Wie finanziert Ihr Euch die Promotion?

Finanzplanung, Stipendien incl. und Muster-Gutachten für eine Stipendienbewerbung, Krankenversicherung als Doktorand
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Wie finanziert Ihr Euch die Promotion?

Beitragvon Tina am 12.11.2008, 22:53

Liebe Forums-Teilnehmer,
vor Kurzem habe ich hier hilfreiche Unterstützung gefunden als es darum ging, ob ich
überhaupt promovieren sollte. Die Entscheidung ist gefallen: Ja, ich will! :o)
Nun ist die Frage, wie ich das angehen soll: Für ein Stipendium bewerben, nach einer
Mitarbeiterstelle schauen oder schonmal versuchen, nebenher in die Brache einzusteigen,
in die ich später mal möchten.
Deshalb interessiert es mich besonders, wie Ihr es gemacht habt bzw. macht. Aus welchen
Gründen und was für Erfahrungen Ihr dabei gesammelt habt.
Es wäre toll, wenn ich von einigen von Euch dazu etwas lesen könnte!
Viele Grüße
Tina
Tina
 
... ist nicht mehr dabei.

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Re: Wie finanziert Ihr Euch die Promotion?

Beitragvon Kuniko am 12.11.2008, 23:07

Liebe Tina,

dann sage ich mal endgültig Willkommen hier im Forum! Prinzipiell würde ich meghrgleisig fahren, weil es keine Garantie für Stipendien (die natürlich der ultimative Hit sind) gibt. Außerdem ziehen sich auch die Bewerbungsphasen teilweise ganz schön lange hin und die Zeit musst du ja auch erst mal überbrücken - also, greif auf alle Fälle zu, wenn dir eine Stelle angeboten wird. Die Arbeit am Lehrstuhl ist ambivalent - einerseits ist man dann zwar doppelt abhängig von seinem DV, andererseits behält man aber auch den wichtigen Kokntakt bzw. knüpft neue, was bei einer stipendienfinanzierten Diss. wiederum schwieriger ist. Viele Stipendien erlauben aber eine (äußerst) geringe Nebentätigkeit, so dass da evtl. mit dem Lehrstuhl Absprachen getroffen werden könnten. Extern promovieren und nebenbei arbeiten halt ich persönlich für den kompliziertesten Weg, weil man immer balancieren mus zwischen Arbeitgeber, Doktorvater und auch den eigenen Ansprüchen - mich persönlich würde die 'Ressourcenverteilung' da wohl echt überfordern...

Das erst mal mein Senf dazu, ich hoffe das hilft dir schn ein bißchen,
liebe Grüße, Kuniko
1.0 :| /1.1 :-D / 1.2 :-D / 1.3 :-D // 2 :-) // 3.0 :-) / 3.0.1 :-) / 3.0.2 :-) / 3.0.3 :-) / 3.0.4 :-) / 3.0.5 :-) / 3.0.6 :-) / 3.2. :| / 3.3. :|// 4 :-| // 5 :-( /Anhang :)
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Re: Wie finanziert Ihr Euch die Promotion?

Beitragvon Meggy am 12.11.2008, 23:23

Hallo Tina , willkommen hier :D

also dann mal meine "Geschichte" zu dem Thema: ich promoviere extern, allerdings nicht über ein Unternehmen, sondern wirklich komplett extern von allem. Kein LSt Job, kein "normaler" Job, einfach hauptberuflich promovieren. Nebenbei verdiene ich ein bißchen was mit Nachhilfe / Klavierunterricht dazu, und denke über VHS-Kurse-halten nach.
Bin quasi aber in diese Situation geschubst worden, einfach da es an der Uni keine Stellen gab (immer noch nicht gibt) und ich aber unbedingt an diesem LSt promovieren wollte. Dazu muss ich aber sagen, dass mein Mann und ich hier (auf nem kleinen Kaff) sehr günstig leben, und auch noch keine Kinder (oder andere Verpflichtungen) haben und daher mit seinem Verdienst gut zurecht kommen. Meine Eltern geben auch noch ein wenig dazu, wobei das nicht nötig wäre, aber sie tun es gerne (sie sagen immer ganz pragmatisch, ob wir das jetzt irgendwann erben, oder jetzt gleich bekommen um uns auch mal leichter den ein oder anderen "Luxus" wie ein schönes Wochenende, Urlaub, oder sowas leisten können, käme aufs selbe raus, und dann wollen sies lieber miterleben und sich mitfreuen...). Wie gesagt, nötig wäre es durch Schatzs Job und mein nebenbei jobben und die günstigen Verhältnisse nicht, aber es ist zugegebenermaßen leichter, und auch (das empfinde ich wirklich so) luxuriös, sich so auf die Diss konzentrieren zu dürfen :)
Allerdings würde ich auch sofort, würde es am LST die Möglichkeit geben, zugreifen und meine Jobberei zurückfahren. Zwar wäre ein Uni-Job garantiert noch stressiger als das was ich momentan habe/mache, hätte aber auch VOrteile, wie mehr eingebunden sein, leichter mal Probleme "auf dem Flur" besprechen zu können (ohne Termine machen und extra hinfahren zu müssen) und und und...
Liebe Grüße,
Meggy

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Re: Wie finanziert Ihr Euch die Promotion?

