Verlag Dr. Müller - vdm-verlag (jetzt: AV Akademikerverlag)

Jahresarchiv
muellerwo2008

Re: verlag dr. müller - vdm-verlag

Beitrag von muellerwo2008 »

Hallo zusammen,

als Verleger des VDM kann ich dazu nur sagen: Lesen hilft. In den Autoreninfos, die jeder Autor (auch David) vorab bekommen hat, steht:

"Mir ist aufgefallen, dass Sie telefonisch direkt nicht erreichbar sind. Warum? Die Bereitstellung der telefonischen Erreichbarkeit gehört zu den größten Kostenblöcken eines Unternehmens und ist bezogen auf den Work-flow knapp kalkulierter Produkte im Grunde nicht vertretbar. Viele erfolgreiche Unternehmen haben dies erkannt und sind daher telefonisch direkt nicht erreichbar oder belasten den Anrufer mit hohen Minutenkosten zur Deckung dieses Services. Wir haben uns für das effiziente Medium Email entschieden und stehen Ihnen über diesen Kommunikationskanal gerne zur Verfügung. Sollte ein Telefonat in Ausnahmefällen notwendig sein, rufen wir Sie gerne auf eine Emailanfrage mit Ihrer genauen Fragestellung hin zurück."

Übersetzt bedeutet das: Wir bieten Absolventen eine kostenlose Publikation ihrer Arbeit als Buch an; der Autor erhält Freiexemplare und ein ordentliches Honorar. Diese Dienstleistung ist extrem knapp kalkuliert, so dass Telefongespräche einfach nicht drin sind. Das ist wie bei einer Billigflluglinie: Wenn Sie für 19,80 EURO von Köln nach Barcelona fliegen wollen, können Sie nicht erwarten, noch 20 Min. am Telefon mit der Airline reden zu können, weil die Personalkosten dafür höher sind als der ganze Flugpreis.

Dr. Wolfgang P. Müller

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AchimP

Re: verlag dr. müller - vdm-verlag

Beitrag von AchimP »

@david
ja, wer liest ist besser daran. Lesen kann aber auch zu (beabsichtigten) Missverständnissen führen.
Wer sich auf der vdm-Homepage umsieht, liest von einem unglaublichen Heer von Mitarbeitern, im Team Außenlektorat sind über 60 Namen aufgeführt. Was machen die denn? (ich weiß, was ein Lektor macht, was machen die beim vdm?)

Unglaublich viele ehemalige Kommilitonen haben mir stolz erzählt, dass ihnen angeboten wurde, dass Ihre Diplomarbeit o.ä. als Buch erscheinen soll. Einige haben mir die E-Mail weitergleitet. Mit Ausnahme des Namens (meiner Bekannten) waren diese nahezu identisch. Ach ja, der Absendername war unterschiedlich. Diese fanden sich im Team Außenlektorat. Statt zu lektorieren wird hier die gute Zeit mit Werben verbracht. Ach ja, keiner meiner Bekannten hatte vorher Kontakt mit dem Verlag aufgenommen. Die Konkaktaufnahme war nicht gewünscht worden!

Zum Schluss:
Einige haben den Vertrag unterschrieben und sind jetzt (fast) ganz stolz auf Ihre Bücher. Einige nicht, denn die Vorlagen, die sie an den Verlag geschickt haben, wurden 1:1 verwendet, da hat niemand mehr einen Blick reingeworfen, sonst wären einige grobe Formatierungsfehler wohl aufgefallen. Da ist dem Verlag nichts vorzuwerfen, Lektorat wird ja nicht versprochen. (Ist eben so ähnlich wie im CopyShop)
Reich ist noch keiner geworden (wird auch nicht vesprochen), weil unter einem Mindestumsatz/Monat von 10 EUR das Honorar verfällt? (ordentliches Honorar? Wieso wird das Honorar nicht kumuliert?) Sollte ein Monatsumsatz mal die 10 EUR-Hürde passieren, kann mit dem dann erhaltenen Büchergutschein (aus dem Verlagssortiment!) zum LADENPREIS eingekauft werden. Wer die Preise kennt, weiß, was da dann drin ist.
Ich frage immer wieder gehässig nach, ob einer mal die 50 EUR-Hürde geknackt hat und tatsächlich mal Geld gesehen hat. Ich habe Zeit. Ich kann warten..
Umsonst war die Buchdruckerei für alle - wie versprochen.

