von Mathilda am 23.10.2008, 13:40
Hallo Anira,
aus meiner Erfahrung würde ich leider mal sagen: Ein Jahr ist definitiv nicht drin. Ich will Dich aber nicht abschrecken; möglicherweise findest Du eine Möglichkeit. Ich hörte z.B., dass es in Süddeutschland schneller geht (nur vom Hören-Sagen, weiß nicht, ob es stimmt!). Ich promoviere auch im BWL-Bereich, und der Schnitt, den ich so mitbekomme, liegt auch weit über dem von Dir genannten; aber möglicherweise kenne ich die weniger günstigen Fälle. Ich würde mal eher von einem Schnitt von 3 bis 4 Jahren ab Startschuss ausgehen. Wenn Du natürlich ein Jahr "nur" Diss machst, ist es sicher noch etwas anders zu sehen, aber: In den meisten Fällen brauchst Du was Empirisches. Und wenn nicht, dann brauchst Du eine sehr, sehr breite theoretische Basis. Beides kostet schon mal einfach nur durch die Orga viel Zeit, da nützt es Dir gar nichts, wenn Du "nur" Diss machst. Bei der Empirie musst Du Dir den Datenzugang beschaffen und die Daten erheben; bei der nicht-empirischen Arbeit musst Du sehr lange recherchieren, Literatur bestellen, auf Lieferungen warten etc.
Wie war´s bei mir?
>> Datenzugang fiel "vom Himmel", da hab ich echt Glück gehabt, das war also der Startschuss
>> Vorbereitung der Datenerhebung (explorativer Teil, Erhebungskonzeption, Koordination mit dem Praxispartner) >> hat alles in allem 5-6 Monate gedauert und dann musste ich noch mal 4 Monate warten, bis wir wirklich einsteigen konnten (war gerade saisonal bedingt ungünstig). In der Zeit habe ich vor allem Literatur recherchiert und besorgt.
>> Datenerhebung+Auswertung >> hat insgesamt ungefähr 4 Monate gedauert (erste Erhebung)
>> dann habe ich innerhalb von 3 Monaten den ersten Theorie-Teil geschrieben und die zweite Erhebung - die vorher nicht abzusehen war, sondern sich aus der ersten ergeben hat - vorbereitet
>> Zweite Datenerhebung+Auswertung >> nochmal ungefähr 4 Monate
>> dann waren wir schon im Juni 2008 gelandet, im Juni/Juli habe ich den zweiten Theorie-Teil fast fertig bekommen und jetzt muss ich noch den gesamten empirischen Teil schreiben.
>> Konsequenz: Ich sitze jetzt ziemlich genau seit 2 Jahren "so richtig" an der Arbeit, wobei ich allerdings am Lehrstuhl arbeite - täte ich das nicht, hätte ich aber erst jetzt, nach der Datenerhebung, wirkliche Zeitersparnis. Die restliche Dauer kam einfach durch zig Verzögerungen wegen der Empirie, Abklärungsbedarf mit dem Projektpartner, Kurzfrist-Umschmeiß-Aktionen von Seiten des DV etc. pp.
Also, wenn Du das "wirklich willst": Möglicherweise könntest Du das freie Jahr eher nach hinten legen. So hat´s eine Kollegin von mir gemacht: Die ganze Konzeptions- und Erhebungsphase hat sie auf einer 3/4-Stelle gearbeitet und sich DANN ein Jahr Auszeit zum Schreiben genommen. Das hat im Wesentlichen geklappt, sie war immerhin fast fertig nach dem Jahr. Oder Du schaust, wie weit Du in dem Jahr kommst und dann machst Du hinterher extern weiter?
Viele Grüße
Mathilda