mein Doktorvater hat mich "abgehängt"

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Re: mein Doktorvater hat mich "abgehängt"

Beitragvon Aguti am 06.02.2009, 09:09

Hallo Ursula,
ich denke auch, dass du eine Klärung mit dem jetzigen DV anstreben solltest, das wäre sicherlich weniger umständlich als sich einen neuen Betreuer zu suchen. Ich finde den Entzug der Betreuung zwar überzogen, aber die Reaktion "so bitte nicht" kann ich durchaus nachvollziehen. Solche Dinge gibt mal nunmal ordentlich ab. Daher würde ich dir raten, dich zerknirscht zu zeigen und ein bisschen zu Kreuze zu kriechen. Lässt sich ein persönliches Gespräch wirklich so schwer bewerkstelligen? Ginge vielleicht ein Telefonat?
Alles Gute.
Gruß
Aguti
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Re: mein Doktorvater hat mich "abgehängt"

Beitragvon Sikla am 06.02.2009, 16:06

Hallo Ursula, grundätzlich würde ich mich meinen Vorrednern anschließen - bitte such das PERSÖNLICHE Gespräch mit Deinem DV, auch wenn der Weg weit und mühsam ist.

Falls du magst, würde ich mal über Deine Diss schauen und sehen, ob es wirklich nur Formatierungsfehler sind oder ob Du noch anderes "Schlimmes" gemacht hast. Falls du das möchtest, schick mir bitte eine PN

Viele Grüße, Sina
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Re: mein Doktorvater hat mich "abgehängt"

Beitragvon larajus am 06.02.2009, 16:44

Was mir noch auffällt: Du fragst [quote]"Wie gravierend findet ihr den Formfehler - Unleserlichkeit - wirklich?" [/quote]

Das finde ich ziemlich gravierend. Wenn die Arbeit nämlich unleserlich ist, heisst das, dass sie nicht gelesen werden kann. Das ist etwas anderes, als wenn nur die Seitenzahlen fehlen.

Die Reaktion Deines DV und Deine Nachfrage deuten eher darauf hin, dass die Arbeit mehr Fehler hatte als nur fehlende Seitenzahlen. "Unlesbar" ist ja außerdem qualitativ etwas anderes als "inhaltlich fachlich schlecht", das wäre dann eine Frage der Themenanpassung/Schwerpunktsetzung usw. also Kernbereich der Betreuung. Unlesbar wird eine Arbeit, wenn sie entweder schlecht gedruckt ist, wild durcheinander und unsortierter Papierhaufen oder - sprachlich katastrophal. In all diesen Fällen kann ich Deinen DV aber grs. zumindest soweit verstehen, als er sich darüber ärgert. Das ist doch verständlich; denn man muss schon von erwarten dürfen, dass man einen funktionierenden Drucker und weißes Papier verwendet, die Seiten sortiert, und v.a. eine orthographisch korrekte, klare (und den wissenschaftlichen Mindestansprüchen genügende) Ausdrucksform wählt.

Ich würde auch Folgendes bedenken: Jeder DV hat ein Interesse daran, jemanden erfolgreich zu betreuen, der ihm gleichzeitig möglichst wenig Arbeit bereitet. Also überlege Dir auch, wieviel Arbeit/Mühen Du Deinem DV vielleicht machst bzw. gemacht hast und berücksichtige das. Ich würde das Ganze übrigens dringend telefonisch persönlich und nicht per Mail klären.

Viel Erfolg!
larajus
 
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Re: mein Doktorvater hat mich "abgehängt"

Beitragvon Mathilda am 06.02.2009, 17:13

Hallo auch von mir,

ich schließe mich an: Unbedingt ganz schnell persönlich klären. Auf den ersten Blick wirkt es ziemlich ätzend von ihm, allerdings weiß man nicht, auf welchem Fuss Du ihn erwischt hast. Dass er direkt die Betreuung abgeben will, finde ich allerdings schon herb; ging da evtl. schon vorher was ein bisschen schief? Hattest Du laufenden Kontakt mit ihm?

Noch was aus der Sicht einer Diplom- und Seminararbeitskorrigiererin: Formatierungssachen kommen einem zwar möglicherweise selbst als Schreiberling erst mal nebensächlich vor, sind aber für den Leser u.U. absolut abschreckend. Ich weiß ja nicht, wie die Arbeit nun aussah, aber Formfehler kann man durchaus auch als Mangel an Respekt dem Leser gegenüber werten. Es ist auch ein Mangel an Sorgfalt und Mühe und das lässt nichts Gutes in inhaltlicher Sicht erwarten. (Das meine ich nicht auf Deine Arbeit bezogen; ich versuche nur, die Gedanken der "Gegen"seite etwas plastisch darzustellen. Leider bewahrheitet sich das sehr häufig, dass "schlampig" formatierte Arbeiten auch inhaltlich nicht sehr sorgfältig geschrieben wurden).
Ich kann mir vorstellen, dass der DV sich das nur angeguckt hat und direkt sauer war, weil er einfach erwartet, dass er eine leserliche Arbeit bekommt. Vielleicht eine Impulshandlung? Klingt ein bisschen nach akademischer Diva :wink:

EDIT: noch was: Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass er das schon bereut und mit sich reden lässt. So einfach schmeißt man doch keine Diss zum Fenster raus?!

