Elternzeit: Aus den Augen aus dem Sinn

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Louane
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Elternzeit: Aus den Augen aus dem Sinn

Beitrag von Louane »

Hallo zusammen,
ich bin zurzeit in Teilzeitelternzeit und arbeite von extern im Homeoffice (persönliches Übereinkommen mit meinem Vorgesetzten), wofür ich auch sehr dankbar bin. Meine Daten sind alle erhoben und ich schreibe an meinem Paper. Seit meiner Rückkehr aus der Vollzeitelternzeit habe ich das Empfinden, nicht mehr Teil meiner Arbeitsgruppe zu sein. Dadurch das ich von extern arbeite und mein Arbeitgeber am anderen Ende von Deutschland sitzt, kann ich kindbedingt weder pendeln noch mal eben so vorbeikommen. Ich halte mich jedoch stets aus dem Laufenden, nehme an Arbeitsgruppensitzungen virtuell teil und versuche meinen Beitrag einzubringen, wann immer es die Möglichkeit gibt.

Das ich gefühlt nicht mehr Teil der Arbeitsgruppe bin, ist zwar schade, aber auszuhalten. Was mich viel mehr verunsichert ist, dass mein Doktorvater gar nicht mehr auf meine Mails reagiert oder nur reagiert (dann aber auch prompt), wenn ich schöne Ergebnisse berichte. Da ich von seiner Gunst (Homeoffice) abhängig bin, bin ich mir nicht sicher wie ich darauf reagieren soll. Ich benötige beispielsweise dringend Rückmeldung zu einem Bericht und es wäre schön, wenn ich zumindest vierteljährlich die Gelegenheit hätte, um mit ihm die wichtigsten Entwicklungen zu besprechen.

Vielleicht könnt ihr mir einen Rat geben.
Vielen Dank für´s Lesen!

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praktikum
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Re: Elternzeit: Aus den Augen aus dem Sinn

Beitrag von praktikum »

Louane hat geschrieben:Was mich viel mehr verunsichert ist, dass mein Doktorvater gar nicht mehr auf meine Mails reagiert oder nur reagiert (dann aber auch prompt), wenn ich schöne Ergebnisse berichte. Da ich von seiner Gunst (Homeoffice) abhängig bin, bin ich mir nicht sicher wie ich darauf reagieren soll. Ich benötige beispielsweise dringend Rückmeldung zu einem Bericht und es wäre schön, wenn ich zumindest vierteljährlich die Gelegenheit hätte, um mit ihm die wichtigsten Entwicklungen zu besprechen.

Vielleicht könnt ihr mir einen Rat geben.
Deine Elternzeit muss gar nicht der eigentliche Grund sein, es geht eher um die Folgen Deiner Abwesenheit. Andere in der AG können dem Prof. nonstop in den Ohren liegen. wenn sie etwas möchten. Es gibt durchaus Profs, die auf Mails nur sporadisch regieren, wenn die Antwort sie Zeit kostet und wenig interessiert. Dein Beispiel mit den schönen Resultaten spricht sehr dafür.
Die virtuelle Anwesenheit klingt immer modern, in der Praxis sollte man das aber nicht überbewerten.

Wie funktioniert es denn, wenn Du per Mail auf eine nicht beantwortete Mail nachfragst?
- Eine Nachfrage ist durchaus legitim, sofern Du eine vertretbare Antwortzeit eingeräumt hast. In dringenden Fällen kann man nach der zweiten Mail ruhig beim Prof anrufen oder mit der Sekretärin einen Telefontermin ausmachen.

Packst Du viele Fragen in eine Mail, oder ist das schön aufgeteilt?
- Ich würde zu letzterem raten.

Möchtest Du mit den Menschen dort noch länger zusammenarbeiten, oder geht es nur noch um den Abschluss der Promotion?
caipirinha11085
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Re: Elternzeit: Aus den Augen aus dem Sinn

Beitrag von caipirinha11085 »

Ich habe auch einige Zeit im Homeoffice gearbeitet, und dass man den Kontakt zu den Kollegen verliert und das Leben dort ohne einen weitergeht, ist meiner Erfahrung nach normal. Allerdings hatte ich keine Arbeitsgruppe, für mich war das also für die Promotion nicht genauso wichtig.

Ich würde auch beim Prof nachfragen, ggf. auch bei der Sekretärin. Hast du denn jemanden vor Ort, mit dem du persönlich gut kannst? Ich habe mich auch hin und wieder zunächst bei Kollegen informiert, was am Institut gerade so ansteht und danach meine Bitten zeitlich ausgerichtet. Hätte mein Prof. mir irgendwann gar nicht geantwortet, hätte ich die Sekretärin gebeten, ihn für mich daran zu erinnern.

Schließe mich übrigens praktikum an: Pro Anliegen verschicke ich eine Email. Mein Prof arbeitet viel mit der Suchfunktion in seinem Mailprogramm, wenn ich also unter einem "General"-Betreff drei Fragen formuliere, ist das binnen weniger Tage bei ihm verloren.
Louane
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Re: Elternzeit: Aus den Augen aus dem Sinn

Beitrag von Louane »

Hallo,
vielen Dank, dass ihr euch die Zeit genommen habt, mir zu antworten und eure Vorschläge.
praktikum hat geschrieben:Es gibt durchaus Profs, die auf Mails nur sporadisch regieren, wenn die Antwort sie Zeit kostet und wenig interessiert. Dein Beispiel mit den schönen Resultaten spricht sehr dafür.

Ja, das könnte sehr gut passen, da er vor allem dann Zeit investiert, wenn er interessiert und der Nutzenanteil möglichst hoch ist. Wahrscheinlich sieht er den Arbeitsbericht als unnötigen Ballast, der nur Zeit kostet ihm aber nichts bringt.

Hinsichtlich der Mails handhabe ich es genau so wie ihr es beschreibt: Eine kurze knappe Mail pro Anliegen. Wenn er auf eine Mail nicht reagiert, schicke ich nach 7-10 Tagen einen Reminder. Wird auch diese Mail nicht beantwortet, warte ich je nach Dringlichkeit weitere 3-7 Tage.
praktikum hat geschrieben:In dringenden Fällen kann man nach der zweiten Mail ruhig beim Prof anrufen oder mit der Sekretärin einen Telefontermin ausmachen.
caipirinha11085 hat geschrieben:Ich würde auch beim Prof nachfragen, ggf. auch bei der Sekretärin. Hast du denn jemanden vor Ort, mit dem du persönlich gut kannst? Ich habe mich auch hin und wieder zunächst bei Kollegen informiert, was am Institut gerade so ansteht und danach meine Bitten zeitlich ausgerichtet. Hätte mein Prof. mir irgendwann gar nicht geantwortet, hätte ich die Sekretärin gebeten, ihn für mich daran zu erinnern.
Telefonisch erreicht man ihn leider fast nie, aber ich habe jetzt mal die Sekretärin nach seiner zeitlichen Auslastung gefragt, so dass ich abschätzen kann wie ich weiter vorgehe. Vielen Dank für den Ideenanstoß.
praktikum hat geschrieben:Möchtest Du mit den Menschen dort noch länger zusammenarbeiten, oder geht es nur noch um den Abschluss der Promotion?
Ich war und bin immer noch gerne Teil des Teams. Für mich waren die meisten mehr als "nur" Kollegen, aber ich befürchte, dass ich die Angelegenheit vielleicht zu emotional, denn objektiv gesehen, brauche ich keine andere Person aus der Arbeitsgruppe außer meinen Doktorvater und meine Betreuerin, um die Promotion abzuschließen.
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