Bewertung der Promotion

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Bewertung der Promotion

Beitrag von maxtom » 24.01.2017, 12:00

Hallo!
Zuerst bitte ich um Verständnis, dass mein Deutsch nicht perfekt ist.
Kurz zu meiner Person: ich stamme aus Russland und habe an einer deutschen Uni in Philosophie promoviert. Die Promotion ist abgeschlossen.
Kurz bevor die Arbeit eingereicht wurde, erkrankte meine DM schwer. Vom Dekan bekam ich dann einen DV, der die Arbeit angenommen hat, ohne Korrekturvorschläge zu machen. (wichtig ist, dass ich die Arbeit genau nach den Erwartungen und Vorschlägen meiner DM geschrieben habe, u.a. habe ich nur ihre Bücher und Aufsätze zitiert (so war ihr Wunsch). Ich habe auch einen Drittgutachter aus meiner Heimeit bekommen, um sicher zu sein, dass ich russische Literatur richtig rezipiert habe. Kurz und bündig: das Erst- und Zweitgutachten: cum laude, das Drittgutachten: magna cum laude. Die Vorwürfe von Erst- und Zweitgutachter waren vor allem, dass ich nur meine DM zitiert habe und an ihren Vorstellungen zum Aufbau der Arbeit festgehalten habe.
Die Prüfung als Rigorosum: magna cum laude
Die Gesamtnote: cum laude
Meine Frage: kann man in dieser Situation noch etwas bewirken? Damit wir uns verstehen: ich freue mich, dass ich die Dissertation trotz schwieriger Situation abgeschlossen habe. Ich habe aber den Eindruck, dass ich "bestraft" wurde, weil ich mich daran gehalten habe, was meine DM von mir erwartete. Auch dass bei der Gesamtnote kein Wort über Rigorosum steht, finde ich nicht in Ordnung (ich könnte sagen, "magna cim laude" in Rigorosum spielt letztendlich keine Rolle).
Vielen Dank im Voraus für Antworten

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maxtom
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Re: Bewertung der Promotion

Beitrag von maxtom » 24.01.2017, 12:10

Noch eine kleine Ergänzung: weder den "neuen" als auch den Zweit- und Drittgutachter kannte ich vorher.

FerdiFuchs
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Re: Bewertung der Promotion

Beitrag von FerdiFuchs » 24.01.2017, 12:51

u.a. habe ich nur ihre Bücher und Aufsätze zitiert (so war ihr Wunsch).
Uff, das ist ein ziemlicher Hammer. Dieser Wunsch deiner DM erscheint mir völlig absurd - man könnte schon fast sagen, deine DM hat dich damit "ins offene Messer laufen lassen". :( Eine Dissertation soll eine eigenständige wissenschaftliche Abhandlung sein. Wenn man lediglich die Texte einer einzelnen Autorin rezipiert, sieht es sowohl mit den Begriffen "eigenständig" als auch "wissenschaftlich" problematisch aus.

Natürlich ist es außerdem schade, dass du vor der Abgabe deiner Arbeit kein Feedback von den Gutachtern bekommen hast. Aber das kann man jetzt nicht mehr ändern - auf Grundlage der vorliegenden Informationen (und der absurden Anforderungen deiner DM) sieht es danach aus, dass die Note "cum laude" vermutlich nicht ungerechtfertigt ist.
Auch dass bei der Gesamtnote kein Wort über Rigorosum steht, finde ich nicht in Ordnung
Die Vorgaben für das Promotionszeugnis findest du in der zuständigen Promotionsordnung. Falls dort keine Vorgabe bezüglich der Rigorosums-Note gemacht wird, fehlt leider eine Grundlage um eine Änderung zu bewirken. Immerhin hast du durch die Einreichung deiner Diss zugestimmt, dass die Promotionsordnung die Benotungsgrundlage sein soll.
maxtom hat geschrieben:Zuerst bitte ich um Verständnis, dass mein Deutsch nicht perfekt ist.
Kein Problem! Dein Beitrag ist tatsächlich fast fehlerfrei, außer ganz am Schluss: "kein Wort über das Rigorosum", "magna cum laude im Rigorosum".