Beitragvon Annusch am 13.11.2008, 08:06

Hi,

@Meggy, ich habe an dieser Stelle eine kurze Frage an dich oder vielleicht auch andere:
Wenn du dich Vollzeit auf die DA konzentrierst und nebenbei ein bisschen jobbst, was musst du dann beim Arbeitsamt (oder wie heißt es jetzt? Arbeitsagentur?) angeben? Ich überlege es nämlich auch für nächstes Jahr, aber wenn man sich arbeitssuchend meldet, muss man dann ja auch irgendwann einen Job annehmen, oder? Ich kenne mich da leider zu wenig aus und weiß auch nicht, ob man angeben sollte, dass man Doktorand ist - ich bin ja jetzt eigentlich wieder Studentin, halt nur nicht in Deutschland. Ich weiß, die auf dem Amt wissen am besten Bescheid, aber ich möchte nur nicht zu voreilig irgendwas da erzählen, womit ich mir vielleicht selbst einen Strick daraus drehe :roll:

@Tina:
Was machst du denn zurzeit?

Liebe Grüße
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Re: Wie finanziert Ihr Euch die Promotion?

Beitragvon Aguti am 13.11.2008, 08:49

Hallo Tina,
leben tu ich in erster Linie vom Gehalt meines Mannes, da ich ja auch ein kleines Kind erziehen muss. Ein bisschen verdiene ich was durch freiberufliche Tätigkeit (bevor mein Kind da war, natürlich mehr).
Mein Tipp: Falls du sowieso keine Unikarriere anstrebst, wäre es natürlich am elegantesten, wenn du dich in der Diss-Zeit schon ein wenig in deiner späteren Wunschbranche positionieren könntest.
Entweder man findet einen Weg oder man schafft einen Weg. (Hannibal)

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Re: Wie finanziert Ihr Euch die Promotion?

Beitragvon Böhnchen am 13.11.2008, 10:07

Hallo Tina,

bei jemandem in meinem Umfeld habe ich zu meinen Studienzeiten gesehen, wie hart und kompliziert eine vom Job unabhängige externe Diss neben einem fordernden Vollzeit-Job sein kann. Doktorvater am anderen Ende Deutschlands, Schwierigkeiten Bücher zu bestellen und dann abzuholen, weil man vor Ort nicht unbedingt Zugriff auf die Fernleihe bekommt, die immense Doppelbelastung frisst jegliches Privatleben, mitunter auch die Beziehung, die Wochenenden und am Ende gabs für eine sehr gute Arbeit keine sehr gute Note, weil Externe dort aus Prinzip schlechter gestellt wurden als Interne. Muss nicht immer so sein, war in dem Fall wohl auch Extrem, weil der Job sehr fordernd, reise- und zeitintensiv war, kann aber auch bei anderen Parametern streckenweise hart werden.
Mit Promotionsstellen in den größeren Firmen kann man Glück haben, das ist aber auch nicht unbedingt gesagt, Teile dessen, was ich als Ergebnis solcher Mischstellen gesehen habe, haben mich auf der wissenschaftlichen Seite nicht überzeugt und wenn der Chef dort nicht zuweilen ein schützendes Händchen über Dich hält, damit Du nach stressigen Projektphasen wenigstens ein bisschen Ruhe zum schreiben hast, dann ähnelt auch so eine Stelle eher dem obigen Szenario, nur zum halben Geld eben.
In dem Bereich habe ich eine Weile meine Fühler ausgestreckt, letztlich aber nicht zugeschlagen, weil ich projekt- und führungstechnisch kein gutes Gefühl hatte.

Als es dann ernst wurde habe ich primär nach internen Stellen als Assi an einer Uni gesucht. Wobei ich dazu sagen muss, ich habe genügend auf dem Arbeiterfahrungs-Konto, sodass mir später keiner vorwerfen wird, ich hätte für mein Alter zu wenig Arbeitserfahrung außerhalb der Uni. Suchen und Finden einer Unistelle hat bei mir auch sehr problemlos funktioniert.
Inzwischen sehe ich das Dilemma der doppelten Abhängigkeit in einer solchen Stelle auch anders, bzw. kritischer, wenn Du auf einer Stelle danach landest, kommst Du auch an der Uni nicht wirklich en passent zur Diss, müsste ich wieder eine Stelle suchen, wäre ich da noch achtsamer und kritischer.
Ich habe letztlich trotzdem Glück gehabt. Ich habe hier zwar viel zu tun und dafür geht weit mehr Zeit drauf als das, wofür ich tatsächlich bezahlt werde, dennoch bleibt meist noch Zeit für die Diss und die Vorteile einer Uni-Infrastruktur helfen dabei, angefangen von Gleichgesinnten hinter den Türen nebenan, über Bibliothek, Hiwis, Diplomanden, Softwareausstattung, Zugriff auf Experten im Hause etc. Das ist es mir auch wert, nicht unbedingt ein volles Gehalt zu haben.

Böhnchens 5ct
und viele Grüße
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