Anschreiben Stiftung für Antrag auf Druckkostenzuschuss

... und die Fragen, die sich davor und dabei ergeben.
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Henrike
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Anschreiben Stiftung für Antrag auf Druckkostenzuschuss

Beitrag von Henrike » 02.08.2017, 00:13

Hallo :D
ich möchte zumindest versuchen, einen Antrag auf einen Druckkostenzuschuss bei einer Stiftung zu stellen. Was sollte denn am besten alles in das Anschreiben? Folgendes habe ich mir überlegt:
- Kurze Vorstellung der eigenen Person
- Sehr kurzer Abriss, um was es in der Diss geht bzw. was zentrale Ergebnisse sind

Mehr fällt mir nicht so richtig ein. Oder sollte man das Anschreiben nutzen, um so richtig Werbung für sich zu machen (was mir schwer fällt).
Ich danke euch für weitere Anregungen!
LG Henrike

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Doc-Wolfi
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Re: Anschreiben Stiftung

Beitrag von Doc-Wolfi » 02.08.2017, 20:43

Hallo Henrike,

meiner Meinung nach solltest du die Perspektive einmal umdrehen: Wenn dein Anschreiben bei der Stiftung eingeht, dann ist die erste Frage die man sich dort stellt, warum gerade du die Förderung erhalten solltest. Diese Frage musst du nun beantworten, warum denkst du, dass du bzw. dein Projekt Förderungswürdig ist? Was macht es besonders? Welchen Mehrwert stiftet ist? In welche Verbindung steht es zu der Stiftung?

Ich wünsche dir viel Erfolg!

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Re: Anschreiben Stiftung für einen Antrag auf Druckkostenzuschuss

Beitrag von caipirinha11085 » 04.08.2017, 08:18

Ich würde mich gerne mit einer Frage einklinken: Nimmt man den Kontakt zu den Stiftungen auf, nachdem man einen Verlagsvertrag unterschrieben hat oder geht das bereits im Vorfeld?

Traudel
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Re: Anschreiben Stiftung für Antrag auf Druckkostenzuschuss

Beitrag von Traudel » 04.08.2017, 12:57

In aller Regel (Ausnahmen mögen diese bestätigen) bietet es sich an, vor Vertragsunterzeichnung die Bewerbung um den Druckkostenzuschuss auf den Weg zu bringen. Aber einen Kostenvoranschlag sollte man bei der Kontaktaufnahme mit dem potentiellen Förderer hinzufügen.
Gegen die Bewerbung nach Vertragsunterzeichnung spricht, dass man dann quasi ja einräumt, den Betrag anderweitig aufbringen zu können -- sonst hätte man den Vertrag schließlich nicht unterzeichnet. Es sei denn, man liebt den Thrill...

Ich selbst habe einen Druckkostenzuschuss von 2.000 Euro einwerben können. Meine Publikation war aber echt unglaublich teuer... Der Zuschuss hat mir sehr weitergeholfen.
Viel Erfolg wünscht Traudel

mm42
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Re: Anschreiben Stiftung für Antrag auf Druckkostenzuschuss

Beitrag von mm42 » 04.08.2017, 14:18

Traudel hat geschrieben:Ich selbst habe einen Druckkostenzuschuss von 2.000 Euro einwerben können. Meine Publikation war aber echt unglaublich teuer...
Viel Erfolg wünscht Traudel
Darf man fragen, warum die Diss-Publikation so teuer war? War es ein besonders namhafter Verlag, oder waren viele Farb-Seiten oder eine besonders hochwertige Drucktechnik erforderlich? (Im Post-doc-Forum gibt es gerade eine Diskussion u.a. zum Thema was die Publikation einer Diss so kostet.)

