Krankenversicherung: Gesetzlich oder privat - Erfahrungen?

Daepilin
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Krankenversicherung: Gesetzlich oder privat - Erfahrungen?

Beitrag von Daepilin »

Hio :)

Ein wiederkehrendes Thema, aber genau mein Problem hab ich nicht gefunden.

Ich trete ab 1.4 ein Stipendium in Höhe von 29k/Jahr an. Damit war ich heute bei mehreren GKVs um mal Nachzufragen was mich das kosten würde mich da zu versichern. Antwort war jeweils in der Größenordnung von 440€, was ja schon ein Haufen Geld ist.

Daher denke ich jetzt darüber nach ob nicht vielleicht für die Zeit der Promotion (Stipendium ist auf 3 Jahre angelegt) die PKV die bessere Wahl wäre?

Wenn ich die Gesetzgebung da richtig verstehe könnte ich ja, sofern ich nach der Promotion unter ~58k€ verdiene, was ja nicht unwahrscheinlich ist, problemlos wieder in die GKV wechseln um dem Hauptproblem: Hohe Altersbeiträge + Extrakosten für Kinder zu entgehen.

Hat da hier wer Erfahrungen mit gemacht, oder Tipps in eine der beiden Richtungen?

Bin bisher als Student in der GKV versichert, aber das war bei allen angefragten GKVs wegen der Höhe des Stipendiums keine möglichkeit mehr.
Phia123
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Re: GKV oder PKV - Erfahrungen?

Beitrag von Phia123 »

Hallo,
wenn du später eine Angestelltentätigkeit aufnimmst, unter 55 Jahre bist und unter der Versicherungspflichtgrenze liegst, kannst du tatsächlich wieder in die GKV wechseln. Solltest du dich nach deiner Promotion selbstständig machen wollen, ist dies jedoch schwierig bis unmöglich.
Du solltest daran denken, dass du, wenn du dich privat krankenversicherst, die Arztrechnungen oder Rechnungen für Physiotherapie immer vorschießen musst und erst hinterher von der Krankenkasse wiederbekommst.
Häufig sind die privaten Krankenversicherungen auch nur günstiger, weil es Basistarife sind, die gar nicht alle Leistungen umfasen. Da kann es schon sein, dass du z.B. nach einem Sportunfall die Physiotherapie selbst bezahlen musst oder sehr viel dazuzuahlen musst. Die Verträge muss man sich sehr genau anschauen.
Bekommst du in der Zeit des Stipendiums ein Kind, ist es natürlich auch teurer in der PKV als bei der GKV familienversichert.
Ich selbst bin freiwillig gesetzlich versichert, weil ich dauerhaft selbstständig bin und die Privaten daher keine Alternative sind.
Weißt du denn, ob man Ausgaben von den Einnahmen beim Stipendium abziehen kann und nur dieser Betrag dann zur GKV-Beitragsberechnung herangezogen wird? So ist es ja zumindest in meinem Fall als Selbstständige, dass ich die Betriebskosten von den Einnahmen abziehen kann und nur auf den Restbetrag meinen GKV-Beitrag zahle. Dann würde der Beitrag bei dir ja viell. noch etwas geringer werden.
Viele Grüße
Daepilin
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Re: GKV oder PKV - Erfahrungen?

Beitrag von Daepilin »

Alle 3 GKV die ich angefragt habe haben das volle Stipendium als Einkommen gerechnet, ohne Raum für etwaige Ausgaben.

Selbstständigkeit habe ich nicht vor (als Softwareingenieur auch schwierig).

Was die Tarife genau umfassen muss ich natürlich noch nachprüfen, geht jetzt erstmal um ne generelle Eignung, weil ich von den kosten der GKV doch sehr geschockt war...

Kind stimmt, aktuell aber sehr unwahrscheinlich, dass in den 3 Jahren da was kommt^^
Sebastian
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Re: GKV oder PKV - Erfahrungen?

Beitrag von Sebastian »

Daepilin hat geschrieben:Selbstständigkeit habe ich nicht vor (als Softwareingenieur auch schwierig).
Auch nicht in der Zwangs-Selbstständigkeit an der Grenze zur Scheinselbstständigkeit? Ich kenne mich in den Metier nicht aus, aber falls solche Gestaltungen ein Thema sind, kann es ja u.U. auch dann ein Thema werden, wenn Du es selbst nicht willst?
Ich persönlich würde sehr scharf rechnen, wie groß denn die Unterschiede am Ende wirklich sind, weil das Hin- und Herwechseln ja ausdrücklich unerwünscht ist, Du also immer damit rechnen musst, dass es mit der Zeit noch enger wird.

Ein guter Bekannter hatte sich damals befreien lassen, weil das Einstiegsgehalt im öff. Dienst knapp über der damaligen Jahresentgeltgrenze lag. Die ist dann schneller gestiegen als sein Einkommen im ö.D., so dass er immer nur mit Übergangsregelungen in der PKV geblieben ist, was er als nervig empfunden hat. Das Thema Frau & Kind hatte er gepflegt übersehen, vor allem die Finte, dass sein Kind nicht in die GKV der Ehepartnerin kann, wenn das PKV-Mitglied das höhere Einkommen hat. Für ihn hat sich das Thema dank einer Reihe von Fügungen anderweitig erledigt - ich persönlich hab es als mahnendes Beispiel vor Augen.

