Zeitplanung per Hand??

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Zeitplanung per Hand?

Beitragvon Bridget am 04.01.2009, 21:32

Hallo zusammen,

ich habe vor Weihnachten von meinem DV einen ultimativen Termin bekommen, da er in Rente geht, also muss Otober 2010 alles abgegeben sein. Da das gefühlte 3 Jahre früher ist, als ich so friedlich vor mich hin geplant habe (ich arbeite inzwischen "nebenher" Vollzeit), muss ich wohl nun endgültig einen realistischen Zeitplan machen. :?

Na ja, kann ja auch seine guten Seiten haben, dachte ich mir, und habe mir die free software von MS Project, OpenWorkbench, besorgt - in der Annahme, das wäre selbsterklärend... :lol:

Da ich jetzt schon seit Stunden am Verzweifeln bin mit diesem Mist, frage ich mich jetzt, ob nicht ein Zeitplan von Hand es auch tut? Oder ärger ich mich dann zu Tode, wenn ich alles dauernd neu schreiben muss, sobald mal ein Tag sich ändert oder ich mal Urlaub nehme? Immerhin will ich fast 2 Jahre durchplanen...

Wie macht ihr das denn? Macht irgendwer überhaupt Zeitpläne? Gibt es ein Programm, das auch für Menschen, die noch nie was von Projektmanagement gehört haben, easy zu bedienen ist? Oder gibt es für die oben genannten irgendwelche Tutorials oder so, damit auf einmal "alles ganz einfach" wird?

Ich gebe auf jeden Fall für heute auf, immer noch ohne Zeit und ohne Plan...

Vielleicht kann mir ja jemand aus dem Dunkel helfen, das wäre toll!

Viele Grüße (und ein verspätetes Guts Neus! in die geschätzte Runde!)
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Re: Zeitplanung per Hand?

Beitragvon Sebastian am 04.01.2009, 23:23

Ja, mach nur einen Plan
Sei nur ein großes Licht!
Und mach dann noch 'nen zweiten Plan
Geh' n tun sie beide nicht.

Bert Brecht, Dreigroschenoper - zitiert auch bei Alemann in seinem Aufsatz zum Expose/Zeitplan für eine Doktorarbeit.

Im Ernst: Ich persönlich würde Pläne dieser Art für mich selbst immer per Hand machen.
Da sowieso nur Du selbst (vielleicht) daran gebunden bist und Rücksicht nehmen wirst, würde ich den Aufwand klein halten: Du hast die allermeisten Variablen und Ressourcen in der Hand, und kannst - wenn auch z.T. nur in beschränktem Rahmen - allein daran drehen. Vielleicht hast Du Donnerstag in drei Wochen keine Lust oder am ersten Maiwochenende ist das Wetter so schön, dass Du lieber rausgehst - was macht das schon? Vielleicht fällt Dir ja auch gleich beim Abwasch (außerhalb des Dienstplans) ein, wie Du das momentan größte Problem Deiner Arbeit elegant löst.
Es kommt natürlich immer darauf an, was Du mit dem Plan erreichen willst. Und um definitive Fristen sozusagen vom Ende zu ermitteln, kann es auch hilfreich sein (also z.B. die zwei Wochen Korrekturlesen am Schluss, eine Woche Copyshop, eine Woche Postweg etc.). Damit Du weißt: 2010 einreichen, heißt Manuskript im, sagen wir, Juni 2010 fertig haben.
Aber für die echte inhaltliche Arbeit bringt so ein Plan nicht den Durchbruch.
Es lohnt sich bestimmt, sich gewisse zeitliche Zwischenziele zu setzen - aber wenn Du eines verpaßt bedeutet das ja nicht wirklich, daß der ganze Plan nicht aufgeht.
Die Ressourcenplaner, mit denen ich dienstlich zu tun habe, sind aller sehr detailgetreu und sicher wichtig, wenn viele Fremdfaktoren zusammenkommen - aber selbst da muß man feststellen: Kurz vor Ende einer Baustelle interessiert sich auch keiner dafür, dass Du jetzt laut Plan schon im Sommerurlaub sein darfst.
Selbst für kleinere berufliche Projekte haben sich diese Ressourcenplaner nicht wirklich gelohnt. Sieht zwar toll aus, die Fehler bleiben aber dieselben - und es kommen noch ein paar aus Fehlbedienungen hinzu.
Habe mich auch schon in größerer Runde mit einem spontan geänderten schicken MS Project-Plan blamiert, bei dem die Abhängigkeiten nicht alle korrekt gesetzt waren und der dann grob fehlerhaft war, wie man auf den ersten (ungehetzten) Blick erkennen konnte :oops:
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Re: Zeitplanung per Hand?

