Promovieren und Arbeiten- so nicht mehr möglich

... und die Fragen, die sich davor und dabei ergeben.
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alina91
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Promovieren und Arbeiten- so nicht mehr möglich

Beitrag von alina91 » 20.12.2017, 15:49

Hallo zusammen ;)
Ich bin neu im Doktorandenforum und bräuchte mal dringend euren Rat. Ich habe nach meinem Studium eine halbe Stelle in einer Tierklinik angenommen (mit zusätzlichen Nacht- und Wochenenddiensten) und gleichzeitig eine Doktorarbeit angefangen ohne Einschreibung als Promotionsstudentin. Am Anfang dachte ich noch, dass das zeitlich alles gut zu vereinbaren ist, jetzt nach einem halben Jahr merke ich aber leider wie ausgelaugt ich bin. :?
So ist es einfach nicht mehr möglich beides guten Gewissens fort zu führen- eine der Seiten wird sonst immer wieder unter der Doppelbelastung leiden. Ich fühle mich in meiner AG an der Uni sehr wohl und mein Thema ist wirklich spannend, daher möchte ich die Promotion unbedingt beenden!
Ich habe jetzt den Entschluss gefasst meinen Arbeitsvertrag zu kündigen, weil eine Umstrukturierung der Arbeitszeit nicht so möglich ist, dass ich weiter mit Elan an der Doktorarbeit arbeiten kann.
Ich versuche jetzt eine Stelle für maximal zwei Tage in der Woche in einer Tierarztpraxis zu finden mit geregelteren Arbeitszeiten, falls das aber so nicht zu verwirklichen ist stellen sich mehrere Fragen: Wenn ich keine passende Stelle finde muss ich mich dann zwangsläufig Arbeitssuchend melden, oder kann ich mich als Promotionsstudentin einschreiben und mich erstmal von Ersparnissen finanzieren? Ich möchte keine Finanzierung durch das Arbeitsamt, aber ich habe keine Vorstellung davon was organisatorisch alles auf mich zu kommt und an was man denken muss. Ein Stipendium zu beantragen war der nächste Gedanke, allerdings möchte ich vielleicht wenigstens einen Tag in der Woche im praktischen Bereich hospitieren, weil ich sonst die Befürchtung habe, wieder den Bezug zum Praxisalltag zu verlieren, da ich ja noch ganz am Anfang stehe und noch nicht so viel Berufserfahrung habe. Ist ein Stipendium möglich wenn ich aber vor habe einen Tag für meine weitere praktische Ausbildung zu nutzen? Und wenn ich ein Stipendium bekommen sollte muss ich mich dann trotzdem Arbeitssuchend melden? Das ist momentan alles sehr verwirrend und ich stand noch nie in meinem Leben vor einer solchen Entscheidung, daher wäre ich für Tipps sehr dankbar. Meine Wunschszenarien momentan wären 1.) eine Stelle in einer Tierarztpraxis für 2 Tage in der Woche und den Rest der Woche Zeit zu haben für die Doktorarbeit oder 2.) 1-2 Tage zu hospitieren und den Rest der Woche an der Doktorarbeit feilen unter Finanzierung von Ersparnissen oder eines Stipendiums- bis ich etwas passendes gefunden habe, bzw. die Doktorarbeit dadurch schneller fertig ist und ich dann wieder voll in den Beruf einsteigen kann- ohne mich Arbeitssuchend melden zu müssen.
Sorry für den langen Text, aber ich brauche wirklich einen Rat von euch zu meiner Situation ;)

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Sarnelia
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Re: Promovieren und Arbeiten- so nicht mehr möglich

Beitrag von Sarnelia » 20.12.2017, 20:55

Zum Thema Stipendium etc. kann ich leider nicht viel sagen, aber soviel: Wenn du als Doktorandin angenommen wurdest (formal), dann solltest du dich auch als Promotionsstudentin einschreiben können. Das musst du nicht zwingend, je nachdem, aber das Recht solltest du haben (ich promoviere extern, war aber auch schon eingeschrieben und muss das auch für mind. 2 Semester vor Abgabe der Diss gewesen sein). Ich bin mir allerdings nicht ganz sicher, welche Vorteile das außer Semesterticket etc. hat und ob das zwingend nötig ist für die Anerkennung der Zeit als Ausbildungszeit für die Rente oder ähnlichem. Grundsätzlich kann dich glaube ich niemand zwingend, dich arbeitssuchend zu melden, aber falls du dich nicht einschriebst, hätte es glaube ich einige weniger wünschenswerte Konsequenzen auf Rente etc. (vor allem auf das Eintrittsalter, wenn ich mich nicht irre).

