Dissertation = aufgemotzte Staatsarbeit?

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Dissertation = aufgemotzte Staatsarbeit?

Beitragvon Camden am 29.01.2009, 17:40

Hallo zusammen,
ein ehemaliger Kommilitone erzählte mir kürzlich, er würde nun in Germanistik promovieren. Dazu könne er einfach seine Staatsarbeit nehmen und sie etwas erweitern. Geht das so einfach? in der PromoO steht, die Diss soll über das Studium deutlich hinaus gehen... ist das denn dann der Fall? Merkt der Promotionsausschuss das?
Mich ärgert das ziemlich! :evil:
Klar kannn das Thema der Staatsarbeit eine Grundlage sein oder eine Art Inspiration, aber das hörte sich jetzt echt sehr billig an!
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Re: Dissertation = aufgemotztee Staatsarbeit?

Beitragvon larajus am 29.01.2009, 17:52

Ich glaube, wer so etwas erzählt, _will_ im Zweifel auch, dass es sich ganz einfach anhört. Nunja, was die Anforderungen einer Diss sind, steht ja in der jew. PromO. Und welche Anforderungen eine "Staatsarbeit" erfüllen muss, steht in der jew. StudienO, nehme ich an. Bei genauerem Hinsehen dürften sich da jedoch Unterschiede ergeben. Klar ist: Jede bereits erbrachte wiss. Leistung kann eine Inspiration sein. In der Regel muss (!) eine Dissertation im Kern aber einen neuen Aspekt hervorbringen. Und etwas Neues zeichnet sich ja gerade dadurch aus, dass es vorher noch nicht da war.

Ich halte Behauptungen à la: "Ich nehme einfach... und dann baue ich das ein bisschen aus... und schon ist die Diss fertig" für nichts anderes als den Versuch, sich selbst Mut zuzusprechen in der Hoffnung, dass alle Umstehenden einem auf die Schulter klopfen mit den Worten: "Mensch, das machst Du ja ganz raffiniert, warum kann ich nicht so etwas machen.. ?!" Wer sich den eigenen Arbeitsberg am Anfang klein(er) redet, will in erster Linie v.a. nur sich selbst Mut zusprechen, weil er es braucht. Nimm's also gelassen - Dein ehemaliger Kommilitone wird sicher genauso viel arbeiten müssen wie jeder andere durchschnittlich auch! :D
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Re: Dissertation = aufgemotzte Staatsarbeit?

Beitragvon nK am 30.01.2009, 07:02

Im Grunde ist nichts dagegen zu sagen, an vorherige Arbeiten anzuknüpfen. Bei uns Juristen bietet es sich z.B. an, erst einen LLM zu machen und die Masterthesis dann zur Dissertation auszubauen. Dieser Ausbau (das "aufmotzen") kostet dann schon noch genug Arbeit...
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