neu anfangen?

... und die Fragen, die sich davor und dabei ergeben.
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klazzzio
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neu anfangen?

Beitrag von klazzzio » 22.11.2017, 18:50

Hallo zusammen!
ich habe seit 5 Jahren mein Studium in einer nicht Deutschen Uni mit Diplom abgeschlossen, und war seitdem beruflich tätig. Jetzt denke ich daran, in Deutschland strukturiert zu promovieren. Nun kommt der schlimmste Teil: nachdem ich mit meinem Diplom fertig gewesen war, fing ich in meinem Heimatland eine Fern-Promotion (so etwas gibt es bei uns) an, und bin bis jetzt als ein Promotionsstudentin eingeschrieben.
neben den Job geht die Arbeit an der Diss. sehr langsam, dass ich die zum Ende bringe, scheint mir leider unwahrscheinlich, auch weil mit dem Thema (das ich nicht selbst ausgewählt habe) und der Betreuung bin ich sehr frustriert. „Nie-angefangene Dissertation“ würde ich sie nennen. Am sonst sieht mein Lebenslauf ziemlich gut aus: Tagungen, Veröffentlichungen und ein klarer Arbeitsweg. Ich habe schon daran gedacht, diese ganze Diss-Geschichte aus meinem Lebenslauf wegzulassen, zu den Lücken wird es wegen den Jobs nicht führen, aber zu lügen scheint mir unethisch und unfair.
Also zu meinen Fragen: wie würdet ihr die ganze Situation bewerten? Kann ich mit dieser „laufende“ Promotion in meinem Lebenslauf noch auf etwas hoffen? Oder soll ich diese Idee weglassen?
Und die sich drängende Frage, warum denke ich, das mit zweitem Versuch kann ich die Diss schaffen, wenn es erstmals nicht geklappt hat, kann ich so beantworten: ich hab zum ersten Mal zu jung angefangen (ich glaube, für viele Leute wuerde meiner Alter damals gar nicht zu jung, bei mir war es aber so), jetzt bin ich vielleicht ein bisschen zu alt, weiß aber endlich genau was ich erforschern will. Dass ich die notwendige Charakterzüge besetze, um jetzt die Dissertation zu schreiben, bin ich nach 5 Jahren Arbeitsleben sicher, und das neueThema ist für mich wirklich interessant (daran arbeite ich jetzt selbst für mehr als einem Jahr , mit meinem ursprüngliche Diss Thema konnte ich auch betreut nicht mehr als einige Monaten bleiben).
Die Möglichkeit in meinem Land das Thema/Uni/BetreuerIn zu wechseln habe ich auch, jetzt möchte ich aber die Möglichkeiten das in Deutschland zu schaffen mich zu überlegen
Entschuldigt mir bitte meine Fehler und die lange Nachricht!
Über eure Meinungen zur Situation, auch wenn negative, würde ich mich sehr freuen
Liebe Grüße,
klazzio

flip
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Re: neu anfangen?

Beitrag von flip » 22.11.2017, 21:06

Dein Text ist ein wenig wirr.
Denkst du darüber nach, dein bisheriges Promotionsvorhaben bei der kommenden Bewerbung um die neue Diss zu erwähnen, oder wie?

Generell bringt die die Erwähnung jedenfalls nichts, wenn du nicht fertig wirst. Dann bleib bei der Erwähnung der Konferenzen und Artikel.

Agriwis
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Re: neu anfangen?

Beitrag von Agriwis » 22.11.2017, 21:21

Ich sehe da auch nichts verwerfliches dabei, das einfach wegzulassen. Du hast keine Lücke, also musst du auch nichts erklären und für „ethische“ Bedenken sind Bewerbung und Lebenslauf sowieso der falsche Ort.
Ein paar kleinere Ungenauigkeiten sind im CV völlig normal und gar nicht unethisch.
Unethisch wird es, wenn du dir Sachen ausdenkst und wenn du jetzt reinschreiben würdest, dass du 5 Jahre promoviert hast, könnte man ja theoretisch denken, dass du bereits einen ordentlichen Batzen gemacht hast. Wenn du aber, wie du schreibst, eigentlich nur auf dem Papier promovierst, könnte man sich sogar drüber streiten, ob es jetzt unethischer ist es reinzuschreiben oder wegzulassen :wink: .
Aber mach dir darüber keinen Kopf, lass es einfach weg, das ist nicht im geringsten verwerflich!

Ich mache auch seit Jahren nebenbei noch ein Fernstudium... zumindest auf dem Papier. In Wirklichkeit bin ich (in Bezug auf dieses Fernstudium!) so faul und auch eher unmotiviert, dass ich nicht mal in Schneckentempo vorwärts komme. Sollte ich jemals damit fertig werden und zwar noch bevor ich in Rente gehe, schreibe ich es rein, vorher wird es nie jemand erfahren und ich habe da keinerlei schlechtes Gewissen.

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Re: neu anfangen?

Beitrag von caipirinha11085 » 23.11.2017, 11:59

Probleme es einfach dauerhaft zu verschweigen, könnten auftauchen, wenn es ein sehr kleines Feld ist und die Gefahr besteht, dass sie alter und neuer Betreuer kennen oder kennenlernen könnten. Auch muss die PromO geprüft werden, ob die Zulassung zur Promotion an einer anderen Universität irgendwie schädlich ist (kurzer Blick in meine eigene PromO zu diesem Punkt ergab: Nein, außer die Diss wurde endgültig mit "nicht bestanden" bewertet.)

Ich denke auch nicht, dass man es im CV erwähnen muss. Ich würde es im Bewerbungsgespräch erwähnen, wenn die Sprache darauf kommt. Jedenfalls nach Annahme durch einen Prof würde ich es ihm bei guter Vertrauensbasis aber schon irgendwann erzählen.
Bewerben kannst du dich auf jeden Fall.

"Wirr" fand ich den Text des Themenerstellers übrigens nicht.

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Re: neu anfangen?

Beitrag von Green Goddess » 23.11.2017, 13:48

caipirinha11085 hat geschrieben:...Auch muss die PromO geprüft werden, ob die Zulassung zur Promotion an einer anderen Universität irgendwie schädlich ist (kurzer Blick in meine eigene PromO zu diesem Punkt ergab: Nein, außer die Diss wurde endgültig mit "nicht bestanden" bewertet.)...
Wahrscheinlich auch bei "Bestanden". ;) Ansonsten bin ich bei dir, es ist ein Thema für das Gespräch mit potentiellen DV/DM, nicht für Schriftstücke. ("Schrift ist Gift", sagt deine "Fraktion", oder? :lol:)
caipirinha11085 hat geschrieben:...
"Wirr" fand ich den Text des Themenerstellers übrigens nicht.
Definitiv nicht! Es ist der Text eines non native speakers, der sich (erfolgreich, aus meiner Sicht) mehr Mühe gab, sein Anliegen zu verdeutlichen, als sehr viele andere "Problembeschreiber".

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Re: neu anfangen?

Beitrag von caipirinha11085 » 24.11.2017, 07:42

Bei "Bestanden" nur unter zusätzlichen Voraussetzungen.
Hm... verstehe weder, was meine "Fraktion" ist, noch kenne ich das Sprichwort. ;) Also wohl nein..

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