Anschlussfinanzierung nach WiMi-Stelle

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Anschlussfinanzierung nach WiMi-Stelle

Beitrag von Sommertag » 29.08.2017, 15:12

Hallo zusammen,

ich stehe vor dem Ende meiner dreijährigen Uni-Anstellung und überlege nun, wie es weiter gehen soll. Momentan gehe ich davon aus, dass ich danach noch 8-12 Monate für den Abschluss der Diss benötigen werde.

Da meine derzeitige Stelle explizit zur Promotion ausgeschrieben und gedacht ist, kommen wohl klassische Stipendien wie bei der Studienstiftung nicht infrage, da die sich an Dauer der Promotion und vorheriger Förderung orientieren. Daher wäre ich um jeden Rat und jede Idee sehr dankbar, was an Förderungsmöglichkeiten es noch gibt.
Im Notfall gibt es natürlich noch ALG und Stellensuche, aber da ich entsprechende Erfahrungen im Freundeskreis miterlebt habe, würde ich es bevorzugen, mich auf den Abschluss der Promotion konzentrieren zu können und mich dann mit Bewerbungen, Arbeitssuche und Stellenantritt zu beschäftigen.


Herzlichen Dank!

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Re: Anschlussfinanzierung nach WiMi-Stelle

Beitrag von praktikum » 29.08.2017, 20:15

Sommertag hat geschrieben: ich stehe vor dem Ende meiner dreijährigen Uni-Anstellung und überlege nun, wie es weiter gehen soll.
Wieso geht es mit der Stelle nicht weiter? Wenn der DV Dir keine Ressourcen einräumt und die Abgabe - das meinst Du hier wohl mit Abschluss der Diss - noch ein Jahr hin ist, dann wird das mit der Promotion schwierig. Bitte korrigieren, falls ich damit falsch liege.

Sommertag hat geschrieben: Momentan gehe ich davon aus, dass ich danach noch 8-12 Monate für den Abschluss der Diss benötigen werde.
Es ist ein absolutes no-go, dass die Stelle so lange vor dem Abschluss nicht verlängert wird.
Sommertag hat geschrieben: Daher wäre ich um jeden Rat und jede Idee sehr dankbar, was an Förderungsmöglichkeiten es noch gibt.
Es kommt hier wirklich darauf an, ob der DV noch auf Deiner Seite ist. Normalerweise würde er/sie Dich entsprechend beraten und Dich dabei unterstützen, notfalls mit Anschubsen.
Sommertag hat geschrieben: Im Notfall gibt es natürlich noch ALG und Stellensuche, aber da ich entsprechende Erfahrungen im Freundeskreis miterlebt habe, würde ich es bevorzugen, mich auf den Abschluss der Promotion konzentrieren zu können und mich dann mit Bewerbungen, Arbeitssuche und Stellenantritt zu beschäftigen.
Das ALG ist eigentlich nicht dafür da, dass die Allgemeinheit Akademikern die Promotionszeit versüßt. ;) Normalerweise wird so etwas - mit Hilfe des Profs - durch eine kleine Hilfsstelle an der Uni gelöst. Im Endeffekt musst Du Dir aber so oder so eine Stelle mit noch ausstehender Promotion suchen, weil das ALG in Deinem Falls nach ein paar Monaten bzw. einem Jahr ausläuft. Das wird tatsächlich sehr stressig werden, weil Du zum Jobbeginn erst einmal alles zurückstellen musst.

Ich würde Dir dringend dazu raten, mit dem DV über eine Übergangsfinanzierung zu sprechen. Notfalls arbeitest Du offiziell als Admin oder in der Bibliothek. Das ist übrigens kein Betteln, sondern es liegt durchaus in seinem Verantwortungsbereich, wenn ein Absolvent VOR der Abgabe keine Stelle mehr hat.

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Re: Anschlussfinanzierung nach WiMi-Stelle

Beitrag von Traudel » 30.08.2017, 09:34

Lieber Sommertag,

gewiss ist Dein DV im Grunde Dein erster Ansprechpartner, wie @praktikum schon schreibt. Auch wenn er Dir derzeit nicht finanziell zur Seite stehen kann, da offenbar "Deine" Mittel versiegen, so ist es aber für die Anschlussfinanzierung überaus förderlich, wenn er ein entsprechendes Gutachten bzw. Befürwortungsschreiben für Dich ausstellt.

Da das Beantragen von Geldern immer mit unliebsamer Arbeit verbunden ist und hier auch keine großartigen Drittmitteleinwerbungslorbeeren geschweige denn ein exponierter Eintrag in die Drittmittelstatistik in Aussicht stehen, wird Dein DV tendenziell den Aufwand scheuen, bzw. er wird Dir sehr dankbar sein, wenn Du ihm den Aufwand abnimmst, soweit Du kannst. Mein Tipp: Wende Dich an die Abteilung/Stabsstelle/das Ressort whatever für Forschung und Transfer/Forschung und Entwicklung, oder wie es an Deiner Uni heißen mag. Dort sitzen Experten, die einen guten Überblick über Fördermöglichkeiten inkl. Anschlussfinanzierungen haben. Nicht nur bundesweit und ggf. auf EU-Ebene (je nachdem, in welche Richtung Dein Thema geht), sondern auch, was die Uni selbst bietet. Zudem unterstützen Sie bei der Antragstellung (in der Regel).

