedarf intervenieren. Probleme im Rahmen von Betreuungsverhältnissen sind für diese Ansprechpartner gewiss keine unbekannten Themen. Wenn Ihr vermutet, arbeitsrechtlich irgendwelche Verstöße nachweisen zu können, sucht das ebenfalls vertrauliche Gespräch mit einem Mitglied des wiss. Personalrats.

Die DFG bietet eine Liste aller Ombudspersonen an dt. Hochschulen und Forschungseinrichtungen: http://www.ombudsman-fuer-die-wissensch ... ichtungen/ Sicher liefert die Website weitere hilfreiche Infos.

2). Außerhalb der Uni:
GEW. Ist Dein Mann Gewerkschaftsmitglied? Beratung ist (bin ich mir recht sicher) kostenfrei, aber Rechtsbeistand (glaube ich) nur für Mitglieder. Und wie wird die Stelle Deines Mann finanziert? Fakultätsmittel oder Drittmittel ...? Falls ein Förderer existiert, nehmt Kontakt auf. Wie gesagt, die DFG zum Beispiel engagiert sich auf vielen Ebenen für gute wiss. Praxis. Für Promotionsvorhaben im Rahmen eigener DFG-Projekte veröffentlicht sie Empfehlungen für Betreuungsvereinbarungen usw.

Mmmmmh, aber obwohl Dein Mann dort gern und unter sonst hervorragenden Umständen arbeitet, würde ich tatsächlich zum Betreuerwechsel raten. Recherchiert an dt. Hochschulen nach einschlägigen Expert/innen. Dann Vorhaben vorstellen, Anpassungen anbieten usw. Dein Mann wäre wahrlich nicht der erste, der neue Doktoreltern sucht. Ein schwieriges und durch Abhängigkeit gekennzeichnetes Verhältnis und auch das Ausnutzen von Machtpositionen sind ein Topos der Wissenschaft, leider. Aber Dein Mann hat viele Optionen! Da nun nicht von einer neuen Stelle auszugehen ist, kann Dein Mann extern und nebenberuflich oder mit einem Stipendium promovieren (ja, dann dauert`s was länger, aber ja und?). Achtung, bei nicht wenigen Stipendiengebern liegt die Grenze bei 27 oder 28 Jahren ... Aber das Projekt ist ja bereits angestoßen, daher im Einzelfall noch mal checken.

Also, was dabei, Sapientia?

Viel Erfolg -- und werdet aktiv! :blume:
Traudel

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Re: Problem mit Doktorvater

Beitrag von Paulchen » 28.01.2018, 18:42

Das ist natürlich keine schöne Geschichte und zeigt man wieder den Irrsinn des Systems Uni. Ich würde mich auch schnellstmöglich auf eine (außeruniversitäre) Stelle bewerben und dem DV wechseln. Auch die Ombudsstellen sind eine gute Idee.

Eine kleine Anmerkung zu „Fällt keinem auf, dass ein Prof seit 15 Jahren keine abgeschlossenen Promotionen hat?“
Das interessiert an einer Uni doch keine Sau. Nach dem Motto „eine Krähe...“. Mein Betreuer hat während seiner gesamten Zeit als Professor ganze drei Dissertationen zu Ende betreut. Demgegenüber stehen etwa 20 bis 30 abgebrochene Promotionen und ich komme nicht aus einem Orchideenfach. Ihn hat auch keiner jemals dazu befragt, warum so viele abbrechen. Professoren können tun und lassen, was sie wollen. Das sind die letzten Feudalherren in Deutschland.

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Re: Problem mit Doktorvater

Beitrag von Sapientia » 31.01.2018, 21:12

Ihr Lieben!

Ganz, ganz herzlichen Dank für eure Antworten. Danke für euer Verständnis und euer Mitgefühl sowie tröstenden Worte. In einer solchen Situation ist auch schon das sehr hilfreich..

Mein Freund hat derzeit natürlich ein extremes Motivationstief und würde am liebsten alles hinschmeißen. Es ist schwierig, an sich selbst zu glauben, wenn der DV einen immer kritisiert und für nicht "geeignet als Wissenschaftler" sieht. Ich versuche ihn aufzufangen und aufzubauen, denn bis auf den DV, erhält er von allen viel Lob und ich weiß, dass er es drauf hat!

Sogar die Sekretärin meinte jetzt am Montag zu ihm, wie toll sie die Argumentation meines Freundes war (sie hörte wohl ungewollt durch den Raum nebenan mit). - Dass die Argumentation sehr gut war und er sich nicht hat unterbuttern lassen, sondern seine Schritte begründete und nachhakte. Sie ließ aber wohl auch andeuten, dass es wohl einfach "persönlich nicht stimmen würde" zwischen den beiden. Das kann doch echt nicht sein, dass die Karriere von persönlichen Beziehungen so abhängig ist, trotz guter Leistung. Er wird mal versuchen da mehr Infos zu bekommen. Wenigstens zu wissen, was persönlich nicht stimmt. Aber ja, eigtl hilft das auch nicht. Bei einem Doktor in 15 Jahren hätte man wirklich schon Bescheid wissen müssen. Aber leider bekam er die Info auch erst nach einem halben Jahr oder so.. :/
Dennoch haben die Worte der freundlichen Sekretärin ihm ein wenig geholfen, immerhin!

