Richtige Promotion neben Medizinstudium realistisch?

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praktikum
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Re: Richtige Promotion neben Medizinstudium realistisch?

Beitrag von praktikum » 15.09.2017, 14:25

Wenn Du den Beruf des Mediziners ausüben möchtest, dann spricht nicht viel für den umständlichen Plan.

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Re: Richtige Promotion neben Medizinstudium realistisch?

Beitrag von caipirinha11085 » 15.09.2017, 15:27

Dazu muss man aber sagen, dass es bei Medizinern durchaus üblich ist, in der Forschung und in der Praxis gleichzeitig tätig zu sein, anders als etwa bei Juraprofessoren. Soweit ich das mitbekommen habe, geht das bei Medizinern oft gar nicht anders, jedenfalls nicht, wenn sie an die Uni wollen..

@ TE: Ich kenne einen Psychiater in D, Habil mit Dr. med, und nicht Ü50, nur Ü30. ;) Scheint sich ja nicht so sehr zu unterscheiden von deiner Erfahrung aus UK.

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Re: Richtige Promotion neben Medizinstudium realistisch?

Beitrag von Leolina » 26.09.2017, 15:46

Schon wieder sind manche hier so bissig...das muss doch auch netter gehen.

MrFox, ich kenne jemanden, der erst Psychologie studiert hat (B.Sc. + M.Sc.) und dann versucht hat, gleichzeitig Medizin zu studieren und in Psychologie (zum Dr. Phil.) zu promovieren. Es hat sich dann als zu zeitintensiv herausgestellt, sodass sie sich jetzt dazu entschieden hat, zunächst das Medizinstudium voranzutreiben, und dann evtl. gegen Ende beides zu kombinieren.

Sie hat dabei aber auch optimale Unterstützung eines Lehrstuhls, an dem sie Hiwi ist, die ihr alles ermöglichen, was irgendwie geht. Ich glaube, das braucht man für so eine Konstellation, und da ist es natürlich gut, wenn man sich als Hiwi oder sonst wie an einem Lehrstuhl schon Kredit aufgebaut hat, damit da dann keiner anfängt zu drängeln oder zu meckern, warum die Projekte denn so lange dauern.

Ich glaube sogar, mal gelesen zu haben, dass man in so einem Fall eine Doktorarbeit für den Dr. rer. nat. oder was auch immer einreichen kann, von der dann quasi der Dr. med. abgezwackt wird...nagel mich darauf aber bitte nicht fest.

Was ich Dir also raten würde: Versuch doch, während der ersten Semester Deines Medizinstudiums Hiwi an einem Psychologie-Lehrstuhl zu werden - da gibt es ja sicher auch Neuro-/fMRT-Zeug für Dich. Die werden sich freuen, wenn sich rausstellt, dass Du quasi fertiger Neurowissenschaftler bist. Und dann versuch, nach den ersten Semestern Medizin dort mal nach einer Promotion anzuklopfen. Meiner Erfahrung nach lässt es sich nach den Semestern, in denen Praktika/Laborzeiten/Scheine Thema sind, besser organisieren. Und in der Psychologie werden Doktoranden (noch) nicht genau so verheizt wie in der Bio (oder wo genau Dein Dr. human. biol. hinweist).

Hoffe, ich konnte Dir ein bisschen helfen. Und was verlierst Du, wenn Du es versuchst, wenn Du es unbedingt machen willst? Es wird ein harter Stress, sicher, aber vielleicht kann die Tatsache, dass Du weiter forschen kannst, Dir ja sogar eine Motivation und Stütze in Deinem Studium sein.

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Re: Richtige Promotion neben Medizinstudium realistisch?

