Promotionsmöglichkeit im Projekt weggefallen - und jetzt? (Naturwissenschaften)

... und die Fragen, die sich davor und dabei ergeben.
Neue Fragen bitte hierher.

Vollkornpizza
Beiträge: 189
Registriert: 06.07.2013, 23:17
Status: Verteidigt
Hat sich bedankt: 4 Mal
Danksagung erhalten: 3 Mal

Re: Promotionsmöglichkeit im Projekt weggefallen - und jetzt? (Naturwissenschaften)

Beitrag von Vollkornpizza » 02.11.2017, 00:14

Also nachdem ich nur ein vages Bauchgefühl geäußert hatte, bin ich froh, dass praktikum und daherroga ins selbe Horn gestoßen haben.

6 Monate sind keine lange Zeit, wenn man die jahrelange Gesamtdauer des Promotionsprojekts bedenkt. Natürlich kommt es dir an dieser Stelle nicht so vor, aber sei dir versichert, dass es wirklich nicht viel ist. Mach dich deshalb am besten frei von dem Gedanken, dass der Prof, der dein Chef ist auch dein DV werden könnte. Ob du dir am besten eine ganz neue Promotionsstelle suchst oder die Idee mit der exterenen Promotion weiterverfolgst, hängt natürlich von dir, deinen Interessen und Präferenzen ab.

Zu letzterem wollte ich aber auch noch einen Gedanken teilen, auch wenn das jetzt ein bisschen ins Blaue gedacht ist, weil ich ja nicht weiß, in welcher NaWi du genau unterwegs bist und was dich darin wiederum besonders interessiert: Wenn du auf Geräte/Labore angewiesen bist, wird es wohl tatsächlich schwierig werden, mit einer reinen Literaturarbeit den Ansprüchen deines Faches zu genügen. Aber wäre z.B. eine Arbeit, die Richtung Bioinformatik/"omics"/moderner Toxikokinetik o.ä. geht für dich denkbar? Für so etwas bräuchtest du "nur" einen Computer mit genügend Rechenleistung, was je nach Projekt natürlich verschiedene Formen annehmen kann und daher bestimmt leichter nebenbei zu organisieren ist. Bedenke: nur weil jemand extern promoviert heißt es ja nicht, dass einen die Uni komplett im Stich lässt. Ich bin ja auch extern und habe meine Daten auf dem Uniserver, die mir über einen VPN-client Zugang gewährt.

Anzeige:

daherrdoggda
Beiträge: 199
Registriert: 16.08.2015, 21:28
Status: rer nat
Hat sich bedankt: 19 Mal
Danksagung erhalten: 11 Mal

Re: finde kein Promotionsthema

Beitrag von daherrdoggda » 02.11.2017, 03:48

praktikum hat geschrieben: Ich weiß nicht, was Du genau unter "Deinem Bereich" verstehst, aber der TE hat doch bereits 75% und viele andere haben 100%. Was an einem bestimmten Lehrstuhl "die Regel" ist, hat mit der allgemeinen Situation nicht unbedingt viel zu tun.
Es gibt kein Gesetz gegen 100% Stellen und ob die Drittmittelstunden(!) auf einem Bogen stehen oder zwei, welchen Unterschied macht das für das Projekt? (Rhetorische Frage) Hauptsache die Arbeit wird erledigt.
es handelt sich um ein grosses netzwerk mehrerer institute, betroffen sind tausende doktoranden. jetzt klarer?
praktikum hat geschrieben: Fragt sich nur, was der Sinn dieses Gesprächs sein soll. Die Lage ist doch klar. Es gibt keine neue Fakten bzw. Ideen (...) Da würde ich lieber abwarten, ob sich während der Jobsuche auf der alten Stelle noch überraschend etwas ergibt.
mit klarer lage und ohne neue fakten und ideen wird sich nichts mehr ergeben. vll ist dem TE ja der sinn von solchen gespraechen klar, nur das ist wichtig.
praktikum hat geschrieben: Gibt es alles und über das Thema haben wir im Forum schon oft gesprochen, aber das nutzt dem TE nichts. Es wurde noch nicht viel erarbeitet und es ist doch schon klar, dass es nicht läuft. Alles geht man am besten, bevor man Schaden nimmt.
[/quote]

was genau "nutzt" denn deine antwort auf meinen post dem TE? :b

praktikum
Beiträge: 320
Registriert: 13.02.2016, 05:35
Status: abgeschlossen
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 2 Mal

Re: finde kein Promotionsthema

Beitrag von praktikum » 02.11.2017, 12:44

daherrdoggda hat geschrieben: was genau "nutzt" denn deine antwort auf meinen post dem TE? :b
Diese Frage solltest Du Dir selber stellen. Mein Posting hat den TE darauf hingewiesen, dass Deine subjektive Meinungsäußerung hier mit Vorsicht zu genießen ist: Du schickst eine Person, welche Du nicht kennst, in ein hartes Gespräch mit dem Arbeitgeber. Gleichzeitig gibst Du der Person für das Scheitern des Gesprächs noch die Idee "Dienst nach Vorschrift" mit und erzählst etwas von Aufständen gegen einen andere Prof. Das mag für Deine Person passend sein, aber bei anderen Menschen kann das zu einer verzerrten Ansicht der Situation führen und so ein Gespräch in einer Katastrophe enden lassen.

