Promotionsangebot - völlig verwirrt

Anfangen mit der Diss: Abgeschlossene Diskussionen (Doktorvatersuche, Expose...)
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Promotionsangebot - völlig verwirrt

Beitragvon xiotres am 23.10.2008, 10:50

Hallo zusammen,

vor einigen Monaten bin ich hier schonmal aufgetaucht. Damals - und vielleicht auch heute noch - hatte ich eine "starke Idee" im Kopf, die ich unbedingt in einer Promotion verwirklichen wollte.

Seither habe ich viele Wege verfolgt, zu einer Promotionsmöglichkeit zu kommen, und habe nun auf einmal ein Promotionsangebot vorliegen. Die Rahmenbedingungen erscheinen mir "top": Eingliederung in ein Forschungsprojekt, ausdrücklich kein Zwang zur Mitarbeit am Lehrstuhl, Publikationen vom Auftraggeber unterstützt, ggf. kumulative Dissertation möglich, 3/4-Stelle.
Die Krux ist nur, dass das Thema mit meinem einstigen Wunsch-Thema und auch meinem Studienfach, in dem ich mich immer noch am ehesten als Wissenschaftlerin fühle, nichts zu tun hat. Angenommen wurde ich, weil ich in dem Bereich einschlägige praktische Erfahrungen habe...

Nun bin ich natürlich hin und her gerissen:
- Schlägt man ein solch gutes Angebot ab?
- Wie viel Idealismus kann man sich als Doktorand bzw. Suchende leisten?
- Und nicht zuletzt: Ich habe fast anderthalb Jahre erfolglos darauf verwendet, in "meinem" Bereich irgendwas zu finden. Ist das nicht ein starker Hinweis, dass ich mich umorientieren muss?

Für Antworten und auch gute Nachfragen bedankt sich im Voraus

Xiotres
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Re: Promotionsangebot - völlig verwirrt

Beitragvon Böhnchen am 23.10.2008, 18:42

Hallo Xiotres,

was sagt Dein Herz? :wink:
Eine fachfremde Promotion kann eine Chance sein, sich inhaltlich ein zusätzliches Standbein aufzubauen.
Allerdings sind die Aufwendungen für die Einarbeitung i.d.R. höher und vielleicht weißt Du auch noch nicht so genau, ob Du es zu "MEINS" machen kannst.

Die Frage würde ich an 2 Faktoren fest machen.
Wie wichtig ist Dir Dein Herkunftsthema und wie sehr kannst Du Dich mit dem Fachfremden anfreunden?

Ggf. noch technisch überlegenswert: wie vertraut bist Du mit den Methodiken des neuen Fachs? Entsteht da wieder Einarbeitungsbedarf oder ist das weitestgehend gleich?

Grüße
vom Böhnchen
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Re: Promotionsangebot - völlig verwirrt

Beitragvon nK am 23.10.2008, 19:10

Wenn Du in diesem Thema praktische Berufserfahrung vorweisen kannst, dann kann das eine sehr starke Hilfe für die Dissertation werden, weil Du dann die Arbeit mit Leben füllen und die Frage beantworten kannst, wofür Du die Forschung konkret eigentlich betreibst.

Haben Dir denn die praktischen Erfahrungen in diesem Bereich gefallen? Dann könnte Dir das theoretische Fundament doch auch zusagen.

Im Übrigen ist der Spruch "Lieber einen Spatz in der Hand..." zwar abgedroschen, aber dennoch ist da viel dran. Also so wie Du das schilderst, würde ich eher zuraten.
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Re: Promotionsangebot - völlig verwirrt

Beitragvon xiotres am 23.10.2008, 22:07

Hallo ihr zwei und danke für eure Antworten.

Ich glaube, die fachlichen Schwierigkeiten kann ich ganz gut überblicken, vielleicht sogar besser als bei meinem Leib-und-Magen-Thema, da ich 1) sehr umfassende praktische Erfahrung in diesem Bereich habe und 2) das Thema auch sehr genau eine Art von Projekten zum Gegenstand hat, in denen ich eben diese Arbeit gesammelt habe. Was mich zusätzlich positiv stimmt, ist, dass hinter dem Projekt ein gewisser Erfolgsdruck ist. Und wenn er meinte, mit mir schiffbrüchig zu werden, hätte mich der Doktorvater in spe wahrscheinlich nicht angesprochen.

Das eigentliche Problem ist das "Herz gegen Verstand" oder "Traumthema vs. Spatz in der Hand". Meine Erfahrung sagt mir, dass die vermeintlich etwas verqueren Chancen manchmal die ergiebigsten waren. Aber warum dann ist mein Herz so wenig überzeugt? Gibt es hier vielleicht jemanden, der/die auch große Zugeständnisse bei der Themenwahl gemacht hat? Kommt das "alte" Thema immer noch hoch?

Ich nähere mich dem Ziel :)

Xiotres
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