Hallo,
ich finanziere meine Dissertation durch ein Stipendium. Zusätzlich wurde von meinem Doktorvater und weiterer Mitarbeitern des Fachbereiches ein Forschungsprojekt um mein Vorhaben "herum" gegründet, vorwiegend um Personal- und Sachmittel zu bekommen und mein Projekt "offiziell" in das Forschungsprofil des Fachbereiches zu integrieren.
Was zunächst als sehr nützlich für mich erschien, stellt sich nun als eine Schwierigkeit heraus. Ich bin eigentlich der einzige im Projekt, der sich intensiv mit dem Thema beschäftigt und neben konzeptionellem Überlegungen die Forschungsarbeit durchführe. Wir treffen uns regelmäßig mit allen Mitarbeitern des Fachbereiches. Ich stelle dort öfters meine Arbeiten vor und diskutiere meine Ideen mit den Mitarbeitern des Fachbereiches, was für meine Arbeit bisher sehr hilfreich war. Nun hat sich herausgestellt, dass ein (bereits promovierter) Kollege aufgrund dieser Diskussionen auch einen Anteil an Veröffentlichungen und Präsentationen zum Projekt beanspruchen möchte. Ich sehe das kritisch, zum einen weil bisher die Anteile am Projekt meiner Meinung nach ungleichmäßig verteilt sind (er ist "nur" Berater, ich bin Ideengeber und praktischer "Arbeiter") und zum anderen habe ich Sorge, dass dadurch meine eigene wissenschaftliche Leistung – die ja maßgebliches Kriterium für eine erfolgreiche Dissertation sind – durch gemeinsame Arbeiten und Veröffentlichungen in Frage gestellt werden könnte.
Deshalb meine Frage an Doktoranden, die ebenfalls mit Ihrer Dissertation in ein Forschungsprojekt eingebunden sind: Wie ist bei kollaborativen Projekten das Zustandekommen der eigene wissenschaftliche Leistung der Dissertation geregelt? Können Dissertationsvorhaben auch im Team bearbeitet werden oder ist hier eine deutliche Abgrenzung zu der Arbeit von anderen Projektmitarbeitern nötig?