Green Goddess
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0

Re: Promotionsmöglichkeit im Projekt weggefallen - und jetzt? (Naturwissenschaften)

Beitrag von Green Goddess » 02.11.2017, 13:23

So überraschend es insb. für mich auch ist, bin ich nahe bei @Praktikum. ;) Wenig diskussionswürdig ist aus meiner Sicht, dass 75% Stellen kaum konkurrenzfähig zu Angeboten aus der freien Wildbahn sind, Studiengänge mit "Promotionspflicht" wie Chemie und Biologie(?) mal aussen vor gelassen. In "meinem Bereich" sind 100% Stellen beileibe nicht die Ausnahme, weniger aus sozialer Verantwortung oder Fürsorge des Arbeitgebers Uni/Land, sondern überdeutlich wg des Marktdrucks.

Agriwis
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0

Re: Promotionsmöglichkeit im Projekt weggefallen - und jetzt? (Naturwissenschaften)

Beitrag von Agriwis » 02.11.2017, 21:46

Dass es in Bio oder Chemie eine „Promotionspflicht“ gäbe, sagen meistens auch nur die, die gar nicht erst probiert haben sich ohne zu bewerben.
Im Vergleich zu anderen Fächern (v.a. Geisteswissenschaften) haben es NaWis noch echt gut, aber klar, mit Ingenieurwissenschaften können sie natürlich fast nie mithalten.

daherrdoggda
Beiträge: 199
Registriert: 16.08.2015, 21:28
Status: rer nat
Hat sich bedankt: 19 Mal
Danksagung erhalten: 11 Mal

Re: finde kein Promotionsthema

Beitrag von daherrdoggda » 03.11.2017, 03:10

praktikum hat geschrieben: Du schickst eine Person, welche Du nicht kennst, in ein hartes Gespräch mit dem Arbeitgeber. Gleichzeitig gibst Du der Person für das Scheitern des Gesprächs noch die Idee "Dienst nach Vorschrift" mit und erzählst etwas von Aufständen gegen einen andere Prof. Das mag für Deine Person passend sein, aber bei anderen Menschen kann das zu einer verzerrten Ansicht der Situation führen und so ein Gespräch in einer Katastrophe enden lassen.
zur erinnerung...:
FerdiFuchs hat geschrieben: Ansonsten könntest du auch deinen Betreuer fragen, ob er Ideen hat
FerdiFuchs hat geschrieben: Für mich klingt es so, als ob du deinem Betreuer gegenüber mit mehr Bestimmtheit auftreten könntest
gundi1986 hat geschrieben: Zur Not halt nicht promovieren und Dienst nach Vorschrift tun.
gundi1986 hat geschrieben: Die Professoren sind ja auch unter einander vernetzt.
gundi1986 hat geschrieben: Ich werde wohl noch einmal das Gespräch suchen und versuchen deutlich zu machen, dass ich nur im aktuellen Projekt promovieren kann/möchte.

praktikum
Beiträge: 320
Registriert: 13.02.2016, 05:35
Status: abgeschlossen
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 2 Mal

Re: Promotionsmöglichkeit im Projekt weggefallen - und jetzt? (Naturwissenschaften)

Beitrag von praktikum » 03.11.2017, 11:59

Agriwis hat geschrieben:Dass es in Bio oder Chemie eine „Promotionspflicht“ gäbe, sagen meistens auch nur die, die gar nicht erst probiert haben sich ohne zu bewerben.
Im Vergleich zu anderen Fächern (v.a. Geisteswissenschaften) haben es NaWis noch echt gut, aber klar, mit Ingenieurwissenschaften können sie natürlich fast nie mithalten.
Menschen vertreten oft Ansichten, die ihrer Meinung nach in Stein gemeißelt sind, nur um ihre eigene Entscheidung als unangreifbar zu rechtfertigen. In manchem Einzelfall ist die Promotion einfach nur die kurzfristig bequemere Option gewesen.



@daherrdoggda
daherrdoggda hat geschrieben: was genau "nutzt" denn deine antwort auf meinen post dem TE? :b

FlimBeam
Beiträge: 82
Registriert: 26.01.2012, 19:58
Status: irgendwie dabei
Hat sich bedankt: 2 Mal
Danksagung erhalten: 1 Mal

Re: Promotionsmöglichkeit im Projekt weggefallen - und jetzt? (Naturwissenschaften)

Beitrag von FlimBeam » 05.12.2017, 22:41

Mein Gott, jetzt kloppt euch... geht's jetzt darum wer die wertvollere Lebenserfahrung hat oder was?

