Vorher schon veröffentlichen?

Fragen aus der laufenden Arbeit an der Dissertation.
Literatursuche, Motivationsprobleme, Lehrtätigkeit, Ärger mit dem Prof u.v.m.
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Vorher schon veröffentlichen?

Beitragvon Shazadi am 30.05.2008, 21:45

Hallo,
da ich trotz jahrelanger Bewerbungen keine Doktorandenstelle erhalten habe, will ich sie jetzt in Eigenregie schreiben. Nun die Frage: ich habe vor das Ganze schon fertigzuschreiben (jedenfalls schonmal das Grundkonzept, um zu sehen ob die Fragestellung überhaupt tragfähig ist) und erst dann, wenn ich weiß die Arbeit ist wirklich interessant, will ich damit losziehen und einen Doktorvater/mutter suchen. Ich hab jedoch etwas Angst, daß die Arbeit dann abgelehnt wird und der Doktorvater/mutter dann die Arbeit aber als eigene Arbeit ausgibt und selbst veröffentlicht. Ich kann dann ja nicht beweisen, daß ich das verfaßt habe. Kann ich die Arbeit schonmal vorab als Buch veröffentlichen oder ist es dann unmöglich, damit noch zu promovieren. Denn meist wollen die Betreuer ja doch, daß ihr Name dann da mit draufsteht (ob wohl ich die ganze Arbeit allein geleistet habe, was mir zwar nicht recht wäre, ich will aber ja die Promotion unbedingt).
Oder kann man sich auch auf andere Weise absichern. Es geht gar nicht mal unbedingt nur um meinen Text, schon die Idee als solches finde ich schützenswert.
Shazadi
 
... ist nicht mehr dabei.
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Re: Vorher schon veröffentlichen?

Beitragvon Tine2 am 31.05.2008, 10:59

Du kannst das Ganze auch bei einem Notar hinterlegen:
http://www.presseecho.de/wirtschaft/PE1173714832.htm

In welchem Fach willst Du denn promovieren? Das, was Du da beschreibst, kenne ich bei uns gar nicht. :shock:

 

 



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Re: Vorher schon veröffentlichen?

Beitragvon Sebastian am 31.05.2008, 13:16

Wenn die Arbeit schon veröffentlicht ist, ist sie nicht mehr neu - selbst wenn es Deine eigenen Erkenntnisse sind. Daher kann dieselbe Arbeit dann m.E. für eine Promotion nicht mehr "verwertet" werden.
Der Schutz der Idee - gerade im technisch/naturwissenschaftlichen Bereich - ist ein heikles Thema, den Ansatz, den Tine beschreibt, finde ich zunächst einmal interessant.
Im geisteswissenschaftlichen Bereich würde ich den von Dir befürchteten Diebstahl geistigen Eigentums als absoluten Ausnahmefall betrachten und daher nicht zugrundelegen: Das macht kein Prof.

Übrigens: Wenn Du Dich zu einem gewissen - in Deinem Sinne fortgeschrittenen - Stadium mit Deinem Expose bewirbst und nicht mit der fertigen Arbeit, dann wird es ein Konkurrent schwer genug haben, Dich noch "einzuholen", selbst wenn Du mit Deiner Idee erst bei nächsten oder übernächsten angefraten Kollegen landen kannst.
Also würde ich für die Bewerbung gerade nicht alle meine Erkenntnisse und Ergebnisse auf den Tisch legen, sondern nur ein Appetithäppchen. Wieviel Du dann in der Hinterhand behältst, ist Deine Sache - jedenfalls sollte es soviel sein, dass Du schneller fertig sein kannst als ein etwaiger Konkurrent, den ein Doktorvater pflichtwidrig auf Dich loslässt.

Meine vollständige Diss würde ich jedenfalls auf blauen Dunst hin auch nicht jedem auf den Tisch legen.

Sebastian
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