Welche Vorteile bringen Doktoranden einem emeritierten Prof?

Fragen aus der laufenden Arbeit an der Dissertation.
Literatursuche, Motivationsprobleme, Lehrtätigkeit, Ärger mit dem Prof u.v.m.
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Welche Vorteile bringen Doktoranden einem emeritierten Prof?

Beitragvon Doktorandin am 09.11.2008, 21:50

Hallo zusammen,

ich habe das Problem, dass mein Doktorvater (emeritiert) sich seinen Betreuungsverpflichtungen inzwischen gänzlich entzieht. Seit Monaten warte ich auf das Feedback zu einem Teil meiner Diss, die ich ihm - wie zuvor mit ihm vereinbart - zum Lesen eingereicht habe. Da er emeritiert ist, bietet er keine Sprechstunde mehr an, auf Mails antwortet er nicht und wenn ich anrufe, werde ich sofort abgewürgt. Einer anderen Doktorandin von ihm geht es ähnlich. Merkwürdig ist nur, dass er bei ihr vor kurzem noch total hinterher war, dass sie eine Promotion bei ihm beginnt....

Unser Eindruck ist, dass er auf die Betreuung seiner Doktoranden keine Lust mehr hat, ihm es aber dennoch wichtig zu sein scheint, dass Leute bei ihm promovieren. Ich habe mal gehört, dass emeritierte Profs. mindestens eine Lehrveranstaltung pro Semester anbieten und Doktoranden betreuen müssen, um den Professorentitel nicht zu verlieren. Kennt jemand die genaue Regelung bzw. weiß jemand, welchen Nutzen ein emeritierter Prof. von der Betreuung der Doktoranden hat. Für mich wäre das wichtig zu wissen, um das Handeln von meinem Doktorvater besser zu verstehen...
Zuletzt geändert von Sebastian am 09.01.2009, 21:35, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Typo im Betreff entfernt, damit die Suchmaschine ihn findet
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Re: Welche Vorteile bringen Doktoranden einem emeritieren Prof.?

Beitragvon Ethnoschnecke am 10.11.2008, 15:47

Hallo Doktorandin,

dass ein Professor seinen Professorenstatus verliert, wenn er nicht mehr unterrichtet, wäre mir neu. Ich kenne das Problem mit emeritierten Professoren aber auch aus meinem Institut: Sie sind kaum da, schlecht erreichbar und kümmern sich wenig. Umgekehrt gibt es jedoch auch einige, die dann (eben weil sie nicht mehr lehren müssen) sehr viel Zeit für ihre Doktoranden haben und die Betreuung ernst nehmen.
Ich denke, dass es auch für das Ansehen eines Professors gut ist, nach seiner Pensionierung Doktoranden zu betreuen, denn immerhin ist er dann am Institut als dein Doktorvater geführt und wird auch in deiner Arbeit in der Danksagung lobend erwähnt. Ob er sonstige Vorteile (möglicherweise finanzieller Art) dadurch hat, weiß ich leider nicht. Vielleicht gibt es jemand in diesem Forum, der sich da besser auskennt. Ist jedenfalls eine interessante Frage!

Vielleicht wäre es hilfreich, ein besseres Betreuungsverhältnis zum Zweitprüfer aufzubauen? Ich würde (wenn du ihn dann mal endlich erreichst), mit deinem Doktorvater abklären, wie er sich die Betreuung vorstellt.

Wünsche dir weiterhin gute Nerven mit den Herren (und Damen) Professoren!

Liebe Grüße
Ethnoschnecke
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Re: Welche Vorteile bringen Doktoranden einem emeritieren Prof.?

Beitragvon Bridget am 10.11.2008, 16:59

Hallo zusammen,

ich möchte gerne noch eine andere Frage anschließen, die hier thematisch nahe liegt:
Mein Prof. hat mir gesagt, dass er, sobald er emeritiert ist, nicht mehr als DV/Prüfer fungieren darf, und deshalb ab dem Tag keine Betreuung mehr übernimmt (aslo auch nicht meine Arbeit fertig betreuen wird!). Wenn ich dann nicht fertig bin, muss ich mir laut ihm einen neuen DV/Erstprüfer suchen.
Kann das wirklich sein - oder hat er einfach nur keine Lust, und sagt es im Gegensatz zu obigen Beispiel vorher (wenn auch durch die Blume...)?
Ich hatte schon mal in der Promotionsordnung nachgeschaut, aber ich hatte es ganz anders verstanden...