Ich rate jedem, der seine Abschlussarbeit als Buch veröffentlichen will, sich auf dem Markt umzusehen - es gibt viele Anbieter und es gibt riesige Unterschiede im Service - ich will hier keine Werbung machen.
boas

Re: verlag dr. müller - vdm-verlag

Beitrag von boas »

Hallo zusammen!

Mittlerweile bin ich der Ansicht, das VDM wirklich alle Uni-Abgänger anschreibt und das auch in Österreich! Ich finde diese Massnahmen werden an den Hoschschulen (bin selbst als wissenschftl MA tätig) zum Problem. Jeder auch die nicht so guten Absolventen wollen veröffentlichen! Ich denke auch das kann nach hinten losgehen: eine Arbeit mit Mängeln zu veröffentlichen bringt niemandem etwas, dem Prof. nicht und dem Studenten nicht!
Eine Veröffentlichung einer Abschlussarbeit darf max 25EUR kosten und muss erschwinglich bleiben
und wenn die Arbeit gut ist, dann findet man auch andere unterstützende Verlage!

Lg, boas
dunni

Re: verlag dr. müller - vdm-verlag

Beitrag von dunni »

hallo,

was ich mich frage, woher hat der verlag die ganzen mailadressen? woher weiß er, wer an unis seinen abschluss macht? gibt es da irgendwo ein datenschutzproblem? wo und wie wurdet ihr denn angeschrieben? ich frage mich jedenfalls, woher er meine adresse hat...

viele grüße

dunni
AchimP

Re: verlag dr. müller - vdm-verlag

Beitrag von AchimP »

Hallo, Dunni,

ich denke, das macht die Masse an "Redakteuren".
Jeder weiß spätestens nach dem Beitrag des dr., dass er keine wirkliche Redaktion hat. Da wird nicht kontrolliert, ob einzelne Inhalte, Text oder Bild, fremdes Urheberrecht verletzen oder nicht, ob die Rechschreibung in Ordnung ist, ob ne Gliederung logisch ist oder nicht. Der dr. schreibt ja selbst, dass nach der Kalkulation des Verlages keine Leistung über die Produktion hinaus erwartet werden darf.
Das geht in den Druck, wie es vom Autor kommt. Sollte ein Geschädigter auf den Plan treten, kann der Verlag bestimmt auf den Autor verweisen - "der war's!, haltet euch an den"

Die unendlich vielen Redaktionsmitarbeiter schreiben den lieben langen Tag nur Leute an, von denen sie vermuten, dass die was Druckbares (Bewertung egal) auf dem Rechner rumliegen haben.
Was denkst Du, was 60 Mann oder mehr am Tag für Mengen an - sind wir ehrlich - SPAM verbreiten? Da wird richtig Masse gemacht.
Die machen im Prinzip nicht mehr als ein Copyshop. Wer irgendwoher eine ISBN bekommt, kann sein Buch auch beim Copyshop herstellen lassen.

Meine Bekannten haben übrigens immer noch nicht mal nen Büchergutschein "verdient"
Ich kann warten - ich hab' Zeit.

Gruß Achim
twinkle

Re: verlag dr. müller - vdm-verlag

Beitrag von twinkle »

Achtung! Scheinbar haben einige noch nicht ganz verstanden, was der VDM [...Edit Sebastian...] macht. Alle Honorarzahlungen werden einmal jährlich gemacht, jedoch auf durchschnittliche Monatsumsätze runtergerechnet.
Beispiel: die ersten 2 Monate wird das Buch von all deinen Freunden und Bekannten gekauft - es entsteht 500EUR Honoraranspruch. In den restlichen Monaten kommen insgesamt nur noch weitere 88EUR Anspruch zustande. Das sind 588EUR/12 = 49EUR pro Monat bzw. ein durchschnittlicher Monatshonoraranspruch von 49EUR. Du bekommst dadurch nichts anderes als den Gutschein. Mit dem kannst du nichts anderes machen als irgendwelche Diplomarbeiten anderer zu erwerben.

Weiterhin ist es eine Unverschämtheit von VDM 120EUR als Bagatellgrenze zu betrachten und für sich zu behalten (entspricht Monatsdurchschnitt von 10EUR Honoraranspruch).