Zur eigentlichen Frage: ich finde bei allen Ratschlägen machen sich die Leute das zu einfach. Ratschläge wie "jetzt gehe zum DV und sag ihm was Sache ist" bringen rein gar nichts - das stimmt. Funktioniert auch in der freien Wirtschaft nicht. Aber ich finde genauso ignorant ist es zu sagen "yep, dein DV ist ein Arsch, hatten wir schon zu Genüge hier, bloß weg". Es geht um eine 75%-Dreijahresstelle - ich finde schon, dass es sich lohnt sich um die Möglichkeit zu bemühen dort auch zu promovieren. Das war ja auch die Intention dort überhaupt anzufangen.

Bevor ich anfangen würde irgendwelche Verschwörungstheorien über die Motive des DV anzustellen, würde ich vielleicht mit ihm darüber sprechen und versuchen, diese nachzuvollziehen. Besonders wenn andere Mitarbeiter über ihre Projekte promovieren können, wäre es mehr als interessant rauszubekommen, warum der TE das nicht kann/darf. Leider hat der TE überhaupt nicht erwähnt, im welchen Kontext er diese Aussage vom DV erhalten hat. Nach einem inhaltlichen Gespräch mit dem DV, nach einem Vortrag bei einem Kolloquium usw.

Vielleicht ist der DV tatsächlich ein Arsch. Aber vielleicht hat er andere Gründe. Dass er von dem TE doppelte Arbeit haben möchte (Projekt + weitere Publikationen) ist m.E. nicht sehr wahrscheinlich, denn in diesem Fall hätte er schon längst ein Thema vorgeschlagen, das ihm am Herzen liegt.

Jetzt einfach abhauen ohne rauszufinden, warum es hier nicht so läuft wie gewünscht, führt u.U. nur dazu, dass es an einer neuen Stelle aus den gleichen Gründen nicht laufen wird.

Beste Grüße
Beam

praktikum
Beiträge: 320
Registriert: 13.02.2016, 05:35
Status: abgeschlossen
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 2 Mal

Re: Promotionsmöglichkeit im Projekt weggefallen - und jetzt? (Naturwissenschaften)

Beitrag von praktikum » 07.12.2017, 00:34

FlimBeam hat geschrieben:Mein Gott, jetzt kloppt euch... geht's jetzt darum wer die wertvollere Lebenserfahrung hat oder was?
Dir ist schon klar, dass das Thema über einen Monat alt ist?
FlimBeam hat geschrieben: Es geht um eine 75%-Dreijahresstelle - ich finde schon, dass es sich lohnt sich um die Möglichkeit zu bemühen dort auch zu promovieren. Das war ja auch die Intention dort überhaupt anzufangen.
Nein, es geht um die wissenschaftliche Karriere. Da kann man es sich mit dem Ausharren am falschen Lehrstuhl langfristig sehr schwer machen.
FlimBeam hat geschrieben:
Bevor ich anfangen würde irgendwelche Verschwörungstheorien über die Motive des DV anzustellen, würde ich vielleicht mit ihm darüber sprechen und versuchen, diese nachzuvollziehen. Besonders wenn andere Mitarbeiter über ihre Projekte promovieren können, wäre es mehr als interessant rauszubekommen, warum der TE das nicht kann/darf. Leider hat der TE überhaupt nicht erwähnt, im welchen Kontext er diese Aussage vom DV erhalten hat. Nach einem inhaltlichen Gespräch mit dem DV, nach einem Vortrag bei einem Kolloquium usw.

Vielleicht ist der DV tatsächlich ein Arsch. Aber vielleicht hat er andere Gründe. Dass er von dem TE doppelte Arbeit haben möchte (Projekt + weitere Publikationen) ist m.E. nicht sehr wahrscheinlich, denn in diesem Fall hätte er schon längst ein Thema vorgeschlagen, das ihm am Herzen liegt.

Jetzt einfach abhauen ohne rauszufinden, warum es hier nicht so läuft wie gewünscht, führt u.U. nur dazu, dass es an einer neuen Stelle aus den gleichen Gründen nicht laufen wird.
Was Du so schreibst kann man als Binsenweisheit zusammenfassen: "der TE nimmt sich selber und seine Eigenschaften zu nächsten Stelle mit". Aber sei doch bitte realistisch, was und wie soll der TE als Meisterdetektiv denn herausfinden? Was nutzt es ihm denn herauszufinden, dass der Prof. z.B. von einem Projektpartner unter Druck gesetzt wird, weil er bestimmte Leistungen zugesagt hat?
Für den TE ist wichtig, was der Prof zu ihm sagt. Das war ziemlich eindeutig.

Antworten
  • Vergleichbare Themen
    Antworten
    Zugriffe
    Letzter Beitrag