Welche Forschungsmethode zur Auswertung v. Netzkommentaren?

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Sarah777
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Welche Forschungsmethode zur Auswertung v. Netzkommentaren?

Beitrag von Sarah777 » 10.02.2017, 13:27

Hallo ihr Lieben!

Mal eine Frage aus dem Bereich Sozialforschung: Wenn ihr vorhättet, Internetkommentare, also z.B. unter Zeitungsartikeln und aus Foren, zu einem bestimmten Thema zu untersuchen, welche (qualitative) Forschungsmethode würdet ihr da verwenden und warum?

Danke :-)

Sarah777
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Re: Welche Forschungsmethode zur Auswertung v. Netzkommentaren?

Beitrag von Sarah777 » 12.02.2017, 12:27

Hat keiner eine Idee? :-(

FerdiFuchs
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Re: Welche Forschungsmethode zur Auswertung v. Netzkommentaren?

Beitrag von FerdiFuchs » 12.02.2017, 16:21

Von Sozialforschung speziell habe ich leider keine Ahnung, aber ich versuch's mal mit einem ganz allgemein gehaltenen Gedankenanstoß: Hast du dich schon nach verwandten Arbeiten zu deinem geplanten Forschungsthema umgeschaut? Wenn ja, welche Methoden verwenden die, und kannst du aus der Antwort auf diese Frage für dich etwas rausziehen?

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Re: Welche Forschungsmethode zur Auswertung v. Netzkommentaren?

Beitrag von Wierus » 12.02.2017, 19:52

Es wird wohl kein Weg an der klassischen Hermeneutik vorbeiführen, denn es geht doch wohl um die Aussagen bzw. den Sinn von Kommentaren, oder? Und den geht es nunmal zu verstehen. Du kannst natürlich auch Wörter statistisch erfassen, z.B. wie oft "Kanaken", "Lügenpresse" oder "Hitler" in 1.000-10.000 politischen Onlinekommentaren vorkommen.

Was ich wiederum nicht ganz verstehe: mal angenommen, dein DV legt dir nahe, zehn bis zwanzig Artikel zu diesem oder jenem Thema durchzuarbeiten, wirst du dann auch nach der geeigneten Methode fragen? Das nur mal als polemischer Denkanstoß. :wink:

Grüße

Sarah777
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Re: Welche Forschungsmethode zur Auswertung v. Netzkommentaren?

Beitrag von Sarah777 » 13.02.2017, 10:25

Morgen und danke für eure Antworten :-)

Hintergrund ist, dass ich eigentlich bereits eine Methode im Hinterkopf habe, und zwar die qualitative Inhaltsanalyse in der strukturierenden Form nach Mayring. Nun ist meine Prof leider krank und antwortet seit Wochen nicht auf Mails. Da ich die Mayring-Methode noch nie ausprobiert habe, bin ich mir aber unsicher. Ich habe schon in einer Gruppe zur qual. Forschung nachgefragt, wo mir manche antworteten, Mayring sei an ihrer Hochschule verpönt. Das hat mich dann doch stutzig gemacht, weil ich bisher nur gelesen habe, dass seine Methode als eine der verlässlichsten gilt, da sie systematisch, einigermaßen überprüfbar und mit der quantitativen Forschung verknüpfbar ist. Daher wollte ich mal nachhören, ob noch jemand anders außer mir auf diese Methode kommt :-) Kennt sich zufällig einer von euch damit aus?

Danke und LG

JohnvanConnor
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Re: Welche Forschungsmethode zur Auswertung v. Netzkommentaren?

Beitrag von JohnvanConnor » 14.02.2017, 12:52

Streng genommen bzw. ganz logisch gedacht kannst Du ja vorher noch gar nicht wissen, welcher methodische Zugriff für das Material am passendsten ist. Sonst müsstest Du ja die Ergebnisse der Forschungen schon kennen, und dann wäre es keine Wissenschaft sondern vielleicht so etwas wie eine Evaluation. M.a.W.: man muss auch offen bleiben für das, was einem aus dem Material heraus noch begegnen wird (Lektüretipp: Paul Feyerabend: "Wider den Methodenzwang"). Ich kann mir nicht vorstellen, dass man wirklich etwas damit falsch machen kann, wenn man erstmal anfängt und sich dabei an Mayring orientiert. "Verpönt" ist das höchstens in dem Sinne, wie es in manchen Kreisen verpönt sein mag, auf Mallorca Urlaub zu machen.

FerdiFuchs
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Re: Welche Forschungsmethode zur Auswertung v. Netzkommentaren?

Beitrag von FerdiFuchs » 14.02.2017, 13:21

Ansprechpartner Nr. 1 sollte in dieser Situation, in der es "verfeindete" methodische Schulen gibt, der DV sein, da er die Arbeit am Ende ja bewerten muss und vielleicht die gleichen Einwände wie die erwähnte Forschergruppe sieht (gleichwohl, wie berechtigt diese Einwände sein mögen).

Dass der DV erkrankt und über Wochen hinweg nicht ansprechbar ist, ist in der frühen Phase der Diss mehr als suboptimal. Dennoch gibt es paar Wege, wie du auch ohne seinen direkten Input etwas über seine Vorstellungen von "guter" Methodik erfahren kannst: z.B. indem du in die Arbeiten reinliest, an denen er selbst als Autor oder DV beteiligt war, dir seine Lehrmaterialien besorgst, oder dir Programme von Tagungen anschaust, die er mitorganisiert hat.

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