Beitrag von MrFox » 26.09.2017, 20:08

caipirinha11085 hat geschrieben:@ TE: Ich kenne einen Psychiater in D, Habil mit Dr. med, und nicht Ü50, nur Ü30. ;) Scheint sich ja nicht so sehr zu unterscheiden von deiner Erfahrung aus UK.
Das lässt hoffen :D
Leolina hat geschrieben:Sie hat dabei aber auch optimale Unterstützung eines Lehrstuhls, an dem sie Hiwi ist, die ihr alles ermöglichen, was irgendwie geht. Ich glaube, das braucht man für so eine Konstellation, und da ist es natürlich gut, wenn man sich als Hiwi oder sonst wie an einem Lehrstuhl schon Kredit aufgebaut hat, damit da dann keiner anfängt zu drängeln oder zu meckern, warum die Projekte denn so lange dauern.
Das klingt doch super. Natürlich hat man bessere Hoffnung auf viel Unterstützung, wenn man Vorarbeit geleistet hat und die Betreuer zufrieden mit der Arbeit sind. Es ist ja auch ein Quid pro quo - man selbst bekommt die tolle Betreuung, das Institut/der Lehrstuhl/Betreuer erhofft sich hochwertige Publikationen.
Ich glaube sogar, mal gelesen zu haben, dass man in so einem Fall eine Doktorarbeit für den Dr. rer. nat. oder was auch immer einreichen kann, von der dann quasi der Dr. med. abgezwackt wird...nagel mich darauf aber bitte nicht fest.
Doch, ich werde das so machen, und wenn das nicht klappt, dann komme ich vorbei und es setzt was! :evil: :D
Was ich Dir also raten würde: Versuch doch, während der ersten Semester Deines Medizinstudiums Hiwi an einem Psychologie-Lehrstuhl zu werden - da gibt es ja sicher auch Neuro-/fMRT-Zeug für Dich. Die werden sich freuen, wenn sich rausstellt, dass Du quasi fertiger Neurowissenschaftler bist. Und dann versuch, nach den ersten Semestern Medizin dort mal nach einer Promotion anzuklopfen. Meiner Erfahrung nach lässt es sich nach den Semestern, in denen Praktika/Laborzeiten/Scheine Thema sind, besser organisieren. Und in der Psychologie werden Doktoranden (noch) nicht genau so verheizt wie in der Bio (oder wo genau Dein Dr. human. biol. hinweist).
Na zum einen bin ich ja gar kein fertiger Neurowissenschaftler, sondern habe einen Master in Medizin - im Projekt habe ich Langzeitergebnisse von zwei medikamentösen Behandlungsmethoden anhand von Patientendaten verglichen. Zwar war das im neurowissenschaftlichen Institut, aber es ging eher in den Bereich Psychiatrie/Suchtkrankheiten.

Natürlich könnte ich deutlich einfacher eine HiWi-Stelle in der Psychologie bekommen, aber meine Interessen liegen nunmal anderswo. Generell eher im Bereich molekulare/zelluläre Neurobiologie, da wird in der Psychologie eher wenig geforscht. Ich werde also schon wahrscheinlich genau das tun, was du vorschlägst (als HiWi anfangen und erst später das Thema Promotion anschneiden), aber dann schon lieber direkt auf dem Gebiet, in dem ich auch promovieren wollen würde (ob nun 'richtig' oder Dr. med.) - so eigne ich mir dann schon direkt das relevante Wissen und Methoden an.

Wahrscheinlich wird man mich aufgrund der mangelnden Erfahrung (besonders im Labor) auch nicht direkt als HiWi anstellen, aber auch ein unbezahltes Praktikum nebenher wäre ja hilfreich. So bin ich auch an meinen Master gekommen.
Hoffe, ich konnte Dir ein bisschen helfen. Und was verlierst Du, wenn Du es versuchst, wenn Du es unbedingt machen willst? Es wird ein harter Stress, sicher, aber vielleicht kann die Tatsache, dass Du weiter forschen kannst, Dir ja sogar eine Motivation und Stütze in Deinem Studium sein.
Deine Antwort war auf jeden Fall wirklich hilfreich, und auch motivierend. Am Ende liegt wohl, wie die Briten sagen, 'the proof in the pudding'. Probieren geht über Studieren. Ne, moment, ich will doch studieren ... :idea: :D

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