Er wird sich jetzt man an anderen Unis umhören. Ich werde euch auf dem laufenden halten und hoffe, dass ihr alle weniger Probleme bekommt und das alles locker schafft! :-) Liebe Grüße

praktikum
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Re: Problem mit Doktorvater

Beitrag von praktikum » 01.02.2018, 00:39

An dieser Stelle sollte man noch dazu sagen, dass sich ein Prof ungerne in die Karten sehen lässt. Man möchte sich nicht angreifbar machen. Da kann es auch persönlich nicht stimmen oder der Prof fühlt sich beleidigt, usw. Das wird gerne hinter "geh weg" Klauseln versteckt, die leider oft erst spät als solche erkannt werden. Leider habe ich schon einige Studenten und Doktoranden getroffen, die das einfach nicht erkennen möchten.

Ich habe - im Gegensatz zur Industrie - noch nie von einem Doktoranden gehört, der entlassen wurde. Eine Entlassung ist mit gewissem Aufwand verbunden und viele Lehrstuhl-Externe (Personalabteilung, Dekan, Studentenvertretung, Frauenbeauftrage, usw.) reden dem Prof. dann rein und er muss sich rechtfertigen. Zudem gibt das dem betroffenen Doktoranden die Gelegenheit, schmutzige Wäsche zu waschen und es wird aktenkundig. So macht der Prof sich aber angreifbar. Den Vertrag auslaufen zu lassen ist dagegen relativ schmerzlos, weil sich der Prof. so nicht die Hände schmutzig machen muss.

Allerdings muss ich hier hinzufügen, dass der "Freund" in diesem Fall die Gesamtlage nicht im Auge hatte. Wenn die "Nichtverlängerung" schon ein Fakt ist, dann hat man zu spät reagiert, egal ob "kitten" oder Alternative suchen.

flip
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Re: Problem mit Doktorvater

Beitrag von flip » 01.02.2018, 12:05

Also, am Anfang der Diss bekomme ich heraus, dass faktisch noch nie jemand promoviert wurde, dann wird mein Vertrag nicht verlängert und mir werden permanent Steine in den Weg gelegt.
Also ist die logische Konsequent, dass ich mich um jeden Preis um eine Vertragsverlängerung kümmere. :|

Hmm... wenn das tatsächlich klappen würde, dann würde ich mich extrem angreifbar gegenüber dem Prof machen und zwar in der Form, dass er mich noch viel mehr ausnutzen kann. Denn er hat mir ja gönnerhaft noch einmal eine Vertragsverlängerung gegeben. Die nächsten drei Jahren werden also wesentlich schwieriger.

Wenn dein Freund wirklich etwas ändern will, dann soll er die Uni wechseln und den Ombudsmann der aktuellen Uni einschalten. Es ist durchaus gewünscht, dass dies auch nach Vertragsablauf geschieht, damit man einfacher auf diese Missstände aufmerksam machen kann. Dann, und nur dann, kann sich tatsächlich auch etwas ändern. Nicht mehr für ihn, aber die Generationen danach.

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Re: Problem mit Doktorvater

Beitrag von praktikum » 01.02.2018, 16:13

flip hat geschrieben:Also, am Anfang der Diss bekomme ich heraus, dass faktisch noch nie jemand promoviert wurde, dann wird mein Vertrag nicht verlängert und mir werden permanent Steine in den Weg gelegt.
Also ist die logische Konsequent, dass ich mich um jeden Preis um eine Vertragsverlängerung kümmere. :|
In dem Zusammenhang spricht man weniger von Logik, sondern es werden in solchen Fällen pragmatische Lösungen gesucht. Es gibt z.B. das Modell, dass man den Promovierenden mit anderen Arbeiten in Ruhe lässt und sich dieser völlig auf seine Diss konzentriert, um noch halbwegs innerhalb der Vertragszeit abgeben zu können.
So etwas hat hier aber nicht stattgefunden, weil der Freund stattdessen andere Mitarbeiter intensiv einarbeitet, um den Betrieb aufrecht zu erhalten.

Die hier vorgeschlagenen Beschwerden und Ratschläge schlagen in großen Teilen fehl, weil der Prof. doch sowieso in 3 Jahren aufhört. Ändern wird der sich sowieso nicht mehr und mit Beschwerdearien beim Ombudsmann erreicht man da nichts. Keine Unileitung oder Mitarbeiter macht sich die Finger schmutzig, weil ein in Kürze ausscheidender Prof. Probleme mit einem Doktoranden hat. Wer dort in den letzten beiden Jahren noch hingeht, obwohl der Prof. 15 Jahre vorher keinen promoviert hat, ist selber schuld.

Warum geht der Freund nicht einfach zu dem anderen Prof und macht dort seine Diss fertig? Gibt es an der gleiche Uni keine Alternative?

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