Sebastian
Daepilin
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Re: Krankenversicherung: Gesetzlich oder privat - Erfahrungen?

Beitrag von Daepilin »

Eigentlich nicht. In der Branche in der ich aktuell zumindest bin geht alles nur über große Verträge und große Abnahmemengen. Wüsste auch nicht, dass aktuell in meiner Abteilung irgendwelche freien Mitarbeiter (außer eben Doktoranden, da die über die Unis laufen) arbeiten.

Zu den Unterschieden: Da ich demnächst eh, für einen Haufen anderer Versicherungen, nen Versicherungsvertreter 'bestellen' wollte werd ich dann mal durchrechnen was mich ein ordentlicher PKV Tarif kosten würde.

Wenn ich aber das nehme was ich aus diversen Onlinerechnern als Monatskosten rausbekomme sind die Differenz bis zu 300€, und selbst wenn ich die bestbewertesten Tarife angucke sind es immernoch 200€/Monat.

Andere Doktoranden in der Firma haben es genauso gemacht: Während der Promotion PKV und danach, dank Einstiegsgehalt unter der Jahresgrenze, wieder in die GKV zurück.

Aber das sollte ich dann vrmtl. wirklich am besten mit jemandem absichern, der da wirklich Ahnung hat^^
Daepilin
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Re: Krankenversicherung: Gesetzlich oder privat - Erfahrungen?

Beitrag von Daepilin »

okay, hat sich nochmal ein bisschen verändert alles...

werde wahrscheinlich ab juni/juli ne ~5h/Woche stelle als hiwi bekommen um darüber sozialversicherungspflichtig zu werden, womit ich dann wohl nichtmehr diese beträge zahlen müsste.

Muss das zwar noch genau klären, aber damit dürfte das Problem gelöst sein
Green Goddess
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Re: Krankenversicherung: Gesetzlich oder privat - Erfahrungen?

Beitrag von Green Goddess »

Inwiefern sinkt dadurch dein anrechenbares Einkommen als Beitragsbemessungsgrundlage?
mantor
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Re: Krankenversicherung: Gesetzlich oder privat - Erfahrungen?

Beitrag von mantor »

Green Goddess hat geschrieben:Inwiefern sinkt dadurch dein anrechenbares Einkommen als Beitragsbemessungsgrundlage?
Stimme vollkommen zu, ein ganz wichtiger Hinweis! Bei mir hat die GKV nämlich Stipendium und Hiwi-Job zusammen als "Einkommen" gerechnet. Günstiger wurde es damit natürluch nicht! Wir hatten das hier im Forum schon ein paar Mal: Selbst wenn ein Sachbearbeiter vor Ort das nicht so rechnet und Dich günstiger versichert, kann die Kasse noch Nachforderungen stellen.

Ich bin für die Promotionszeit dann in die PKV gewechselt und hatte nach Abschluss der Promotion beim Wechsel in die GKV keinerlei Probleme. Im Gegenteil: Die haben sich gefreut, mich als jungen Beitragszahler "abgreifen" zu können. Allerdings, auch der Hinweis kam ja schon, hatte ich auch nie den Plan selbständig zu werden.
Green Goddess
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Re: Krankenversicherung: Gesetzlich oder privat - Erfahrungen?

Beitrag von Green Goddess »

mantor hat geschrieben:Selbst wenn ein Sachbearbeiter vor Ort das nicht so rechnet und Dich günstiger versichert, kann die Kasse noch Nachforderungen stellen.
Nachforderungen kann jeder jederzeit stellen, wie erfolgversprechend sie sind, steht auf einem anderen Blatt. Ich will nicht abstreiten, dass es weltfremde Urteile jedweder coleur gibt, aber wie heisst es so schön? "Vertrag ist Vertrag!" Ich glaube, die Juristen nennen das Vertragsfreiheit. (?) Sittenwidrigkeit durch Verschulden des Versicherungsnehmers sehe ich nicht. Wenn sämtliche Einkünfte angegeben wurden, auch keine (arglistige) Täuschung. Wo also wäre die Basis für eine evtl. Nachforderung? Der Verkäufer nennt einen Preis, zu dem der Interessent zum Käufer wird. Alleine den Beweis zu führen, dass der Käufer zu einem höheren Preis angeschlossen hätte, ihn gar erwartet hätte, dürfte schwerfallen, geschweige denn, von einem Branchenfremden zu erwarten, etwaige Fehler in der kalkulation des Verkäufers zu erkennen und als vertragsgültigkeitsrelevant einzuschätzen. Der wirtschaftlich bedeutend schwächere Vertragpartner ist nur in den seltensten Fälle in der KV zu sehen, also greift wohl auch kein besonderes Schutzbedürfnis. Wenn nat. das eingangs angeführte Stipendium nicht angegeben würde, wäre Nachforderungen der KV evtl schon das kleinere Problem. ;)
Daepilin
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Re: Krankenversicherung: Gesetzlich oder privat - Erfahrungen?

Beitrag von Daepilin »

hmm, muss ich jedenfalls mal schauen, der prof, der schon einige stipendiaten aus der firma hatte, war auch recht erschrocken, über den Betrag und meinte die hiwi stelle hätte da vorteile für mich. Ich mein, ich hätte die extra stunden eh genommen, weil sie quasi kein mehraufwand für mich sind, aber nja...

Wenn sie trotzdem den´vollen Betrag wollen muss ich wohl auch in die pkv...
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