Traudel
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Re: Anschreiben Stiftung für Antrag auf Druckkostenzuschuss

Beitrag von Traudel » 04.08.2017, 16:07

Aber klaro.
Die Publikation ist bei einem Wissenschaftsverlag erschienen. Ja, schon eine eher gute, aber keine große Adresse. Ich hatte die Chance, an sehr guter Position in einer wirklich passenden Reihe zu erscheinen -- was darüber hinaus ein gutes Argument bei der Bewerbung auf den Druckkostenzuschuss darstellte. Da habe ich zugegriffen, obwohl der Verlag dato in der Tat als eher teuer galt (von nach mir Publizierenden weiß ich, dass man in jüngerer Zeit preislich ein bissel "freundlicher" wurde... hihi, typisch). Aber vor allem war der Spaß kostspielig, weil meine Diss überdurchschnittlich lang war (also selbst schuld ;-)). Jedoch sind keine Abbildungen drin. Das Papier und die Fertigung sind wiederum recht hochwertig (wenn ich manch andere Dissertationen vergleiche).
Die Länge hatte auch was Gutes: Ich habe im Folgejahr über 1.000 Euro von der VG Wort erhalten.

Darüber hinaus habe ich meine Rechte behalten und werde am Gewinn beteiligt -- auch nicht selbstverständlich.

Die Mitarbeiter/innen im Verlag waren für mich ansprechbar. Ich war in alle Prozesse und Entscheidungen einbezogen.

All dies finde ich wichtiger, als irgendwie am Ende noch Geld zu sparen. Mein Promotionsprojekt sollte einen runden Abschluss haben, nachdem ich so viele Jahre investiert hatte. Dass ich zum Ende noch einmal zur Kasse gebeten werde, darauf hatte ich eingestellt. Eine Online-Publikation auf dem Bibliotheksserver kam für mich nicht in Frage. Aber das ist eine rein subjektive Entscheidung, die sich für jeden anders richtig anfühlt. Darüber möchte ich niemals urteilen. Ich komme jedenfalls aus einem traditionellen geisteswiss. Fach, in dem Publikationen (also auch noch Monographien) noch als üblich und wertvoll gelten. Wobei sich in den letzten 5 Jahren natürlich auch dort einiges in Richtung Digitalisierung gewandelt hat.

Ich wünsche allen Abschlusskandidat/innen unter Euch viel Erfolg, dass auch Ihr den einen oder anderen edlen Spender von der Förderungswürdigkeit Eurer Publikation überzeugen könnt. Auch wenn Ihr denkt, Ihr habt keine Energie und Puste mehr, aber bewerbt Euch. Ihr könnt nur gewinnen!

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Re: Anschreiben Stiftung für Antrag auf Druckkostenzuschuss

Beitrag von Henrike » 04.08.2017, 21:33

Vielen Dank für Eure hilfreichen Tipps!

Die Perspektive umzudrehen ist ein guter Hinweis! Das Problem ist nur, dass mein Projekt für Leute, die nicht aus dem Fachgebiet kommen, nicht sonderlich interessant ist, ist halt kein Thema, das viele Leute anspricht. Ich kann hauptsächlich aus fachlicher Perspektive argumentieren, warum ich die Arbeit förderungswürdig finde. Andere haben z.T. Themen, die gesellschaftsrelevant(er) sind. Da frage ich ich einfach, wie da so die Chancen bei mir aussehen... :(

Wie lang sollte denn ein solches Anschreiben maximal sein? Ich hätte jetzt alles auf einer Seite untergebracht (in Anlehnung an die Anschreiben von Bewerbungen).

Wissen die Stiftungen denn, dass man einen Vertrag unterzeichnet hat? In aller Regel doch nicht.
LG Henrike

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Re: Anschreiben Stiftung für Antrag auf Druckkostenzuschuss

Beitrag von Traudel » 05.08.2017, 09:38

Liebe Henrike,

zur Länge des Anschreibens kann ich Dir pauschal nichts sagen. Alle Unterlagen gilt es, adressatenspezifisch einzureichen. Und was meinst Du mit Anschreiben? Etwa die Bewerbung um den Druckkostenzuschuss insgesamt?? Nee, mit nem Anschreiben ist es nicht immer getan. Hier ein paar lieb gemeinte Tipps:

1. Recherchiere intensiv in Stiftungs-/Fördererdatenbanken nach fördernden Institutionen und Vereinigungen, die für Dein Fach in Frage kommen.
2. Schau auf den einzelnen Homepages, wer auch Druckkostenzuschüsse gewährt.
3. Kannst dazu prinzipiell Dein Glück auch bei der VG Wort versuchen, falls Du sie in der Recherche nicht miteinbezogen hast.
4. Schau auch uniintern. Meine Fakultät hatte so ne Mini-Geschichte von 300 Euro oder so in petto. (Wäre aber ein Tropfen auf den heißen Stein gewesen in meinem Fall)
5. Mach ne Liste, priorisiere nach Chance absteigend.
6. Schau pingelig genau auf den Homepages, welche Unterlagen in welcher Reihenfolge und in welchem Umfang gefordert werden. Natürlich ist das insgesamt weniger aufwendig als eine Stipendienbewerbung, aber da können auch etwa Lebenslauf, vorläufige Urkunde, Exposé bzw. Kurzzusammenfassung, Empfehlungsschreiben und was weiß ich gefordert werden.
7. Erstelle Bewerbungen für die Top 3.
8. Wenn Du Fragen zum Procedere hast, ruf dort an. Ich habe bei Bewerbungen aller Art (von Förderanträgen über Stipendien bis zu Stellenausschreibungen) durchweg gute Erfahrungen mit telefonischem Vorfühlen gemacht.
9. Argumentiere fachlich -- ja, wieso denn nicht? Pick Dir die Adressen heraus, die zu Deiner Disziplin am besten passen. Und die in ihren Stiftungszielen, Satzungen o.ä. explizit eben fachliche Motive nennen. Gesellschaftliche Relevanz ist nicht unbedingt der Schlüssel zum Glück. Wenn es Dir gelingt, den Beitrag für Dein Fach, für die Wissenschaft, für die Community nachvollziehbar zu begründen: perfekt!

Weißt Du, für mich war es auch eine große Herausforderung, vor der Stiftung, die mir den Zuschuss gewährte, glaubhaft zu belegen, warum meine Publikation so dermaßen förderungswürdig ist, dass sie für einen höheren (ja, höheren) vierstelligen Betrag in einer nicht sonderlich geringen Auflage in die Welt hinaus sollte. Gleichzeitig galt es, die finanzielle Notlage nachzuweisen... Heidewitzka, da musste ich rhetorisch rudern...

Allerdings habe ich auch Verständnis dafür, wenn man nach Diss schreiben, Disputatio, Überarbeitung und Verlagssuche einfach keine Puste und keine Nerven mehr für diesen Aufwand hat. Ich bin aber froh, dass ich auf den letzten Metern noch mal den Arsch zusammengekniffen habe. Dabei muss ich wohl zugeben, dass ich nur eine Bewerbung geschrieben habe, und wäre sie abgelehnt worden, hätte ich vermutlich keinen weiteren Antrag geschrieben... weiß nicht.

Viel Erfolg :blume:

Henrike
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Re: Anschreiben Stiftung für Antrag auf Druckkostenzuschuss

Beitrag von Henrike » 11.08.2017, 00:28

Liebe Traudel,
vielen Dank für die ausführliche Antwort! Das hilft mir sehr weiter!
Eine Stiftung hatte auf ihrer Seite sehr präzise formuliert, was sie haben möchte, darunter ein Anschreiben. Das habe ich jetzt eher kurz gehalten. Mal sehen was draus wird. Leider gibt es noch so viele Stiftungen, die in Frage kommen, vor allem wegen der Frist.
Danke nochmal für deine Mühe!!!

Traudel
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Re: Anschreiben Stiftung für Antrag auf Druckkostenzuschuss

Beitrag von Traudel » 11.08.2017, 08:51

Liebe Henrike,

wie schön, dass ich Dir ein bissel weiterhelfen konnte. Ich wünsche Dir viel Erfolg -- und eine Portion Glück sollte auch nicht fehlen. :blume:
LG Traudel

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