Bin gespannt auf Eure Erfahrungen!

Bridget
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Re: Welche Vorteile bringen Doktoranden einem emeritieren Prof.?

Beitragvon Ethnoschnecke am 10.11.2008, 21:43

Hallo Bridget,

es besteht ein Unterschied zwischen Emeritierung und Pensionierung. Mich hat das selbst interessiert, deshalb habe ich mich schlau gemacht.
Bei Wikipedia steht dazu:
"Ein pensionierter Professor hat im Gegensatz zu emeritierten Professoren keine Dienstpflichten mehr; er kann also beispielsweise sofort die Betreuung von Doktoranden einstellen. Der Emeritierte behält hingegen seine wissenschaftsbezogenen akademischen Rechte, er kann zum Beispiel noch diesbezügliche Dienstreisen unternehmen.
Ein emeritierter Hochschullehrer (Emeritus bzw. Emerita) befindet sich in einer Art Teil-Ruhestand; er hat sich das lebenslange Recht erworben, sich von den Alltagspflichten zurückzuziehen. (...) Er braucht keine Lehrveranstaltungen mehr zu halten – kann dies jedoch noch weiter tun. (...) Außerdem darf ein Emeritus kraft Amtes beispielsweise Magisterkandidaten, Diplomanden und Doktoranden betreuen, Mitglied akademischer (nicht aber staatlicher) Prüfungskommissionen, Berufungskommissionen und anderen Kommissionen sein."

Liebe Grüße
Ethnoschnecke
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Re: Welche Vorteile bringen Doktoranden einem emeritieren Prof.?

Beitragvon Doktorandin am 10.11.2008, 23:17

Hallo Zusammen,

vielen Dank für Eure Antworten.

@Ethnoschnecke: Von dem Unterschied zwischen emeritierten und pensionierten Professoren habe ich auch schon gehört. Die Frage, die sich für mich dabei stellt, ist folgende: Was muss ein Professor tun, damit er den Status "emeritierter Professor" bekommt und nicht den eines pensionierten? Kann es sein, dass ein emeritierter Prof. nicht nur Doktoranden betreuen und Lehrveranstaltungen halten DARF, sondern das sogar MUSS? Wenn ich richtig informiert bin, kriegen emeritierte Profs mehr Geld als pensionierte und behalten auch weiterhin den Beamten-Status, sowie das Recht, Dienstreisen zu unternehmen. Das sind ja schon deutliche Vorteile gegenüber pensionierten Profs. Warum würde ein Prof. sich angesichts dieser Vorteile freiwillig pensionieren lassen? Ich kann mir das nur so erklären, dass mit dem Status eines Emeritus nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten verbunden sind. Fragt sich nur, welche das genau sind. Wisst Ihr da mehr zu?

Viele Grüße von der
Doktorandin
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Re: Welche Vorteile bringen Doktoranden einem emeritieren Prof.?

Beitragvon el rubio am 11.11.2008, 07:44

Emeritiert werden nur noch Professoren, die vor einem bestimmten Stichdatum erstmals berufen wurden (ich meine, es ist das Jahr 1978). Für alle danach bedeutet das, dass sie "nur" noch pensioniert werden, so wie andere Beamte auch. Von Nachteil insbesondere bei der Ruhegehaltsregelung.

Es ist mir aber neu, dass sich damit auch tatsächlich etwas in Hinblick auf die Betreuungsrechte geändert hätte. In meiner PromO war immer nur von Hochschullehrern im Ruhestand die Rede. Wie so oft dürfte auch hier gelten: "Ein Blick ins Gesetz (=PromO) erleichtert die Rechtsfindung".

Beste Grüße
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