Ich wünsche dir jedenfalls viel Erfolg :blume: Ich kenne das Problem mit Diss neben Job nur zu gut und bin gerade froh, wieder auf 4 Tage Arbeit die Woche runter zu sein :stressed:

Agriwis
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Re: Promovieren und Arbeiten- so nicht mehr möglich

Beitrag von Agriwis » 20.12.2017, 22:10

Bei den meisten Stipendien darf man 5stunden die Woche außerhalb der Wissenschaft arbeiten, jedenfalls bei den großen Werken vom BMBF.

caipirinha11085
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Re: Promovieren und Arbeiten- so nicht mehr möglich

Beitrag von caipirinha11085 » 21.12.2017, 07:33

Ich sehe gerade nicht, warum du dich zwingend arbeitslos melden müsstest, wenn du Vollzeitpromotionsstudentin sein möchtest. Das wichtigste ist mE die Krankenkasse. Da würde ich an deiner Stelle dort einmal anrufen und mich erkundigen, wie viel der monatliche Beitrag kosten würde, wenn du Promotionsstudentin bist. Ich habe die genauen Zahlen nicht mehr im Kopf, aber mir wurde vor einigen Jahren von meiner KK ein sehr überschaubarer monatlicher Betrag genannt.

Streptokokkus
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Re: Promovieren und Arbeiten- so nicht mehr möglich

Beitrag von Streptokokkus » 21.12.2017, 08:02

Hallo Alina,
ganz zufällig bin ich mit der Branche vertraut :D.
Ich würde Dir empfehlen, wenn es finanziell irgendwie geht, die Zeit voll in die Doktorarbeit zu investieren, um dann irgendwann mal fertig zu werden.
Die Angst, den Bezug zum Praxisalltag zu verlieren, ist unbegründet.
Du wirst später noch viele.. sehr viele Jahre Zeit haben, Dich mit der Praxis zu beschäftigten.
Auch die praktische Ausbildung kann später noch stattfinden. Zur Zeit sind die Chancen für Arbeitnehmer einen Job zu finden gerade sehr gut!
Der Markt hat sich in den letzten Jahren nämlich enorm gewandelt.

Strepto

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Re: Promovieren und Arbeiten- so nicht mehr möglich

Beitrag von Kareem » 21.12.2017, 12:35

Warum möchtest Du dich nicht arbeitslos melden?

LLama
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Re: Promovieren und Arbeiten- so nicht mehr möglich

Beitrag von LLama » 21.12.2017, 13:12

Ich bin Stipendiatin bei einem der großen Förderwerke und ich bin mir ziemlich sicher, dass human- und veterinärmedizinische Dissertationen bei uns von der Förderung ausgeschlossen sind. Nur so als Hinweis.
I wanna be a Schwa. It's never stressed.

praktikum
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Re: Promovieren und Arbeiten- so nicht mehr möglich

Beitrag von praktikum » 23.12.2017, 19:04

Da hier einiges an Themen aufkam:

- Ob man eingeschrieben sein muss, hängt von der Promotionsordnung statt.
- Eine kleine Nebentätigkeit ist ratsam, weil man so einfach noch andere Menschen trifft. Ich drücke die Daumen für die zwei Tage.
- Die möglichen Rentenjahre fürs Studium wurden sicher schon durchs Studium selbst abgedeckt. Hier wurde vor Jahren radikal gekürzt, weshalb hier mit der Promotion nichts mehr zu holen ist.
- Wer sich arbeitssuchend/arbeitslos meldet, der muss dort auch Zeit lassen. Wenn man alles ignoriert, braucht man sich nicht arbeitssuchend zu melden.

alina91
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Re: Promovieren und Arbeiten- so nicht mehr möglich

Beitrag von alina91 » 09.01.2018, 11:53

Vielen vielen Dank an alle, ihr habt mir sehr weiter geholfen und ich bin schon Mitten in der weiteren Organisation! ;)

Agriwis
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Re: Promovieren und Arbeiten- so nicht mehr möglich

Beitrag von Agriwis » 12.01.2018, 15:49

LLama hat geschrieben:Ich bin Stipendiatin bei einem der großen Förderwerke und ich bin mir ziemlich sicher, dass human- und veterinärmedizinische Dissertationen bei uns von der Förderung ausgeschlossen sind. Nur so als Hinweis.
Ich glaube nur Humanmedizinische Promotionen. Also die, die theoretisch kaum den Umfang einer naturwissenschaftlichen Bachelorarbeit haben müssen, um akzeptiert zu werden.
Veterinärmedizinische Promotionen sind, meiner Information nach, dagegen „vollwertig“ Promotionen und entsprechend förderungswürdig.

Weiß hier eigentlich jemand wie das mit der Krankenversicherung ist, wenn man ein Stipendium erhalten hat aber noch nicht als Promotionsstudent immatrikuliert ist (und das geht ja auch nur zwei Mal im Jahr und nicht mitten im Semester).

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