Schließlich noch herzlichen Glückwunsch zur abgeschlossenen Diss! :blume: Ob "cum laude" oder "magna" - eine bestandene Promotion ist immer eine Leistung, die wenige Menschen erreichen, insofern kannst du dich dennoch freuen und stolz auf deine Leistung sein.

maxtom
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Re: Bewertung der Promotion

Beitrag von maxtom » 24.01.2017, 13:00

Hallo!
Besten Dank für die Antwort.
Leider habe ich mich nicht ganz korrekt ausgedrückt-sorry. beim Zitieren von Arbeiten meiner DM handelt es sich um Sekundärlitartur (natürlich war auch dabei ganze Menge von anderen Autoren, der Schwerpunkt lag aber bei den Arbeiten von meiner DM). Zu der Primärlitartur zählten mehrere Autoren (vor allem Russischsprachige).

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Re: Bewertung der Promotion

Beitrag von zombie777 » 24.01.2017, 16:03

An der Note lässt sich wahrscheinlich nichts mehr ändern.

Es überrascht mich aber, dass Du den Wunsch deiner DM, nur sich selbst zu zitieren, ohne Weiteres akzeptiert hast. Hast Du dich wirklich nie gefragt, ob das normal ist, nur einen Autor zu zitieren? Bist Du auf die Idee gekommen, das während deiner Promotion mit anderen Menschen zu klären?

(EDIT) Jetzt lese ich deinen zweiten Beitrag und verstehe nichts mehr. Du hast also nur sie zitiert oder "eine Menge" Autoren?

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Re: Bewertung der Promotion

Beitrag von alibaba » 24.01.2017, 16:29

Ich schließe mich meinen Vorschreibern an, so ganz klar ist mir das Ganze zwar nicht, aber ich würde mal - vorsichtig optimistisch - schätzen, dass du den (theoretischen?) Ansatz deiner DM übernehmen solltest und das auch kritiklos getan hast?!

Dass es prinzipiell sehr problematisch ist, "nach den Erwartungen der DM" zu schreiben, ist bei den anderen bereits angeklungen; dass sehe ich auch so.
Wenn ich deine Zeilen also einigermaßen richtig interpretiert hat, dann erscheint mir ein magna nicht allzu überraschend - insbesondere weil der neue DV nicht in den Entstehungsprozess involviert war. (Dass er dir nach dem Lesen nichts Negatives gesagt hat, ist vielleicht nicht nett, aber aus seiner Sicht "arbeitsökonomisch" - schließlich handelt es sich für ihn "nur" um die Beurteilung einer eigentlich fertigen Dissertation, wenn Betreuung und/oder das Thema der Diss nicht seine Steckenpferde sind, dann wundert es mich kaum, dass er damit möglichst wenig Arbeit haben will.)

Zur Benotung: Ein Anfechten wäre sicher sehr sehr schwierig, wenn nicht gar unmöglich, denn auf dem Papier ist das Ganze klar:

Arbeit: magna + cum + cum = cum
Verteidigung: magna

Die Verteidigung zählt in der Regel deutlich weniger als die Arbeit, sodass es nicht verwunderlich ist, dass am Ende "cum laude" bleibt. (Zum Vergleich: mein Curriculum sieht für die Verteidigung lediglich 5 ECTS vor, das ist im Vergleich zum Gesamtaufwand des Studiums verschwindend wenig.)

Meiner Meinung nach, kannst du also nichts mehr bewirken - allenfalls würden damit deine Chancen steigen, verbrannte Erde zu hinterlassen und trotzdem keine Änderung der Note zu erwirken.

Dass du dich "bestraft" fühlst, kann ich irgendwie auch nachvollziehen, aber das Wegfallen von DM/DV (aus welchen Gründen auch immer), ist immer schwierig und hat meist (negative) Folgen; insbesondere dann, wenn man sich zu stark auf DV/DM eingeschossen hat. Du hättest dich schon während des Schreibens vernetzen sollen, dann hättest du sicher auch von Außenstehenden Feedback bekommen. Das kannst du jetzt aber auch nicht mehr ändern.

Kurz um: Freu dich über die fertige Dissertation, das ist immer eine tolle Leistung, und nimm das cum als gegeben hin - alles andere wäre wohl nur Zeit- und Energieverschwendung.

Alles Gute

maxtom
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Re: Bewertung der Promotion

Beitrag von maxtom » 24.01.2017, 16:43

Danke für Eure Antworten und gute, ermutigende Worte.
Wie gesagt, bin zufrieden, dass ich die Promotion abgeschlossen habe. ich nehme es hin, so wie es ist- das Leben geht weiter:-)
Nochmals danke für Eure Antworten.

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