Schöne Grüße
Mathilda
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Re: mein Doktorvater hat mich "abgehängt"

Beitragvon katja am 06.02.2009, 18:41

ich glaube es sind zwei probleme:

das erste liegt bei deiner formatierung. auch in dieser "vorab-variante" sollte es nicht von fehlern wimmeln. seitenzahlen zu vergessen zeugt nicht grad von wissenschaftlicher gründlichkeit. wenn meine studis mir sowas abgeben, ärger ich mich auch, so nach dem motto -die wollen nur den schein, um jeden preis. auch wenn du von unleserlichkeit schreibst und zettelwirtschaft, kann ich z.t. verstehen, dass der betreuer das nicht liest. würde ich auch nicht machen, weil man ja schon genug dinge im engen zeitfenster hat. kann man nur sagen: machs nochmal, lass es vorher korrektur lesen und vorallem auf die formalien schauen!
würde es einfach neu machen und nochmal einreichen, als gäbe es das andere schreiben nicht. du hast ja nichts mehr zu verlieren. oder suchst dir nen anderen aus den gründen, die ich gleich erklär:

das zweite problem liegt bei deiner vorstellung der promotion und bei der realität - und diese erfahrung hab ich leider auch gemacht. nein, es geht (und das besonders in geisteswissenschaft) nicht um geistigen austausch und um das einbringen eigener gedanken. ich denke, das ist nicht gewollt. man kann glück haben und einen DV, der das ab kann, dass man ihn nicht als meister feiert und seine eigenen standpunkte entwickelt aber es kann, und so ist es meiner erfahrung nach meistens, auch nach hinten losgehen, das zeigt sich dann in solchen überzogenen reaktion oder in daraus eventuell noch resultierenden schlechten, und vorallem NICHT begründeten gutachten. weiß auch nicht, was ich in dem fall rate - hatte das problem selber und werd mal sehen wo das am nächsten mittwoch in der disputation hinführt, meine gutachten-note hat es mir jedenfalls schon versaut.
insofern - vielleicht nimmste das als anlass wen anders als betreuer zu nehmen. ich stand kurz vor abgabe vor derselben entscheidung und konnte leider den DV nicht wechseln, (berufliche gründe... etwas kompliziert) und nun hab ich die sch....
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Re: mein Doktorvater hat mich "abgehängt"

Beitragvon AGH am 06.02.2009, 19:50

Ich schließe mich meinen Vorpostern an. Ich weiß nicht, wie Deine Arbeit aussieht, ich weiß nicht, wie die Betreuung bis jetzt war (und was dazwischen vielleicht alles passiert ist), aber von dem, was Du schreibst, klingt Deine Arbeit relativ wild... . Wenn (!) Deine Arbeit wirklich unlesbar ist, finde ich es ja sogar noch nett vom Professor, dass er sich die Mühe macht, Dir einen Brief zu schreiben und Dir die Unterlagen per Post zurückzuschicken!
Ich denke mir aber auch folgendes: Du sprichst davon, dass Deine Diss fertig ist. Dann brauchst Du ja keinen Betreuer mehr, oder? Du brauchst zwei (oder wieviele auch immer) Gutachter. Ich weiß nicht, wie es bei Dir an der Uni ist, aber bei mir stellt die Uni die Gutachter und auch die Prüfer! Ich mache Vorschläge, und nach Möglichkeit soll diesen entsprochen werden, aber die Entscheidung liegt bei der Uni. Umgekehrt ist es (bei mir) aber auch so, dass die Uni verpflichtet ist, Dir einen Prof zu stellen. Dein DV kann also - vielleicht - (weiß das rechtlich nicht) sagen, er will Dich nicht betreuen (wozu auch immer es Dir noch um einen Betreuer geht - Du bist eh schon fertig!) - aber dann muß die Uni Dir wen anderen zuweisen. Sollten bei Dir die studienrechtlichen Aspekte so sein wie bei mir würde ich das alles echt entspannt sehen. Ja, es wäre mir sehr unangenehm und peinlich, klar. Aber die Diss wäre formell gerettet.

Liebe Grüße!
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