Der Verlag unternimmt nichts zur Vermarktung der Bücher - was bei einem seriösen Verlag der Fall wäre. Sprich - jeder Autor muss sich selber drum kümmern seine Bücher loszuwerden. Eigentlich das ideale Geschäftsmodell - man sucht veröffentlichungsgeile Leute, schießt ein wenig (SEHR WENIG) Kapital vor (Druckkosten bei Print-On-Demand sind nicht sooo hoch) für die Freiexemplare. Lässt die "stolzen Autoren" die Gestaltung und das Cover gestalten sowie das Lektorat übernehmen und schickt alles nur an die Druckerei (die einem eventuell noch selber gehört). Da die allermeisten Titel nur in minimalen Auflagen verkauft werden braucht man nichts auszuzahlen und fördert im schlimmsten Fall noch den eigenen Umsatz. Im wissenschaftlichen Bereich ist es ein absoluter Ausnahmefall, dass ein Buch die Verkaufszahlen erreicht, die für die Auszahlung nach VDM-Kriterien nötig sind. Ich gehe jede Wette ein, dass der Verlag im Jahr maximal 30 Titel hat, die tatsächlich ausgezahlt werden (von 15.000!).

Nur unter dem Gesichtspunkt "ich will eine Veröffentlichung und Autor sein" macht das VDM-Angebot Sinn. Ich verspreche, dass keiner auch nur einen Cent in realem Geld bei diesem Verlag verdienen wird.

Ihr solltet nur auf das Angebot des Verlags eingehen, wenn ihr damit leben könnt, dass andere an euch Geld verdienen und ihr in die Röhre schaut. Und wenn ihr euch und eure Verwandten als "Buchautor" beeindrucken wollt. Ansonsten sucht einen anderen Verlag und selbst wenn es dort etwas kostet, so erhaltet ihr da auch den seriösen Service (Lektorat bzw. jemand hat das Manus mal angesehen, Marketing etc.).

viele Grüße
Torsten

ps. Ich bin Dipl. Ing. Verlagshersteller (FH) und habe genügend Einblick in die Materie um die oben gemachten Aussagen treffen zu können.
Zuletzt geändert von Sebastian am 04.07.2008, 17:13, insgesamt 2-mal geändert.
Grund: Der Beitrag wurde wegen einer strafrechtlich unhaltbaren Behauptung sinnwahrend geändert. 07.07.2008
Schtudinki

Re: verlag dr. müller - vdm-verlag

Beitrag von Schtudinki »

Hallo twinkle,

ich glaub Dir, dass Du Ahnung von der Materie hast - trotzdem solltest Du mit Aussagen, die das böse Wort mit B... enthalten, vorsichtig sein. Da könnte Dir eventuell jemand an den Karren fahren...
twinkle

Re: verlag dr. müller - vdm-verlag

Beitrag von twinkle »

Hallo Schtudinki,

da muss ich dir recht geben, da sollte man vorsichtig sein. Ich habe das Wort desswegen gewählt, weil in meinen Augen (und unter rechtlichem Gesichtspunkt gilt das wohl auch) 120EUR KEIN Bagatellfall sind. Ein solcher liegt dann vor, wenn der Aufwand für die Auszahlung unverhältnismäßig hoch gegenüber der auszuzahlenden Summe ist. Bei einer Überweisung im Jahr(!) - selbst unter Berücksichtigung allen möglichen Aufwands zum Sammeln der benötigten Daten - liegt kein Bagatellfall mehr vor. Von seinen Kunden zu verlangen 120EUR zu verschenken ist dreist und unverschämt. Da kann VDM auch gern versuchen mich für zu verklagen.

Weiterhin bis zu 600EUR im Jahr in Naturalien "auszuzahlen" ist auch unverschämt. Dabei den Eindruck zu erwecken, dass das ja nur Minibeträge sind (durch Aufrechnung in durchschnittliche Monatshonoraransprüche - vor allem durchschnittliche!) ist ebenfalls dreist und darauf ausgerichtet die Kunden ("Autoren") über den Tisch zu ziehen.

