Hallo zusammen,
ich brauche dringend Euren Rat!
Zuerst meine derzeitige Situation: Ich habe seit April 2008 ein Stipendium, das mir bis April 2010 die ausschließliche Arbeit an der Diss. ermöglicht. Ich habe etwa 2 Jahre Vorarbeit hinter mir und würde die Diss in der Stipendiumszeit definitiv beenden können. Ca. 1/4 ist schon geschrieben, der Rest sehr gründlich anrecherchiert. Ich bin im Moment 29, eine Uni-Karriere nach der Diss ist unwahrscheinlich, da ich keinerlei Lehrerfahrung habe und extern promoviere, und an meinem Promotionslehrstuhl die talentierten Frauen schon Schlange stehen. Ach ja, und ich bin verheiratet, mein Mann ist allerdings Künstler und verdient nicht viel.
Ich darf neben dem Stipendium auch ein bisschen Geld dazuverdienen, aber nicht mehr als 10 Stunden die Woche arbeiten. Diese 10 Stunden habe ich bis jetzt in einem Büro gearbeitet, das vom Themenfeld her direkt mit meinem Forschungsgegenstand zu tun hat, eigentlich untersuche ich schwerpunktmäßig sogar direkt die Entwicklung eines bestimmten Themenstranges innerhalb genau dieser Firma in den letzten 50 Jahren; den Chef muss ich auch für die Diss. noch interviewen. Die Atmosphäre dort ist super, Kollegen nett, Arbeit spannend, Bezahlung in Ordnung, außerdem ist es ein Feld, in das ich auch nach der Diss. gerne gehen würde, d.h. die Arbeitserfahrung bringt mir auch was.
Jetzt mein Problem: Gerade hat ein Mitarbeiter dort gekündigt, und es ist sicher, dass ich seinen Job angeboten bekomme. Ich habe schon viel in dem Bereich gearbeitet und wäre meinem Chef ganz klar die erste Wahl. Das wäre dann Vollzeit. Ich sehe mich in einer Zwickmühle, weil ich nicht einfach Nein sagen kann, ohne den Chef vor den Kopf zustoßen (der nicht nur einer der zentralen Interviewpartner der Diss, sondern auch mein Hauptarbeitgeber ist/war...), aber auch nicht einfach Ja sagen kann, ohne die Diss zu begraben.
Mir fallen folgende Möglichkeiten ein:
1. Job annehmen, Diss auf Eis legen.
2. Job absagen, Stipendium weitermachen, allerdings womöglich Interviewpartner weg.
3. Job annehmen unter der Voraussetzung, dass mir zugesichert wird, dass ich in der Arbeitszeit an der Diss weitermachen kann, z.B. 2/3 Job, 1/3 Diss oder ähnliches. Das würde meine Diss Zeit auf geschätzte 5 Jahre ausdehnen.
4. versuchen, zu erreichen, dass er für 1 Jahr jemand anders befristet einstellt, und danach den Job annehmen. (scheint mir allerdings selbst eine unwahrscheinliche Variante)
Fällt Euch noch was weiteres schlaues ein? Ich bin echt schwer verwirrt. Wenn die mir den Job in 2 Jahren angeboten hätten, hätte ich sofort Ja gesagt. Aber jetzt? Und ist Variante 3 realistisch, also würde man das schaffen, die Diss mit 2 Tagen die Woche zu schreiben? Irgendwie tendiere ich gerade dazu - was meint ihr, was spricht von außen betrachtet dafür bzw. dagegen?
Bin für jede Anregung dankbar!
Viele Grüße,
Bridget