Beitragvon BlaueMalve am 05.01.2009, 08:28

Da stimme ich Sebastian zu! Meine Zeitplanung mache ich immer "von Hand" - und halte mich an eine grobe Planung, sonst verzettelt man sich, ist frustriert wenn das "Tagesziel" nicht erreicht ist oder ist dauernd am neue Entragungen machen. Habe die Erfahrung gemacht, dass Wochen für mich persönlich die beste kleinste Einheit sind. Bei Sachen, bei denen ich die Dauer nicht so ganz abschätzen kann, trage ich es zb mit Bleistift ein und kann so schneller was ändern. Feste Termine werden auch fest eingetragen, damit ich einen Überblick behalte. Wichtig finde ich auch, dass man realistisch plant - wer weiss, dass er abends nicht mehr bis 12 leistungsfähig ist, sollte nicht von 22-24 Uhr Schreiben Kapitel Drei eintragen :wink: Puffer für unvorhergesehenes und Zeit für Freunde/Sport/Haushalt etc sollten auch einkalkuliert werden, das wird oft vergessen.
Mein Plan sieht dann z.B. so aus: Woche 1 und 2: weiter an Kapitel X schreiben, Kapitel Y zum Korrekturlesen, Aufsätze von Z nochmal überprüfen, Woche 3: Abschluss Kapitel X, Kapitel X zum Korrekturlesen. Y vom Korrekturlesen zurüc: überarbeiten
Meinen groben Plan fand ich recht sinnvoll - so habe ich den Überblick behalten, ob ich noch in der Zeit bin mit dem Schreiben, was auch etwas beruhigendes hat. :D Habe mittlerweile eine ganz gute Routine entwickelt, um einzuschätzen, wie lange ich für was brauche. Da sind allerdings noch keine chaotischen Doktorväter eingeplant... :wink:
Grüße
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Re: Zeitplanung per Hand?

Beitragvon nanana am 05.01.2009, 10:08

Ich mache das in einem kurzen Word-Dokument (knapp 2 Seiten lang), dort trage ich die Fernziele ein (Abgabe im März 2010), Zwischenziele (Kap. x im Mai 09, Kap. y im Dezember 09), dann die Monate bis zum nächsten Zwischenziel etwas genauer (Januar 09: Kap. x, Teil I-III; Februar 09: Teil IV, V; ...) und den laufenden Monat relativ detailliert (2. Januarwoche: Kap.x, Teil II überarbeiten, 3. Januarwoche: ...).

Zu beginn machte ich mir detailliertere Planungen, das hat sich aber nicht bewährt. Häufig brauche ich für manche Dinge länger als gedacht, für andere wiederum weniger lange, das gleicht sich schon einigermassen aus. Wichtig ist, dran zu bleiben und sich nicht zu stark in Details zu verlieren, und da finde ich einen groben Plan schon nützlich.

Auch allen ein gutes neues Jahr!
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Re: Zeitplanung per Hand?

Beitragvon Meggy am 05.01.2009, 15:04

Hallo :)

ich bin auch eher für die grobe Rahmenplanung. Konkret sieht das so aus, dass ich meinen Plan im Exposee in 3-Monats-Abschnitten geplant hab (also 1. Vierteljahr: Theorie, 2. Vierteljahr: Programmieren Phase I... usw). Außerdem hab ich da so ungefähr mit eingetragen, wann ich mir zu welchem Unterthema evtl Veröffentlichungen vorstelle. ANsonsten halte ich es dann etwa so wie nanana, also immer bis zum Zwischenziel (zB Juni 09 Paper bei Konferenz Journal einreichen + Theorie 1. Teil fertig) jeweils genauer planen.
Habe bei der Diplomarbeit mal eine zeitlang sehr detailliert geplant und das hat mich tatsächlich meist frustriert, da man oft aus diversen Gründen eben doch dieses oder jenes Tagesziel nicht erreicht hat, dafür aber was anderes viel schneller ging. Der kleineste für mich gut bearbeitbare Zeitabschnitt ist dann jeweils eine Woche geworden, also hab ich Anfang der Woche durchgeplant, was ich bis Ende der Woche machen will, das ganze per Hand aufgelistet und dann schön ausgestrichen wenn was fertig war.
Liebe Grüße,
Meggy

(Final Spurt 2012)

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