Wie habt ihr angefangen zu schreiben?

Anfangen mit der Diss: Abgeschlossene Diskussionen (Doktorvatersuche, Expose...)
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Re: Wie habt ihr angefangen zu schreiben?

Beitragvon Joe am 23.12.2008, 06:50

Ich hab's mit der "einfach drauflos schreiben"-Methode probiert und bin damit nicht glücklich geworden. Jedes Mal, wenn ich eine neue Quelle entdecke, muss ich fertig geglaubte Kapitel/Abschnitte wieder umändern, was einfach nur Zeit raubt und nervt. Eine bessere Recherche hätte mir das größtenteils erspart.



Eva hat geschrieben:Hallo Aguti!

Ich habe sehr spät angefangen zu schreiben, nach zwei Jahren Recherche (im Nachhinein wärs vielleicht besser gewesen, früher damit anzufangen?, aber mir ging es ähnlich wie dir jetzt: Ich hatte lange nicht das Gefühl, überhaupt schon in der Lage zu sein, etwas zu schreiben, weil mir der Überblick über das Material fehlte).

In diesen zwei Jahren musste ich für meinen Betreuer gelegentlich den aktuellen Stand der Konzeption ausformulieren, das war sicher gut, um die eigenen Gedanken und Ergebnisse festzuhalten, auch wenn es noch nicht die eigentliche Diss war.

Meine erste Gliederung war Teil des Exposées nach vier Monaten Einarbeitung; die habe ich immer wieder überarbeitet, je nach Erkenntnisstand (in meinem Fall: nach mehreren Archivreisen wars meistens wieder Zeit für eine Aktualisierung). Ganz am Anfang überlegt man halt, was man untersuchen möchte und wie man das inhaltlich gliedern könnte. Im Lauf der Zeit passt man diese Gliederung dann an die Zwischenergebnisse (Archivalien, Experimente, Literaturauswertung) an.

Als die Recherchephase beendet war, habe ich als erstes die Konzeption nochmal überarbeitet, mein Material umsortiert und dann tatsächlich mit der Einleitung angefangen. Die ist natürlich noch Kilometer von der Abgabeversion entfernt, aber es schien mir gut, um überhaupt mal einen Einstieg zu finden. Seitdem schreibe ich an der Gliederung entlang.

Davor hatte ich -als allererstes- einen Aufsatz zu einem Unterthema der Diss geschrieben, um mich wieder ans Schreiben zu gewöhnen. Das hat ganz gut funktioniert und der Aufsatz wurde erfreulicherweise auch veröffentlicht.

Ich habe nie probiert, wie es ist, einen Abschnitt zu schreiben, für den noch die Hälfte des Stoffs fehlt. Manche schwören ja drauf... Vielleicht muss man es einfach mal austesten; ich komme aber mit meiner Methode bisher auch ganz gut zurecht. Bin aber gespannt, was andere dazu sagen!

Gruß
Eva



Hammer! Ich weiß nicht, warum, aber Evas Posts sind für mich reinste Poesie. :oops:
Ich glaube, es ist Zeit, mal wieder Schmacht-PN zu verschicken :mrgreen: :mrgreen:
Joe
 
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Re: Wie habt ihr angefangen zu schreiben?

Beitragvon AGH am 05.01.2009, 16:17

Ich habe zuerst den empirischen Teil geschrieben, dann den theoretischen, schließlich die Diskussion (und Einleitung und Danksagung irgendwann auch so um die Zeit). Für mich war es der richtige Weg. Der empirische Teil war leicht, weil ich zuerst das Erhebungsinstrument beschrieben habe und die Untersuchung, die ich schon durchgeführt hatte. Ich fand es angenehm, als Schreibeinstieg "hard facts" wiederzugeben, das war irgendwie greifbar. Dann kamen natürlich die Ergebnisse. Diesen Teil habe ich meiner DM geschickt mit der Bitte um Feedback, und diese Zeit habe ich für den Theorieteil genützt. Bei diesem Teil habe ich zuerst mit dem Kapitel angefangen, das mir am leichtesten wiederzugeben schien, gefolgt von den anderen. Dann kamen die Ergänzungen zum empirischen Teil (durch das Feedback der DM) und die Diskussion.
Natürlich habe ich die Literatur vor der Untersuchung gelesen und auch brav die Fragestellungen hergeleitet. Hätte ich die Literatur aber auch vor der Untersuchung zusammengeschrieben, hätte ich die Hälfte löschen können, da ich vollkommen anders die Schwerpunkte gesetzt hätte als es aufgrund meiner Ergebnisse nachvollziehbar gewesen wäre. Außerdem ist mein Literaturteil jetzt wirklich aktuell. (Ein Freund von mir schreibt seit 3 Jahren an der Diss. Den Literaturteil hat er als erstes geschrieben - und jetzt darf er ihn zu großen Teilen neu schreiben, weil sich in der Zwischenzeit in seinem Forschungsbereich einiges getan hat... .)

Liebe Grüße!
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Re: Wie habt ihr angefangen zu schreiben?

Beitragvon Mathilda am 05.01.2009, 16:38

Hallo,

ich bin auch kein Freund des Simultan-Schreibens. Angefangen habe ich als allererstes mit der Einleitung, auch wenn ich genau wusste, dass ich die noch ändere. Aber für den Einstieg fand ich es sinnvoll, mal meine Problemstellung, Zielsetzung und Vorgehensweise strukturiert zu überlegen. Daraus entstand dann auch eine erste Gliederung. Aber das ist ja bei vielen schon alles im Exposée. Also, wie fängt man danach an? Dann habe ich mir ein Theorie-Kapitel vorgenommen, von dem ich wusste, dass es auf JEDEN Fall in die Diss muss. Und zwar ein einfaches, kleines Thema. Parallel liest man ja und lernt immer mehr und mehr, und so kann man sich dann langsam herantasten. Wenn ich auf etwas stoße, was für ein anderes Kapitel relevant ist, mache ich mir einen Vermerk an die entsprechende Stelle, so wie "Aufsatz xxx sagt dazu yyy". Ausformulieren tue ich da aber nichts, habe Angst, mich zu verzetteln.

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Re: Wie habt ihr angefangen zu schreiben?

Beitragvon nanana am 05.01.2009, 16:42

Ich habe auch vorne angefangen. Meine Diss gliedert sich in 5 Teile, innerhalb eines Teils springe ich schon hin und her, weil das ja sehr nah zusammenhängt. Mir hat geholfen, möglichst mit einfachen Dingen zu beginnen, und nicht zu anspruchsvoll zu sein. Ändern und verbessern lässt sich so ein Text einfacher als neu schreiben, finde ich. Mittlerweile habe ich etwas mehr Übung und auch nicht mehr so respekt vor dem Schreiben, zum Glück geht es doch etwas schneller als am Anfang, und ich finde, es liest sich auch selbstsicherer. Deshalb muss ich die ersten Teile bestimmt nochmals überarbeiten, aber das ist sicher sowieso nötig, wenn ich mal den vollen Überblick über mein Thema habe.
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