Qualitative Interviews vs. Quantitative stichproben Umfrage

... und die Fragen, die sich davor und dabei ergeben.
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tikanci
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Qualitative Interviews vs. Quantitative stichproben Umfrage

Beitrag von tikanci » 19.04.2017, 12:55

Hallo in die Runde,

Ich schwanke zwischen zwei Methoden zum Ausheben von Daten.

1. Qualitative Interviews mit ausgewählten Personen, welche von mir ausgewählt und Interviewt werden.

2. Quantitative Telefonstichproben Umfrage, welche von Meinungsforschungsinstituten durchgeführt werden.

Kennt jemand einen Link oder Internetseite, wo das gut beschrieben ist. Gibt es wichtige grundsätzliche Kriterien bei der Auswahl von Interviewpartnern? Die qualitativen Interviews ermöglichen auch emotionale und offene Fragen, sind aber nicht so repräsentative, während die Umfrage nur geschlossene Fragen ermöglicht, dafür aber repräsentativ sind. Welche unterschiede gibt es da noch? Hat da jemand Erfahrungswerte?

Vielen Dank und frohes Schaffen, wünsche ich allen.

Y That
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Re: Qualitative Interviews vs. Quantitative stichproben Umfrage

Beitrag von Y That » 19.04.2017, 18:12

Hallo tikanci,

welche Methode du auswählst hängt vor allem davon ab, was dein Erkenntnisinteresse ist und welche Fragestellung du hast. Was willst du denn wissen? M. E. sollte das der Ausgangspunkt sein, nach dem sich die Auswahl der Methode richtet.

Viele Grüße
Nienna

tikanci
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Re: Qualitative Interviews vs. Quantitative stichproben Umfrage

Beitrag von tikanci » 20.04.2017, 11:49

Hallo Nienna79,

vielen Dank für deine Antwort. Also ich möchte eine Umfrage bzw. Interviews zu den Entscheidungsfindungskriterien bei Muslimen in Hinblick auf die Wahl Ihres Grabes durchführen.

Dazu scheint mir gerade die Methode der "problemzentrierte Interviews" am Besten geeignet, auch weil Umfrageinstitute kaum zu bezahlen sind.

Natürlich sollte die Fragestellung die Methode bestimmen, doch die Finanzierung spielt eben auch eine entscheidende Rolle. Oder kennt jemand Umfrageinstitute, die bezahlbar sind, oder kennt jemand Möglichkeiten solche Umfragen finanzieren zu lassen? Hat jemand schon mal mit "problemzentrierten Interviews" gearbeitet? Oder ist das bereits Oldschool und es gibt bereits neuere und bessere Methoden?

vielen Dank

Sunny13
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Re: Qualitative Interviews vs. Quantitative stichproben Umfrage

Beitrag von Sunny13 » 21.04.2017, 08:11

Hallo tikanci,

auf mich wirkt das so, als müsstest du dich erst einmal noch mehr in die Materie einlesen. Deine Fragen hier sind recht allgemein und man könnte dazu seitenweise Antworten verfassen, was für welche Methode sprechen würde und welche Methode sich wofür eignet. Das kannst du dir aber auch alles selbst anlesen und das ist ja auch ein Teil des Forschungsprozesses.

Deine grundsätzliche Frage ("Entscheidungsfindungskriterien bei Muslimen in Hinblick auf die Wahl Ihres Grabes") kann man natürlich quantitativ oder qualitativ bearbeiten. Das kommt darauf an, was genau du wissen willst, welche Forschung es dazu bislang gibt und natürlich auch wer deine Diss betreut (geht es überhaupt um eine Diss?) und was die Person von welchen Methoden hält.

Ich kenne niemanden, der für eine Qualifizierungsarbeit ein Umfrageinstitut beauftragt hat.
Von dem Anspruch, eine eigene (oder von mir aus auch beauftragte) für die Gesamtbevölkerung repräsentative Untersuchung durchzuführen, würde in meinem wissenschaftlichen Umfeld jedem abgeraten werden, da in dem Umfang nicht leistbar.

