Wissenschaftliches Paper aus meiner Bachelorarbeit kopiert

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Re: Wissenschaftliches Paper aus meiner Bachelorarbeit kopiert

Beitrag von daherrdoggda » 07.11.2017, 08:32

Man koennte ausserdem in Betracht ziehen, den Editor des Journals zu informieren, um eine Korrektur der Autorenliste zu bewirken.

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Paulchen
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Re: Wissenschaftliches Paper aus meiner Bachelorarbeit kopiert

Beitrag von Paulchen » 07.11.2017, 09:19

Jetzt könnte man natürlich sagen: "Das ist halt so in der Wissenschaft, Abschlussarbeiten werden halt für Doktoranden geschrieben, die sich daran bedienen."
Eben so ist es ja gerade nicht. Wenn ein Doktorand sich fleißig aus Abschlussarbeiten bedient, sollte man ihm schnellstmöglich das Handwerk legen. Eine Disseration ist selber eine Abschlussarbeit und soll selbständig verfasst werden.

flip
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Re: Wissenschaftliches Paper aus meiner Bachelorarbeit kopiert

Beitrag von flip » 07.11.2017, 10:38

Paulchen hat geschrieben: Eben so ist es ja gerade nicht. Wenn ein Doktorand sich fleißig aus Abschlussarbeiten bedient, sollte man ihm schnellstmöglich das Handwerk legen. Eine Disseration ist selber eine Abschlussarbeit und soll selbständig verfasst werden.
Was man im Übrigen bei Einreichung auch unterschreibt. Von daher sollte die Sache klar sein.

HDCraftY
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Re: Wissenschaftliches Paper aus meiner Bachelorarbeit kopiert

Beitrag von HDCraftY » 07.11.2017, 10:45

Wieder so ein Fall der zeigt, wie versifft der Wissenschaftsbetrieb ist. Machtgefälle tiefer als der Marianengraben. Ethisch und moralisch höchst zweifelhafte Verhaltensweisen. Wenn du dagegen vorgehst ist deine Karriere in der Wissenschaft (sofern gewollt) vorbei, ob du recht hast und gewinnst oder nicht.
Danach ist man Ausgestoßener, weil man ein Nestbeschmutzer ist. Haben sich Professoren je gegenseitig öffentlich oder offiziell kritisiert ? Ja ? Bei den nächsten beantragten Geldern kommt dann die Rache. Keine Krähe hackt der anderen ein Auge aus.

Fairness gibt es in der Wissenschaft nicht (sonst zwar auch nicht), aber hier ist es ganz übel, heimtückisch und bösartig. Da werden ganze Publikationen gekapert und in die Eigenen übernommen. Wenn man die besagten Personen darauf anspricht, kommt die lapidare Antwort, dass dies so "üblich sei".

Machen kann man nichts. Alle Kontrollstrukturen sind intern und die sind nicht bestrebt das hart und stringent aufzuklären. Das müssen dann schon ganz krasse Fälle sein (wie z.B. gerade an der ETH), aber selbst dann kann man oder will man die Betroffenen nicht rausschmeißen. KApert man aber mal hier mal da ein Paper, eine Arbeit oder ein Gutachten, dann gilt das schon als "Standard". Und niemand will dagegen etwas machen, weil es jeder selbst schon getan hat oder ein Kollege und Freund. Da herrscht die blanke Angst, weil alle in Netzwerken hängen und wenn man dann einmal was sagt oder kritisiert oder aufklären will, bekommt man dessen Zorn zu spüren.

Schreib die Sache ab und verbuche es als Lehrgeld dafür, wie es im Wissenschaftsbetrieb zugeht. Die Dunkelziffer für solche Fälle ist, meine ich, sehr hoch, aber es kommt nicht raus, weil den Leuten klar ist, dass sie praktisch nichts dagegen machen können.
Und wenn etwas dagegen macht, verliert man auf lange Hinsicht doch.

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