Networken abseits von Konferenzen

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Linchen88
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Networken abseits von Konferenzen

Beitrag von Linchen88 » 10.08.2017, 15:04

Hallo zusammen,

ich habe das Gefühl, in einem Vakuum zu arbeiten. Aber zuerst mal zu meinem Hintergrund: Ich arbeite an einer Hochschule, also nicht an der Uni, an der ich promoviere. Mein Bereich ist ein Teilbereich der VWL und ich schreibe die Diss (die ich übrigens nächste Woche einreiche /:dr) ) kumulativ und auf Englisch; die Paper reiche ich parallel schon bei den einschlägigen Journals/Konferenzen ein. Sowohl an meiner Hochschule als auch an meiner Uni bin ich allerdings die einzige in meinem Bereich. Selbst mein Doktorvater forscht zu (sehr) anderen Fragestellungen. Ich habe also niemanden, mit dem ich mich abseits von Konferenzen regelmäßig zu meiner Forschung austauschen kann.

Ich habe mir vorgenommen, jährlich an den 3 größten Konferenzen zu meinem Fachbereich teilzunehmen, allerdings frage ich mich, wie ich zwischenzeitlich mit anderen Forschern in meinem Bereich in Kontakt treten kann. Ich habe natürlich schon einige Kontakte auf Konferenzen geknüpft (mit einer Doktorandin aus dem Ausland schreibe ich jetzt auch ein Paper) und ich versuche, mich nach den Konferenzen mit allen auf LinkedIn, ResearchGate, Twitter etc. zu vernetzen, aber ich habe trotz allem das Gefühl, keinen Kontakt zur Fachwelt zu haben. Das macht mich wahnsinnig.

Wie macht ihr das? Habt ihr irgendwelche Ideen, was ich noch ausprobieren könnte?

:blume: Linchen

flip
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Re: Networken abseits von Konferenzen

Beitrag von flip » 10.08.2017, 15:34

Na, da haben wir ja in etwa das Gleiche gemacht.
Ich bin jedenfalls auch nur noch auf dem Papier Volkswirt.

Mit den Connections ist das so eine Sache. Erstmal ergibt es Sinn, sich nach oben und nicht zur Seite zu orientieren. Also ein Netzwerk zu anderen Doktoranden bringt vielleicht langfristig etwas, ist aber für den Start allenfalls sekundär hilfreich. Du willst ja profitieren. Ich habe auch zwei Publikationen mit anderen Doktoranden - dass wir jetzt damit aber unsere Skills verdoppelt hätten war eher nicht der Fall.

Ansonsten gilt, je größer die Konferenz, desto sinnloser. Sorry. :blume: Komplett falsche herangehensweise. Da stehst du rum, machst dein Standardnetworking und am Ende stehen doch wieder alle mit denen zusammen, die sie kennen und die unbekannten halbwegs alleine. Es ist selten, dass man jemanden findet, mit dem man sich gut versteht und der halbwegs das gleiche macht und der auch bereit ist, mit dir Forschung zu betreiben und das auch auf deinem Niveau (oder höher).
Am Wichtigsten - AM WICHTIGSTEN -, sind die Workshops zu einer bestimmten Fachthematik (also deiner), wo nur 20-30 Teilnehmer sind und die über zwei, drei Tage gehen. Da geht sich keiner aus dem Weg und man kommt fachnach Gespräch. Und hin und wieder ist man auch menschlich auf einer Linie. :)
Diese werden von den großen Instituten, Banken und Societies angeboten und auch in der zweiten Reihe sind genügend top Leute, mit denen man gerne einmal zusammenarbeiten möchte. Anstatt zig Euros für die großen Konferenzen auszugeben, geh lieber pro Jahr auf zehn Workshops. Und glaub mir, die wichtigen Leute sind dann auch dort.

Linchen88
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Re: Networken abseits von Konferenzen

Beitrag von Linchen88 » 10.08.2017, 15:46

Danke für den Tipp mit den Workshops! Das hatte ich mir tatsächlich mal irgendwann vorgenommen, aber ist dann wohl wieder in Vergessenheit geraten. (Die "größten" Konferenzen in meinem Fachbereich sind übrigens auch noch seeehr überschaubar, von daher werde ich da auch weiterhin regelmäßig aufkreuzen :D).

Über die Zusammenarbeit mit anderen Doktoranden erhoffe ich mir einen Zugang zu deren Betreuern und Seminare/Workshops. Mal schauen, ob das hinhaut.

Linchen88
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Re: Networken abseits von Konferenzen

Beitrag von Linchen88 » 30.08.2017, 22:48

Hallo an alle!

Ich habe zwischenzeitlich noch einen Kanal gefunden, über den ich mich mit Leuten aus meinem Bereich austauschen kann: Twitter! Man man es kaum glauben, aber zumindest zu meinem Thema "geht" da wirklich einiges; sprich, ich bekomme mit, worüber man sich in meinem Forschungsbereich so austauscht und wofür man sich interessiert; ich kann andere Ideen kommentieren, eigene Ideen teilen und bekomme darauf Rückmeldungen. (Auf der Webseite, auf der ich den Tipp gelesen habe, stand auch ausdrücklich, dass man "academic Twitter" benutzen solle :D).
Noch mal zur Erinnerung: Es ging mir lediglich darum, mit anderen zu netzwerken -- nicht notwendigerweise nur mit den Topleuten aus meinem Fach; allerdings sind auch die (vor allem die!) bei Twitter angemeldet und tauschen sich rege (nun auch mit mir) aus.

Ich wollte den Tipp mit euch teilen für den Fall, dass es noch so jemandem ergeht wie mir :blume: Ich fühle mich inzwischen jedenfalls nicht mehr in einem ganz so großen Vakuum wie noch vorher.

Viele Grüße
Linchen (die übrigens vor zwei Wochen eingereicht hat :prost:)

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