So aus Interesse: Was hast du denn studiert und wie weit bist du im Forschungs-/Promotionsprozess?

LG
Sunny

tikanci
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Re: Qualitative Interviews vs. Quantitative stichproben Umfrage

Beitrag von tikanci » 21.04.2017, 14:28

Hey Sunny,

In der Tat ist’s so, dass ich mich erst noch einlesen muss, weil ich ursprünglich Islamwissenschaften studiert habe und der Islamwissenschaftliche Aspekt der Interdisziplinären Arbeit steht bereits. Nun kommt der sozialwissenschaftliche Aspekt hinzu. Ich würde das Einlesen gerne effizient und sinnvoll gestalten. Das heißt, dass ich ungerne alles dazu lese, was darüber jemals geschrieben wurde. Schöner wäre es, wenn mir jemand sowas wie eine Einleitung oder Empfehlung geben könnte, woran ich mich Zzielgerichtet abarbeiten kann.

Bei meiner Fragestellung geht es vornehmlich darum zu prüfen, warum sich die Mehrheit der türkischen Muslime in Deutschland in die Türkei überführen lassen, obwohl es theologisch nicht empfohlen wird. Es geht also um die Motivation von Menschen. Es gibt fast überhaupt keine Daten dazu. Mir sind zumindest keine bekannt. Es wäre durchaus möglich gewesen ein Umfrageinstitut mit der Datenerhebung zu beauftragen. Das wäre auch legitim, weil die Erhebung der Daten nicht Teil der Qualifizierung ist. Wäre es ja auch nicht, wenn es diese Daten schon gäbe! Nun werde ich aber für die Dissertation statt eine quantitative eine qualitative Untersuchung mit „der dokumentarischen Methode der Interpretation“ (Bohnsack) und „problemzentierten Interviews“ (Witzel) erarbeiten. Das heißt zunächst eine Typologie der Gruppierung und mir dann Personen zu den Gruppen suchen, die exemplarisch für einen Typus steht. Vielleicht bin ich aber auch auf dem Holzweg und ich ändere alles noch.

Im Moment ist das die Idee…
Liebe Grüße

Mirmar
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Re: Qualitative Interviews vs. Quantitative stichproben Umfrage

Beitrag von Mirmar » 24.07.2017, 14:51

Hey.
Vielleicht hast du dich schon entscheiden.
Ich kann dir nur dazu sagen, dass bei einer qualitativen und einer quatitativen Umfrage besonders wichtig ist was für Antwortmöglichkeiten du kennst und wie aussagekräftig deine Forschung sein soll.
Die qualitative Forschung ist besonders eine Vorstufe zur quantitativen Befragung. Wenn du noch nicht weißt, welche Antwortmöglichkeiten es gibt und wenn es insgesamt noch nicht so viel Literatur gibt, kann eine quantitative Umfrage besser sein. Hier erfährst du welche Antwortmöglichkeiten es gibt und warum die Personen das wählen. Die Aussge die du hier machen kannst ist nur, welche Möglichkeiten und welche Gründe Personen angeben können. Ob das wirklich ein wichtiger Faktor für einen großen Personenkreis ist erföhrst du hier nicht.
Mit der quantitativen Methode kannst du dann erfahren, wie vielen Menschen welcher Grund am wichtigsten ist und wieso. Hier nutzt du die Informationen, die du in der ersten Befragung erfahren hast und kannst am Ende sagen, was der Personengruppe besonders wichtig ist.
Also hängt es davon ab, ob du ohne qualitative Inhaltsanalyse alle Antwortmöglichkeiten aus der Literatur zusammensuchen kannst. Ob es genügend Forschung zu den möglichen Gründen gibt oder nicht.
Ich hoffe ich konnte dir weiterhelfen.

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