Qualität oder Quantität der Publikationen

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Qualität oder Quantität der Publikationen

Beitragvon bullabü am 11.04.2009, 15:58

Hallo nochmal alle,
meine Frage dreht sich nun darum, was wärend der Promotion in Sozialwissenschaften mehr zu empfehlen ist: viel publizieren, egal wo und egal ob es etwas Neues ist (Stichwort: Artikel zusammenkopieren aus alten) oder lieber schauen, in welchen Zeitschriften und Konferenz-Followups etc?
(Vorraussetzung ist natürlich, dass man an der Uni bleiben will. Für die Wirtschaft gelten wohl andere Voraussetzungen.)
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Re: Qualität oder Quantität der Publikationen

Beitragvon Beary am 11.04.2009, 17:12

Ich denke, weniger ist mehr. Wenn du nur 'Wald-und-Wiesen-'Publikationen aufweisen kannst, hilft dir das wenig bis gar nicht weiter. Zumindest würde ich sicherstellen, dass alles durch ein ordentliches Peer-Review geht.
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Re: Qualität oder Quantität der Publikationen

Beitragvon AGH am 11.04.2009, 18:25

Ich glaube, auch wenn ich es vielleicht schade finde, es kommt zumindest gleichermaßen (wenn nicht mehr) auf die Menge an. Ich hatte einmal die Möglichkeit, die Argumente für und gegen die Bewerber einer post-doc Stelle zu erfahren - da war die Quantität ganz wesentlich!
Bei mir an der Uni gibt es zwei Institute, die mir in diesem Zusammenhang eingefallen sind: eines, das mehr publiziert (dafür in weniger angesehenen Journals und sehr oft nur deutsch (!)) und eines, das weniger publiziert, dafür in besseren Journals (ob es Topjournals sind, weiß ich jetzt nicht). Besseres "Ansehen" hat ersteres... . (Vielleicht gibt es aber dafür auch andere Gründe, wie etwa, dass sich der Forschungsschwerpukt vom ersten besser in der Öffentlichkeit vermarkten lässt... .)

Wenn Du vor hast an der Uni zu bleiben, an der Du jetzt schon bist, würde ich versuchen zu schauen, wer mit welchen Leistungen die post-doc-Stellen bekommen hat! Müsste sich eigentlich rausfinden lassen, wenn Du weißt, wann sie angefangen haben!

Finde das Thema sehr spannend...!

Liebe Grüße!
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Re: Qualität oder Quantität der Publikationen

Beitragvon Koenigsportal am 11.04.2009, 21:53

Die Frage ist aber auch, ob man diesen Publikationszwang :roll: :roll: unbedingt mitmachen will und muss. Immerhin wird das auch immer häufiger deutlich kritisiert. Und eine eigene moralische Haltung sollte man/frau als angehende/n WissenschaftlerIn schon auch haben.
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Re: Qualität oder Quantität der Publikationen

Beitragvon Roger am 11.04.2009, 22:06

Die erste Frage ist, was die Zielgruppe ist. Dieser ganze Ranking-Mist bei den Journals taugt aus meiner Sicht gar nichts, weil es sich nur auf einen Adressatenkreis (die "wissenschaftliche Community" berücksichtigt. Es wäre aber ein trauriger Befund, wenn sich Wissenschaft nur als selbstreferenzierendes System mit sich selbst befassen würde! Auch entspricht dies nicht der Praxis. Viele Forscher wenden sich in ihren Forschungen auch an andere Adressaten wie z.B. Praktiker. Wenn z.B. ein Forscher sich mit praxeologisch ausgerichteter BWL-Bank-Forschung befasst, sollte ihn das "Journal of Finance" überhaupt nicht interessieren. Dann ist eine Publikation in der (nicht Peer-Reviewten) "Die Bank" deutlich wertvoller. Für weitere Beispiele z.B. auch die "Harvard Business Review Deutschland" vs. "Die Betriebswirtschaft".

Übrigens schliesst aus meiner Sicht das Eine das Andere nicht aus. Persönlich habe ich mit einem weniger angesehenen Journal begonnen und mich dann langsam an die angeseheneren Publikationen heran getastet. Es ist ein Lernprozess und jeder fängt klein an.
Roger
 
... ist nicht mehr dabei.
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Re: Qualität oder Quantität der Publikationen

Beitragvon AGH am 11.04.2009, 22:36

Koenigsportal hat geschrieben:Die Frage ist aber auch, ob man diesen Publikationszwang :roll: :roll: unbedingt mitmachen will und muss.


Wenn ich an der Uni sein will, in meinem Bereich, dann ist die Antwort ganz einfach: Ja, um an der Uni zu bestehen, muss ich diesen "Publikationszwang" unbedingt mitmachen. Sonst gibt es mich nicht lange an der Uni. (Ob ich dabei mitmachen möchte, dass ich an meinen Publikationen gemessen werde, und ob ich an der Uni bleiben möchte, ist eine andere Sache....)

Koenigsportal hat geschrieben:Und eine eigene moralische Haltung sollte man/frau als angehende/n WissenschaftlerIn schon auch haben.


Nicht, dass ich Dir da widerspreche, aber ich sehe hier gerade nicht den Zusammenhang zu der Frage, ob Qualität oder Quantität wichtiger ist. Vielleicht stehe ich auf der Leitung? Quantität heißt ja nicht fehlende Qualität - ein Mindestmaß muß ja trotzdem erreicht werden - nur nimmt man halt andere Journals, mit - vielleicht - niedrigeren Standards, aber das ist ja nicht unmoralisch? Hm, vielleicht kannst Du das noch einmal erklären, wie Du das meinst?

Liebe Grüße!
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