Eigenes Thema verheimlichen?

Fragen aus der laufenden Arbeit an der Dissertation.
Literatursuche, Motivationsprobleme, Lehrtätigkeit, Ärger mit dem Prof u.v.m.
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Re: Eigenes Thema verheimlichen?

Beitragvon swm am 01.10.2008, 19:47

Hi!

Danke für Deine Antwort!
Also meine Mutter und ich promovieren zum Glück in unterschiedlichen Fachrichtungen! Sie hat sich bei ihrer Promotion einfach übernommen; sie hat in den "Wechseljahren" beschlossen zu promovieren, d. h. sie war schon 25 Jahre aus dem Studium draussen! Ihr Thema gibt zudem leider nichts für einer Promotion her, sie schreibt eine Biographie über ihre Lieblingsdichterin. Sie ist glaub ich ziemlich enttäuscht von sich selbt und ich habe ihr schon versprochen ihr zu helfen, wenn ich fertig bin!

Mein Artikel ist bereits veröffentlicht und es kann somit prinzipiell jeder abschreiben, deshalb denk ich auch, dass ich spinn! Meine Mutter möchte mir bestimmt nicht schaden und hat das warscheinlich einfach nur so dahin gesagt!

Ich habe noch das Luxus Problem, dass mein Vater vor seinem Rentenantritt vor zwei Jahren Deutschlehrer und Fachbetreuer für Deutsch am Gymnasium war und mir natürlich angeboten hat, meine Arbeit am Ende zu korrigieren. Und jetzt bin ich ernsthaft am überlegen, ob ich das annehmen soll! Also eigentlich total bescheuert, überhaupt darüber nachzudenken, denn das ist natürlich eine einmalige Chance.

Ich fürchte, das ganze ist einfach ein Gespinne, dass man denkt, andere fangen an abzuschreiben...Irgendwie müssen die Leute sich ja äussern und natürlich sagt einen keiner "Dein Thema interessiert mich nicht", sondern das Gegenteil, warscheinlich auch aus Anstand.

Viele Grüsse
swm
swm
 
... ist nicht mehr dabei.

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Re: Eigenes Thema verheimlichen?

Beitragvon nK am 01.10.2008, 21:30

Also ich mache da eine ganz klare Trennung: Wenn ich mit jemandem rede, spreche ich gerne und detailliert über mein Thema und mache mir keine Gedanken. Aber ins Internet - auch hier - würde ich es nie stellen (einzige Ausnahme: Die Seite der Friedrich-Ebert-Stiftung, aber dort auch nur im geschützten Bereich, der für andere Stipendiaten einsehbar ist).

Ich habe über das Internet sogar vor ein paar Monaten festgestellt, dass mittlerweile ein Habilitant einer großen Fakultät an "meinem" Thema sitzt. Aber da kann ich mir sicher sein, dass er (vor einem Jahr begonnen) nicht schneller ist als ich :twisted:
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Re: Eigenes Thema verheimlichen?

Beitragvon Sebastian am 01.10.2008, 23:14

chris0 hat geschrieben:Der andere Fall (um den es ja hier geht), Stichwort "wegschnappen" halte ich für eher unwahrscheinlich, denn wer fängt schon mit einer Diss an, an der jemand bereits 2 Jahre sitzt? Mag sein das es solche Leute gibt, aber um dann schneller fertig zu sein, kann bei dem anderen nicht wirklich etwas dogmatisch fundiertes herauskommen, wenn diese Person nicht ein Superhirn ist und solche schnappen anderen in der Regel kein Thema weg.

Also ich hatte diese Sorge trotzdem - nicht unbedingt im Sinne von "Absichtlich wegnehmen" sondern als "Zufällig und im Wissen um die andere Arbeit drei Monate eher abgegeben."
Abgesehen davon: Es gibt jede Menge Doktoranden, die nur neben einer sonstigen Tätigkeit promovieren. Ich glaube schon, dass man die mit einer Vollzeit-Promotion (und im Wissen um die "Eilbedürftigkeit") überholen könnte.
Und bei Naturwissenschafttlern und sonst allen, die nicht nur Fleiß, sondern auch noch geniale Ideen haben wollen/sollen, könnte das auch passen. Vielleicht habe ich aber auch zuviele Romane gelesen :wink:
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Re: Eigenes Thema verheimlichen?

Beitragvon chris0 am 02.10.2008, 08:58

@seastian: Ja, das hast du natürlich recht, es ist theoretisch dann schon möglich, dass der andere sich 50h die Woche an die Diss setzt und einen dann noch "überholt", wenn man selbst viel arbeiten muss. Ich will auch gar nicht behaupten, dass ich von dieser Angst gänzlich frei bin, betreibe aber selbst einen blog, in dem ich auch mein Thema vorstelle, allerdings ohne Angabe von Thesen oder konkreten Inhalten.
Vielleicht für Dich als Jurist auch interessant: Habe kürzlich zwei Dissen aus dem (bei uns so beliebten) Nomos-Verlag gelesen, die beide das selbe Thema hatten und im selben Jahr erschienen sind, das hat mich etwas beruhigt.
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Re: Eigenes Thema verheimlichen?

Beitragvon Aguti am 02.10.2008, 12:12

Ich bin da eigentlich auch ganz unbekümmert und rede über meine Diss (gut, ich bin ja auch noch nicht so weit). Im Internet bin ich deutlich zurückhaltender, aber das betrifft andere persönliche Infos genauso wie die Diss.
Entweder man findet einen Weg oder man schafft einen Weg. (Hannibal)

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Re: Eigenes Thema verheimlichen?

Beitragvon Mathilda am 02.10.2008, 12:58

Ich denke auch, dass das sehr vom Thema abhängt.
Beispiel 1: jemand versucht, bestimmte in der Realität auftauchenden Phänomene formal abzubilden >> das kann man schnell klauen >> da würd ich nix drüber erzählen; oder wenn irgendein Medikament zusammengebraut wird oder ähnliches - da stelle ich mir auch vor, dass man sowas eher geheimhält
Beispiel 2: jemand untersucht psychische Konstrukte in einem bestimmten Markt mit schwierigem Zugang >> da ist es nicht so das Problem; oder: jemand geht einer sehr speziellen Frage nach, wo er/sie sich durch zig Nicht-Online-Archive wühlen muss etc. - da ist es wohl auch nicht so wahrscheinlich, dass man eingeholt wird.

"Mein" Thema ist das Beispiel 2, deshalb mache ich mir ehrlich gesagt kaum Sorgen. Allein der Zugang zu "meinem" Markt hat sich über fast 2 Jahre hingezogen, bis ich dort erheben konnte. Dann die Operationalisierung meiner Konstrukte... das macht auch so schnell niemand genauso, weil es einfach sooo viele Möglichkeiten gibt. Ich erzähle also im "real" life schon ziemlich genau, was ich mache. Im Internet eher nicht, weil meine Diss aus einem Praxisprojekt stammt, wobei derzeit die Umsetzung noch erfolgt - also ist es eine Frage der Vertraulichkeit.
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