Dann halte ich es nicht für ausgeschlossen, dass auch Stipendiengeber existieren, die eine Anschlussförderung für Kandidaten gewähren, die vorab keine Promotionsstipendiaten waren. Schau mal in Stipendiendatenbanken nach. Und such auch hier die Unterstützung von Experten. Gibt es z.B. eine Stipendien-Abteilung (für Deutschlandstipendium etc.) für Studierende an Deiner Uni? Da könnte man es mal versuchen.

Viel Erfolg wünscht
Traudel

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Re: Anschlussfinanzierung nach WiMi-Stelle

Beitrag von mantor » 30.08.2017, 09:57

Zwei Möglichkeiten, von denen ich weiß: Die Fazit-Stiftung fördert mit Stipendien den Abschluss von Arbeiten; außerdem nutzen manche Universitäten auch Mittel aus Landesgrudiertenprogrammen, um einjährige Abschlussstipendien zu vergeben. Vielleicht macht Deine Uni das auch?

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Re: Anschlussfinanzierung nach WiMi-Stelle

Beitrag von praktikum » 30.08.2017, 13:00

Traudel hat geschrieben: Da das Beantragen von Geldern immer mit unliebsamer Arbeit verbunden ist und hier auch keine großartigen Drittmitteleinwerbungslorbeeren geschweige denn ein exponierter Eintrag in die Drittmittelstatistik in Aussicht stehen, wird Dein DV tendenziell den Aufwand scheuen, bzw. er wird Dir sehr dankbar sein, wenn Du ihm den Aufwand abnimmst, soweit Du kannst.
Man kann sogar selber Drittmittel einwerben, aber natürlich in Abstimmung mit dem Prof. Außerdem ist das wohl längst zu spät beim TE, daher habe ich den Punkt nicht weiter ausgeführt.

Sommertag
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Re: Anschlussfinanzierung nach WiMi-Stelle

Beitrag von Sommertag » 30.08.2017, 18:15

Danke euch für die Antworten und Anregungen!

Die Verzögerung hat tatsächlich nicht mein DV verschuldet, sondern liegt einfach daran, dass ich entgegen der Planung nicht in den drei Jahren fertig werde. Acht Monate ist wahrscheinlich auch etwas arg pessimistisch gedacht, realistisch betrachtet werde ich weniger Zeit brauchen. Es wird nicht mehr enorm viel fehlen, aber ganz klappt es leider nicht. Eine Verlängerung der Stelle oder Anstellung ist leider nicht möglich.
praktikum hat geschrieben:Das ALG ist eigentlich nicht dafür da, dass die Allgemeinheit Akademikern die Promotionszeit versüßt. ;)
Da missverstehst du mich. Ich wollte nicht mit ALG-Bezug entspannt zu Ende promovieren, sondern die Promotion dann neben Bewerbungen und neuem Job beenden. Aber ich fürchte eben auch, dass die Fertigstellung dadurch deutlich länger brauchen wird.


Stipendiendatenbanken hatte ich schon mal durchforstet, aber an der Uni nach einer Ansprechstelle zu schauen ist ein guter Hinweis. Fazit-Stiftung und Uni sind ebenfalls gute Ideen.

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Re: Anschlussfinanzierung nach WiMi-Stelle

Beitrag von JohnvanConnor » 30.08.2017, 18:34

Ich fürchte, die Realität des wissenschaftlichen Arbeitsmarktes macht eine solche Anschlussfinanzierung sehr unwahrscheinlich. Mit Sicherheit ist da, wie schon gesagt wurde, der DV/die eigene Uni noch am ehesten in der Pflicht. Aber was selbst beantragte Fördermittel angeht: Da hat man schnell einen wahnsinnigen Aufwand mit sehr geringen Erfolgschancen. Und ein – aus Sicht von anderen Einrichtungen – nicht "rechtzeitig" fertig gewordenes Projekt weiterfinanzieren? Das wäre ja mehr in Richtung charity, aber die Tendenz geht eben zu: Elite, funkelnde, viel versprechende Neuansätze (die aber gleichzeitig im mainstream sind).
Irgendwo sind hier gar Anträge auf EU-Ebene genannt worden. Um Himmels Willen! Da muss man sich erstmal monatelang durcharbeiten, bevor man überhaupt die Grundzüge der Förderungslogik verstanden hat. Und solche Projekte werden nicht mal eben als Übergangslösung bereitgestellt – wenn so etwas bewilligt wird, kommt die Presse in die Uni.
klar, man kann sich beraten lassen, aber die Informationen findet man i.d.R. auch auf der website der Uni. meist sind die Richtlinien für die Förderlinien so speziell (und willkürlich), dass man schon merkt, das sind verzweifelte Versuche, die Zahl der Anträge zu reduzieren.

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Re: Anschlussfinanzierung nach WiMi-Stelle

Beitrag von praktikum » 30.08.2017, 22:46

Sommertag hat geschrieben: Da missverstehst du mich. Ich wollte nicht mit ALG-Bezug entspannt zu Ende promovieren, sondern die Promotion dann neben Bewerbungen und neuem Job beenden. Aber ich fürchte eben auch, dass die Fertigstellung dadurch deutlich länger brauchen wird.
Die Stressphase kommt am Ende und dann hast Du noch Verteidigung und Co. Die Bewerbungsmaschine zum Laufen zu bringen ist übrigens nicht trivial, das kostet wieder Zeit. Ich wünsche Dir jedenfalls viel Erfolg und Kraft für diese Zeit.

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