Rechnet doch mal mit: Angenommen der Verlag hat nur 100 Autoren, die zu diesen Bedingungen "bezahlt" werden. Das sind im Idealfall (sprich "Bagatellhöchstgrenze") 100 x 120EUR = 12.000EUR, die der Verlag sich schenken lässt - im Jahr! Weiterhin im 2. Idealfall (jeder Autor erwirbt knapp 600EUR Honoraransprüche im Jahr) sind das 60.000EUR die der Verlag dazu benutzt um sein eigenes Sortiment unter die Leute zu bringen. Bei einem durchschnittlichen Verkaufspreis pro Buch von 49EUR sind das ca. 1.200 Bücher die der Verlag anstatt der Honorare an die Autoren ausgibt (Schwund durch nicht in Anspruch genommene Gutscheine nicht mit eingerechnet).
Der Verlag macht keine der normalerweise als verlegerisch geltenden Tätigkeiten. Einzig die ISBN-Nummer wird besorgt, eine automatisierte "Buchfertigstellung" (Maske für Covergestaltung nebst Bildern etc. wird zur Verfügung gestellt und ein paar Seiten wie Impressum etc. wird automatisch eingefügt) und der Versand der Druckdaten an die Druckerei (wirklich nur das Hinmailen - es wird ja nichts kontrolliert etc.). Das wars. Passiert alles automatisch, weil ansonsten ist es von keinem Verlag zu bewältigen mehrere Hundert Titel im Jahr auf den Markt zu bringen (es sei denn ein sehr großer Verlag mit großem internen Mitarbeiterstamm).
Und nun rechnet doch mal weiter. Wenn das stimmen sollte, dass tatsächlich mehr als 10.000 Publikationen bei dem Verlag erscheinen sollen, was da für Werte bei rauskommen.

Das Angebot des Verlags ist theoretisch nur für die Leute gut, die unbedingt ein Buch mit ihrem Namen drauf haben wollen und die es nicht interessiert, welchen Ruf der Verlag besitzt. In Wissenschaftskreisen beeidruckt man mit so einer Publikation niemanden. Also professionelle Vorteile kann man sich davon nicht erwarten. Und finanziell schon erst recht nicht - es sei denn, man hat einen wissenschaftlichen Bestseller in der Schublade. Doch dann bekommt man bei seriösen Verlagen weit besseres geboten.
Eva
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Re: verlag dr. müller - vdm-verlag

Beitrag von Eva »

Zur Ergänzung des bisher Gesagten:

Auf www.sueddeutsche.de findet sich heute ein Artikel unter dem Titel "Einband fürs Ego", in dem insbesondere auf den VDM-Verlag eingegangen wird:

http://www.sueddeutsche.de/jobkarriere/ ... 58/184579/
Lilie1980

Warnung vor VDM-Verlag

Beitrag von Lilie1980 »

Hallo,

hier mein Erfahrungsbericht mit dem VDM-Verlag Dr. Müller: Ich wurde angeschrieben und habe das Angebot angenommen, meine Abschlussarbeit beim VDM-Verlag zu veröffentlichen. Die Bedingungen schienen soweit in Ordnung. Bis ich das Manuskript gemailt hatte, war die zuständige Mitarbeiterin auch sehr bemüht und hat auf meine Mails stets sofort geantwortet.
Das erste Problem gab es dann beim Erstellen des Buches, was der Autor beim VDM selbst machen darf. Das ist einerseits sehr schön. Andererseits ist das System so schlecht, dass es beispielsweise einige Zeichen nicht kennt, unter anderem keine Anführungszeichen im Buch-Titel zulässt. Diese werden in Schrägstriche umgewandelt. Offensichtlich korrigiert der Verlag nicht einmal die Buch-Cover - ich habe inzwischen vom VDM-Verlag veröffentlichte Bücher gesehen, die allen ernstes Rechtschreibfehler bzw. besagte Schrägstriche im Titel haben.
Auf meine Bitte, Anführungszeichen im Titel meines Buches zu setzen, wurde nicht reagiert. Auch die im Vertrag zugesagten drei Belegexemplare habe ich bis heute nicht erhalten. Auf meine Nachfrage antwortete der Leiter des Außenlektorates, sie seien unterwegs. Als ich einen Monat später erneut auf die fehlenden Belege hinwies, kam überhaupt keine Antwort mehr. Für mich sagt das alles über die Geschäftspraktiken dieses Verlages aus. Wer sein Buch ordentlich verlegt haben möchte, sollte vom VDM-Verlag also lieber die Finger lassen...
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