Weiterverwertung Dissertation

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hector_von_colossus
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Weiterverwertung Dissertation

Beitrag von hector_von_colossus » 03.11.2017, 12:05

Hallo in die Runde,

ich habe einge Fragen und Gedanken zum Thema "Textrecycling", bei denen mich Eure Meinung und Erfahrung interessieren würde.

Ich habe vor kurzem meine Arbeit verteidigt und muss nun veröffentlichen, habe aber noch keinen Verlag. Im Vorfeld würde mich dabei folgendes interessieren: Stellen Eure Verlage euch frei, Inhalte der Arbeit auch parallel, nachträglich oder im Vorfeld in Journals zu veröffentlichen - also vor allem inhaltlich, aber auch wortwörtlich? Würde ein Verlag bei Vorveröffentlichung einer Art Zusammenfassung der Arbeit in einem Journal die Veröffentlichung ablehnen? Ich stehe gerade vor dem Problem, dass ein Journal an einem Artikel über meine Arbeit interessiert ist, ich aber noch keinen Verlag für die Veröffentlichung habe.

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caipirinha11085
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Re: Weiterverwertung Dissertation

Beitrag von caipirinha11085 » 03.11.2017, 13:08

Ich musste meinem Verlag die ausschließlichen, weltweiten Rechte an dem Text einräumen.
Bei einer anderen Monographie in einem anderen Verlag hingegen erteilte ich dem Verlag nur eine nicht-ausschließliche Erlaubnis zur Verwendung des Textes. Es geht also auch so, dass alle Rechte bei dir verbleiben. Allerdings habe ich den Eindruck, dass das nicht unbedingt die Norm war, jedenfalls in meinem Fachbereich.

Inwieweit eine vorherige Veröffentlichung in einem Journal den Verlagsvertrag behindern würde, kann ich nicht sagen.

JohnvanConnor
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Re: Weiterverwertung Dissertation

Beitrag von JohnvanConnor » 03.11.2017, 17:45

hector_von_colossus hat geschrieben: Stellen Eure Verlage euch frei, Inhalte der Arbeit auch parallel, nachträglich oder im Vorfeld in Journals zu veröffentlichen - also vor allem inhaltlich, aber auch wortwörtlich? Würde ein Verlag bei Vorveröffentlichung einer Art Zusammenfassung der Arbeit in einem Journal die Veröffentlichung ablehnen? Ich stehe gerade vor dem Problem, dass ein Journal an einem Artikel über meine Arbeit interessiert ist, ich aber noch keinen Verlag für die Veröffentlichung habe.
Unter dem Vorbehalt, die Fachrichtung nicht zu kennen, fallen mir ein paar Punkte ein, die ich mal so hinwerfe:
– Der Verlag verdient i. d. R. kein Geld mit dem massenhaften Verkauf von Dissertationen, sondern mit den Druckkostenzuschüssen. Dafür ist der Ruf des Verlags in der scientific community entscheidend. Journal-Publikationen der Verlags-Autoren sind also gut für den Verlag. Ich kenne es so, dass eine "don`t ask, don`t tell"-Grundhaltung vorherrscht.
– Das Textrecycling ist natürlich in der Wissenschaft zu Recht umstritten; das Problem könnte hier insbesondere darin liegen, dass die Publikation der Diss. als Prüfungsleistung gilt. Einen schon publizierten Text erneut als Prüfungsleistung vorzulegen, könnte als Fehlverhalten gelten (aber eine Ahndung ist unwahrscheinlich!). Ich würde einfach "wortwörtlich" eben nichts übernehmen, sondern es umformulieren. Da ein kürzerer Artikel ohnehin eine höhere Informationsdichte haben müsste, ist das doch eh angebracht, oder? Und ganz sicher ist man mit einem anderen Wortlaut auf der besseren Seite.

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